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Der Israelit · 1928-12-06 · Heft 49 (6.12.1928) · page 28

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 49 (6.12.1928)
Date
1928-12-06
Page
– (sequence 28)
Language
German
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Sette 4 Nr. 49 Der Israelit 6. Dezember 1928 mudkommentare, dann aber die geniale Kombina-ti-onsgabe und das starke Gedächtnis. Nur hierdurch konnte B. Lewin bei der Durchsicht eines Fragmentes in Oxford nicht nur feststellen, welchem noch ungedruckten Kommentar es angehört, sondern auch, daß gerade diese Blätter in einem Manuskript, das er in Amerika fand, fehlten. Menschlich am bewundernswertesten ist der Fleiß und die Ausdauer eines Mannes, der seit Jahren neben der täglichen Berufsarbeit die Stunden der Erholung und des Schlafes sich nicht gönnt, um als „Schammafch Hageonim" tätig sein zu können. Das Werk zerfällt in drei Hauptteile: 'mi's D’iiKJn fimwn und uits. In fortlaufender Reihenfolge des Talmuds gibt uns der erste Teil die geonäischen Responsen, die die einzelnen Stellen behandeln. Die Responsen sind teils den Sammlungender Geonimrefponfen entnommen, teils den alten Poskim wie Rif, Eschkol, Orchot Chajim, Schibbole Leket, dann einer Menge von Handschriften, die der gelehrte und vielgereiste Verfasser in Jerusalem, Berlin, Paris, London, Cambridge, Oxford, Rewyork und anderen Städten der alten und neuen Welt studierte. Mit Recht hat Dr. Lewin auch das gedruckte Material in wortgetreuer Ausführlichkeit geboten. Dem einzelnen Leser steht selten leine derartige Bibliothek zur Verfügung, um kurze Zitate aus den nach Hunderten zählenden Fülle von Literaturwerken nachzulesen. Auch begnügt sich Verfasser nicht mit einfachem Abdruck, er gibt uns auch die Parallelstellen aus anderen Werken und nicht selten wertvolle erl'äucherrrde und kritische Bemerkungen. Durch den Ozar gewinnen wir ein plastisches Bild von der umfassenden hakachischen und erklärenden Tätigkeit der Geonim. Erst die Aneinandervsihung läßt uns die Fülle ihrer literarischen Werke auf den Gebieten der Talmudforschung und der hierauf fußenden Halachabildung bewundern. Es fei hier nur auf einiges hingewiesen'. Gleich zu Beginn haben wir die auch bei Rafchi und den Tosafat behandelte Frage über das Beten des Maariw vor Eintritt der Nacht, Auf S. 7 haben wir eine Erörterung, ob '*t Tna wochenabends und am Freitagabend gesagt werden soll. Ueber das dreimal tägliche Sagen von nnV nbnn O-u&x) wird in einem Responsum auf S. 10 gesprochen. Ob im Morgengebet rna nanu oder oS>w nans zu sagen ist, behandeln Responsen auf S. 29. Die Geonim beschäftigten sich sehr eingehend mit der Erklärung von schwierigen Aga dastellen. So sagt R. Jlai Gaon zu Ber. 6b:pbon bv ypp rwnb 'pmn«anB7 pan was 'an •nnto ina pyn mtnna pVsTi n»3» 'pv p3» j?nx' 'a ~im ns?