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Der Israelit · 1928-11-29 · Heft 48 (29.11.1928) · page 30

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 48 (29.11.1928)
Date
1928-11-29
Page
– (sequence 30)
Language
German
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Sette 2 Nr. 24 Der Israelit Blätter 29 November 1928 Seine Kinder — und nicht er selbst? Vielleicht dürfen wir es so deuten: Lasse einem Vater die Wahl zwischen eigenem Wohlergehen und dem des Kindes — seines Kindes Glück steht ihm höher! Lasse einen Juden wählen zwischen Reichtum, Glanz und Thoraehre — er wählt die Thoraehre. Und so ist das Höchste für den jüdischen Vater: der thora gelehrte Sohn! Also: Wer das Licht pflegt, dem wird das höchste Glück auf Erden! VI. Während nach Raschis Deutung sich diesem td auf das Sabbat* und Chanukalicht bezieht, während der Rosch und Rabbenu Chananel die Lesart habenN212N m bezieht der Mharscha unfern Ausspruch nur aus das Sabbatlicht. Und zwar gibt ihm das auffallende hierzu Anlaß. Er deutet dies V’jnn im Sinne von Vxian; Wer Andere zur regelmäßigen Entzündung des Lichtes .veranlaßt, (d. h. der Mann, dex seine Frau anhält, das Sabbatlicht regelmäßig und pünktlich zu entzünden) dem wird dieser verheißene Lohn! Bezöge sich, so meint Mharscha, der Spruch auch aus ein solches Licht, zu dessen Entzündung der Mann selber verpflichtet ist, dann müßte es, analog andern Stellen, heißen ->22 i'nrnr Im Sinne dieses Mharscha möge der Appell verstanden werden, den derrninnppin diesen Tagen des Lichtes an die Freunde seiner thorafördernden, nur thoräsördernden Bestrebungen wiederum richtet. Seid na vru' sorget, daß in Euch selbst, in Euren Häusern und Kindern das Licht der min strahlt, aber seid auch 122 ^'212'sorget, daß auch Andere dies Licht entzünden können. Helft dem minn pp, daß er seine Aufgabe weiter, auch in diesen Zeiten schwerster Not, wo der Mensch leider so oft sein Brot unter Daraufgabe der Seele erkämpft lan1? K’2’ W322' erfüllen, wie bisher erfüllen kann. Helft demminn pp ihre Lehrer und Jünger, zu unterstützen. Helft dem deutschen minn pp' u. a. seine Talmud Thoras, deren Zahl von Halbjahr zu Halbjahr steigt, zu erhalten, helft ih m, daß er d u r ch E u ch 122 ^na. sein kann. Und dies ist Euer Lohn: Jhrbautander Zukunft unseres Volkes: Eure Kinder, die Kinder unseres Hauses, werden groß in der Thora, die Träger der min, dies ist Euer Lohn:!2'22N Ü’22 Rabbi Ehaim Sonnenfeld und das Schulwerk der Agudas Jisroel. Der 80 jährige Geburtstag unseres großen Führers in Jerusalem, Rabbi Chajim Sonnenfeld, gibt Veranlassung, einem größeren Kreise davon Kenntnis zu geben, wie Reb Chajim Sonnenfeld, es verstand, in einer schweren Zeit das Schulwerk der Agudas Jisroel vor dem Untergang zu retten. Es war in den Jnflationsjahren und die, Gelder von Zentraleuropa reichten nicht im entferntesten aus, um auch nur die notwendigsten Bedürfnisse der Schulen zu befriedigen. Rabbi Chajim Sonnenfeld berief deshalb zu Beginn des neuen Schuljahres imCheschwan eineNotabelnversammlung in Jerusalem ein, legte ihr die prekäre Lage der Schulen dar und ersuchte um Vorschläge, wie man die Schulen retten könne. Die Mehrzahl der Anwesenden empfahl, einen oder mehrere Sendboten in die westeuropäischen valutastarken Staaten und nach Amerika zu senden. 'Rabbi Sonnenfeld erwiderte darauf, daß, um diesen Vorschlag zu realisieren, er nicht nötig gehabt hätte, eine Versammlung einzuberufen. Zunächst sei Erez Jisroel selbst verpflichtet, alles zu tun, um die Schulen zu erhalten. Er, Reb Chaim Sonnenfeld selbst, habe eine monatliche Einniahme von acht Pfund (ein größeres Gehalt zu beziehen, weigerte er sich mit aller Entschiedenheit); von diesen acht Pfund könne er, wenn er sich einschränke, noch zwei Pfund entbehren. Er verpflichte sich, sechs Monate lang je zwei Pfund pro Monat für die Schulen zu spenden und fordere die Anwesenden auf, seinem Beispiel zu folgen und je nach Vermögensverhältnissen einen Teil ihres Monatseinkommens demselben Zweck zuzuführen. Das Beispiel des greisen Rabbi wirkte zündend und in der Tat wurden die Schulen über die schwersten Zeiten hindurch Erhalten. Das Schulwerk der Agudas Jisroel ist auch heute noch nach der tiefen Ueberzeugung Rabbi Sonnenfelds die erste Voraussetzung für den von ihm so heiß ersehnten Aufbau Erez Jisroels auf