Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 49 (6.12.1928)
- Date
- 1928-12-06
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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6. Dezember 1928 Der Israelit Nr. 49 Seite 9 bäuerlich erscheinen, daß der stellvertretende DistMsfommiffar sich auf das Versprechen des jüdischen Funktionärs an der Klageauer verließ, doch er hatte keinen Grund anzunehmen, daß dem Versprechen nicht die Lat folgen wird. Es wurde ferner vorgebracht, daß die Beseitigung der Scheidewand bis nach der Beendigung des Gottes dienstes hätte aufgeschoben werden können. Demgegenüber muh darauf hingewiefen werden, daß es allgemeine Praxis ist, sofort einzugreifen^ wenn der Status quo verletzt wird. In der heiligen Grabeskirche und anderen heiligen Plätzen wurde feit undenklichen Zeiten sogar während der heiligsten gottesdienstlichen Handlungen an den heiligsten Lagen jede Verletzung ' des Status quo durch sofortiges Eingreifen an Ort und Stellverhindert. Dies ist notwendig, um zu vermeiden, daß ein Präzedenzfall entsteht, der dann zu einer wirklichen Verschiebung des Status quo dient. Das Memorandum schließt mit der Erklärung, daß die Regierung bereit und willens ist, als Vermittlerin zu handeln, um sine gegenseitige Verständigung bezüglich der Klagemauer zwischen Juden und Moslems herbeizuführen." Sie kann aber keine.Gewalt anwenden, um so weniger als der Streit aufgehärt hat, ein rein religiöser zu sein und gleichzeitig ein politischer und nationaler Kampf daraus entstanden ist. die Regierung, daß die jüdischen Andächtigen durch die Aktion der Polizei gestört worden sind. Sir Frank Sandersons Sorge wegen der Moslemiten ist unnötig. Während es nicht bestritten werden kann, daß die Aufseher des jüdischen Gottesdienstes gewisse Neuerungen eingeführt haben, soll gleichzeitig festgestellt werden, daß die Juden die Frage des Eigentumsrechtes an der Westmauer niemals aufgeworfen haben und auch nicht beabsichtigen, dies in Zukunft zu tun oder sonst etwas zu unternehmen, das die Unverletzlichkeit der moslemitischen heiligen Stätte irgendwie antasten könnte. Die Regierung glaubt, daß bei einem Nachlassen der noch herrschenden Erregung eine Schlichtung des Streitfalles in Freundschaft möglich sei. Das klagemauer- Problem vor dem Unterhaus. London, 14. Nov. In der gestrigen Sitzung des Unterhauses beantwortete der Minister für die Kolonien, A m e r y, die Anfrage des Obersten Kenworthy betreffend die Zwischenfälle an der K l a g e m a u e r in Jerusalem, dahin, die Regierung werde in der Zu bau-Fra ge den Rat der höchsten juridischen Autoritäten in Anspruch nehmen, bevor definitive Entscheidungen getroffen werden. Kenworthy wies noch darauf hin, daß die türkische Regierung niemals Bauänderungen an der Klagemauer erlaubt hat. Sir Frank Sanderson vertrat den arabischen Standpunkt und fragte, ob angesichts der . Aktion gewisser Juden die Regierung Schritte unternehmen werde, um die Westmauer, vor Akten des Angriffs zu schützen. Dagegen fragte F e n b y , welche Maßnahmen getroffen worden sind, damit die Juden an der ihnen heiligen Stätte ihre Andacht ohne Belästigung ausüben können. Auf diese beiden Fragen erwiderte Minister Amery, er beabsichtige «dem Hause ein Weißbuch vorzulegen, in welchem, die Intervention der Polizei und die Schritte, die ergriffen wurden, um die Gefahr weiterer Zwischen fälle hintanzuhalten, ausführlich dargelegt sind. Sache der Regierung ist es, den st a t u s quo aufrecht zu erhalten. Die Aktion der Polizei hatte den Zweck, das empfindliche Gleichgewicht zu erhalten. Gleichzeitig aber beklagt es Jewifh Board of Deputies und die Religionsfreiheik der Juden in Rußland. L o n d o n, 19. Nov. Der Jewish Board of Deputies (Deputiertenrat der britischen Juden) befaßte sich in seiner heutigen Sitzung mit der Frage der Sicherung der freien Religionsübung für die Juden in Rußland. H. A. Goodman fragte, welche Fortschritte in dieser Beziehung gemacht worden seien und bemerkte gleichzeitig, es wünsch« niemand, sich in die innere Gesetzgebung des Sowjetstaates einzumischen, es handle sich nur um die Sicherung der freien Religionsausübung, die durch die Gesetze der Sowjetrepublik gewährleistet sind, aber von