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Der Israelit · 1928-12-06 · Heft 49 (6.12.1928) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 49 (6.12.1928)
Date
1928-12-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Sorte 6 Nr. 49 Der Israeli, 6. D.'zcmber 1918! F Cü H H R E UW daher größte Auswahl, vorteilhafte Preise! UHREN deutscher Kultur, daß sie mit allen zu Gebote stehenden Mitteln die Kulturschmach der Friedhofsschändungen ausrotten, und dahin wirken, daß auch Len jüdischen Toten die jedem Menschen selbstverständliche Achtung entgegengebracht wird. Bieb«rpa«se 13 * Vi|H«lersfras*e 34 Wenn man die Ausführungen, mit denen der Gemeindevorstand die Ablehnung der Unterstützung der Mädchenrealschule zu rechtfertigen vorgibt, unvoreingenommen liest, so muh man unbedingt zu dem Ergebnis kommen, daß dem Vorstand an einer sachlichen Begründung seines Standpunktes keineswegs gelegen ist. Denn die vorgeschützten Gründe sind'in Wirklichkeit keine Gründe, Ihm kommt es bei seinem Vorgehen nur darauf an, endlich die unliebsame Konkurrenz der Gemeindeschule aus dem Wege zu räumen. Daß dies mit ausdrücklichen Worten vom Gemeindevorstar.d zugegeben wird, ist ein Verdienst der Unterzeichner der Eingabe an die Gemeinde. Sie werden sicherlich nicht der vom Gemekndevorstand angenommenen Erwartung entsprechen, daß sie sich in den Dienst der Aufgabe stellen würden, die noch widerstrebenden Kreise davon zu überzeugen, daß nur durch die ... Zusammenlegung der beiden Schulen ein segensreiches Werk im Dienste unserer Gemeinde getan werden kann. Für derartigen Segen müssen wir uns bestens bedanken. Vielleicht irrt sich die Gemeinde doch, wenn sie in der Eingabe erklärt, firunzielle Not würde eine „nicht mehr notwendige Schule beseitigen". Vielleicht unterschätzt si auch die Opferwilligkeit der von ihr so wenig beachteten orthodoxen Kreise, denen die Tauroh noch über die neutrale Gemeindeverfassung geht. Vor allem aber möge der Gemeindevorstand in seinem eigenen Interesse den Vogen nicht gar zu stramm spannen und nicht vergessen, daß die Hamburger Gesetzgebung über die Zugehörigkeit zu der Gemeinde niemals mit der preußischen vor dem Auftreten von Samson Raphael Hirsch zu vergleichen gewesen ist. r//v y Korrespondenzen « nacnricoten. Deutsches Reich. Gegen die Friedhofsschändungen. B e r l i n, 28. Nov. Auf einer von 2000 Personen besuchten Versammlung des Reichsbundes jüdischer Frontsaldaten am Dienstag, auf der u. a. Kuttner, Mitglied des Preußischen Landtages, Frau Katharina v. Kardorff- Oheimb, Zenirumsabg. Dr. Schreiber, Ministerialrat Dr. Steinbrecher fürs Innenministerium und Ministerialrat Dr.' W i ch m a n n fürs Justizministerium sprachen, wurde folgende Resolution gefaßt: Die vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Orts-- gruppe Berlin, einberufene Versammlung in der Stadthalle, gibt ihrer tiefsten Empörung! über die Schändung jüdischer Friedhöfe und Grabdenkmäler Ausdruck. Die Versammelten rufen das gesamte deutsche Volk zur' entrüsteten Ablehnung dieser Untaten aus. Sie verlangen von allen Kameraden, an deren Seite sie ihr Leben für Deutschlands Freiheit eingesetzt, und mit denen sie den Gefallenen, ohne Rücksicht auf ihre Abstammung, die letzten Ehren erwiesen haben, von Lehrern, Eltern und Erziehern, als den Wahrern Die Gemeinden sollen ihre Friedhöfe bewachen lassen. Berlin, 29. November. Aus der schnellen Aufklärung der Köpenicker Friedhofsschandung zieht die „C. V.