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Der Israelit · 1929-01-03 · Heft 1 (3.1.1929) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 1 (3.1.1929)
Date
1929-01-03
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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ä- Seibe 8. Nr. 1. Der Israeli t 3. Januar 1929. Verkehr bedeutete, der den Typ einer Generation darflellte, die unsere Zeit kaum mehr m dieser Weise hervorbringt. Er war ein mrii n-r.'. der nicht nur durch ständiges Lernen und Lehren die Nacht zum Tag machte, der sich auch bemühte, die Nacht dieser irdischen Welt durch Lichtgedanken aus jenseitiger Tageswelt zu erleuchten. Anschließend würdigte der Neffe des Heimgegangenen, Herr Rabbiner Dr. Ansbacher -Wiesbaden, die Gestalt des Onkels, der ein ebenbürtiger Bruder des Nürnberger Dajon b~3i nmu jenes im ganzen Süden berühmten Talmid Chochoms, und des besonders b"3i ,-ui' 'i Kassel, 24. Dezember. - Die Mitglieder unserer hiesigen jüdischen Gemeinde haben das Glück, am kommenden Sonntag, den 30. d. M. em seltenes Fest mit? erleben zu dürfen: die goldene Hochzeit der Eheleute Josef Spangenth a.l und Frau Emma geb. Heinemann, hier. Herr Spangenthal verdient in vollem Maße diese Anteilnahme, denn sein ganzes langes und segensreiches Leben war und ist dem Wähle der jüdischen Allgemeinheit gewidmet; einer großen Anzahl von Ehewraus hat er als ehrenamtliches Borstandsmitglied jahrelang seine Dienste in uneigennütziger Weise, aus reiner als vielbegehrten Mohel weitbekannten! jüdischer Pflichterfüllung heraus zur Verfügung gestellt; war, jener a ynn nvbv, drei treue Hüter und! feine ganze Kraft und sein gutes Herz hat er von jeher unantastbaren. Taurohtreue, von denen ibereitwillgst der jüdischen Wohltätigkeit geliehen. An sich er einzelne, sondern die alle selbst hat er dabei stets die strengsten Ansprüche ge- Wächter der nicht nur jede wie aus einem S tü ck"g e m e i ßel t waren, so daß!stellt; so versäumte er z. B. niemals den Gottesdienst man sie, hätte man sie nicht als Brüder gekannt, als morgens früh. ♦I A JULIUS ANNONCEN-BÜRO FRANKFURT-! solche hätte erkennen dürfen an ihrer gleichen Art von zielbewußtem rra'srv — Mögen die Strahlen dieser untergegangenen Sonne auf Jahre hinaus den Himmel unserer ehrwürdigen Gemeinde, der weitverzweigten Familie des gesammten Kreises derer, die den Heimgegangenen kannten, erleuchten und Nacheiferung wecken. rraxi/v Nürnberg, 12. Dez. (Sin <guter Mensch und Jehudi ist in dem weit bekannten früheren Konditoreibesitzer Benj. Adler in Halberstadt vorzeitig im 59. Lebensjahr plötzlich verschieden. Als vierter Sohn des Kaufmanns und Rabbiners Emanuel Adler in Burgpreppach widmete er sich aus Vorliebe zum Handwerk dem Bäckerberufe. Seine Gesellenjahre führten ihn, wie es im Handwerk Sitte war und ist, von Würzburg nach Fürth, Altona, München, Wien, von den kleineren Orten, wo er zur Hochsaison auf Peßach tätig war, nicht zu reden. Unter Aufsicht und Beistand des alten Halberstädter Rabbiners Dr. S. Auer b a ch V'st gründete er endlich feine eigene Bäckerei und Konditorei, die sich durch ihre vorzüglichen Erzeugnisse für Peßach einen Ruf erringen konnte. Die Gememdsn Berlin und Leipzig wurden seine Haupt- Absatzgebiete. Berlin war es, das unter feiner fachkundigen Meisterschaft den eigenen Bedarf an Mazzos unter Rabbinatsaufficht 1924.25 bei ihm gebacken hat. Auf einer Provinzialausstellung in Magdeurg, wo er unter anderem einen Riesenberches und die Nürnberger Burg in Schokolade und Marzipan in vollendeten Glanzleistungen