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Der Israelit · 1928-12-13 · Heft 50 (13.12.1928) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 50 (13.12.1928)
Date
1928-12-13
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 Nr. 53 Der Israelit 13. Dezember 1928 ziehungskräfte und Wohlfahrtspflegerinnen ist besonders erwünscht. - Zur Behandlung kommen Fragen der Anstalts- und Familienerziehung. Wer an den Besprechungen teilzunehmen wünscht, wird gebeten, sich umgehend an die Geschäftsstelle des Jüdischen Frauenbundes, Berlin N. 24, Monbijouplatz 10, zu wenden. Neuestes aus der Agudas Jisroel Iugendgruppe. Im Rahmen der gemütlichen Freitagabend-Veranstaltungen spricht am Freitag, den 15. Dezember, im Vereinslokal Schwanenstraße 12 Herr Michel C o h n. Beginn der Veranstaltung 8,15 Uhr. Ostjüdische Volkslieder. Am Samstag, den 15. Dezember, abends %8 Uhr findet im kleinen Saal des Saalbaues ein Konzert von Fräulein Rahel Ermolnikoff-Berlin statt. Frl. Ermolnikoff, di« während der Frankfurter Musikausstellung gemeinsam mit Herrn Oberkantor Alter-Hannover das Jüdische Volkslied zum Vortrag brachte, dürft« hier noch in angenehmster Erinnerung sein. Sie bringt diesesmal neben jüdischen Volksliedern auch wieder die charakteristischen Gesänge jemenitischer Juden zum Vortrag. Der Komponist Heinrich Schalit-München wird die Sängerin am Klavier begleiten. Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler e. V. Das dritte diesjährige Notizblatt der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler fährt darin fort, die Jubiläumsausstellung der Gesellschaft aus Frankfurter Privatbesitz bekannt zu geben. Von einer zusammensassenden Auswertung der einzelnen Abbildungen ist diesmal abgesehen worden, um nicht den Beiträgen zur jüdischen Kulturgeschichte oorzugreifen. Um so deutlicher zeigt sich der Wert des Katalogs, der als ein Beispiel gedacht ist, um die ganz unzulänglichen Beschreibungen der jüdischen Kunstdenkmäler aus ein Niveau zu hebend das der wissenschaftlichen Bearbeitung der Objekte entgegenkommt. In diesem Zusammenhang muß besonders auf die Publikation der jüdischen Brautringe hingewiesen werden, deren Bedeutung vor allen Dingen darin liegt, daß sie weit älter sind als die Mehrzahl der jüdischen Objekte sonst. Die Mitgliedschaft wird durch Einsendung von mindestens 10 M. Jahresbeitrag auf das Konto Julius Kaufmann, Vereinskonto, Frankfurt (Main) 47 620 erworben. Mitglieder erhalten sämtliche Publikationen der Gesellschaft zu wesentlich ermäßigten Bezugsbedingungen; die Ermäßigungen machen allein schon einige Jahresbeiträge aus. * Lrziehungs. und Berufsfragen bei der ostjüdrfchen Jugend. Samstag den 24. November abends sprach Herr Rabbiner Dr. Hoffmami, Frankfurt a. M., im großen Saale der Suppenanstalt über „Erziehungs- und Berufsfragen bet der ostjüdischen Jugend". Herr Dr. Hoffmann beschäftigte sich eingehend mit dem ostjüdischen Erziehungsproblem, welches seine Eigenart durch die Entwurzelung der ostjüdischen Jugend aufweist. Diese Entwurzelung zieht nach sich das langsame Fortrücken der Jugend vom Geiste des überlieferten Judentums Andererseits bedingt diese Sonderstellung der ostjüdischen Jugend in ihrer Entwurzelung eine Disharmonie zwischen Eltern und Kindern, deren Ursache in der herablassenden Wertschätzung der eigenen Eltern zu finden ist. Um dem abzuhelfen, zeigt uns Herr Dr. Hoffmann den Weg von „Thora awodah". Produktive Arbeit, wie Handwerk' und dergl. gemeinschaftlich mit der