Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 49 (6.12.1928)
- Date
- 1928-12-06
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Nr. 49 Alles in allem: Es bereitet sich mit dem neuen Werke des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten Großes und Zukunftsreiches für Deutschlands Juden vor. Möge das Unternehmen! so geleitet werden, daß dem nMsinonB fcrB”netnaw'nm*i minnan« Vw ö”n als höheres Lebensziel dient und das Ganze zu einem nnra^ rn^xwa o’?n führt. lVochenrundfchau. W'O „Der im Himmel thront, lacht ihrer . . .* 1»^ mh' /kT PNV' ll'VVI 2V1' Ein Bühnenstück von Hasenclever reizt Gebildete und Massen weit über Frankfurt, die Stadt der Uraufführung, hinaus, zu scharfem Proteste. Es ist eine nach Form und Inhalt gleich verunglückte Sache, die sich noch obendrein als Gotteslästerung darstellt und eine Verletzung der Gefühle aller auf dem Erdenrunde, die an Gott glauben oder um ihre Einstellung zum Ewigen und Göttlichen ehrlich ringen. An sich würde uns dieser Frankfurter Theaterskandal, der schon nachgerade zum Programme eines jeden Spielwinters gehört (im Vorjahre war es Zuckmayers „Fröhlicher Weinberg"), wenig berühren. Wir können aber nicht umhin, die Tatsachedaß sich der gesunde Instinkt und das Anstandsgefühl des Volkes in seinen Besseren, Tieferen sowohl, wie auch in seinen weitesten Schichten gegen diese Blasphemie auflehnt, als typisch und symptomatisch festzuhalten; symptomatisch für eine Zeit) die, nachdem sie den Zusammenbruch der Götzen einer allwissenden, hemmungslosen, alle Lebensrätsel angeblich lösenden Forschung und Wissenschaft schauernd miterlebt hat, nunmehr nach Halt im Ewigen jenseits der Sphären unseres Begreifens sucht und sich ihre Heiligtümer nicht mehr schänden läßt durch Schöngeister, die weder „schön" sind, nach „Geist" haben- und Theaterintendanten, die das chronische Kassendesizit durch ein D e f i z i t a n G e i st u n d Geschmack decken zu können glauben. Noch erfreulicher ist es, daß auch die liberale Presse (siehe „Franks. Zeitung", Erstes Morgenblatt v. 29. Nov.), die früher jede Himmelsstürmerei in Literatur und Kunst fast unbesehen als einen Schritt weiter, noch Die geschichtlichen Quellen für die naun nntp 'vi'v- Von Rabbiner Dr. Ph. Frankl in Halbersladt. Wenn man über die v'vi'2 sprechen und besonders, wenn man sich ein Urteil über ihren Wert und ihre Bedeutung bilden will, so ist es unerläßliche Pflichtsich mit ihnen des Näheren zu befassen. Nur so wird man, wenn man nicht.von vorneherein mit einem Vorurteil an sie herangeht, nicht bloß ihren hohen Wert erkennen, sondern immer neue Seiten an ihnen entdecken, die sie besonders schätzenswert machen. Sie find gewiß in erster Reihe bestrebt, die Bedeutung der Festtage und der einzelnen gehobenen Sabbate in , uns zu vertiefen, die Bedeutung dieser Tage uns näher zu bringen. So mancher Ausspruch der »vnm tnaan w über Me v'aiv v'»' käme uns nicht zum Bewußtsein, wenn wir nicht durch den vi's auf ihn aufmerksam gemacht würden. Die Ausschmückung der Gebete an diesen Tagen mit den o'vno hat daher zweifellos zu dem, Erfolg geführt, daß wir uns etwas eingehender mit bm ana ann mabni noaa nos maVn befassen. Die in ihrer Sprache etwas harten, an die Ausdrucksweise von Kalir gemahnenden wvi's der beiden narmmna» haben eine noch weitere Bedeutung. Sie lenken uns daraus hin, uns einmal auch mit den Geschichtsquellen zu befassen, die über die C hanuka- Bor ko mmni sse, über Der Israeli! der Menschheit letztem Ziele bejubelt hatte, doch in der Richtung nach rechts und oben umgelernt hat und heute im Namen des guten Geschmackes, des Anstandes und vor allem der religiösen T o I eranz sachlich, aber scharf gegen solche Plattheiten, gegen anachronistische Ausläufer eines überwundenen materralistifchen Jahrhunderts in der Kunst Stellung nimmt. Die wilde Inflation einer Haeckelfchen