« baa '3® 03?an 7i'3an ri8 nun» '38 *iB78 i-aa '337 pB7a N37v» .ana nrrav nr>8 (S. 12). Ueber die bekannte Stelle Ber. 7a 0372 3?"’a a»x , mvp v’Dpnb '00333 vn8 findet sich eine lange Erörterung von R. Saadja Gaon (S. 15fft). Der zweite Teil, der v'37ia'sn a^i8 ist ebenfalls sine Zusammenstellung von geonäischen Kommentaren. Es ließ sich nicht vermeiden, daß hier manche Wiederholungen aus dem ersten Tsile Vorkommen. Durch B. Lewin besitzen wir fetzt einen niaaaV D’3i83n b7its» gewissermaßen eine Schitta Mekubezet der Geonim. Auch hier seien einige Beispiele angeführt. Zu Ber. 3b ya37» ppn prr "i8n v8 erklärt R. Hai mit saia und sagt ’tmvv saian •1D1B 718 37pai> D8 J7’a37» 13'8 '38N na 8'»r> '2 (Ber. 6b) wird von R. Hai als 8V37V 'a — ^>a8 7V»a erklärt (S. 8), u. zw. wie es in dem Teil I, S. 13 gebrachtem Refponfum auseinander gesetzt wird^ fragten^ die neu Cintretenden beim Anblick der verhüllten Trauernden die anderen Anwesenden nach dem Grunde. Diese antworteten dann 7i»8s"i -paa- Dann müssen die Besucher schweigen, bis die Leidtragenden zu sprechen beginnen. — ’3s» nsa'n (Ber. 13a) wird von den Geonim anders als nach Raschis Auffassung erklärt laa i8 i»a« paa (S. 11). Die Erklärung wird auch Tur Orach-Ch. 66 gebracht. Der dritte Teil ist ein mit Bienenfleiß und großer Sachkunde aus Zitaten zufammengestellter und durch handschriftliches Material ergänzter Kommentar des R. Chananel. Für die Kenner der bereits gedruckten Kommentare R. Ehananeks bedarf es keiner weiteren Empfehlung. Die ganze talmudifche Welt muß Lewin für das Gebotene dankbar sein. Bon Herzen sagen wir ihm Ina a37» und wünschen ihm, es möge ihm vergönnt fein, m. G. H. den Ozar zum ganzen Talmud zu vollenden. In keiner talmudifchen und sonstigen jüdisch-wissenschaftlichen Bibliothek sollte das Werk fehlen. Moses Auerbach. Zeitschriften. Diglenu, hebräische Monatsschrift der Z e 4 rei Ag ud a s Iisroel in Polen, herausgegeben von A. S. F r i e d m a n n. Die uns vorliegende Nummer 10—12 enthält eine ganze Reihe wertvoller Abhandlungen, u. a. eine Schiliderung der Persönlichkeit und geistigen Wesensart des Heimgegangenen Rabbi Meier Don Plotzki W Wissenschaftliche Aufsätze von Rabbiner Reicher und Rabbiner G uttentag (des letzteren Erklärung einer schwierigen Mifchna in Tivay erscheint uns glänzend); ferner Aufsätze aktueller Art von Rabbiner Weinberg, Jakob Landau, Belletristik, Gedichte und anderes mehr. Die Zeitung verdient weiteste Verbreitung auch unter den Hebräisch verstehenden Juden des Westens. Jeschurun". Von Wohlgemuth. Das neueste Doppelheft (September—Oktober) wird durch eine meisterhafte Auseinandersetzung Joses C a r - lebachs mit der Berliner Liberalen Weltkonferenz eingeleibet. Der Herausgeber setzt in einem ans Herz greifenden Aufsatz: „Ein Mussarieben in der Gegenwart" einem vor kurzem in- Berlin -dahingeschiedenen „Fremden", der einem ganzen Kreise 5 Jahre lang das Ideal eines heiligen Lebens vorgelebt hat, ein erschütterndes Denkmal. Das Heft enthält ferner eine eingehende wissenschaftliche Würdigung Rabbi Seligmann Bär Bambergers V'xr von Dr. M. Auerba ch, die auch in der Austrittsfrage Licht und Schatten gerecht zu verteilen sich bemüht. Trotzdem kommt der Verfasser zu dem Ergebnis, daß der Weiterblickende hinsichtlich dtzr Erfassung der weltanschaulichen Bedeutungdes Austritts zweifellos S. R. Hirsch war. Das Heft bringt den Schluß der großen Arbeit Schulsohn-s über die Juden in der Bukowina sowie kleinere historische Aufsätze und zahlreiche Bücherbesprechungen. Heft 4 der Zweimonatsschrift „Der Marge n" (Herausgeber Prof. Jul. Goldstein) enthält an bemerkenswerten Aufsätzen: Friedrich Thieberger: Die Erweckung, Dienemann: Galuth, Margarethe- Sußmann: Auflösung und Werden in unserer Zeit, die Fortsetzung der Aufzeichnungen von Edmund Fveg: „Warum