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Der Israelit · 1928-12-06 · Heft 49 (6.12.1928) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 49 (6.12.1928)
Date
1928-12-06
Page
– (sequence 26)
Language
German
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Sette 2 Nr. 49 Der Israelit 6: Dezember 1928 ligkei't der ältesten und internsten Gedanken prophetischer und talmudrscher Weisheit auf den Denkwegen! selbständigster Ergründer des Thorasinnes, — alle diese Zergliederung des Persönlichkeitsbegriffs dient nur der Darstellung. Diese klingt in eine Synthese aus, welche wiederum auch dem Laien zugänglich erscheint. Das ganze Büchlein ist eine nötige Ergänzung des Breuerschen Büchleins über „Die Welt als Schöpfung und Natur". Die Bedeutung des Menschen im Sinne , der Schöpfungslehre Breuers erfährt erst hier ihre ausreichende Bedeutung. Wie der Thoraschüler der älteren Zeit vom Verständnis der schriftlichen zu dem der mündlichen und von dieser nach ihrer gründlichen Erforschung zur Erfassung der letzten, der „kabbalistischen" Geheimnisse der Gotteslehre vordrang, — so fyat uns der erhabene Geist S. R. Hirschs zuerst im Pentateuchkommentar und der Symbolik zum geistigen Erfassen der Thora, der Geist der Breuerschen Jeschiwa danach uns ein der Gegenwart lebendes Bild des Talmud kennen gelehrt und nunmehr der himmelanstürmende Geist des Enkels uns in der heutigen, vor aller Wissenschaft standhaltenden Gestalt aus den Lehren seiner Ahnen das strahlende Licht der jüdischen Gottesanschauung geschöpft. H. 2. Von Jakob Böhme zu Schilling. Zur Metaphysik des Gottesproblems. Von Kurt Leese. Verlag Stenger, Erfurt 1927. 8°. 72 S. Den kabbalistischen Schriften standen die christlichen Gelehrten aller Zeiten weit freundlicher als den talmudischen gegenüber. Ja, sie widmeten ersteren oft viel Zeit und Eifer, da sie aus ihnen die Grundgedanken ihres Glaubens ableiten zu können vermeinten, undvbis in die Neuzeit wiederholten sich sogar Versuche, mit Hilfe kabbalistischer Spruchsammlungen Vekehrungsarbeit zu treiben. Doch auch die gar nicht auf Bekehrung ausgehenden stillen Forscher, die ganz den internen Problemen des Christentums sich widmeten,, liebten und verehrten dasjenige jüdische Schrift-' tum, vor dem selbst der jüdische Forscher in ehrfürchtiger Scheu dastand. Während aber diese nur im Verfolg ihrer Studien und auf sie bauend den Eintritt in das „Pardes" wagten, in dem man gar so leicht Blüten knickt, führte den nichtjüdischen Forscher meist nur Weltflucht, Verzicht, die Nacht des Jgnorabimus, die Abkehr vom denkenden Geiste an jene erhabene Pforte. Leeses gründliche und objektive Studie führt uns einen solchen Weg von der Mystik unserer Weisen zu der Böhmes und Schellings. Die Tat seines Buches ist die Beleuchtung des wenig bekannten Mittelsmanns zwischen dey> Genannten: F. C. Oetinger. Aufs klarste ist der Unter-: schied zwischen Oetingers Philosophie von seinem Eingehen auf Böhme und nach demselben, ebenso der zwischen Schellings Denkart vor und nach dem Bekanntwerden mit Oetinger und Böhme herausgearbeitet. Ohne die einengende christlich-dogwatische Bindung sehn wir bei Leeser zunächst die Gottesidee Böhmes entwickelt. Böhmes Vielfältigkeit der Gottesperson sieht hier der hegelschen Dreiheit alles Seins viel ähnlicher als dem entsprechenden christlichen Dogma. Wenn Leese allerdings ohne nähere Bemerkung Böhmes Bezeichnung (16/7) „Wille", „Wallen" Gottes oder „Vater" für das „Ferment