Pflege der Thora vermögen unserer Jugend wieder den richtigen Weg zu weisen, um feste Wurzeln im Leben und im Judentum wieder fassen zu können. Desgleichen verweist er auf die Notwendigkeit der individuellen Erziehung 1211 '"s? ijn^ iim die speziell bei unserer ostjüdischen Jugend, mit dem ausgeprägten Innenleben, angebracht ist und auch auf die Notwendigkeit, daß die ostjüdischen Ettern ihren Kindern gegenüber als „„odom hascholsm", als Menschen mit innerlich-sittlichem Gehalt und Charakterfestigkeit erscheinen, um so als Vorbild zu dienen und den Herzsnskontakt zu finden. Mögen ferne Worts denjenigen als Weisung dienen, die in ihrem Innern von all den Erziehungsfragen und Problemen innerlich hewegt sind und die den Weg von mirw v'» & aiwi suchen. Jüdische Wanderbibliotheken. Kleinen Gemeinden in der Provinz Hessen-Nassau und im Freistaat Hessen, die nicht in der Lage sind, sich aus eigenen Mitteln eine Bibliothek zu beschaffen, stehen die Bücherbestände der „Jüdischen Volksbibliotheken auf dem Lande" zur kostenlosen Verfügung. Diese Volks-(Wander)-Bibtiotheken wurden von der Frankfurt-Loge in Frankfurt a. M. gegründet und von ihr und dem hessischen Logenverband finanziert. Gemeinden, die eine Bibliothek zu erhalten wünschen wollen sich an den derzeitigen Obmann des „Ausschusses zur Verbreitung jüdischer Volksbibliotheken auf dem Lande" Oberlehrer Dr. David Hartmann, Frankfurt a. M Scheffelstraße 28 wenden. Frankfurter Vereinskalender verein Mekor Lhajim. Freitag abend nach Schul, im Hörsaale Friedberger Anlage, Mikro, Herr Emanuel Kaufmann Samstag morgen, nach Scbul. im Hörsaale Fried berg r Anlage, Dinim, Herr Dr. E. Posen. — Nachmittag 3U Stunden vor Mincho im Vereins lokale, Newiim, Herr Dr. W. Hosmann. Sonntag morgens nach Schul, im Hörsaale Friedberg Anlage (ebenso Mittwoch), mH ■»n Herr Redakt S. Schachnowitz. — Vormittag 8 Uhr. Vereins lokal (ebenso */2 Stunde nach Sabbatausgang) Gemoro. Herr Joachim Soffer. — 974 Uhr Vormittag (ebenso Dienstag nachmittag 6'/* Uhr), Gemoro, Herr R.»A. G. Posen. — Abends 6 Uhr im Vereinslokale Langestratze 18, Vortrag des Herrn Red. S. Schachnowitz über: „Wohin be gaben sich die Flüchtlinge aus Spanien?" Montag nach Schul, im Hörsaale Friedberger An läge (ebenso Donnerstag), Mischna, Mitglieder lernen. — Abends 7 Uhr (ebenso Miitwoch) im Vereinslokale, Gemoro, Herr Rabbiüer Dr. Jos Breuer. — 8l/2 Uhr abends (ebenso Donnerstag) Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag morgen nach Schul, im Hörfaale Fried berger Anlage (ebenso Freitag), Mischna, Herr Dr. E Posen. Don Sonntag bis einschließlich Donnerstag abends 83A Uhr im Vereinslokale, Schaslernen des Herrn Herz Halpern. Jahrz eitsstiftungen. Sonntag. 16. Dezember. Recha Löwenstein geb Kahn-Stiftung. Donnerstag. 20. Dezemb. Joseph Wohlsarth-Stistg Freitag. 2l. Dezember. Geh. Sanitätsrat Dr. Elteser Rosenbaum- und Jsaac Weil-Stiftung. Aguda, Iisroel-Jugendgruppe. Sonntag, 8 Uhr vormittag (ebenso Mittwoch 9 Uhr abend) Chumtsch. Herr Leopold Oppenheimer. Montag, 9 Uhr abends (ebenso Mittwoch) Mischna Herr Rechtsanwalt M. Katz. — 9 Uhr abends, (ebenso naff nachmittag 3 Uhr) Gemoro. Herr Emanuel Wols — 9 Uhr abends (ebenso Donnerstag) Gemoro. Herr Gerson Schnerb. Dienstag, 3/49 Uhr abends (ebenso jmip 3/45 Uhr) Gemoro. Herr Leo Schnerb. — 3/49 Uhr (ebenso mw 3 Uhr nachmittag) Gemoro. Herr Dr. W- Hosmann. — 3/49 Uhr abends (ebenso nap 3A10 Uhr vormittags) Gemoro. Herr Dr. Js. Posen. Mittwoch. 