Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 50 (13.12.1928)
- Date
- 1928-12-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2450495-2450544--75566-2533096- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Setre 6 Nr. 50 Der Is r a e 1 l t r Wagener & Schlötel Goethestrasse 9111 Sonder-Angebote für den Weihnacht s-Verkauf V. Vorteilhafte Preislagen J fchafts- und Kulturkreisen den Sabbath wieder zu erobern. Der Welwerband wird zunächst in Berlin, voraussichtlich um die Jahreswende -mit einer großen Kundgebung an die Oeffentlichk-eit treten, an die sich bereits die sachlichen Beratungen für die Vorbereitung des Internationalen Kongresses des Weltverbandes der Schomre Schabboso anschließen werden. Das Sekretariat befindet sich Berlin NW. 40, Thomasiusstraße 24. Aus dem Auslande sind bisher Zustimmungs- und Beitrittserklärungen bzw. Zusicherungen eifrigen Mitarbeitens eingelaufen von folgenden Vereinen und Personen: Schomre-Schabbos Centralverein für Holland, Amsterdam (Holland): Schomre-Schabbos Centraloerein für die Schweiz, Sitz Zürich (Schweiz); Jewish Sabbath Alliance of Amerika; Landesverband der Schomre Schabbos in Ungarn; Schomre Schabbos (2000 Mitglieder) Czernowitz (Rumänien): Schomre Schabbos Lodz (Polen); Schomre Schabbos, Warschau; Vorstand der jüdischen Gemeinde Warschau (Polen); Schomre Schabbos, Metz (Frankreich): Rabbinat der, jüdischen Gemeinde, Warschau; Rabbinat der Portugiesifch-Jsra-el. Gemeinde Amsterdam; Union of Orthodox Rabbis, United States and Canada; The United Synagogue of Amerika; Rabbiner Israel Meier Kagan (Chofetz Chajim), Radun (Polen); Oberrabbiner B. Schapiro, Kowno (Litauen); Rabbiner Chaim Ozer Grodzienski, Wilna (Polen); Rabbiner Jzaak Rubinstein, Wilna (Polen); Chiefrabbi A. I. Kook, Jerusalem (Palästina): Chiefrabbi Jacob Meir, Jerusalem (Palästina); Chiefrabbi Josef Chaim Sonnenseld, Jerusalem (Palästina); Oberrabbiner Harm Nahum, Cairo (Aegypten); Großrabbiiner Israel Friedmann, Wen (Czortkow-er Rebbe); Großrabbiner Jsaac Menachem (Mexandrower Rebbe); Großrabbiner Menachem Mendel Landau, Strikower Rebbe. Sgierz (Polen); Rabbiner Chanoch Saadja Zychlinsky, Lodz (Polen); Rabbiner Ascher Grunis, Cardiff (England); Rabbiner Aron Lewin, Rzefzow (Polen); Rabbiner M. Amiel, Antwerpen ^Belgien); Rabbiner S. Brot, Tomaschow (Polen); Oberrabbiner A. Onderwiser, Amsterdam (Holland); Oberrabbiner E. N. Davids, Groningen (Holland); Oberrabbiner Dr. Ritter, - Rotterdam (Holland): Oberrabbiner I. Tal, Utrecht (Holland); Oberrabbiner I. Maarfen, Haag (Holland): Oberrabbiner I. Vredenburg, Arnheim (Holland); Oberrabbiner Dr. I. Niemerower, Bukarest (Rumänien); Oberrabbiner Dr. I. Nacht, Radanti (Rumänien); Oberrabbiner Ben Zion Katz, Czernowitz (Rumänien); Rabbiner I. Rubin, Crampenburg (Rumänien); Rabbiner Dr. Brom, Luzern.(Schweiz); Rabbiner Dr. Weil, Basel (Schweiz); Oberrabbiner Dr. Friediger, Kopenhagen (Dänemark); Rabbiner Dr. Winkler, Kopenhagen (Dänemark); Oberrabbiner Prof. Dr. Simonsen, Kopenhagen (Dänemark); Dr. S. Federbusch, Lemberg (Polen); Grandrabbin Jsr. Levy, Paris (Frankreich): Rabbin M. Liber, Paris (Frankreich); Rabbin Dr. M. Eisenstadt, Paris (Frankreich); Oberrabbkner-Stelloertreter Dr. D. Feuchtwang, Wien (Oesterreich); Chiefrabbi Pros. Dr. I. L. Landau, Johannesburg (Südafrika): Rabbi Dr. Leo Jung, Newyork (Amerika): Rabbiner Dr. Nurok, Qvbnu (Litauen); Rabbiner Kahanemann, Ponivez (Litauen); Rabbiner Krakowski, Wilna (Polen); Rabbiner M. Sack, Riga (Lettland); Rabbiner Gordon, Rektor der Jeschiwa, Lomza (Polen); Rabbiner Sch. I. Lewitan, Oslo (Norwegen). Wohlfahrtsbriefmarken 1928. Berlin, 5. Dezember. Seit 15. Dezember 1928 werden von der Deutschen Nothilfe wieder Wohlfahrtsbriefmarken ausgegeben, deren Erträge zur Linderung materieller Notstände im ganzen Reichsgebiet dienen, insbesondere zur ergänzenden Fürsorge für Kinder, alte Leute und Erwerbsunfähige. Ferner wird von der Reichspost eine amtliche Bildpostkarte mit eingedruckter 8 Pf.