Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 49 (6.12.1928)
- Date
- 1928-12-06
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 Nr 49 Der I s r a i l t t 6. Dezember 1928 Stal <ZOMFAUST<< am Schauspielhaus in neuer Bewirtschaftung Spezialausschank der Spatenbrauerei München B i n d i n g s - E x p o r t Neueröffnet Samstag, den 1. Dezember 1928 Delikatessen der Saison Feinste bürgerliche Küche ♦ Weine nur erster Häuser Klubzimmer, Kegelbahn Kleiner Saal für Sitzungen und Festlichkeiten Ergebenst ARNO DIPPMANN, früh. Küchenmeister I Häuser des In- und Auslandes jahrhunderte alten Fried-Hof, der ein historisches Wahrzeichen der Juden des Orients ist, vernichten will. Schweiz. Ei» vertraulicher Bericht der Aiandakskonnnission. Gen-f, 1. Dezember. „Pester Lloyd" glaubt in der Lage zu sein, einiges aus den „vertraulichen Berichten" der Mandat! om- Mission in Sachen der Klagemauer Mitteilen zu können. Der Bericht deckt sich im Ganzen mit den Angaben des W e <i ß d u ch e s , ist aber im übrigen darauf abgestimmt, möglichst bald den- Frieden zwischen beiden Parteien herbeizuführen. Die Zwischenfälle werden aufs lebhafteste bedauert. England. Londoner Brief. Die liberale Provokation. — Probleme des jüdischen Eherechts. — Ein Interview mit Titulesco. — Kriegserinnerungsfonds. London, 2. Dez. Auf die provokatorische Kundgebung des liberalen Geistlichen M a t t u ck hat namens des Londoner Bes- Din Dajan Feldmann in kurzer, würdiger Form durch die Erklärung geantwortet, daß die Kinder aus der von den liberalen Geistlichen nach den veröffentlichten Grundsätzen geschlossenen Ehen illegitim seien, als Mamserim gelten und mit ihren Nachkommen selbst bis in die zehnte Generation hinein — d. h. für immer — aus der jüdischen Familiengemeinschaft ausgeschlossen sind. Unbeantwortet bleibt dabei die Frage, in welcher Weise, wenn die liberale Theorie in größerem Umfange in die Praxis umgesetzt wird, die Abstammungsreinheit in jedem einzelnen Falle einer Eheschließung zweifelsfrei festgestellt werden kann. Hierfür Vorkehrungen zu treffen, wäre Pflicht der jüdischen- Gemeinden. Die Probleme des jüdischen Eher echtes nehmen überhaupt einen immer größeren Umfang in den Erörterungen der englischen Presse ein. Die jüdischen Frauenverbände, und insbesondere eine zur Verbesserung der Rechtsstellung der jüdischen Frau gegründete besondere Liga lassen die öffentliche Meinung nicht zur Ruhe kommen. Im allgemeinen ist dabei, dem konservativen englischen Charakter gemäß, das Bestreben« unverkennbar, .revolutionäre Eingriffe zu vermeiden und nur die Auf- -Merkfamkeit der rabbinischen Autoritäten auf den brennenden Charakter eines Teiles der hierbei in Betracht ^mmenden Fragen zu lenke^. Es handelt sich nicht in! erster Reihe, um die Agunothfragen, hinsichtlich derer von Seiten der östlichen rabbinischen Instanzen alles geschieht, was zur Eruierung der infolge des Krieges verschollenen Tausenden. von Ehegatten geschehen kann: Allerdings wird hierbei von radikalen Strömungen, -die väm Standpunkts des jüdischen Religionsgesetzes überhaupt nicht diskutable Forderung erhoben, man solle auf Grund einer lange Jahre dauernden Abwesenheit den Ehegatten einfach für verschollen und die Ehe für aufgelöst erklären. Allein, noch viel gefährlicher und von viel aufreizenderer Wirkung auf die öffentliche Meinung welches von der Palästina-Regierung als eine Verletzung des Status quo angesehen wurde. Die Klagemauer.ist den Juden heilig, und ihre Sittedort zu beten, geht mindestens bis ins Mittelalter zurück. Zugleich aber ist die Mauer ein Bestandteil des Haramesch-Scherif und als solches den Moslems heilig. Sie ist ferner rechtlich uneingeschränktes Eigentum der moslemitifchen Gemeinde, und der Platz von der Mauer ist Wakf-Eigentum. Die jüdische Gemeinde hat zweifellos ein Recht erworben, den Platz zum Zwecke des Gottesdienstes zu betreten, aber bei jedem moslemitischen Protest haben sind die Fälle böswilligen Verlaffens, in'denen auch bei. die türkischen Behörden wiederholt die Entscheidung gebekanntem Aufenthalte des Ehegatten dieser nicht zur j troffen, sie würden ein Abgehen von der bestehenden Ausstellung des Scheidebriefes gezwungen werden kann,' Praxis, etwa das Mitbringen von Bänken und Stühlen, ebenso auch jene anderen vereinzelten Fälle, in denen »nicht gestatten. Eine Entscheidung, die das Mitbvingen nach dem Din Thora, das Bes Din einen Zwang auf den Ehegatten zur Ausstellung des Scheidebrieses ausüben dürfte, dazu aber aus Mangel an Zwangsmitteln nicht