ich Jude bin", sowie eine Art Antwort Franz Rosenzweigs auf den „Jsraelit"-Artik-el, der sich mit R-osenzweigs b-ibelkritifcher Theorie beschäftigt! hat. Es folgen Berichte über die Tagung des Jugendv-erbandes und des liberalen WeNverbandes. . Die neueste Nummer der Zeitschrift: „Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge" wird durch äußerst dankenswerte Original-Kritiken eines Gefangenen und eines Schnorrers an den Methoden der offiziellen jüdischen Fürsorge eingelei'tet und bringt aufschlußreiche Auseinandersetzung von M. Gergel über die soziale Struktur der jüdischen Bevölkerung in Sorvjetruhland. Dr. Georg Lu bi nski sucht feine Ausführungen über das Freizeitproblem der erwerbstättgen- Jugend, gegen die der „Israelit" in Nr. 42 polemisiert hatte, zu rechtfertigen. Jleue Kalender. Der Münchener Israelitische Kalender (München, Herzog Maxstr-aß-e) enthält neben den kompletten' Kalendarien einen amtlichen Teil, in dem Bekanntmachungen der Israelitischen Kultusg-emeinde München veröffentlicht werden. Im Anhang kommt einiges aus dem jüdischen Geistesleben zur Veröffentlichung, so das bekannte Schreiben Moses Mendelssohns an Lavater in Zürich, ein Aufsatz von R. Travers Herford über den Ursprung der Synagoge. Jakob Seide referiert über die Sprache der Juden. Von Aime Palliere, dessen Namen in der jüdischen Welt viel genannt wird, sind Gedanken über Neila wiedergegeben. Man liest neuere Lyrik und auch ältere Epik von A g n o n. Das Ganze ist gut zusammengestellt und wird üb-er München hinaus Gefallen finden. Eingegangene Bücher. Verzeichnis der Amoräer mit Angabe von Quellen, Zeit und Ork von David Josef Bornstein. Sonderabdruck aus der Cncyc-lop-a-edia Iudaica Band II. Berlin 1928. Die Kriminalität der Juden von Dr. Rudolf Wassermann. Sonderabdruck -aus der Monatsschrift für Kriminalpsychologie und Strafrechtsform. Heidelberg. Carl Winter. 22VN2V1SV von S. N. Müller. Szecfeny (Um garn). Oberrabb. S. Mül le r. rvnxriri trwrrn nma vonDr.S.Grün-borg. Frankfurt a. M. 5688. I. K a u f f m a n n. Der wahre Talmudjude geb. Werter Neudruck von A. Katz. Berlin 1928. M. Poppelauer. 1VN -V* von Rabb. A. Brudn-ow. Jerusalem 5688. Selbstverlag. Soviek'UnioN'Near Book 1928 von Santako w u. Segal. London. George Allen-u. Unwin Ltd. Die Entstehung des Christentums aus dem Geiste des magischen Denkens von Leo p old Fei ler. Jena. Eugen Diederichs. 'np,l?2nvon Rabb. I. L. Graub a r t. L o d z. V e r l a g M a s f o r a. l-esöloackLtsInleinsiiollÄNxvon D. F. W. van Rees. Paris. Librairie Arthur Rousseau. La Contröle Internationale de ^Administration Mandataire. Rousseau u. (So., Editeurs. Frömmigkeit als Leidenschaft. Eine Deutung^ Kierkegaards von August Vetter. Leipzig, Jnfel-Berlag. Vrr rvrriN» nsv* von Rabbiner Alexander Stein»- berger. Tyrnau 5687. L. Katz bürg. Zwischen dem Teufel und dem Roken Meer von Wo lfg. v. Weisl. Leipzig 1928. F. A. Brockhaus?. Jüdischer kinderkalender, I. Jahrg. von Emil Bernh. Cohn. Berlin 5689. Jüdischer Verlag. Die Rabbinen und die verdienstvollen Familien der Leipniker Gemeinde im 17., 18. und ly. Jahrh. I. Teil: Das 17. und 18. Jahrhundert von Rabb. Dr. F. Hiklel. Mähr. Ostr-au 1928. Dr. .R. Färber. Festgabe für Claude Montefiöre anl. des liberalen Weltkongresses. Berlin 1928. Ko mmiffi on sv e r lag der Philo G.m.b.H. •onwK