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Der Israelit · 1928-12-13 · Heft 50 (13.12.1928) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 50 (13.12.1928)
Date
1928-12-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
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13. Dezember 1928 Schmuckkasten Haus u. Küche Schillerlti%16 Schöne, praktische und preiswerte Geschenke für Damen und Herren . Verlangen Sie meine Weihnachtsliste und in anderen Ländern angeschlossen haben. Mit den Landesorganisationen der baltischen Länder, Rumäniens, der Vereinigten Staaten ufro. wird wegen Anschlusses verhandelt. Dem jüdischen Veteranenverband in Amerika wurde der Dank ausgesprochen für das Interesse, das sie den etwa 600 000 jüdischen Kriegsoerletzten Europas bewiesen haben. Die Exekutive beschloß, den zweiten Kongreß des Weltverbandes der jüdischen Krsegsoerletzten im Jahre 1929 abzuhalten. Der nähere Zeitpunkt und der Ort des Kongresses werden in kurzem bekanntgegeben werden. Tschechoslowakei. Die Landkagswahlen iti der Tschechoslowakei. Bratislawa, 6. Dezember. Äte am 2. Dezember stattgehabten Wahlen in die Landtage für Böhmen, Mähren, Schlesien, Slowakei und Karpathorußland haben jn jüdisch-politischer Hinsicht wichtige Ergebnisse gezeitigt. Sie bedeuten eine Niederlage der zionistischen Nattvnalitäten-Poktik. In Böhmen hat man von vornherein von der Ausstellung einer besonderen jüdischen Liste Abstand genommen. In Mähren-Schlesien schlossen die Zionisten einen Wahlpakt mit der polnischen Minderheit, haben aber kein Mandat erlangt. In der Slowakei mauserte sich die zionistische „Jüdische Partei" durch Abstreifung ihrer wesentlichsten Programmpunkte so stark, daß sie mit der unt-er orthodoxer Führung stehenden „Jüdischen Wirtschaftspartei" ein Wahlabkommen schließen tonnte. Auf die so vereinte jüdische Liste wurden am-2. Dezember über 45000 Stimmen abgegeben und der Listenführer, Albert Gestetner, ist gewählt worden. Am heftigsten war der Kampf in Karpathorußland. Hier trat die „Jüdische Partei" mit ihrem vollen Bekenntnis zum Zionismus und Natronalismus auf den Plan und die gesamte Prager Führerschaft war agitatorisch tätig. Neben dieser Partei Der Israelit standen zwei — leider von einander getrennte — orthodoxe Gruppierungen unter den Namen „Jüdisch-republikanische Partei" die Anhänger des Munkaczer Rabbi und unter dem Namen „Gewerbe- und Handelspartei" der übrige Teil der Orthodoxie unter Führung des Rabbiners von Hust. Auf. die zionistische Liste.wurden insgesamt 6838 Stimmen abgegeben, gegenüber 19 000 bei den vorigen Wahlen. Dje „Jüdisch-republikanische Partei" erhielt 14 000 Stimmen (gegen 11000), die „Gewerbe- und Handelspartei 11000 (gegen 1100). Somit geht die nationalistische Partes leer aus, während die beiden jüdisch-orthodoxen Parteien je ein Mandat erhielten. Palästina. Eine Programmrede des neuen Oberkommissars. Jerusalem, 6. Dezember. Der neue britische Oberkommissar für Palästina, Sir John Robert Chancellor, ist heute in Jerusalem zum Antritt seines neuen Amtes eingetroffen und wurde von den Vertretern aller Schlichten der Bevölkerung Palästinas begrüßt. In seiner Dankrede entwickelte der Oberkommissar sein Arbeitsprogramm. „Ich betrachte es," erklärte er, „als meine heilige Pflicht, die palästinensische Administration gemäß den Bestimmungen des Mandates im Interesse und unter Anteilnahme aller Teile der Bevölkerung zu leiten. Nach einer Periode wirtschaftlicher Depression in Palästina, dje das Mitgefühl aller Freunde dieses Landes weckte, kann man nun auf eine verheißungsvolle Gestaltung in Zukunft hoffen." Sir John Robert Chancellor erklärte weiter, er werde seine Aufmerksamkeit auf die Entwicklung der natürlichen Quellen und Schätze des Landes konzentrieren, die Regierung werde die Privatim ternehmungen fördern und dem wirtschaftlichen Aufschwung durch besondere Aktionen zu dienen versuchen. Sie wird Maßnahmen, die auf