imstande ist. Es wäre wichtig, daß die hervorragenv-on Scheidewänden. betrifft?, wurde 1912 erlassen. Die Palästina-Regierung und die britische Regierung, eingedenk der Bestimmungen des Artikels 13 des Mandates, waren der Ansicht, daß es sich um eine Sache den Rabbinen des Ostens von den immer stärker einhandelt, in der sie des Status quo aufrechterhalten setzenden Diskussionen über diesen Gegenstand, die zu-müssen. Als Status quo wurde angesehen, daß die ganz gefährlichen Konsequenzen führen können, rechtzeitig' jüdische Gemeinde das Recht des Zutritts zu dem Platz Kenntnis nehmen und ihre allseitig anerkannte Autori- | hat, aber nur solche gottesdienstliche Zubehöre mitbringen tät bei den westlichen Rabbinen geltend machen. Auch darf, die auch unter der türkischen Herrschaft erlaubt warerr der Board of Deputies hat den Gegenstand inseiner letzj Es wird nun die Sachlage nach dem offiziellen Kommuten Sitzung bereits eingehend diskutiert und es zeigte sich - nique der Palästina-Regierung geschildert und dann weiter recht deutlich, wie sehr die öffentliche Meinung bereits j gesagt: Es ist geltend gemacht worden, daß die Pa-läaufgereizt ist. Rabbi Dr. S. Daiches vertrat den Standpunkt der Tradition, hatte ab-er anscheinend keinen.sehr glücklichen Tag mit seinen Argumentationen. „Jewish Chro-nicle" veröffentlicht em Interview mit dem rumänischen Gesandten in London, dem früheren Minister des Auswärtigen, Titulesco, worin di-efer mit großem Nachdruck die antisemitischen Strömungen in Rumänien verurteilt und feierlich erklärte, die Regierung werde diese Strömungen rücksichtslos unterdrücken. stina-Regierung größere Besonnenheit hätte bewahren und insbesondere verantwortliche jüdische Behörden heranziehen sollen. Die Regierung meint jedoch, daß die Empfindlichkeit der Frage und die Notwendigkeit besonderer Vorsicht und Vermeidung jeder Handlung, die von wachsamen Nachbarn als Bruch des Status quo betrachtet werden könnte, den verantwortlichen jüdischen Behörden bekannt sein müßte. Auf alle Fälle war der verantwortliche Beamte der Palästina-Regierung zu einem so- Gleichzeitig sprach er den Wunsch aus, die Juden möch-' fortigen Entschluß gezwungen und -die Grundsätze, nach ten in diesen D>ingen nicht an den Völkerbund appelliej denen er handelte, können nicht in Frage gezogen werten, da man die Judenfrage in Rumänien als eine innere j den. Im Lichte der nachfolgenden Ereignisse mag es berumänische Angelegenheit betrachte. j ____I_ _ Der Kriegserinnerungsfonds der englischen, ‘ ' " Juden, der seiner Zeit mit hochgespannten Erwartungen gegründet wurde, um das religiöse Erziehungswesen und die Tätigkeit der Gemeinden überhaupt großzügig zu fordern, hat wieder eine Generalversammlung abgeh-alten. Er verfügt über ein Jahresbudget von- 3000 Pfund und widmet sich vornehmlich der Förderung des Reli- -glonsunlerrichtes in kleineren G-emeinden. Mit Recht ist jetzt angeregt worden, den Fond von seinem ominösen Namen zu befreien und ihn lieber in ein Denkmal des Friedens, statt des 'Krieges zu verwandeln — ■**K*W'1,9 Der Winter hat allenthalben eingesetzt, im Gebirge *c.<. v ~ .. schmückt sich die Natur weiß, von überall her wird Ein Weißbuch der englischen Regierung über die Schne-efall gemeldet. Immer mehr bricht sich die Erklagemauer. Ikenntnis Bahn, daß eine Winterkur wegen -der reinen, London 28 November I vollständig staubfreien Luft dem Sommeraüfenthalit minm . . , ' . ’!bestens gleichwertig, wenn nicht vorzuziehen, ist.i . . Die englische Regierung hat am 27. November dem j Wer keine weite Reife mächen will, dem sei Ober- Parlament ein Weißbuch vorgelegt, das eine Dar- .Hof in Thüringen, 825 Meter'über dem Meer stellung des Vorfalles an der Klagemauer enthalt'sind empfohlen. ^An .der Hcchptsffecke^BerMrT-Würzburg— äfj $z üg a ttn^daf ü r Q u a l ität! den Standpunkt der Regierung darlegt. si }}_. ..Stuttgart gelegen, ist Oberhost au lRh«emland - und von ist Oberhof' auch von Hamburgs vom -SüÄdeutschlMo'«Äs dürch gute? Ver- Das Memorandum beginnt, zunächst Mt eM?Me-Windungen schnell zu erreichen dergabe des . schon bekannten offiziellen Kommuniques! ...Als einziges jüdisches-Hot-, der Palästina-Regierung und fährt dänni fvrt: 1 ’i' ----- 7 i j^ 't l Am-'gnstÄtz. f, .. durch das Verhalten der indischen Behörden verursacht, Kitzingen a. M. ringen« erMNe-k wieder Amen Die Aufsicht Wohlgemukhstin Das schöne Best stinnnunßs vollen gestaltDh, KÄ^^öE^^W^chönheLt und Behaglichkeit in Ihren Räumen. 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