ausstellts, wurde er 1907 durch eine liebenswürdige Ansprache des Oberpräsidenten geehrt und erhielt er die goldene Medaille, welcher Ehrung die Halberstädter Innung ihrerseits sich mit dem silbernen Ehrenpreis anschloß. Mit dem tüchtigen und fleißigen Handwerkskünstler verband Benjamin Adler in feiner Persönlichkeit den Menschen von goldenem Humor und echt jüdischer Gewissenhaftigkeit, wodurch er sich die dauernde Zuneigung aller Kreise erwarb. Der Erfolg blieb seinem rastlosen, ehrlichen Streben nicht aus, den er noch gemeinsam mit seiner ihm im Tode oorangegangenen Gattin in der Sonne des wiedererstandenen Friedens genießen konnte. Eine originelle Natur, die mit dre verfeinerten Technik des Berufs eminente kaufmännische Fähigkeiten vereinte, eine ftoljye Freude seines ehrwürdigen Vater einstmals, eine Blüte und Zierde des schwer ringenden jüdischem Handwerkerstandes ist mit ihm nun in die Ewigkeit eingegangen. Ober-Seemen, 20. Dezember. Am letzten Sabbat, kurz nach dem Minchagebet durcheilte die Trauerkunde unfern Ort, daß Eisemann Bing nicht mehr unter den Lebenden weilte. In voller Rüstigkeit verließ er seine Liäben, um am Minchagottesdienst teilzunehmen; und auf .dem Rückwege hat es '~n gefallen ihn im Alter pon089 HahMjhj in ein besseres Leben abzurufen. Mit ähch HU-eiMMster Jehudi!von uns gegangen, ein Vorbild der"GemeM>e> Sein Leben war ausgefüllt mit Thauro,^AMud0>jünd i.'Gemilus Chafsodim. Von frühtter HtWraMsfAi seinem Lebensende führte er das heilige Amt eme^Mühels aus,. Lange Jahre war er Führer dA.iJsxMMchen Kultusgemeinde und auch im Vorstand der politischen Gemeinde. Er war ein Mann von seltener Hetzensgüte und jeder, der ihn kannte, müßte' sich hingezogen zu ihm fühlen. Er stellte an das Leben geringe Anforderungen, um fo höher aber an sich um feine bis zum letzten verbrauchte Arbeitskraft für die anderen. Er führte eine harmonische Ehe mit seiner gleichgesinnten frommen Gattin, und erlebte sein höchstes Glück im Gedeihen seiner Familie. Hunderte erwiesen ihm die letzte Ehre. Die ganze Gegend, Juden und Nichtjuden, gaben ihm das letzte Geleit. Am Grabe entwarf Herr Lehrer Bauer in ergreifenden Worten ein Lebensbild des Verstorbenen, der aus einem.Leben der Arbeit, Frömmigkeit und Güte In seinem Wirken unterstützt ihn seine vortreffliche Gattin, die vorbildliche Mutter ihrer Kinder, und gleichzeitig die echt jüdische Hausfrau. In ihrem Wirkungskreis arbeitet sie in gleich schöner Weise wie ihr Mann zum Wohl-e nicht nur ihrer engeren Familie, sondern auch der jüdischen Allgemeinheit. Sie hat er auf diese Weise auch verstanden dem Haushalt ein echt jüdisches Gepräge zu verleihen und selten schönes, harmonisches Familienleben zu ermöglichen. Weit über die Grenzen Kassels hinaus schlagen dem Jubelpaare die Herzen der Kinder und Kindeskinder, Verwandten und Freunden entgegen; Me haben nur den einen Wunsch, daß der liebe Gott den Eheleuten Spangenthal noch viele Jahre ungetrübten Glückes, in voller körperlicher und geistiger Frische schenken möge. Rofenkhäl, 30. Dezember. Am Schabbos. tw-i starb fünf Wochen nach einer Operation im Krankenhause zu Marburg a. d. L. Mendel Rosenberg V'i und wurde Montag. 