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Der Israelit · 1928-12-20 · Heft 51 (20.12.1928) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 51 (20.12.1928)
Date
1928-12-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 51 Gene 5 20 Dezember 1928 Set 6t( aettt Füllung der heiligen Aufgaben des jüdischen Volkes eine besondere Rolle. Die Tatsache, daß in dem von der Adaß Jisroel erworbenen Gebäudekomplex als erstes ein Gotteshaus errichtet wurde, ist keine Zufälligkeit, sondern beruht auf der inneren Harmonie zwischen Gotteshaus und Lehrhaus im Judentum. Der Geist der Schule wird hierdurch gleichsam symbolisiert. Redner würdigt die ungeheure Arbeit, die die Gemeindekörperschaften für die Schulen geleistet haben, wenn man berücksichtigt, daß diese bis heute ohne jede staatliche Subvention erhalten und ständig -ausgeballt wurden. Am Schluß seiner Ausführungen dankte er Herrn Geh. Regierungsrat Israel, für die herzlichen Glückwünsche, wobei er in seiner bescheidenen Art.das. ihm gespendete Lob von sich wies und auf die Gemeindekörperfchaften übertrug. In den Verhandlungen, die er im Namen der Adaß Jisroel mit Herrn Geh. Regierungsrat Israel feit Jahrew zu führen hatte, konnte er beobachten, daß ein ernstes und tiefes Eindringen in die besonderen Gedaükengäpge des gefetzestreuen Judentums, wie er es bei Herrn Geh. Regierungsrät Israel wahrnehmen konnte, auch zum Verständnis für die speziellen Bestrebungen der Orthodoxie führt. Die Sympathie, die unseren Schulen von den Behörden entgegengebracht wird, kommt zugleich auch den anderengesetzestreuen Gemeinden in Preußen zugute. Den Neigen der Redner schloß der Unterprimaner Heinrich B i b e r f e l d mit einer nach Form und Inhalt ganz ausgezeichneten Rede. Einfach und schmucklos fei zwar der Bau des neuen Schulhauses wie alle Gebäude, die ausschließlich der Pflege der Wissenschaft und des Studiums dienen, weil des Hauses Zierde lediglich bedingt wird durch das Maß des in ihm Geschaffenen und Erreichten. So wird auch der Glanz unseres neuen Schulhauses nur auf den Leistungen beruhen, die in ihm für die jüdische und allgemeine Bildung erzielt werden. Im Namen der Schüler und Schülerinnen dankt er dem Lehrerkollegium und der Gemeinde für die Liebe und Opfer, die sie der Schule gebracht haben und sprach das Gelöbnis aus, daß die Schülerschaft sich stets von dem Bestreben leiten lassen wird, der Aufgabe gerecht zu werden, die die Erziehungsziele der Schule an sie stellen. Die Feier fand ihren- Abschluß mit einer von dem Dirigenten Paul K l e b s komponierten und von dem Schulchor und Schulorchester unter Mitwirkung, von Herrn Oberkantor Spitz vorgetragenen Festkantate mit hebräischem Text. Im Anschluß an die Feier fand eine Besichttigung der neuen Schulräume, Siegmundshof 11 Erneuern Sie sofort beim Postboten die Bestellung auf den „Israelit" für den Monat Januar! Wird dies versäumt, so tritt eine Unterbrechung der Zusendung ein, ohne daß wir selbst Kenntnis davon erhalten. Für verspätete Bestellungen rechnet die Post einen Aufschlag von 20 Pfg. Verlag des Israelit G.m.b.H., Frankfurt a.M. statt, wobei die Besucher Gelegenheit hatten, anhand) der im Zeichensaale ausgelegten Zeichnungen der Schülerschaft die Leistungen der Schule auf diesem Gebiete kennen zu lernen. Statistisches. Die Schule wurde Mar 1919 mit 2 Dorsch ül - klaffen eröffnet. Sie umfaßt heute: 8 Grundschulklassen, 5 Volksschulklassen, 8' Klassen des Realgymnasiums bis Unterprima i. E., 7 Klassen des Mädchen- Oberlyzeums i. E. Der Lehrkörper besteht aus: 1 Direktor, 1 Rektor, 20 akademischen Lehrkräften, 11 Volksschullehrkräften, 7 technischen Lehrkräften, zusammen 40 Lehrkräften. Es kommen hinzu 1 Schularzt, 1 Schulschwester, 2 Sekretärinnen, 3 Schuldiener. Es werden Unterrichchtsstunden erteilt: im Realgymnasium wöchentlich 308 Stunden, im Oberlyzeum wöchentlich 249 Stunden, in der Grund- und Volksschule wöchentlich 