V« an« P12N psn h»' xnpri npax he-rausge-geben von N. Davids. Amsterdam 5689. Selbstverlag., Friedr. Gernsheims Leben und Werk von- Karl Holst Leipzig 1928. Breitkopf u. Härtel. Das Kausalprinzip von J o h. Hesf en. Augsb ur g 1928. Benno Fils er. Materialismus und Idealismus von Consta nt. Brunner. Potsdam 1928. G ustao Ki-epenheuer. Simson von Felix Salten. Berlin 1928. Paul Zsolnay. Gereed? Positie van den joodfchen Godsdienst von S. Pinkhof. Amsterdam 1928. Menno Hertzb e r g e r. Erfolg von Lord Beaverbrook. Grün hei de 1928. E. Laukner. NNSV bw nj’W von Rabb. S. B. Bamber - 8 er. Frankfurt a. M. I. Ra wer. nsn mi’ bv/i pVn npm* von I. L. Kroch. Leipzig. Selbstverlag. 4' 2' 12122 ILV^ -11V 1122 tsVI' 11'21^ .11111,1 bti VII'L von M. A. Bamberger. Frankfurt a. M. I. R a w e r. Katalog 7it. 7. Hebraica und Judaica. Frankfurt a. M. I. Ra wer. Zur Geschichte der Bibelexegefe I. von Dr. Samuel Grünberg. Berlin 1928. Louis Lamm. i.irr'^iV fvvVizk pKB ÄiirrrrisVL zkV'11' I. u. II. Teil von Mögen-Gutentag. Lodz. A. M. G r u -b st a i n. 12V"»712 'Tx>bnb TI'129'1 asivn 112^1 rrip2^ »ILV.I v'linavon D. A. Lang leben. Lodz^ A. M. Grub stein. Los vom Zionismus von B l a n k e n fe l Ä - K i m ch e— C. L. Pinner. Frankfurt a. M. I. Kauffmann. Rabbi Moses Avigdor Chaikin. Memorial Sermon von C h -i e f - R a b b i Hertz. L o n d o n 1928. Office of the Chief-Rabbi. Das elfte Gebot. Skizzen von K a r l K r ü g e r. Wien — . Berlin. R. Löwit-Berlag. Preis drosch. Mk. 3.—, geb. Mk. 4.50. mi2,lV sllVN-von Rabbiner I. Maarsfen. Haag. S e l b st v e r l a gi. Arjopa, Pilgerfahrt nach der verbotenen Stadt des Dalai-Lama von A. D a o 4 d - N e e l. L e i p z i g 1928. F. A. Brockha-us. ' Die Darstellung der jüdischen Religion bei Flavius Iofephus von Dr. Heinr. G uttman n. Breslau 1928. M. u. M. Marcus. . Das redaktionelle und rechtliche Verhältnis zwischen Misna und Tofephta von Dr. Alexander Guttmann. Breslau 1928: M. u. M. M a r c u s. Berufung. Gedicht von Davin Schönberger. Berlin. Axel Juncker-Verlag. Der Mutter Traum, Chanukka-Märchen von S i e g f ri e d Keßler. München 1928. B. Heller. Die jüdische Idee und ihre Träger. (Gef. Auffätze der Jüd. Rundschau.) Berlin. Jüdische Rundschau. Ueber die sprachliche Wiederholung im Biblisch-Hebräischen von Dr. Arnold Merzbach. Frankfurt a.M. 1928. I. Kauffmann-Berlag. Einzige Grundzüge der aramäischen Sprache des Talmud von B. S. Jacobson. Frankfurt a. M. 1928. H e r m o n - V e r l a g. Bilder zur Bibel von A. G a l k i n e r. Frankfurt a m Main. 1928. I. Kauffmann-Berlag!. ■ Der Apostel Paulus II.: Seine Stellung in der Kunst von Prof. Dr. Cvon Dobfchütz. Ha-lle 1928. Buch- Handlung des Waisenhauses. TheAttitude of orthodox Jewry to the Constitution of the VaadLeumi by Rabbi J.H o ro v i c 3.L 0 ndon 1928. Agudath Israel Executive. Mein Kampf um Wahrheit und Recht von E m i l e Z 0 l a. Dresden 1928. Carl Reihner. Antiquariats-Katalog Rr. 25 von S. H a l p e r n, A m - ft e r d a.m, Gvenftraat 13. ^2N.1 '-181 112^2,1von Rabbi Jekufsiek Arje Kamelhar. Lwow. 1928. Verlag I. Käme lhar. - Der Durchbruch der Reügion im menschlichen Seelenleben von E v i n d B e r g g r a v. Aus dem Norwegischen übertragen von D. B. H. Günther. Göttingen 1928. Bandenhoek u. Rupprecht. 188 Seiten.

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