-Zeitung" die folgende Lehre: „Es ist als sehr wesentlich für die Feststellung der Täter anzusehen, daß verhältnismäßig hohe Beträge als Belohnung ausgesetzt wurden. Man wird in künftigen Fällen von der Pietät der Gemeinden, in denen sich, wlas nicht eintreffen möge, ähnliche Untaten ereignen sollten, verlangen müssen, daß sie durch nennenswerte Summen die Entdeckung der Täter erleichtern. Menschen, die derartiger Untaten fähig sind, pflegen sich meist in Kreisen mit niedriger Moral zu bewegen, hier wirkt die Belohnung. Die ethische Seite der Verbrecherfeststellung durch Geldbelohnungen ist umstritten. Wenn es aber einen Fall gibt, wo sie sittlich aufs höchste begründet ist, ja um der Sittlichkeit willen gefordert werden muß, so hier. Und die andere Erwägung ist gleichfalls praktischer Natur. Die Mehrzahl der Verwüstungen von Grabstätten betraf einsame, von bewohnten Stätten häufig entlegene Friedhöfe. Köpnenick beweist, daß auch die Nähe einer Millionenstadt nicht ausreicht, um Störungen der Tobenruhe zu verhindern. Wenn auch eigentlich die Heiligkeit des Friedhofes die Ruhe der Toten bewachen sollte, so müssen wir doch mit Trauer seststellen, daß dieser natürliche Schutz nicht mehr ausreicht. Deshalb müssen wir die Gemeinden aufrufen, auch ihre Friedhöfe bewachen zu lassen, bis die „Tollwut" wieder abgeklungen ist. Nur so können Gemeinden und Gemeindeverbände durch Vorsorge Unheil verhüben." Vom Preußischen Landesverband. Berlin, 30. November. Am 21. November tagte der Ausschuß für Bildung von Bezirksrabbinaten des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden. Endgültig soll ein Bezirksrabbvnat in O b e r s ch l e s i e n mit dem Sitz in G r o ß -- S t r e h - l i tz errichtet werden. Eine Persönlichkeit für die Uebernahme dieses Amts ist gleichfalls bereits in Aussicht genommen. Zu den Obliegenheiten des Bezirksrabbiners wird gehören: Ueberwachung des hebräischen und Religionsunterrichts, Erteilung des Religionsunterrichts an den höheren Lehranstalten, abwechselnd in jeder Gemeinde des Bezirks Abhaltung des Sabbathgottesdienstes mit Predigt, ferner Lehrverträge in Gemeindeversammlungen, schließlich Ueberwachung der Schechitah in den Bezirksgemeinden. \ Jn der gleichen Weife soll ein Bezirksrabbinat mit dem Sitz in Dinslaken, ebenso in Nieders ch l e s t e n, in Münster für westfälische Kleingemeinden und in Borken errichtet werden. Bund jüdischer Akademiker. Berlin, 3. Dezember. Der Bund jüdischer Akademiker (B. j. A.) hält von Sonntag, den 23. bis Mittwoch, den 26. Dezember in Berlin seinen Bundestag ab. Am Sonntag abend wird im Plenarsitzungssaal des Herrenhauses nach der offiziellen Eröffnung und den Begrüßungsworten der Dozent am Berliner Rabbiner- Seminar, Dr. Jos. Wohlgemuth das Wort zu einem Referat über: Die Erwählung Israels" ergreifen. Die weitere Tagung findet im Hause der „Gesellschaft der Freunde" statt und bringt am Montag vormittag zunächst ein halachisch-pädagogisches Referat des Herrn Dr. Ochs-Berlin über: „Die Verantwortlichkeit für -die religiöse Führung fres Minderjährigen". Ferner sprechen Oberrabbiner Dr. Jos. Carlebach-Altona