365 Stunden. Das Endziel der Schule entspricht hinsichtlich der allgemeinen Fächer dem der staatlichen und städtischen Schulen. Die Eigenart der Schule beruht in der Durchdringung des Lehrstoffs mit den jüdisch-religiösen Ideen des positiv gerichteten Judentums und Vermittlung einer abgeschlossenen jüdischen Ausbildung. Die Genehmigung für die höhere Schule wurde im Juli 1925 seitens des Herrn Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung erteilt. Prüfungen der Reife für Obersekunda fanden im März 1927 und 1928 statt, bei welchen sämtliche Prüflinge (1927: 13, 1928:. 16) bestanden. Der Gemeindevorstand hat zur Führung der Schu-langeleg-enheiten einen aus 10 Mitgliedern bestehenden Schulrat eingesetzt, von welchem 5 Akademiker und 5 Kaufleute sind. Das Schulbaus Siegmundshof 11 wird umgrenzt im Norden von der Spree an der Achenbachbrücke, im Osten von der Straße Siegmundshof, im Westen von -dem freien Gelände der fta-atl. ' Porzellanmannfaktur im Süden liegt der 2000 Quadratmeter große »Schul- »sngaKn*" nicht in den weiteren Verlauf des Jahres eine Unsicherheit zu bringen; diesen Grund findet man auch späterhin angeführt bis auf i-rrie,' msan- Ich möchte jedoch die bescheidene Meinung äußern, daß diese bloße Zweckmäßigkeit nicht der^ alleinige Anlaß war, daß vielmehr eine zwingende Notwendigkeit vorlag, Ch-eschwgn und Kislew variabel zu gestalten. Im Anschluß an Ezechiel a"’T3 (nrn d-ph besteht die Bestimmung, daß nntja/■> stets an diesem Datum durch Fasten zu begehen ist, wodurch Sorg«'getragen werden mußte, daß dieses Datum niemals auf Schabbos falle; dies ließ sich aber nur durchführen, wenn man hinsichtlich Cheschwan und Kislew freie Land hatte, wofür unser Jahr sowie das folgende den Beweis geben. Hätte man dies Jahr, um es zu einem noHe? nw zu machen, nicht dem. Cheschwan den dreißigsten Tag zugefügt, so wäre nav auf Schabbos gefallen, wie andererseits das gleiche nächstes Jahr eintreffen würde, wenn, um dem Jahr den Charakter eines n-pon n» zu geben, nicht der Kislew um den einen Tag gekürzt würde. J.S. (TNililär-Chanukkahfeier und andere Feierlichkeiten in London.) In der Zentral-Synagoge vpn Great- Portland-Street zu London fand eine großartige Chanukkahfeier der jüdischen Soldaten der britischen Armee, statt. Seit 25 Jahren werden solche Mrlitär-Chanukkahseiern abgehalten. Voran ging eine Zeremonie auf dem Friedhof, wo die jüdischen Soldaten im Beise-in von Vertretern jüdischer Organisationen einen Kranz zu Ehren der gefallenen' jüdischen Krieger durch den Schwadronführer des Flugdienstes Kempner niederlegen ließen, In der Synagoge fanden sich die jüdischen Mitglieder der Londoner Regimenter und viele frühere Frontsoldaten unter dem Kommando von Col. R. H. Joseph, sowie die Kriegsinvaliden aus verschiedenen Spitälern Hn. Den Gottesdienst leiteten der älteste jüdische Militärgeistliche Rev. G o k l o p, Rev. Michael Adler und Rev. A. Stoützker. Rabbi G o l l o p führte aus, der erkrankte König symbolisiere die besten Eigenschaften des britischen Volkscharakters, alle Juden beten für seine Genesung. ""Sir Robert Waley-Cohen,; der den Vorsitz bei dem dem Gottesdienst folgenden Dinner führte, verlas ein Dankschreiben der königlichen Zivilkanzlei für die auf Wiedergenesüng des Königs zum Ausdruck gebrachten Wünsche und wies darauf hin. daß die britische Judenheit stets mit großer Bereitschaft an der militärischen Verteidigung Englands mitwirkte. Rabbi Gollop sagte, der jüdische Soldat Großbcktanniens sei stolz, des Königs Uniform zu tragen und in einem Lände zu leben, in welchem er dies nicht gezwungen, sondern aus freiem Willen tut. Es sprayen noch Oberstleutnant C .S. Myers, der Bürgermeister von Marylebone Ratsmitglied S. G. Joseph, und das Unterhausmitglied Sir Rennell Rodd. Am 9. Dezember wurde im Holland-Park zu London die neue Synagoge der spaniolisch-p ortugiesiscben Gemeinde eröffnet. Den Weiheakt vollzog der Präsident des Aeltestenrates der Gemeinde, Sir Francis A. Montefiore. Rabbi Gaguin sprach ein Gebet für den erkrankten Köniq. Unter den Anwesenden bemerkte man auch den britischen Reichsrabbiner Dr. I. H. Hertz. Die erste spaniolisch-portugiesische Synagoge Londons wurde im Jahre 1657 in Creechurch Lcme. in der Londoner City, erbaut und war die erste' Svnagoge in England nach der Wiedergewährung des Wohnrechtes. 