Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 50 (13.12.1928)
- Date
- 1928-12-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2450495-2450544--75562-2533092- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 2 Nr. 50 an einen Bibelsatz aus der Geschichte des unglücklichen Königs Saul, „sie bringt Sündentilgung und Verzeihung!" Wer in der Jugend ehrlich mit sich rang, hat sich durchgerungen. Hier ist die Träne, um mit Rabb. Hirsch zu sprechen, der „Schweiß der arbeitenden Seele", der immer den Lohn bedingt.s'vnn rmxQi iw- Scham und Reue, wo sie vorhanden sind, führen auch Abirrende wieder auf den Weg. Bedrohlich wirds, wenn der Zustand eintritt, den der Prophet mit rrb wn n* bezeichnet. Er tritt ein, sobald sich die Oeffentlichkeit des „Falles" bemächtigt und sich eine Tür aus der Dunkelkammer der Seele zur Straße auftut, sobald, das, was man sich selber nicht eingestand, zum offenen Gesprächsstoff im Munde aller wird, sobald sich der Fehlende sagt: „Ich stehe nicht allein und habe mich nicht zu schämen; es ist die Krankheit der Welt, die Krankheit der Zeit, die Krankheit der Jugend. Warum soll ich auch anders und besser sein? ..." Wo ist der Weg zur Hilfe? Er ist uns von altersher gegeben. Einwirkung von Mann zu Mann, von Mund zu Mund, von Vater zu Sohn, von Mutter zu Tochter, von Lehrer zu Schüler; Belehrung über die heiklen Dinge des Lebens im kleinen und kleinsten Kreise; Heranführen an die ewigen Quellen der jüdischen Kraft und Reinheit, mit liebender Hand, mit liebendem Munde; Eindringen in das Herz des jungen Freundes, so der inneren Nöte und Beschwerden ein Schatten sein Gesicht verdüstert. Aber ohne dabei die große Alarmglocke in Bewegung zu setzen, die die Wehr mit den großen Spritzen auf den Plan ruft, wo vielleicht mit emiem Eimer Wasser schon der Brand zu löschen wäre. Vor allem aber Erfüllung der Herzen mit positiven Aufgaben und Strebezielen, Einfügung in große Bewegungen, die den Schwachen mitreißen und ihm keine Zeit zur Sünde lassen. So, nur so kommen wir züm Ziele. Lassen wir uns von der großen Welt, die heute in Literatur und Kunst über diese Dinge gar nicht laut genug schreien kann, nicht beeinflussen; lassen wir uns von „Zeitproblemen", von denen K30 weiß, daß sie Probleme aller Zeiten waren und sind, nicht schrecken, und schlagen wir zu deren Lösung den. Weg ein, wie er uns von der Weisheit unserer alten Weisen vorgezeichnet ist und von jeher im jüdischen Kreise als gegeben galt. Die geschichtlichen Quellen für die naian 'vi'2- ' Von Rabbiner Dr. ph. Frankl in Halberskadk. (Schluß) Es wird hier in den mvi'a auch einiger Episoden Erwähnung getan, um uns zu zeigen, wie sich diese Phase des Kampfes, die friedliche Durchdringung -des Landes mit hellenistischer Kultur praktisch ausgewirkt hat. Der neunzigjährige Gelehrte Elafar sollte gezwungen werden, *i’in zu genießen. Als er dies, wie im Mukkabäerbuch II erzählt wird, mit den Worten zurückwies, daß er als seine Pflicht arrsehe, für Jung und Alt ein Vorbild zu sein, fo wurde seine Standhaftigkeit mit dem grausamsten Tode bestraft. Sodann die etwas ausführlichere Erzählung von der Mutter, deren 7 Söhne ihre Gottestreue gleichfalls mit qualvollem Tode büßen müssen, und sie, die Heldenmutter, die die Söhne in ihrer Festigkeit noch bestärkt. Einen breiten Raum nimmt in deno'vi'v der beiden rinIip 02120 der Bericht über m , die Tochter des Hohepriesters Jochanan ein. Durch ihren und der Hasmonäer Todesmut gelang es, die Schmach des jus primae noctis von den Töchtern Israels abzuwenden. Die ausführliche Erzählung dieser Episode ist in Megillath Thaanith enthalten. Dort und in verschiedenen Mdrvsch- Der Israelit Wochenrundschcm. Das Weihbuch über die Slagemauer. Wie sehr sich die englische Regierung dessen bewußt ist, daß an der Klagemauer in Jerusalem