die Zunahme der Bevölkerung des Landes hin zielen, unterstützen, wodurch dem Wohlstand der alten Einwohner gedient sein wird. Zum Schluß appellierte Sir John Robert Chancellor an den palästinensischen Patriotismus der gesamten Bevölkerung und sagte, er glaube an die große Zukunft des Landes. Arbeiter-Einwanderung. Jerusalem, 1. Dezember. Das Amtsblatt macht bekannt, daß für sechs Kalendermonate, endend mit dem 31. März 1929, folgende Kategorien zur Einwanderung nach Erez Jksröel zugelassen sind: 300 ungelernte Arbeiter nicht über 35 Jahre, 100 Arbeiterinnen, 150 Angestellte für industrielle Unternehmugnen, nicht über 45 Jahre, 50 gelernte Handwerker, nicht über 45 Jahre. Nr. 50 Seite 7 IhrENSikgIR Biebergasse 13 » Vilbelerstrasse 34 Personalien. Julius Samson Hamburg, 10. Dezember. Da wir uns anschickten, das c^hanutcahmu> wabbatlicht zu entzünden, schied nach kurzem Kranksein aus unferm Kreis Julius Samson im 62. Jahre seines Lebens; ein Mann, dessen Seele dem ruhigen Licht des Sabbat, dem Frohsinn weckenden des Chanukkah glich. Julius Samson war eine stille und bescheidene, eine anspruchslose und fromme Persönlichkeit. Cr stellte an das Leben geringe Anforderungen, um so höhere aber an sich, an seine bis zum Letzten verbrauchte Arbeitskraft, an seine Leistungen für die Andern. Er führte eine harmonische Che mit einer gleichgesinnten frommen Frau und erlebte sein höchstes Glück in dem Gedeihen und in der Entwicklung seiner beiden Kinder, die ganz im Sinne des Vaters zu frommen, lernbeflissenen und klallbewußten Mitgliedern unserer jüdischen Gemeinschaft heranwuchsen. Der Synagoge des Waisenhauses galt seine Liebe und Sorge. Bis zu dem Tag, da ihn die Krankheit ergriff, versäumte er in ihr, wo er das enpn des in rührender Hingebung versah, keinen Gottesdienst. An den SHiurim unseves Raw nahm er in vorbildlicher Pünktlichkeit und in herzlichster v2n« minn teil. Noch am letzten Dienstag hatte er am Bale Battnn-Schiur teilgenommen, um eine Stunde später von der Krankheit ergriffen zu werden, die ihn dahinraffte. Die letzten Gedanken, die in seinem Bewußtsein lebten, waren Tauro-Gedanken, und der Sabbat war es; dem seine entweichende Seele entgegenzog. Daß man in weitesten Kreisen diesen frommen, redlichen Mann, der in des Wortes edelstem Sinn ein an epx war, zu würdigen wußte, zeigte die auch für Hamburg ganz ungewöhnliche Beteiligung bei seiner Bestattung. Hunderte erwiesen ihm die letzte Ehre und zeigten so seiner Gattin ^-und den Kindern, daß nicht nur sie wußten, welch ein frommer, treuer Mann von uns gegangen war. Chanukkah verbot, der Trauer um ihn in Worten Ausdruck zu geben. Daß sie in vielen Herzen aufrichtig lebt, das mag für dje schwer gebeugte Witwe und die beiden Kinder Trost und Aufrichtung sejn. rrasan- Lad Homburg, 4. Dezember. Am 28. Marcheschwan verstarb hier nach mehrwöchiger Krankheit die Witwe unseres unvergeßlichen Raw, Frau Dr. Kottek. Einem echt jüdischen Hause entstammend, war «s ihr ein Leichtes, sich die idealen religiösen Bestrebungen ihres leider zu früh dahingegangenen Gatten zu eigen machen. So wurde das Haus Kottek zu einer Stätte, die über ihren Türen in unsichtbarer und doch hellleuchtender Schrift die Worte *trug: Tauroh, Awaudoh, Gmilus Chaßodim. — Als ihr vor 16 Jahren der treue Lebensgefährte so unerwartet entrissen wurde, da nahm Frau Dr. Kottek rr<? in festem, unerschütterlichen Gott- Eugen Kentner A.-G. Frankfurt a. M., Ooethesfrasse 4 direki aus eigener Fabrik! Wir sind in Deutschland die einzige Detailfirma mit eigener umfangreicher Weberei und großer ausgedehnter Fabrikation und bieten grobe Vorteile nicht nur durch billige Preise allein, sondern auch durch unsere soliden bewährten Qualitäten und nicht zuletzt durch unsere selten schöne und reiche Musterauswahl. beweisen unsere' ' Eugen Rentner A.-G. G ardinenfabrik Mech. Weberei Stuttgart Plauen I. Vogtl. 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