-Marke zum Verkaufspreis von 15 Pf. zur Ausgabe gebracht. Endlich werden Markenheftchen zum Preise von 1,50' M., enthaltend vier 8 Pf.-Mark-en und drei 15 Pf.-Marken, ausgegeben. Die Wohlfahrtsbriefmarken sind vollwertige amtliche Postwertzeichen, gültig zur Frankatur aller Postsendungen nach dem In- und Ausland. Der' Postverkauf dauert bis zum 31. Januar 1929. Die postalische Gültigkeit der Marken zur Frankatur erlischt am 30. April 1929. Die Zentralwohlfahrtsstelle macht alle jüdischen Organisationen und Vereine darauf aufmerksam, daß in diesem Jahre statt 60 Prozent 80 Prozent des Reinerlöses der vertreibenden Organisation für ihre eigenen Wohlfahrtszwecke verbleiben. Sie richtet die dringende Bitte an die jüdischen Wohlfahrtsstellen, sich nach Kräften an dem Verkauf der Briefmarken zu beteiligen, um dadurch einmal die Anteilnahme der Juden an denallgemeinen größeren Wohlfahrtsaktionen erneut zum Ausdruck zu bringen, zum anderen aber auch, wel der jüdischen Wohlfahrtspflege dadurch eine beachtenswerte Einnahmequelle erschlossen wird. Die Briefmarken sind durch die Landes- und Provinzialverbände der jüdischen Wohlfahrtspflege sowie durch die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, die zu allen Auskünften bereit ist, zu beziehen. Das neue Schulhaus der Adatz Jisroel. Berlin, 10. Dezember. Am Sonntag, den 9. Dezember, fand im Tiergartenhof die Emweihungsfeier der neuen Schulräume des Realgymnasiums der Israelitischen Religionsgemeinde Adaß Jisroel zu Berlin statt. Der große Saal war von etwa 1000 Teilnehmern und den Schülern und Schülerinnen der höheren Schulen der Adaß Jisroel voll besetzt. Die Feier wurde mit dem Largo Arioso eröffnet, vorgetragen vom verstärkten Orchester des Realgymnasiums und Oberlyzeums unter Leitung des Musikdirektors Paul Klebs. Dann sprach die Obersekundanerin Helene Haarpuder einen Prolog und der lOOstjmmige Chor der Adaß-Schulen trug das Finale aus der Phantasie für Klavier, Chor und Orchester Op. 60 von Beethoven vor. Herr Martin Bondi, Vorstandsmitglied der Adaß Jisroel, begrüßte die Versammlung im Aufträge der Gemeindeverwaltung und dankte insbesondere den Behörden und Organisationen für ihre Teilnahme. Es waren u. a. vertreten das Prooinzialfchulkollegium durch den Dirigenten für das höhere Schulwesen Geheimen Rsgierungsrat Israel und Oberschulrat Dr. Lamla, das Rabbinerseminar zu Berlin, die höhere israelitische Schule zu Leipzig, der Bund jüdischer Akademiker, der Bund gesetzestreuer jüdischer Lehrer. Der Redner dankte den Behörden für ihr außerordentliches Entgegenkommen und die Förderung der Schule, sowje den Gönnern, die durch ihre Mithilfe den Neubau ermöglicht hatten. Für die Schulbehörde ergriff das Wort Geheimer Regrerungsrat Israel. Cr beglückwünschte die Gemeinde herzlichst zu ihrem Fortschritt und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die hohen Erzeihungsziele dieser Schule auch weiterhin reiche Früchte tragen werden. Schuldirektor Schlesinger überbrachte den Wunsch des Lehrerkollegiums, daß in dem unter großen Opfern -errichteten neuen Haufe der Geist der Gottesfurcht und Bildung eine Stätte finden möge. Rabbiner Dr. Munk wies darauf hin, daß im selben Hause als erstes ein Gotteshaus errichtet worden fei, und daß diese Tatsache als Symbol für den Charakter der Schule gelten solle. Der Primaner Heinrich. Viberfeld überbrachte die Wünsche der Schüler. Die Feier schloß mit dem Vortrag einer Festkantate von Paul Klebs mit hebräischen Texten unter Mitwirkung des Oberkantors Spitz. Anschließend fand -eine Besichtigung der Schulräume (Siegmundshof 11) statt. Die Veranstaltunghat einen tiefen Eindruck hinterlassen. Die Schule wurde Mai 1919 mit 2 Vorschulklassen eröffnet. Sie umfaßt heute: 8 Grundschulklassen, 5 Volksschulklassen, 8 Klassen des Realgymnasiums bis Unterprima i. E., 7 Klassen des Mädchen-Oberlyzeums i. E. Der Lehrkörper besteht aus: 1 Direktor, 1 Rektor, 20 akademischen Lehrkräften, 11 Volksschull-ehrkräften, 7 technischen Lehrkräften: zusammen sind es 40 Lehrkräfte. Es werden Unterrichtsstunden erteilt: im Realgymnasium wöchentlich 308 Stunden, im Oberlyzeum wöchentlich 249 Stunden, in der Grund-, uns» Volksschule wöchentlich 365 Stunden. Das Lehrziel der Schule entspricht hinsichtlich der; 13. Dezember 1828 allgemeinen Fächer dem der' staatlichen und städtischen Schulen. Die Eigenart der Schule beruht inder Durchdringung des Lehrstoffs mit den jüdisch-religiösen Ideen des positiv gerichteten Judentums und Vermittlung-einer abgeschlossenen jüdischen Ausbildung. Oesterreich. Der neue Vorstand der Wiener Kultusgemeinde. Wien, 4. Dezember. Das Ergebnis der am Sonntag, den 2. Dezember, durchgeführten Wahlenin den Vorstand der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde ist im einzelnen folgendes: Die Liste der Union unpolitischer Parteien vereinigte auf sich 9066 Stimmen, es wurden auf dieser Liste gewählt: Professor Dr. Alois Pick, Dr. Jakob Ornstein, Vaurat-Wilhelm Kempler, Direktor Siegmund Kandars, Dr. Josef Ticho, Regi-erungsrat Dr. Herrmann Oppenheim, Wolf Pappenheim (Agudas Jisroel), Kommerzialrat Max Reif, Richard Bettelh-eim (Verterter des Hauses Rothschild in der Kehilah), Börsenrat Ignatz Gluck, Isidor Pollak, Michael Sternfeld (Agudas Jisroel)', Bernhard Altmann, David Doh-an, Kommerzienrat Bernhard Buchwald, Emil- Engel, Dr. Jakob Deutsch. Die zionistische Liste vereinigte auf sich 6837 Stimmen; es wurden gewählt: Dr. Desid-er Friedmann, Dr. Josef Löwenberg, Dr. Leo Goldhammer, Dr. Jakob Ehrlich, Moses Rath, Kommerzienrat Max Markus, Dr. Isidor Klaber, Dr. Ignatz H. Körner, Dr. Saul Beer, Josef M. Waltuch, Universitätsprofessor Dr. Bernhard Geiger. Ein Mandat ist noch zwischen der Union und den Zionisten strittig. Auf der Liste der „Werktätigen Juden" wurden 2899 Stimmen abgegeben, es wurden gewählt: Gustav Moritz, Dr. Rudolf Glanz, Adolf Reich, Wilhelm Hirschseld, Mendel Singer. Die Liste des Mfsrachi brachte es auf 786 Stimmen; gewählt wurde Herr Viktor Bauminger. Auf der Liste der „Unpolitischen religiösen Wahlvereinigung" (758 Stimmen) wurde Dr. Leo Landau gewählt. Der Wechsel im Bundespräsidium. Wien, 9. Dezember. Die Presse widmet dem bisherigen Präsidenten der Bundesrepublik Oesterreich, Dr. Michael Hämisch, der nun nach zweimaliger Amtsperiode gemäß einer Verfassungsbestimmung nicht wiedergewälM werdenkonnte, und nun ins Privatleben zurücktvitt, eingehende Würdigungen. Während seiner Präsidentenschastszeit vermied er Natürlicherweise jede exponierte politische Stellungnahme. Eines der wenigen politischen- Worte, die aus seiner Präsidentenzoit bekannt wurden, war die Verdammung des Antisemitismus als des Schandflecks unserer Zeit. Diese Aeußerung hat seinerzeit einiges Aufsehen darum gemacht, weil es ja eine programmatisch antisemitische Parlamentsm-ehrheit war, die ihn gewählt hatte. Der neue Bundespräsidenb Wilhelm Miklas gilt als ein klerikaler Parteimann und treues Mitglied der christlich-sozialen Partei. Als Präsident des österreichischen Parlaments — er -hat dieses Amt in den letzten fünf Jahren bekleidet — übte er nach Men Seiten strenge Objektivität. ' Polen. Der Letter der Warschauer Jeschiwah „Toralh Lhajim" gestorben. Warschau, 7. Dezember. Nach kurzer Krankheit verstarb in Warschau Rabbi Moses Menachem Kozlowsky, der Leiter der berühmten Warschauer Jeschiwah „Torath Ch-ajim" und einer der angesehensten jüdischen Gelehrten Polens. .Er war Zögling der Slobodkaer Jeschiwah und eine Zeit lang Mitglied -des Wiln-aer Rabb-inats. rr-assn Tagung der Exekutive des Weltverbandes jüdischer kriegsverletzter. Lemberg, 3. Dezember. Unter dem Vorsitz des Sejmdeputierten Heller fand^ in Lemberg eine Vollsitzung der Exekutive des Weltverbandes der jüdischen Krieg.sverletzten statt, an der Vertreter der verschiedenen Länderorganisationen teilnahmen. Dem Bericht des Generalsekretariats war j&u entnehmen, daß sich in der letzten Zeit dem Wetlverb-ande die Landesverbände jüdischer Kriegsverletzter -in Frankreich, LettLand