3 m Jahre 1701 wurde die Synagoge im Stadtteil Bevis Marks erbaut, die noch bis beute die führende spamschportugtesische Synagoge Großbritanniens ist. Hof. Für reichlichste Licht- und Luftzufuhr ist somit Sorge getragen. Im Erdgeschoß befinden sich 6 Lyzeumsklassen, Direktor-, Lehrer- und Sammlungszimmer. Toiletten, Turnsaal mit Brausebad. Im ersten Stock befinden sich 9 Klassenräume des Realgymnasiums, Physiksaal mit Vorbereitungsraum, chemischer Laborierraum, Zeichen-, Gesangssaal (zugleich Aula) und Knabentoiletten. Zweites und drittes Stockwerk sind noch zum Teil bewohnt und sollen später ebenfalls für die Schule Verwendung finden. Der Bau wurde unter Oberleitung von Architekt Franz Salomon durch-die Firma R. Adam ausgeführt. r.rv-v,*:-. Korrespondenzen « Nachrichten. Deutsches Reich. Der Volkstrauertag. Berlin, 11. Dezember. Der Deutsch-Israelitische Gemeindebund hat an die Landesverbände jüdischer Gemeinden in Deutschland die »folgenden Mitteilungen ergehen lassen: „Auch in diesem Jahre hat der. Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, in dem auch die jüdische Glaubensgemeinschaft vertreten ist, beschlossen, einen Volkstrauertag zur Ehrung des Andenkens der im Weltkriege gefallenen Soldaten zu begehen. Dafür ist Sonntag, der 24. Februar 1929 bestimmt worden. An diesem Tage sollen religiöse und weltliche Gedenkfeiern veranstaltet und Vergnügungen und Lustbarkeiten eingeschränkt werden. Vachhilfskurse des Schomre Schabbosverbandes. Berlin, 12. Dezember. Auf Veranlassung des „Verbandes für Stellenvermittlung Schomre Schabbos" in Berlin haben sich verschiedene Direktoren von Berliner öffentlichen Handelsschulen für Mädchen bereit erklärt, Schülerinnen, die einen dahingehenden Antrag stellen, vom Schulbesuch am Sonnabend und an jüdischen Feiertagen zu befreien. Damit die Schülerinnen durch diese Versäumnis nicht benachteiligt werden, hat der Verein Nachhilfskurse eingerichtet, für die sich dankenswerter Weife mehrere Lehrer und Lehrerinnen der Volksschule der Israelitischen Synagogengemeinde Adaß Jisroel zur Verfügung gestellt haben. Der Nachhilfeunterricht wird unentgeltlich erteilt. Das Büro des Verbandes, Berlin N. 54, Rofenthaler Straße 58, Hof pt. (Tel. Norden 7436) gibt auf Wunsch schriftlich oder mündlich nähere Auskunft. Jüdische Arbeiterkolonie in Deutschland. Berlin, 12. Dezember. Die Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge hat den wesentlichsten Teil ihrer Arbeit in den letzten Monaten darauf gerichtet, den Plan der Errichtung einer Arbeiterkolonie der Verwirklichung näher zu bringen. Die Reichsarbeitsgemeinschaft der Landesverbände jüdischer Gemeinden hat durch eine Entschließung dem Plan ihre Zustimmung gegeben: „Die Bestrebungen zur Gründung einer jüdischen Arbeiterkolonie, durch welche die überaus notwendige Wanderfürsorge produktiv gestaltet werden soll, sind zu unterstützen. Die Arbeitsgemeinschaft -erklärt sich mit der Beschäftigung Arbeitsloser, insbesondere auch entlassener Strafgefangener, in einem zu gründenden landwirtschaftlichen und gärtnerischen Betriebe -einverstanden und fordert die Landesverbände zur Förderung dieses Unternehmens auf." Die in Aussicht genommene Arbeiterkolonie soll auf landwirtschaftlicher, Wochenkalender. v. 32. - 29. Dez. 1938. c. 9. — 16 Debet 66*9. Samstag Dez. 22 J13B 9 Sonntag 23 10 nava rnvy Montag 24 11 vienstag 25 12 Mittwoch 26 13 Donnerstag 27 14 isreitag 28 15 öawstag 29 16 'N'l

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