aller Differenzierung" benennt, so ist es auffällig, daß Leese hier nicht an, die Seftrath Ehochma der Kabbalisten denkt, die gelegentlich bei diesen auch Abba (Vater) heißt und deren Name, — was für dieErfor sch ungVöhmes doch das Wichtigste ist, — zweifellos im „Äon Achatnoth" der Neuplatoniker christlicher Schule wiederkehrt. Auch das Wort Böhmes von der „Lieblichkeit Gottes", das noch einen v. Hartmann gar so sehr provozierte, hätte sich ihm bei näherem Zusehen als eine irreführende Ueberfetzung von herausgestellt, das aber nur einen gewissen Kreis der Gotteswaltungen (Sfiroth habinjan) bezeichnet. Bei der Darstellung Oetingers gibt Leese den kabbalistischen Einflüssen breiteren Raum. Dies offenbar deshalb, weil Oetinger, als Denker und Forscher aufgewachsen, die anfangs erwähnten christlichen Kabbala-Auszüge öfter zittert und sie wohl auch gründlicher benutzt hat als der urwüchsigere Böhme. Man merkt aber, daß letzterer irgendwelchen besseren Zugang zu den wirklichen kabbalistischen Quellen gehabt haben muß; Böhme weist nicht im entferntesten Oetingers starke v-v'^Av-Jdeen auf. Dennoch hat Leese seine guten Gründe, Oetinger (38) als unter Einfluß der Aufklärer stehend zu bezeichnen. Das Gemeinsame mit diesen, — auch mit der späteren historisch-kritischen Schule, beschränkt sich allerdings auf das Wörtlichnehmen biblischer Anthropomorphismen. Man gewinnt den, Eindruck, daß, soweit sich dergleichen ohne nähere Durchsicht der Autoren selber aussprechen läßt, — Oetinger sich mehr aus seine jüdischen Quellen beruft, Böhme selbst aber mehr aus ihnen g e l e r n t - hat, ja, vielleicht mehr, als ihm selber bewußt war, vor allem das bei allem scheinbaren Anthropomorphismus feste Verharren bei der Unkörperlichkeit Gottes. Oetinger dagegen wird bei Leese deutlich (37) als der bezeichnet, welcher wegen dieses Verharrers den damaligen lutherischen Orthodoxen dieselben Vorwürfe macht, die heutzutage O. Goldberg gegen uns erhebt. Noch klarer, wenn auch dem speziellen jüdischen Interesse fernliegender, ist Leeses Darstellung der Schellingschen Mystik. Beim Bekunden seiner Zustimmung zu dieser verläßt Leese allerdings den in wissenschaftlichen Abhandlungen üblicher! Ton zugunsten eines ganz begeisterten Dithy rambus auf Sch. (62). Von instruktivstem Wert ist auch das klar geschriebene und wie das ganze Werkchen von seltener Belesenheit zeugende historische Schlußkapitel. Das Ganze ist eine geradezu ttchtvolle und allgemeinverständliche, dennoch gründliche Darstellung eines sonst im Helldunkel der Mystik verschwindenden und vielbesvöttelter, Teils der Geschichte der neueren Philosophie; trotz der anfangs erwähnten bei außeriüdsschen Forschern unvermeidlichen Fehlblicke ein Meisterwerk seiner Art. Die erste MVB in npaa- Von Dr. S. Halevy in Leipzig. In Nr. 36 des „Israelit" bespricht Herr Dr. M. Auerbach das neue r^Vv na-o 'o und hebt die Erklärung des w-na ni->V zur ersten?wb in maaa hervor. Bekanntlich besteht zwischen '"«n und dpaa eine Meinungsverschiedenheit über b'ttw -ivpn, ob auch awn. genau wie vnv A»--p und d'vav «Vp» nur aph i» zulässig ist tdpaa), oder ob i»pn» im Gegensatz zu sav a»'ap und -men aiav ausgedehnt werden darf Dem Axaipa nv'V scheint der Passus in der Mischna nirrn ttös 73 orr besonders nach dem ”"3an schwierig zu sein,:'da 1-«« na^ eine bereits vorliegende bestimmte Aeußerung voraussetzt, während nirgends eine derartige Aeußerung übers atpn zu finden ist. Daher die Bemerkung des^rpra rpn ayd'aan riravo7pa mips'■j’jre KVnyapn nvv n nnaaa xbx msn av sb» 713p zavpp Anva w-arri wabd pn-irTDi ♦ taas p ein nw na ^3,'kVk papV ■ns© -"rjn—psma't? 'nt? -na» naSV nnosn l?"S“ia Der Beweis von der Parallelstelle im. r-nxw. .welchen der rnnpa nv'v zur Bekräftigung seiner Erklärung laarr na^ in zitiert, wird durch die Stelle im c>'i'Vtr->n S. 217 ganz illusorisch, da nach der Erläuterung des Dorsch Har. nvb in o-noD sich in der Tat auf das bezieht. was in der gleichen in ihrem ersten und ursprünglichen Teil ausdrücklich vorangestellt worden ist. Der •-< steht auf S. 217 im Abschnitte über den n3t?an np'' in dem nachgewiesen wird, daß ein Teil der den Urtext enthält, den Teil der ursprünglichen Ueberlieferunq. welche die bop w» m eine feste unc.bänderliche Wortprägung gefaßt haben. und und die nachfolgenden '^3n interpretieren diese mit dem Wortlaut sestge legte ursprüngliche Ueberlieferung oder leiten aus ihr die Entscheidungen in neu vorgekommenen Fällen ab. In diesem Zusammenhänge wird auf S. 217 auch die erste aswa in n,no3 behandelt und folgendes bemerkt: „Von gleicher Art ist auch die erste men in d'nbs, wo es heißt: p to’33» t'sw dpa bi asn aisb vann vrr ipaia avs NNaaRi> airr -ran '3 Z'vpaat? aipa ^naa3 wait? 'vv Parr na^i np'aa -7'ax rs van Schon a?'N S3py. *aa bemerkt frnpwan ii'W zu dieser Stelle (über die Schwierigkeit des'paxna*? da nirgends sonst von nnaa3 npp 'vv die Rede ist). „Das "'n-'-n meint, daß es vor pb einen *3t?a Text gegeben habe, in dem von nn-pa na-nz? 'n» die Rede war." Ihre Erklärung ist unbegreiflich und ohne Genauigkeit. Es geht ja aus Ä>er v3t?a selbst hervor, daß der Text von tjnaaa man? ’n® auch schon voi pat? ma und bbn np existiert hat, da die Kontroverse von ’kbi? ap und Wn' np diesen Passus zur Voraussetzung hat. Hier war eben der Urtext der Ueberlieferung, die Urmischna, besonders kurz gefaßt und lautete: -sjrnaa man? visn 'fann n«' ipna awy nyansV ais Der Sinn dieser kurzen Urmischna ist, daß hier ein doppeltes festgehalten werden müsse. Das eine ist das Grundprinzip, das für alle Orte die gleiche Gültigkeit hat, .nämlich daß am Abend des vierzehnten jeder Ort nach?an zu durchsuchen sei. ,Das zweite ist, die Sonderbestimmung für ^naa, daß im Weinkeller nur zwei Reihen zu durchsuchen seien. Da nur dies allein eine Sonderbestimmung hat, hob man dies auch in der Urmischna als selbständigen l'r hervor. Ausdrücklich auf diesen in der Urmischna hervorgehobenen besonderen Fall bezieht sich auch die Kontroverse von 'rrav np und bbn np- Aber die Urmischna ist an dieser Stelle sehr kurz und konnte leicht zu dem Irrtum führenals ob der ganze kurze Satz nur leinen einzigen Fall zum Inhalte hat, und zwar einzig und allein die Bestimmung über die Durchsuchung des Weinkellers. Genau so konnte man auch in der umgekehrten Weise irren und annehmen, daß ohne Ausnahme jeder Raum einer Durchsuchung unterliegt, selbst ein Raum, in den kein ran hineingebracht wird. Um diesen Jrrtümern vorzubeugen, schaltete man in den Tagen Jabnes oder in den Tagen Rabbis in den Urtext der orva eine nähere Erklärung ein, so daß die ganze mwa nunmehr folgende Fassung erhielt: brr pn p j’O’pa pnir Dpa ‘»s - pnn an ipaia arn nsaasV airr —ran ia jp'paff apa — *paaa nimi? ’ap — iaas na3i »appa pay Av d'aais bbn A'ai tjnaan Va ’p bv Aiaiw 'vv d'aairr 'Kat? np •Ani’^yn pt? A333S’nn Aiait? Der Sachverhalt ergibt sich ganz klar von selbst". So weit der 'Dorat Harischonim. Die Betonung iaarr mb in der n3t?a in v'nvs ist also nach der Erläuterung des nnn ein direkter Hinweis auf den Ursatz der gleichen rwa. Der Beweis der rxaipa nvt? läßt sich daher nicht aufrechterhalten. In der Sache selbst müssen wir zugeblen, daß . uns der Standpunkt von '"sn unverständlich ist. Vs'^ai pn spricht im gleichen Zusammenhänge oon Dpimatpn und v'vap n^prr und sagt am Schlüsse allgemein: A'trn av laarr nai» 73 arr. Welche Berechtigung liegt für eine Differenzierung dieses allgemeinen Schlußsatzes vor? Verschiedene Kammentatoren versuchen, zwisch>en atpn op^nunb Q't?',? r,^>’3K einen Unterschied zu mache,n, um den Standpunkt von ’~En zu rechtfertigen. Aber all di>efe Versuche gehen, nach unserer Ansicht, an dem Kern der Schwierigkeit vorbei. Alle eventuellen Unterschiede, ob berechtigt oder unberechtigt, nützen an dieser Stelle sehr wenig. Das Ausschlaggebende ist an dieser Stelle einzig und allein der Schlußsatz apa is? mas naf> und die unabänderliche Tatsache, daß dieser Schlußsatz auch nicht den mindesten Anhaltspunkt für eine Differenzierung von dpi-n->vrn und D’jTnV:» bietet. Eine Sonderstellung nimmt in der Pt?a ausschließlich yat? rs'-p .ein, für das seitens der o'»3n ausdrücklich Aixn iv sestgelegt wird, und man wäre berechtigt zu sagen, daß bvbm 73a mit der Betonung 3-ibk nai» nur yat? Atrap im Auge hat. Aber für einen Unterschied zwischen vpbn avpn und v'vap n^prr ist in APn ix -i-ibk na^> gar keine Andeutung zu finden. Jeder Unterschied, den die Kommentatoren zu geben versuchen, muß in patt naivon außen hereingetragen werden. Wir glauben eher, daß Aixn av in unserer .a3t?a irr A33aa tatsächlich nur vat? AK'ap im Auge hat, über das eine direkte Aeußerung der apon vorliegt. Der Dpan ist aber der Ansicht,.daß die gleiche Bestimmung auch auf raV-rsr--i?a? unb op^n avp.a auszudehnen fei, einmal, weil die Notwendigkeit der nyspn 7a npnan in gleicher Weife für die beiden letzten gilt, sodann, weil bivbm pa alle drei Fälle in einen nahen Zusammenhang bringt. Bücherbesprechuvgen. Verträge zur Methodologie der halachischen Pentateuchexegese. Bon E. B ib e r f e l d. B e r li n. Selbstv>erlag des Verfassers. Schon manche interessante Gabe hat uns Biberfeld über eins der Kardinalprobleme jüdischer Wissenschaft beschert, über die Frage vom Wesen der rabbinischen Bibelerklärung. Es steht diese Frage dauernd im Vordergründe des Interesses. Seit den Tagen, wo zuerst ein Sadduzäer die Absolutheit, der rabbinischen Schriftausl'egunN bezweifelt hat, mehr noch seitdem die Karäer die Methoden des rabbinischen Lehrhaufes mit allem Rüstzeug der Grammatik bekämpft haben, am meisten aber seitdem die Reform im Bunde mit der christlichen Theologie einen scharfen Gegensatz zwischen dem wahren Sinn des Bibelwortes und der uns überlieferten. Auffassungsweife als These in die Massen geworfen hat, ist. es die aktuellste und lebenswichtigste Frage des Judentums geworden^ das Wesen der rabbinischen Exegese als solches zu erfassen, um in Ergründung ihrer geistigen Eigenart auch von ihrer Notwendigkeit sich zu durchdrmgen. 'Biberfeld hat sich offenbar vorgenommen, den ganzen Fragenkomplex von' neuem aufzurollen und ihn in Einzelheiten schrittweise; zu behandeln. Ein erstes Heft liegt vor, das die allgemeine Einleitung gibt und den ersten Grundstein zu legen bestimmt ist. Mit einem etwas übertriebenen Hinweis auf die Bedeutung der Exegese überhaupt setzt der- Verfasser ein-

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