24. Dezember, von Rosenthal auch in Gemünden a. W. zu Grabe getragen. Die große Beteiligung an seinem Begräbnis aus allen Kreisen der Bevölkerung des Ortes, sowie aus nahen und fernen Orten bewies, welch großer Hochachtung und Liebe sich der Verschiedene in allen Kreisen erfreute. Jahrzehnte lang wirkte er vorbildlich als Schachet in seinem Orte .Sein Haus war eine echt jüdische Stätte der her ' Mittelpunkt der Familie und der Gemeinde. Schwere Schicksalsschläge: der frühe Tod der Gattin, der Tod zweier hoffnungsvoller Söhne in jugendlichem Alter, von denen der eine sich als Arzt schon in jungen Jahren einen Ruf erworben hatte, konnten ihn in seinem i' v: und seiner 'n fwv nicht wankend machen. An seiner Bahre widmeten ihm ehrende Worte dankbaren Gedenkens Lehrer Spier-Gemüden, Rabbiner Dr. Rofenberg- Berlin als Bruder, Lehrer Vlumenfeld-Witzenhausen, Lehrer Gans-Mederaula. Sein Leben war für die Familie vorbildlich. Mit seinem Hinscheiden ist sie ihres führenden Hauptes beraubt. Möge rr-sn der Familie ein Tröster fein. vermischtes Baden-Baden. 22. Dezember. Die Baden-Badener Gemeinde hatte am 15. Dezember ihre Mitglieder in das Hotel Tannhäuser zu. einer Chanukka-Feier eilig eladen. Nach einem Harmoniumvorspiel kennzeichnete Kantor G r ü n d s e l d die. Bedeutung des Chanukkafestes. Im Mittelpunkt des .Programms stand em Channuka-Feftspiel „Großmütterchens Traum,, von Cddy Goldschmidt, daß die Schülerinnen und Schüler, der oberen Klassen zur Ausführung brachten. Der große Beifall nach dem Spiel konnte feinem Rgeisseur, .dem Herrn Kantor Grünfeld, der beste ^Lohn 'sdin für.'Mne wochenlange, restlose und eifrige Vorarbeit hierzü. Ein Eolläsolo und drei Gedichte von Zuckermann gaben!,dem Teil der Feier einen würdigen Abschluß?''Nach 2iner kurzen Pause breitete sich wiederum lautlose Stillt für die anschließende Sch u bertfeier aus. Würzburg, 27. Dezember. Vakanzliste der Vereinigung der Sabbathfreunde, Würzburg: 1 Reisender (branchekundig) Zigarren engros. Würzburg; 2?Weinreisende nach Würzburg; 1 Reisender für Textilwaren en detail: 1 Expedienten für Weine engros, nach Kitzingen a. M.; 1 Lehrling für Possamenterie engros nach Würzburg: 1 Lehrling für Textilwaren engros nach Würzburg: 1 Lageristen für Tuche engros nach Würzburg, 1 Lehrling für Eisengeschäft'nach Bad Mergentheim. Meldungen an Herrn Friedrich Pfeuffe r, Würzburg, Domerschulskr. 13. o N C E UNGESIMSSE7 TEL. HANSA 4341 POSTSCH.-KONTQ FRANKFURTMAIN 142 353 EINZIGE IHSERATEH-ANHAHME FÜR FRANKFURTER GESCHÄFTS INSERATE DES »ISRAELIT« R AUSSERDEM ANNAHME VON INSERATEN FÜR SÄMTLICHE HIESIGE UND AUSWÄRTIGE TAGESZEITUNGEN WOCHEN- UND FACHBLÄTTER ZU ORIGINAL-PREISEN ANNAHME VON DRUCKSACHEN HÄNDEL.GESCHÄFTE.PRIVATE FÜR DIE HERMON-DRUCKEREI BEI BILLIGSTER'BERECHNUNG UND KÜNSTLERISCHER AUSFÜHRUNG IN- SCHWARZ UND BUNT-DRUCK ♦ mumuieu um» «ju«; Sranffutt a. 21t., 28. Dezember. Den in voriger NÜm- . Wusrt«, murd«. M°g° -- d«,chm°r MKfifta. feinem Sohn wie dem Kreise seiner-Angehörigen weinen. Mit steigernder Wärme und in erschütternden Worten schilderte der Redner das Leid, den tiefen Schmerz, den die Beter am vorigen 2»' durch die un>- erhörte Störung empfinden mußten. Die Zuhörergemeinde war von den flammenden Worten des geistreichen Redners dermaßen ergriffen, daß sie den Zwischenfall ärmlich miterlebte. Im zweiten Teil seines Vortrages prach Herr Schachnowitz über die symbolische Mauer, der Mauer im Westen", als welche er die Aguda, ihr Palästinawerk und die bevorstehende Kenessio Gedaulo mit zündenden Worten darstellte. Im einzelnen erläuterte der Redner, was die Aguda trotz der großen finanziellen Schwierigkeiten schon erreicht hat, sowohl im Golus als auch in was die ehrlichen Gegner sogar schon zugegeben haben. In Anbetracht der Tatsache, daß der. Schwerpunkt der Agudas Jisroel nicht in den großen Finanzstaaten Amerikas, sondern im Osten Europas, wo die materielle Not heute nach gewaltig groß