ein ernstes Problem zu lösen ist, beweist die Tatsache, daß sie das Material in einem dieser Tage erschienenen Weißbuche zusammenstellt und glossiert. Ton und Fassung, wie die Darstellung im Ganzen sind nicht sehr befriedigend. Besonders läßt das „Buch in der Farbe der Unschuld" einen zureichenden Grund dafür vermissen, daß auf eine mohammedanische Anzeige hin so spontan und so scharf eingegriffen werden mußte ohne je-ne Rücksicht auf religiöse Gefühle in heiliger Stunde inbrünstiger Gebetsübung. Es deckt sich auch nicht ganz mit der Erklärung des Außenministers A m e r y im Unter- Haufe, in der klar ausgesprochen wurde, daß „die Regierung den dem Judentum der ganzen Welt zugefügten Schlag bedaure." Immerhin muß anerkannt werden, daß hier nach Wegen, einer befriedigenden Lösung g e - sucht wird. Wenn das Eigentumsrecht des Islam auf die Omarmoschee und die, auch nach Ansicht der englischen Regierung, dazu gehörige Westmauer besonders betont wird, so darf man auf der anderen Seite hoffen, daß mit gleicher Entschiedenheit England das altgeheiligte Recht der Juden auf den Platz vor der Westmauer als Gebetsstätte anerkennt und dieses Recht mit ihren Machtmitteln zu schützen gewillt ist. Auf dieser Grundlage würde es für England nicht gar zu schwer sein, die Einigung und den Frieden herzustellen. Wie unsinnig, eine provisorische Scheidewand oder einen Stuhl als Hindernis auf dem Wege zum Frieden anzusehen,! Verbietet man den Juden, BiOX-ULTBA Die stark schäumende Sauerstoff-Zahnpasta wird von vielen Zahnärzten als beste Zahnoasta bezeichnet und selbst benutzt. Kleine Tube k>0 Pf BIOX-IHUND WASSER Flasche 1.— und 3— Mk. Gegen lockere Zähne. Frob^e-Flasche gratis. Max E>b A. (r,, Dresden stellen ist auch die Quelle für den Passus im vi'v des zweiten 021211 rap enthalten, ans welchem wir ersehen, mit welcher Gründlichkeit die Syrer ihr Vorhaben verfolgt haben, den Gottesglauben im jüdischen Volk vollends zu ertöten. 02!» prr »mss nnnai iwn -ppalüpipn nx'i •Vsip» 'pi-rro p^n Sie haben es bei einem Teile des Volkes so weit gebracht, daß Mele, wie es da im n->axnr^aa heißt, „Kränze aus Rosen brachten, und sie an die Eingänge zu den Götzentempeln, ebenso an die Eingänge der Läden und der Höfe hingen, sie sangen Lieder zu Ehren der Götzen und schrieben auf die Stirne ihrer Tiere, daß sie keinen Anteil am Gotte Jisroels mehr hätten." Von den Kämpfen, die viele Jahre hindurch währten, werden hier nur einige erwähnt. Mit einiger Ausführlichkeit wird im ns des zweiten raun mc der Kampf behandelt, der schließlich zur Reinigung und Wiederoinweihung, zur /ron norm geführt hat. Es ist aber dem w"s garmcht darum zu tun, einen historischen Bericht über die Mcrkkabäerkriege zu geben. Was er wohl will, ist der Hinweis auf die vielen Leiden seelischer Natur, die die Ursache des gewaltigen Ausbruches der Volksseele unter Führung der Hasmonäer gewesen sind. Es will uns ferner zu den Geschichtsquellen für diese Ereignisse hinl-eiten. Sie besagen uns, daß es sich nicht um einen Kampf von Macht zu Macht gehandelt hat. Es kämpfte vielmehr hier eine Idee gegen brutale Unterdrückung. Welche Leiden zu diesem Kampfe geführt haben und welcher Heroismus nicht nur der Führer, sondern auch des Volkes hier seine glänzende Bewährung gefunden hat, ist dort rn den geschichtlichen Quellen für die crvi'a nachzulesen. Die beiden Makkabäerbüchernnyn n^a», n^aa v2i'varr u. A. veranschaulichen den heroischen Kampf der Wenigen gegen Viele, der Schwachen gegen Starke am deutlichsten. Die m -i a für beide 02120 ninrv mit ihren vielen historischen Reminiszenzen sollten uns Veranlas- 13 Dezember 1928 die Wand auszurichten, so hat man den Frauen die Gelegenheit zum Beten an heiliger Stätte, gc - nommen; hält man am Verbote der Sitzgelegenheit fest, so hat man denen, die es arn meisten