und Rechtsanwalt Dr. Wiener-Berlin über: ,-D-ie Bedeutung des Din Thauro in der Gegenwart". — Für den Abend ist eins geschäftliche Debatte angesetzt. Das Hauptthema der Tagung bringt der Dienstag mit dem Referat des Studiendirektors Spier von der „Talmud Thora-Schule" Hamburg über: „Die naturwissenschaftliche Erkenntnis als immanentes Problem jüdischer Weltanschauung". Der Mittwoch dient ausschließlich den geschäftlichen Beratungen. Falls im Rahmen dieses Programms noch Zeit verbleiben sollte, sind Besprechungen einzelner Fachgruppen geplant, für die bereits Redner vorgesehen sind. - Gleichzeitig kann die Berliner V. j. A. auf ihr 25jähriges Bestehen zurückblicken. Das Stiftungsfest aus diesem Anlasse findet am Dienstag, den 25. Dezember abends in den Räumen der Kleistloge statt. Forderungen der jüdischen Lehrerschaft an den Preußischen Landesverband. P o t s d a m, 2. Dezember. Der „Verein jüdischer Lehrer und Kultusbeamten der Provinz Brandenburg" hat auf seiner am 21. November in Berlin stattgehabten Tagung einmütig dem Bestreben der Lehrerverbandsleitung zugestimmt, für die Zukunft die Heranbildung von Religionslehrern minderen Grades mit allen Kräften zu hintertreiben. Energische Schritte sollen ferner unternommen werden, um den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden zur endlichen Verabschiedung des. feit zwei Jahren nicht über Kommissionsberarung hinausgekommenen Entwurfs einer „Beamtenordnung" zu veranlassen. Als mit der Standeswürde und den Bestimmungen der Reichsverfassung im Widerspruch stehend, wurde es bezeichnet, den Beamten grundsätzlich das Wahlrecht in den Gemeinden zu versagen. Die Wahlen in der Münchener Gemeinde. München, 2. Dezember. Wie zu erwarten war, wurde kurz vor den "diesjährigen Neuwahlen für die Gemeindevertretung den Ausländern, die mindestens drei Jahre innerhalb . des Gemevndebezirks wohnen, das passive Wahlrecht eingeräumt. Damit sollte endlich auch den Ostjuden Gelegem heit gegeben werden, sich aktiv innerhalb der Gemeinde zu betätigen. Nach Schätzungen entfielen durch die ostjüdischen Stimmen auf die orthodoxe Fraktion 1 Sitz, auf die zionistische 2 Sitze. Beide Parteien erklärten hierzu ihre Zustimmung. Als man jedoch den orthodoxen Abgeordneten wählen wollte, kam es zu Unstimmigkeiten zwischen dem Gesamtausschuß der Ostjuden und dem ostjüdlschen Verein „Schomre Schabbos". Nachdem man, trotz wiederholter Schlichtungsversuche seitens der orthodoxen Fraktion, zu keiner Einigung kam, überließ man es mit ausdrücklicher Zustimmung des Gesamtausschusses der Ostjuden dem orthodoxen Verein „Ohel Jakob", ein Mitglied aus feinen Reihen als Abgeordneten in die Gemeindeverwaltung zu entsenden, mit der Ipeziellen Aufgabe die' Interessen der Ostjuden zu vertreten. Zur Gemeindewahl wurde nur eine Liste eingereicht, so daß die darin vorgeschlagenen Bewerber nach den Statuten als gewählt galten. Es entfielen also auf Wochenkalender. v. 8. - 18. Dez. 1828. n. 23. Kislew bis 2. Debet 56F9. Samstag Dez. 8 J? 25 vinn hsiannaw acm Mauked MNirvoch vorm. 8 Sonntag 9 26 Uhr 15% Minuten Montag 10 27 vienstag 11 28 nsnn Mittwoch 12 29 Vonnerstag 13 30 " " 'S Lreitag 14 MB 1 15 2 naran renn pp>a . Marken der . TabgermÜDder Schokoladenfabrik,

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