ist, liegt, childerte der Redner eingehend die Resultate der Warchauer Landeskonferenz. Ohne viel zu prahlen, und'ohne zroße finanzielle Stütze von außen erhalten zu-ihaben, ändern mit unendlich großer Mühe und mit persönlichem Opfermut der Führer' sei Vieles und-Großes erreicht worden: Und noch viel mehr könnte erreicht' werden^'wenn wir alle mithelfen würden, die Kenessio Gedaulchzu^eimr mächtigen Kundgebung zu gestalten, diet.aÜe'KreWch.er Orthodoxie aus der Lethargie aufrüttelt. Die Geschichte lehrt uns, daß die geistigen Impulse -nie von der- Masse ausgingen, immer war es eine hochstehende Elite,.-einige wenige Berufene, die der Idee zum . Siege verholfen haben. Den fesselnden Ausführungen des Redners waren die Zuhörer mit andächtiger Aufmerksamkeit gefolgt, und dankbar genossen sie die erhebenden Stunden. Der stürmische Beifall, der . nicht enden wollte, zeigte es. Herr Rosenzweig dankte dem Redner und betonte, daß Herr Schachnowitz durch seine wertvollen Romane, welche echt jüdischen Geist atmen, die jüdische Geisteswelt bereichert hätte. Seine Werke sollten in keiner jüdischen Familie, die ans gute jüdische Literatur Wert legt, fehlen. Der Eindruck des hervorragenden Referates wird gewiß noch R-g. diesen schweren Verlust in Liebe zu rruxir.« Kraft verleihen tragen. Gudensberg, 23. Dezember. Ihren 90. Geburtstag begeht heute in seltener körperlicher Rüstigkeit und Geistesfrische Frau Mansbach im nahen Maden. Die Deutschland lebenden Polen, entstammt dex ^eder des i Fürth» 5. Dezember. Vor einem zahlreichen Publimpolmfchen Angelegenheiten besonders sachverständigen x^m (ca. 400 Zuhörer), das nicht mit seinem Beifall Advokaten, Herrn Dr. jur. Roman Pretzel in Berlin. Die Hinzusügung des Autornamens ist versehentlich unterblieben. i Zürich; 27. Dezember. Eine große, aüstnerksäme und pessmicye ^rau weansoacy. un^ ragen >JKaoen Ute auserlesene Hörerschar hatte sich am Samstag.abend im Greisin erfreut sich allgemelner Beliebthelt und hat noch blauen Saal des Bolkshauses' eingefunden, um den Worein vorzügliches Gedächtnis. Sie erinnert sich noch gu der Vorgänge aus alten kurhessischen Zeiten. Kassel, 23. Dezember. Seinen 81. Geburtstag beging in seltener Rüstigkeit und Geistesfrische Herr Josef G o l d s ch m i d t dahier. Kassel, 23. Dezember. Die Lehrerwitwe Jettchen W e r t h a n in Frankenau starb im 87. Lebensjahre. ten des Herrn Redakteur S cha chno roi tz zurückhielt, fand am 27. Novembre im Berolzhejmekia-' num ein Vortrag von Dr. Nathan Birnbaum über „Der Weg des Judentums in der Weltgeschichte" statt. Der Redner führte folgendes'aus: Alle Menschen habenleit jeher die Sehnsucht rach dem Göttlichen, darin waren alle Völker von Anfang Frankfurt an gleich. Aber sie suchten 'Gott mit den Sinnen und a. M. zu lauschen. Von Herrn A. W. Rosen zweig blieben daher ander Materie hasten, bis Abraham kam, eingeführt, zeigte Herr Schachnowitz in dem ersten Teil der Gott mit der Seele suchte und ihn als ein geistiges seines Vortrages die Westmauer in Jerusalem im Wesen jenMs aller. Sinnlichkeit-in 'eine übersinnliche Lichte der Geschichte und Legende und schilderte, was uns 3Velt versetzte. Äuch große Denker' anderer Völker die grauen Steine gewesen und heute noch sind. Jahrhaben Gott vielfach erkannt, aber ihre Erkenntnis hunderte hindurch konnte der Rest Israels vor dem Rest blieb rein intellektuell, sie haben Gott nicht in ihrem des Heiligtums, oft bedrängt und verhöhnt, beten und Leben anerkannt und vor allem gar nicht versucht, ihr

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