3/49 Uhr abends, Kizzur. Herr Theodor Spiegel. Donnerstag. 9 Uhr abends, Chumisch. Herr R.-A Js. Rosenheim. Freitag, abends nach Schul, Muffar. Herr B. Rachelsohn. — 8 Uhr Gesellige Zusammenkunft. 3/4tl Uhr vormittags, Gemoro. HerrLippmann Kurzweil. — 3/4H Uhr vormittags, Kizzur. Herr Louis Kahn. — 3/4i2-Uhr vLrmittags. Kizzur. Herr Gerson Schnerb. — 3 Uhr nachm., Gemoro. Herr Tarsis. — 4 Uhr nachmittag. Sidro. Herr R.-A. M. Katz. Jeden Tag von 9—11 Uhr Gelegenheit zum Lernen jeglicher Art. Don 12—i Uhr, Das Jaumi. Herr Herz Halpern. '«• Auf dem Wege zur Johannlssiratze. Führt der Weg von der K ö n i g st e i n e r Straße in Frankfurt direkt nach der Berliner Johannisstraße? Der Verein „Synagoge Königsteiner Straße" versendet nämlich folgende Rundfrage an seine Mitglieder, von deren Beantwortung auch die Antwort auf unsre oben gestellte Frage bedingt ist: „Die zuständigen Stellen der Gemeinde-prüfen zurzeit eine an sie gekommene Anregung, in unserer Synagoge eine gottesdienstliche Feier am Sonntag vormittag zu veranstalten für Gemeindemitglieder, die nicht die Möglichkeit Haben, den Sabbathgottesdienst zu besuchen. Gedacht ist an eine kurze Feier mit Orgel, deutschem Gesang, Predigt und deutschem Gebet. Um ein Urteil über die Stimmung der Gemeinde zu erhalten, .bitten wir Sie sehr, uns Ihre Meinung zu dieser Frage durch Ausfüllen der beigefügten frankierten Karte mitzuteilen." Die beigelegte Karte enthält drei Fragen über „Erwünscht" und „Unerwünscht". „Nicht zutreffendes zu streichen!" Man hat im Ritual der Königsteiner Straße bereits soviel Zutreffendes gestrichen, daß es auf ein bißchen mehr oder weniger der Abstriche gar nicht mehr ankommt. Man gondelt lustig weiter. Der Weg von der Königsteiner Straße (Fransurt) nach der Johannisstraße (Berlin) ist nicht weit! . . . Anekdoten von Amfchel Rothschild. Ein Makler beschwerte sich einmal bei Baron Amschel v. Rothschild, daß er zu wenig Provision bewillige, sein Sohn zahle viel nobler. „Kein Wunder", sagte der alte Baron, „mein Sohn hat einen reichen Vater, ich nicht." Der Baron kam mit einem pfiffigen Makler über die Straße, der lebhaft auf ihn einredete, ein Börsengeschäft abzuschließen. Der Baron bestand darauf, nicht mehr wie sechs Prozent zu zahlen, womit der Vermittler nicht einverstanden war. Im lebhaften Gespräche traten sie vom Bürgersteig auf die Straße, die zu der Stunde von Menschen und Fuhrwerken sehr belebt war. „Geben Sie a ch t!" warnte der postenstehende Schutzmann. „Rein", sagte der Baron, „keinen Pfennig mehr als 6K-" Ein Pferdehändler wollte dem Baron partout ein Pferd aufschwatzen. „Ein so wunderbares Tier", prahlte der Händler, „man fährt wie auf Windesflügeln. Wenn Herr Baron um sieben Uhr morgens Frankfurt verlassen, da sind Sie schon eine Stunde später in Mainz." „Ja, was soll ich zu so früher Stunde schon in Mainz machen?" fragte der Baron kalt. Agudas Jisroel-Madchengruppe.. Montag, 729 Uhr abends, Mischt Herr Lehrer S. Unna. -- Dienstag; 9 Uhr abends, Tenach. Herr Dr. Weger. Mittwoch, 7*9 Uhr abends, Dinim. Herr Lehrer Hirschberg. ' mtp nach Schul, Schmuel. Herr Julius Lewin. — 4 Uhr nachmittags, Chummisch und Raschi. Herr Lehrer Hirschberg. Freitag, 872 Uhr abends, Gesellige Zusammenkunft. i Llwjach Lhen-Vereln. Samstag, 4lU Uhr nachm, bis kurz vor Nacht im Hörsa.rle Friedbergeranlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz. (Chanukkähausklang.) Veshamldrafch, Ostendstroße 1t. Rabbiner M. Karpel: Sonntag von 7—8 Uhr abends nat? nm- Montag. Dienstag und Donnerstag von 729-7210 U&r ‘yisr>w nax. Sabbat nachm. 