Zeitanschauung ist definitiv zu Ende, man ist im Geistigen und Göttlichen! auf dem besten Wege zu einer st a b i l e n W ä h r u n g. Die alten, neuaufgearbeiteten Scheine eines Hasenclever undseiner Freunde z ä h l e n n i ch t. Wo sie sich noch als vollgültig geben, lösen sie nur Ekel und Empörunig aus. Das zu wissen, ist auch für u n s e r e Jugend ungemein wichtig. Wenn man die Dinge von der Nähe sieht. „Doar Hajom" in Jerusalem und die „Jüdische Rundschau" in Berlin — beide stehen im Dienste des Zionismus oder des jüdischen Nationalismus. Mit dem Unterschiede freilich, daß das hebräische Organ Jerusalems selbständiger, großzügiger und stark genug ist, auch seine engsten Gesinnungsgenossen, wenns fein muß, die bittersten Wahrheitspillen schlucken zu lassen. „Doar Hajom" hat noch den anderen nicht zu unterschätzenden Vorteil, daß er die palästinensischen Dinge von der Nähe sieht und so das richtige Augenmaß für dieselben behält, ohne wie sein Berliner Vruderorgan in die bewährte Methode zu verfallen: nrvny p’rrv np®*? nmn Insbesondere drängte sich dieser Unterschied auf bei der Lektüre eines Jerusalemer Aufsatzes in der „Jüdischen Rundschau" vom 23. v. M. unter dem geschmackvollen Titel: „Eine Enzyklopädie der Schnorrerei". Schnorrerexistenzen sind nach der liebevollen Behandlung, die ihnen aus der zarten Hand der Helene Hanna Thon zuteil wird, alle Thoralehrer und -Gelehrten, alle Vertreter des alten Jischuw, die, die ■mo” px für uns tragend, dafür einige Unterstützung aus Chalukageldern beziehen. „167 bis 168 000 Pfund im Jahre, jammert die Dame, werden aufgebracht, um Tausende von Schnor- Bei Kopfschmerz» Zahnschmerz Erkältung» Rheuma hilft Bestandteile: Phenac., PhenyldimetHylp. || 4 nf| Acetylsai., Coff. nl« I .fcU in allen Apotheken die schweren Kämpfe der Makkabäer Aufschluß geben. In der zweiten Zesle des vi's zum ersten naian na» weist der Verfasser, R. Josef b. Salomo, darauf hin, daß er aus der Geschichte der Berga-NTenhett erzählen will m'att tnp w» marttv Es soll damit gesagt werden^ daß man sich nicht damit begnügen soll, zum Andenken an das naian os acht Abende hindurch Ne naian rvna an zu zünden. Das Chanuka unserer Tage soll uns vielmehr auf die Geschichte jener Zeit Hinweisen. Wir sollen aus ihr lernen, was damals auf dem Spiele stand, 'daß es um nichts weniger als um Sein oder Nichtsein des jüdischen Volkes sich gehandelt hat. Neben allgemeinen Betrachtungen über Ne überaus gefahrvolle Lage unserer Ahnen in jener Zeit zählt der p”s eine Reihe von Einzelereignissen undni-nra auf. Er geht allerdings nicht auf die einzelnen Phrasen des vieljährigen Kampfes ein. Es wäre dies ja im Rahmen einer für die Liturgie bestimmten Betrachtung unmöglich. Er führt aber aus, wie der Feind methodisch daraus ausgegangen ist, das Volk seinem Gotte zu entfremden. Diesem Zwecke dienten eine- Reihe von Verboten, die in ihrer Auswahl ganz unzusammenhängend erscheinen, die aber doch den Machthabern, den Königen Syriens, seinen Heerführern und Statthaltern, wichtig genug schienen,, um durch sie zum Ziele zu gelangen. Der p”s zählt all die nma auf, wie sie in den Berichten der beiden Makkabäerbücher der wayn nV’a» u. a. verzeichnet sind, Es wurden, um das Volk hellenistischen ©itteit: zuzuführen, die ni”» ws»; die Heiligung des na» und der Festtage verboten, ebenso die Einhaltung der Bestimmungen betreffs apa mhe- Es wurden ferner Gewaltmaßnahmen angewandt, um das Volk zum Genuß von verbotenen Speisen (besonders von nun ->»a) zu veranlassen. All dies war nur ein Auftakt zu den Bemühungen, dem Götzendienst im Lande Zugang zu Verschaffen. (Schluß folgt.) 