brauchen, den Greisen und Gebrechlichen, die Gelegenheit genommen, ihr schweres Herz da auszuschütten,, wo sie am ehesten Erhörung erhoffen. Wollte man starr an einer so aüsgetüstelten und kleinlichen Auslegung des Begriffs „status qüo" festhalten, so würde dieses de facto auf eine teilweise Sperre der heiligen Gebetsstätte vor der Mauer hinauslaufen. Das kann England nicht wollen, das können auch die Einsichtigen in der islamitischen Welt nicht wollen! Besteht aus der Türkenzeit eins solche Beschränkung für die jüdische Betgemeinde an der heiligen Mauer, so vergesse man in London und im moslemitifchen Jerusalem nicht, daß das englische Mandat mit so mancher Rückständigkeit aus der Türkenzeit aufgeräumt hat. Was würden die Araber sagen,, wenn heute noch die Gesetze von K e m a l Pascha gegen die cn-abifche Gemeinschaft zu Recht beständen? In Sachen der Tempelmauer darf sich England ebensowenig auf einen künstlich eingeschränkten „Status guo" versteifen, wie in anderen Dingen, die sie als rückständig, unsinnig und die Menschen in ihrem Rechte einschränkend leichten Herzens und unter Zustimmung der ganzen Bevölkerung über Bord geworfen hat. Etwas Unsinnigeres und Rückständigeres, als das verrostete Türkengesetz (es ist in der Praxis nie wirklich ausgeführt worden), das die gerade bei den Möslims geheiligte Trennung der Geschlechter beim Gottesdienste verbietet und den Alten und Kranken die Sitzgelegenheit verweigert, kann man sich heute kaum denken. Das müssen die Araber einsehen> die sich nicht auf Früheres berufen, wo sie im Reuen einen Fortschritt sehen, aus dem sie Nutzen ziehen. , Auf dieser Basis muß die Verständigung zustande kommen. Und darum wäre zu raten, daß die heute von der jüdischen, vorab der zionistischen Presse am englischen Weißbuch geübte Kritik nicht so angelegt sei, daß sie den Riß erweitere, sondern die englische Auslassung nach der Richtung d er jüd is chen Forde r u n g e r g ä n z e. Die jüdische Forderung, a u f d e m Platze vor der - heiligen Mauer ungestört und uneingeschränkt b e t e n z u d ü r f en, fft bescheiden und berechtigt genug, daß sie in London ebenso Beachtung, wie sie unter den Arabern Palästinas volles Verständnis finden müßte. jung fein, diese geschichtlichen Tatsachen etwas näher kennen zu lernen, sollten uns in diesen Tagen zur Lektüre der -erwähnten Schriften und damit zur besseren Kenntnis dieser bedeutsamen Geschichtsepoche führen. Rechter Makkabäergeist. Von Rabbiner Dr. TR. Lewin in Hamburg. In das Wunder von dem . Oelkrüglein" klingt die N212N Geschichte aus. Das ist Symbol und Verheißung, Deutung und Weisung. Die Makkabäer und die von ihnen geleiteten Scharen wurden zu Helden, wie sie die Geschichte — nicht nur Israels — ihresgleichen sucht, weil ihr Komps zum Stele hatte die Reinerhaltung des „Oelkrügleins" unseres Judentums. Nicht Mochtentfaltung und nicht irdische Größe erfüllte das Sehnen und Träumen derer, die die Waffe führten, — sondern die Erhaltung des in seinem Sein bedrohten Glaubens begeisterte sie und stählte ihren Mut und ihren Widerstandskraft, — daß das Prophetenwort feine Verwirklichung fand: *nna pk -o naa r^i *?’nn vb Nicht durch Hecresmacht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist. Der Geist ist es, die Idee, die sich den Körper schaffen —, und so ist aus der Liebe zu der Väter heiligen Traditionen auch pipip mn ]»rn vnri „in jenen Tagen um diese Zeit* jenes! Heldentum erstanden, das willig das Leben opfert/ wo es gilt, den Geist zu retten und die Idee aus, künftige Geschlechter fortzuerben. Nicht daß die Makkabäer gesiegt, ist das Große, Preisenswerte, — r»K lai* naa »V '2. denn nicht siegt der Mensch durch Kraft —. Daß sie sich eingesetzt für die Erhaltung der Lehre und ihrer Ideen, daß sie um des Tempels Weihe gekämpft und ihre <Äego mit: