Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 49 (6.12.1928)
- Date
- 1928-12-06
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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©ettp 18 . Nr. 49 Der Bf raelit 6 Dezember 192b senskrast, nahm man im öffentlichen Hamburger Wohlfahrtswefen gern ihre wertvolle gewissenhafte Mitarbeit in Anspruch. Bertha Nußbaum konnte nicht untätig fein und so stellte sie in den letzten Jahren ihre freie Zeit in den Dienst der sozialen Arbeit. Eine Frau ist von uns gegangen, die uns allen ein leuchtendes Vorbild bleiben wird. — Am Sonntag, den 5. Kislew, haben wir das, was von dieser Frau sterblich war, unter großer Beteiligung zu -Grabe' getragen, die mm» hingegen wird den Lohn für ihr edles frommes Wirken dort empfangen, wo auch die Neschomo ihres unvergeßlichen Mannes weilt, dem sie Jahrzehnte lang eine treue Lebenskameradm gewesen ist. — Möge ihr ni27 uns beistehen, möge sie ein °wi' r^”3 sein, vor dem Throne des Allmächtigen für ihre trauernden Kinder und für uns alle. rr-arm- Frielendorf, 27. November. Plötzlich und unerwartet im Alter von 57 Jahren hauchte am 26. Cheschwan Frau Adele Wolfs geb. Michels ihre reine Seele aus. Eine echte Esches chajil ist mit der teuren Verstorbenen dahingcgangen. Sie war eine treue Gattin und Wegegefähtlin ihres Mannes auch auf dem Wege der --pis *ronv sie war eine fürsorgliche Mutter nicht nur ihren Kindern, sondern auch vielen Armen und Bedürftigen. Unser Frauenverein verliert in ihr ein treues Mitglied und seine bewährte Schriftführerin. Welcher Beliebtheit sich die Verklärte bei allen Schichten der Bevölkerung erfreute, zeigte die große Beteiligung bei der Lewajoh. Herr Lehrer Metzler sprach im Hause Worte ehrenden Gedenkens, am Grabe entwarf er in ergreifenden Worten ein Lebensbild des Verstorbenen, die aus einem Leben der Arbeit, Frömmigkeit und Güte herausgerissen wurde. Möge dem schwer geprüften Gatten, seinen Kindern, wie dem Kreise seiner Angehörigen Kraft verleihen, diesen schweren Verlust ihrem Sinne "gemäß in Liebe zu tragen. rraxin- Nürnberg, 30. November. Am 21. d. M. verschied nach kurzer Krankheit unerwartet Hauptlehrer Jonathan U h l f e l d e r. Sein Tod erweckte in weiten Kreisen der hiesigen Gemeinde tiefste Teilnahme. Uhlfelder stammte aus einer Familie, in der der Lehrerberuf traditionell ist. Nach erfolgreicher Tätigkeit in Burgsinn, an der Präparandenschule in Burgpreppach und an der Volksschule in Heidenheim wurde er an die hiesige jüdische Volksschule berufen, an der er 6J4 Jahre wirkte. Uhlselders stilles, bescheidenes Wesen liebte es nicht, in der Oeffentlichkeit sich bemerkbar zu machen. Aber alle, die in engeren Verkehr zu ihm traten, wußten seine Geradheit und Schlichtheit, sein reges Interesse an Berufs- und anderen Fragen, sein pädagogisches Wissen und Geschick zu schätzen. Die Bestattung fand am 23. ds. M. unter großer Beteiligung statt. Am Grabe rühmte Herr Rabbiner Dr. Klein des Heimgegangenen Persönlichkeit als Familienvater und Erzieher, Herr Prof. Dr. Tachauer sprach den Dank der Adaß Israel für seine ersprießliche Tätigkeit an der Schule aus. Herr Oberlehrer Heß nahm im Namen des Lehrerkollegiums Abschied von dem treuen Freund und Kollegen, Herr Hauptlehrer Dr. Bamberger, der im Auftrag des bayr. und jüdischen Lehreroereins sprach, hob seine Treue zu den Berufsorganisationen hervor, Herr Dr. Feilchenfeld dankte für die Maimonides-Loge und Herr Dr. Löb im Namen der Eltern. Möge der Allgütige der schwergeprüften Familie beistehen. o-axm- Vermischtes. Berichtigung. Im Bericht „Ein Festtag der Württembergischen Orthodoxie" in letzter Nr. 48 ist irrtümlich erwähnt (unterchen Rednern), daß Lehrer Sulzüacher- Wiesbaden gesprochen hätte. Statt dessen muß es heißen: Lehrer Sulzbacher -Hanau. Die in Nr. 48 des „Israelit" abgedruckte „Entgegnung" muß als Unterschrift den Namen M. Weinreb tragen. Fürth i. B., 4. Dezember. In Fürther Lokalblättern lesen wir folgende Notiz: „P a ß s ch w i e r i g k e i t e n, welche vor zwei Jahren den Ausländern in Fürth bereitet wurden, führten damals öfters zur Stellunganhme gegen.die Polizei in unserer Zeitung. Diese Pahschivie-. rigbeiten sind behoben worden. Wie uns mitgeteilt wurde, scheint einem kleinen Verein viel daran zu liegen, es so hinzustellen, als habe er durch fein Vorgehen die Beseitigung der Paßschwierigkeiten erwirkt. Das ist nicht richtig. Die Paßschwierigkeiten wurden vielmehr behoben durch eine ander« Stelle, die schon während der Kriegszeit Erleichterungen für die Ausländer erwirkte, weshalb man sich an diese Stelle wandte, auch wegen der Paßschwierigkeiten tätig zu sein." (Es kommt nicht darauf an, wer es erreicht hat,, die Hauptsache ist, es ist erreicht. Red.) Luzern, 2. Dezember. Vor einem für hiesige Verhältnisse ganz außerordentlich zahlreichen Publikum sprach Herr Dr. Th. Lewenstein aus Zürich am 1. Dezember, abends, über das Thema: „Die rechtliche Stellung der jüdischen Frau". Er trat der vielfach verbreiteten Auffassung von der Minderwertigkeit der jüdischen Frau in rechtlicher Beziehung entgegen, indem er an Hand zahlreicher Zitate aus dem jüdischen Schrifttum bewies, daß es sich nur um eine geringere Verpflichtung der Frau handle, die bedingt sei durch die vom Manne verschiedene Lebensaufgabe und Konstitution. — Im besonderen trat der Referent auf die diesbezüglichen Fragen der Heirat und der Scheidung, der Fähigkeit, Zeugnis abzuleoen und der Glaubwürdigkeit, des Wahlrechtes und der Mizwoserfüllung ein. Er kam zum Schlüsse, daß es nach der Tauroh keine Frauenbewegung im „modernen Sinne" geben dürfe, höchstens eine Mädchenbewegung. — Die Diskussion, geleitet vom Vorsitzenden, Herrn Dr. Guggenheim, wurde von verschiedenen Damen und Herrn benützt und trug noch wesentlich zur Klärung des Problems bei. — Der klare, anregende Vorträg,, rhetorisch meisterhaft aufgebaut, bei der Schilderung des Aufgabenkreises der Frau an das jüdische Gemüt appellierend, wurde von den zahlreichen Anwesenden mit großem Beifall ausgenommen. Das mag dem Referenten ein- Beweis dafür sein, daß ein baldiges Wiedererscheinen im Kreise der Agudas Jisroel-Ortsgruppe einem allgemeinen Wunsche entspricht. Winschotten (Holland), 2. Dezember. Eine hochherzige Spende hat der hier geborene, in Berlin wohnende Herr Jack Frank unserer Gemeinde zuteil werden lassen. Zu Schmini-Azereth schenkte er eine wunderbar künstlerisch ausgestattete Garnitur Porauches, Kapaures, Schulchan-Decke, Mäntelchen und eine Anzahl andere Decken, alles mit reicher, echter Goldstickerei versehen. Die Widmungs-Inschriften besagen, daß Herr Frank dieses außerordentlich kostbare Geschenk zur Erinnerung an sein Elternpaar, das, obwohl längst tot, heute noch in gutem Andenken steht, gestiftet hat. Hergestellt wurde diese kostbare Garnitur von der bekannten Buchhandlung und Kunstanstalt Louis Lamm in Berlin. Sprechsaal. Würzburg, den 26. November. Sehr geehrter Herr Redakteur! Das Kuratorium der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg hat mit Befremden davon Kenntnis genommen, daß Sie im Sprechsaal der Nr. 47 Ihrer-Zeitung den Brief eines anonymen Einsenders aufgenorm men haben, der die Interessen einer orthodoxen Lehranstalt aufs schwerste zu schädigen geeignet ist. Die Mitglieder des Kuratoriums und die ihm augehörigen vier unterfränkischen orthodoxen Rabbiner glauben durch ihre Person eine Gewähr dafür zu geben» daß sie keiner Maßnahme gustimmen würden, durch welche die religiöse Richtung des Seminars auch nur im geringsten verändert würde. Sie müssen es aber ablehnen, sich mit einem Einsender auseinanderzusetzen, der es mit seiner orthodoxen Einstellung vereinbaren zu können glaubt, unter dem Schutz der Anonymität eine für die Gesamtheit des orthodoxen Judentums so überaus wichtige Anstatt aufs schwerste zu schädigen. Das Kuratorium der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt; Würzburg: . Rabbiner Dr. Hanover. . - (Nach unserer Auffassung können die Interessen einer orthodoxen Lehranstalt durch sachliche Erörterungen strittiger Punkte niemals geschädigt werden; das'Kuratorium sollte daher das bekannt geben, was es der Meinung des Einsenders der Sprechsaal-Korrespondenz entgegenzuhalben hat. Red.). j Sehr geehrter Herr Redakteur! ... . Zu obiger Erklärung des Kuratoriums der israe'Mschen Lehrerbildungsanstalt Würzburg gestatten Sie dem Einsender der.Sprechsaalnotiz, folgende Erwiderung: Auch mir liegt ganz und garnichts daran,, mich mit dem Kuratorium auseinanderzusetzen, das ist wohl Sache anderer Instanzen. Auch muH es . eine Anstalt, die von öffentlichen Mitteln erhalten wird, zu ge den, daß auch öffentliches Interesse an der Leitung derselben besteht. Die Sprechsaalnottz wollte lediglich psychologische Momente zur Erklärung der von Amtti in,, seinem Artikel „Selbsttäuschungen" gegebenen Darstellung bringen und die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der orthodoxen Lehrer angesichts dieser Tatsachen begrüßen. Wenn die Mitglieder des Kuratoriums und was ich noch betonen möchte, auch die tatsächliche Leitung des Seminars obige Gewähr in Zukunft geben wollen, so war die Sprechsaalnotiz nicht umsonst und "ivi». Die m dem Artikel erwähnten Tatsachen können ja wohl vom Kuratorium keineswegs bestritten werden und glaubt der Einsender daher, „es i mit seiner orthodoxen: Einstellung vereinbaren zu können". Derartiges n onV der Oeffentlichkeit nicht vorenthalten zu dürfen, da dieses wohl weit mehr'als eine. Sprechsaalnotiz geeignet ist; „eine für die Gesamtheit des orthodoxen Judentums so überaus wichtige — und ich füge hinzu, von der Gesamtheit auch bisher unterhaltene — Anstalt aufs schwerste zu schädigen," An die Redaktion des „Israelit". In Nr. 43 des „Israelit" findet sich eine Zuschrift: „Es geht im gleichen Tone weiter". Ohne sich mit der ganzen, gelinde ausgedrückt, aufreizenden Zuschrift auseinandersetzen zu wollen, sehen sich die Unterzeichneten orthodoxen Lehrer Oberhessens aber doch veranlaßt, gegen eine besonders krasse Unterstellung des Mainzer Anonymus entschieden zu protestteren und sie niedriger zu hängen. Ist es nicht ungeheuerlich wenn der Einsender jener Zuschrift, ohne den Schatten eines Beweises schreibt: „ . . . in Oberhessen, aber folgen die gesetzestreuen Lehrer' nicht dem gesetzestreuen: Rabbiner, sondern den liberalen Geistlichen des Mainzer Verbandes?" Ist das nicht ein geradezu unerhörter Versuch, das gute Einvernehmen, das zwischen den orthodoxen Lehrern Oberhessens und ihrem Raw besteht, .zu stören? Wir betrachten die angeführte Aeußerung des Mainzer Anonymus nicht nur als eine absichtliche Beleidigung der oberhessischen 'gesetzestreuen Lehrer, sondern auch als eine bewußte Herabsetzung unseres allseitig verehrten „Raw", mit dem wir uns fast jeden Monat in seinem gastfreundlichen Hause zu einem unter seiner meisterhaften Leitung stehenden SchiNrim vereinigen. — Von einem Manne, der mit solchen verwerslichen Mitteln kämpft, müssen wir es ablehnen, Belehrungen in irgend einer Form entgegenzunehmen. Gezeichnet: Stern, Lanterbach, Kahn, Alsfeld, Klein, Gießen, Kaufmann, Schotten, Bauer, Gedern, Heß, Düdelsheim, Höxter, Heldenbergen, Fuld, Butzbach. Briefkasten. Anonymus. Es ist Ihr gutes R cht, den Zaren: für keinen großen Iudenfpind zu halten Aber es bleibt dabei: wer in einer Z itung siine Meinung zum Ausdruck bringen will, muß mindestens der Redaktion seinen Nomen nennen Günstigste Gelegenheit für Wiederverkäufer Wegen Aufgabe meines GescbäffsloltalSHl ftiedi zum 31. Dezember Filter Verkauf des Gesamtlagers vom feinsten Teppich bis einfachster Bettvorlage zu Räumungs-Preisen Slrapazier~Plüsch-VorlagenS_50 UrCh Prima Vorlagen*.3-50 Extra Plüsch-Vorlagen . . . 5 50 TAnnir'hro&ff^ In allen Farben f. Vor < 1 eppicnresie lanf,„neeinnptm.'i-'S zum Aus Sueben. M B Teppich-Schwarz, GuHeulslraße 14 Regale-und Inventar-Besichtigung 8-10,13-15 Uhr, nach 18 Uhr p: e 3 e v arq es i ►Ö »» « a