6 Dezember 1928 rerexistenzen zu erhalten, ohne daß jemals ein Versuch gemacht wird, diese envMen/Mistel zu einer Umstellung der Familie auf selbständiges Arbeiten ufdö eine unabhängige Existenz zu verwenden! Warum wendet man das Geld nicht nutzbringend an?" —- d. h. für zionistische Ressorts, Büros und Beamte. - „Ton in Töpfers Hand" —des zionistischen Gestalters des neuen Jischurv, der bei seinen Millionensammlungen dem alten Jischuw die paar spärlichen Brotkrumen neidet . . . Me anders schrieb doch neulich der „Doar Hajom" — wenn wir uns kurz wiederholen dürfen — über diesen Gegenstand: „Abgesehen davon, Laß diese sogenannten' Chakukaiin>- stitutionen den Grundbau für das neue Palästina abgeben, wäre doch noch die Frage erlaubt, ob nicht auch der zionistische Jischuw auf einer Ehaluka basiert, einer Ehaluka in neuer Form, aber nicht minder mit einem Sammelsystem im Mittelpunkte, das sich nur durch feine marktschr-eierische Art und sein ausgedehntes, ein gut Teil der E in k ü n f t e absorbierendes Beamtentum von der Chäimka alter Observanz unterscheidet. Sollen die Spargroschen, die die jüdische Frau vor dem Lichtbenschen unter Gebeten und Tränen in "die Sammelbüchse des Rabbi Meir baal Hanneh hineinwirst, anders gewertet werden, als die vielstelligen Zahlen in den zionistischen Budgets, die mittels prominenter Sendboten in' Amerika aufgebracht werden? Hie wie da „Zedoko", Ehaluka, wenn man es schon so nennen will „Schnorrerei". Mit dem wesentlichen Untestchiede freilich, daß während die alte Chaluka sich mit Wenigem bescheidet, genügsam und dankbar die frommen GabeNl quittier^ ohne gesteigerte Forderungen an die Gola zu stellen, die moderne zionistische Ehaluka heischend und fordernd, mit lauten Klagen und Anklagen, immer vergrämt, enttäuscht und unzufrieden, am Werke ist." Ja, so sehen die Dinge aus, wenn sie von einem Organe, das nicht im Solde, sondern nur im Dienste des Nationalismus steht, in der Nähe angesehen werden. Zum Problem einer jüdischen Symbolik. V. Bon Rabbiner PH. Fischer in Sarospalak, Ungarn. Die „mechanisch -dynamische^ Erklärungsmeise der fnsft* Der Verfasser des „Zum Problem einer jüdischen Symbolik" gibt auf S. 152 eine Definition desnxviv-Begriffes, die durchaus befremdend ist. Nach dieser Desimtion trägt der nx»ns-Begrisf einen „objektiven Charakter", und übergeht der ninv -Zustand wohl in mechanisch-dynamischer Weise auf den menschlichen Körper. Wie ja wohl auch die ninv' die Reinheitsgewinnung in mechanisch-dynamischer Weise erfolgt. Wie es scheint, Der Weinstock. Zum Wochenabschnitt nvv Von Rabbiner Dr. ANchalski in Karlsruhe. Des Weinstocks Vorzug, meinen unsere Weisen, liegt nur in seiner Frucht, — denn ohne sie ist sein Holz nutzlos, wertlos., — und diese Frucht, ste schweigt, wenn man ste preßt und tritt, doch ste berauscht, bewältigt den. der sie gepreßt. Dem Wein-- stock gleicht lsrael, dasohne Gottestreue wertlos ist, Zeinen Weinstock entführst Du aus Aegypten, vertreibst Völker und pflanzest ihn ein" (Psalm 80,9 vgl. Ialkut z. St.) Dieses Weinstocks Schicksal und Bestimmung ward dem Mundschenk im Traume gezeigt und gekündet. ..In meinem Traume, siehe da, ein Weinstock vor mir, und an dem Weinstock drei Ranken, und.er, wie er aufbricht, stieg schon die Blüte, schon haben seine Trauben Beeren gereift; und Pharaos Becher ist in meiner Hand, da nahm ich die Beeren und preßte sie — in Pharaos Becher und gab den Becker in Pharaos Hand" (1. B. M. 40,9—11). Der Weinstock Israel war vor ihm, im Aegypterland. drei Ranken an ihm- Priester, Leviten und Israeliten, von Mose, Aron und Mirjam geführt. frühreif bricht er aus, entwickelt zur herrlichen Blüte sich, Gedeihen und Wohlstand fördernd, der Erlösung entgegenreisend, doch Aegypten! preßt sie und drückt ste, dies ward Pharao zum * Schicksalsbecher, zur Gescbickessügung über Pharaos, Macht, — die in den Fi Uten versank. Viermal nennt der Mundschenk den Schickfalsbecher. vierfaches Schicksal des Weinstocks andeutend, der im Becher gepreßt und gedrückt ward. Babylons Cri!» Mediens und Persiens Gewalt, Syriens Derfol-