gewissen Elementen, denen es darum zu tun ist, ihre Brüder in der Religionsübung zu behindern, mißachtet werden. Lucien Wolf erwiderte, das Joint Foreign Committee befasse sich seit zwei Jahren ununterbrochen mit dieser Angelegenheit. Soweit festgestellt werden konnte, herrsche in Rußland Freiheit der Religionsausübung; der Prozentsatz gesetzmäßig konfiszierter Synagogen sei ein kleiner. Die Frage sei eine sehr schwierige, die Anstrengungen gehen dahin, die Rechte der Juden in Rußland auf freie Religionsübung gegenüber den Elementen, die diese Freiheit angreifen, zu schützen. Herr Lucien Wolf teilte mit, daß dem Joint Foreign Committee aus Anlaß seines Jubiläums aus allen Teilen Europas und auch aus Amerika Glückwünsche zugegangen sind. Aus Anlaß der Staatsjubiläen in der Tschechoslowakei und in Polen hat ein Telegramm-Austausch zwischen dem Komitee und den betreffenden Regierungen stattgefunden, der von den ausgezeichneten Beziehungen einerseits zwischen dem Komitee und diesen Regierungen, andererseits zwischen diesen Regierungen und den Juden ihrer Länder zeugen. In der Minderheitenfrage hat sich, die Lage gebessert. Der Generalsekretär des Völkerbundes hat dem Joint Foreign Committee mitgetsilt, daß die in dem Memorandum vom 10. Dezember aufgeworfenen Fragen als wichttg behandelt werden. Palästina. Oberrabbiner Sonnenfeld 80 Jahre. Jerusalem, 2. Dez. Durch irgend eine Indiskretion erfuhr „Paleftine Bulletin" und somit die Oeffenklichkeit vom bevorstehenden 80. Geburtstage des Oberrabbiners Chaim Sonnenfeld. Der verehrte Jubilar protestierte energisch gegen die nun beabsichtigten Feierlichkeiten und schickte sich an, den großen Tag in Hebron zu verbringen, um der Fülle der Ovationen zu entgehen. Allein^ auch der Gouverneur hatte von den geplanten Festlichkeiten Kenntnis genom-. men und meldete seinen Besuch an. So mußte der Rabbi dem Drängen seines Gemeindevorstandes nachgeben und in Jerusalem bleiben. Der „Deutsche Platz" bot den ganzen Tag «in bewegtes Bild. Zahllos waren die Scharen der Glückwünschenden, die vom frühen Morgen an zum Hause des Rabbi hinunterströmten. Die Tageszeitungen und die orthodoxe Wochenschrift „Kol Jisroel" waren überfüllt von Glückwünschen, und überaus zahlreich war die briefliche und telegraphische Anteilnahme des In-- und Auslandes. Vonseiten der Regierung erschien eine Deputation unter der Führung des Gouverneurs Keith-Roach; den abwesenden Oberbürgermeister vertrat der Dizebürgermeist-er mit Begleitung. Für alle Deputationen und Gratulanten fand der verehrte Rabbi das rechte Wort herzlichen Dankes, gewürzt mit erhebenden min nm- Beim Empfang der Gemeinde Waad Hair Aschkenafi wurde auch der Frankfurter Israelitischen Religionsgefellschaft und des in Frankfurt wirkenden Verbandes ti-bvmit fernem Vorsitzenden und der Mitglieder des Vorstandes in ehrender Anerkennung gedacht, worauf für die Förderer der Gemeinde ein inniger Mifcheberach rezitiert wurde. Gerne möchten wir die Persönlichkeit dieses allverehrben Führers des gesetzestreuen Judentums eingehend würdigen. Da aber der verehrte Jubilar sich alle Ovationen verbeten hat, wollen wir uns damit begnügen, eine hier allgemein bekannte historische Tatsache zu berichten, die die hervorragende Bedeutung des Rabbi bezeugt. Als Rabbi Samuel Galant W noch zu seinen Lebzeiten einen würdigen Nachfolger ernannt wissen wollte, schlug er als geeignetsten Kandidaten Rabbi Chaim Sonnenfeld vor. Wir schließen mit einigen Worten aus der Würdigung des großen Mannes im Werkell'2iVirinc>'22in^pn27- ~v'-> man» in dem auch die obige Begebenheit festgelegt ist: Vai »mix tfaV rr^i mix vvs *6 ,namp>a® »an Vaw ps»ni csn- •'«mp Va pt s]R imn rV bVi*3«? nimm Zeil39unid Hanauerlöiii(islräLSse36 Zeil39unid Hanauerläiii(islräLSse36 mmm Kunststopferei König -Reparatur aller Kl«i4näg<saificke — sowie orient.^Tappiclie r ‘ -;vi Kotfk&rrenklos-und billig ’ \ ■;.-'vOederwe‘iji »iifj.-Tel; Zeppelin 55117 ' ’J Gr, Bockenheiaierstraße 4J. „Tel. Römer 2160 . ‘ 'Olfebblchi Waldilraß^ ,Tel. 851Ö7 . Homburg: Luisensträße 85 Von Winliost DoWlfi» |ei«tachlel kefirmilch der Frankfurter Kefir-Kuransteli ' Friedberger Anlage i4 irnt Aufs des Rabdina s der Jsr! 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