4 Uhr D ros cho. Jüdischer Turnerbund. Wtnterprogramm (gültig ab 8. Okt.) Herren: Donnerstag, 872—10 Uhr, Gymnastik und Turnen. Annaschule. Alte Herren: Montag 83/4 10V4 Uhr, Gymnastik und Turnen. Annaichule. Jugend: Donnerstag, 8ll2 -10 Uhr, Gymnastik und Turnen. Annaschule. Damen: Donnerstag, 872—10 Uhr, Gymnastik, und Turnen. Liebfrauenschule (bis Mitte Nooomber Mittwoch 87s—10 Uhr Annaschule). Frauen: Mittwoch, 73/4—9 Uhr, Gymnastikkurs» S. R. Hirsch-Schule. . Ostjüdlfcher Jugendbund. Der Bund veranstaltet am Freitag, den 14. Dez. abends 8 Uhr im Lokale Langestratze h0 II einen gemütlichen Ausspracheabend. Gäste, willkommen. Gebetzeiten. N212N Mü? Freitag abend 4.00. Samstag .ivavn 7.00. Samstagmorgen 8.00. Samstagnachmittag 4.00. Samstagabend 5.15. Wochengottesdienst: Morgens 7.05. Nachmittags 4.00. Tefillin-Legen am Morgen 7.05. Personalien. Neuhof bei Fulda, 1. Dezember. Emen schweren, unersetzlichen Verlust hat unsere kleine Gemeinde erlitten. Unser Gemeindeoberhaupt, unser langjähriger Führer Sondheimer ist nicht mehr. Am verflossenen Donnerstag unternahm der noch im besten Mannesalter, allerdings schon länger leidende Mann, eine Geschäftsreise nach seinem Geburtsorte Uttrichshausen. Ahnungslos und 'wohlgemut betrat er die nächste Bahnstation Kerzell, um nach vollbrachtem Tagewerk wieder zu seiner Familie heimzukehren. Da ereilte ihn jäh der Tod. Was Herr Sondheimer für unsere Gemeinde bedeutete, wird man erst mit der Zeit wahrnehmen. Er war es, der nach dem frühen Ableben des allverehrten Lehrers Kaufmann Rothschild^"::, mit Umsicht und Geschick die Leitung der führerlosen Gemeinde in die Hand nahm und auf Weitererhaltung der religiösen Bräuche und Satzungen bedacht war. Trotz chwerster Kämpfe ließ er sich niemals bereden, von dem geraden Weg der Pflicht abzugehen. Um den plötzlich Verstorbenen klagt eine liebende Gattin nebst vier noch unversorgten Kindern. Welch großer Beliebtheit sich der so jäh Dahingeschiedene allenthalten erfreute, das konnte man aus dem Leichenbegängnis erkennen. Von nah und fern hatten sich zahlreiche Freunde und Verehrer des Dahingeschiedenen eingefunden, um dem treuen Freunde die letzte Ehre zu erweisen. Die Beteiligung seitens der Gemeinde, auch der christlichen Bevölkerung war, eine allgemeine. „Ein Mensch gleicht in seinem Leben der strahlenden am Horizont auf- und niedergehenden Sonne". Das war der Text der Trauerrede des Lehrers Weinberg in Flieden, worin er der andächtig lauschenden Trauergemeinde den Lebensgang und das segensreiche Wirken des Heimgegangenen schilderte. Im Aufträge des Herrn Provinzialrabbiners Dr. Lohn in Fulda dankte der Herr Kreisvorsteher Dr. Herz, Fulda dem dahingeschiedenen treuen Mitarbeiter für die der Gemeinde und der Jüdischkeit geleistete Mitarbeit. N"22V1 Kassel, 26. November. Heute begeht ein bekannter Mitbürger, der Möbelhändler Hugo Hermann seinen 70. Geburtstag. Aus kleinen Anfängen heraus hat in über 45 jähriger Tätigkeit der jetzt Siebzigjährige seine Firma durch unermüdlichen Fleiß und geschäftliche Solij dität zu ihrer heutigen Blüte gebracht. Ueber 30 Jahre i gehörte er dem Vorstand der „Israelitischen Brüderchaft" an, die ihn als Krankheit ihn zum Ausscheiden zwang, zu ihrem Chrenmitgliede.ernannte. Köln a. Rh., 12. Dezember. Direktor Dr. Erich K li ba n s k y - Breslau wurde zum Direktor der I a b n e h - Unterrichtsanstalt gewählt.

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