Grundlage der Thora. Es gibt daher wohl keine sinnigere Ehrung des Jubilars anläßlich seines achtzigsten Geburtstages als die Gründung einer Reb Chajim Sonnenfeld-Stiftung für das Schulwerk der Agudas Jisroel in Erez Jisroel. Die PalästinäZentrale fordert alle Verehrer der ragenden Persönlichkeit unseres palästinensischen Führers auf, sich an dieser Stiftung zu beteiligen. Spenden erbeten auf das Postscheckkonto der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel Nr. 53 900 Frankfurt a. M. mit der Bezeichnung „Rabbi Chajim Sonnenfeld-Stiftung". Die wichtigsten Beschlüsse der dritten Landeskonferenz der Agudas Jisroel in Polen. I. Organisati 0 n. 1. Die Landeskonferenz wendet sich mit meinem feierlichen Appell an alle religiösen Juden in Polen, einerlei welcher Gruppe sie angehören mögen, den inneren Gegensätzen ein Ende zu machen. Die gefühlsmäßigen inneren Spaltungen sind das Haupthindernis für dis- Schaffung einer einheitlichen Front der ganzen Orthodoxie, dis, wäre sie geeint, wie eine granitene Mauer alle Stürme und Angriffe gegen das religiöse Judentum von innen und außen abwehren könnte. 2. Die Leitung wird beauftragt, alles mögliche anzuroenden, alle Telle des orthodoxen Judentums heranzuziehen, auch diejenigen, die bisher teils aus Mangel an technischer Erfassung, teils wegen unrichtiger Auffassungen vom Wesen der Agudo dieser bisher fern standen. 3. Aktive Mitglieder. Die Leitung soll die Schaffung besonderer, aktiver Mitgliedergruppen in die Wege leiten, die sich zu dauernder praktischer Arbeit verpflichten und denen, ebenso wie den Ehrenmitgliedern, bei den Wahlen durch eine besondere Kurie ein erhöhter Einfluß gesichert wird. 4. Mi tglie derbei tr ag. Die Konferenz stellt fest, daß der Mangel an materiellen Mitteln das größte Hindernis für die Entwicklung der AgüdoMtigkeit fei. Es muß daher für die Zukunft in allererster Linie die Zahlung der Mitgliederbeiträge gesichert werden und zwar in dreifacher Form: a) Der Mitgliedsbeitrag von jährlich 2 Zloty, wovon 1 Zloty für die Landesorganisation und 1 Zloty für die Zentralkasse der Weltaguda bestimmt ist. b) Die Zahlungen der Ehrenmitglieder in Höhe von 50 Zloty jährlich, c) Umlage der Landeszentralkasse zur Deckung von Fehlbeträgen. 5. Zu den Pflichten der Mitglieder des Zentralrates des Zentralkomitees und des Geschäftsausfchusses gehört die Verpflichtung eines jeden Mitglieds dieser Körperschaften, mindestens dreimal im Jahre außerhalb seines Wohnortes an den Aktionen zur Beschaffung von Geldmitteln teilzunehmen. Die Mitglieder der aktiven 'Gruppen haben die gleiche Verpflichtung zweimal im Jahr. 6. Die Konferenz beschließt, für die Zwecke der Organisation drei- Unterzentralen in Wilna für die-Kressen, in Lemberg, für Ostgalizien und in Krakau für Westgalizien zu errichten. Der Verkehr der Warschauer Zentrale mit den Ortsgruppen erfolgt durch die Unterzentvalen. In Erziehungs-, Kehrlla- und. Kommunalangelegenheiten sind die Unterzentralen, im Rahmen des ckllgemeinlsn Agüdaprogramms, autonom. 7. Agudomarken. Alle Institutionen, die durch, die Initiative der Agudo geschaffen sind, haben ihre sämtlichen Schriftstücke mit Agudomarken zu versehen. Insbesondere müssen alle Anmeldungen bej den Chadorim Jessode Hathora und Bajs Jakauwschulen mit je einer Egudomarke versehen sein, widrigenfalls die Aufnahme nicht erfolgen kann. 8. S ch i s d s st e l l e n. Es ist Aufgabe der Agüda, um die Vermeidung und den Ausgleich von Streitigkeiten innerhalb der orthodoxen Kreise bemüht zu sein. In diesem Sinne wird die Leitung beauftragt, in geeigneter Form überall im Lande Komitees zu gründen, die aus einflußreichen Personen bestehen, und die-sowohl auf Anruf, als aus eigener Initiative für den friedlichen Austraa von' Streitigkeiten zu sorgen haben. II. P 0litische Reso lutioneu. 1. Die Konferenz drückt im Namen der Orthodoxie ihre freudige Anteilnahme an dem Jubiläum des polnischen Staates aus. 2. Die Konferenz stellt fest, daß die parlamentarische Vertretung der Orthodoxie im vorigen Sejm die würdigste jüdische Politik, in vollster Loyalität zur Gesarntfräktion geführt hat. Der Zusammenbruch der jüdischen Einheitsfront bei den letzten Sejmwahlen fällt ausschließlich den zionistischen Führern zur Last, deren Verhakten vom Haß gegen das religiöse Judentum diktiert war. Die Konferenz billigt das Verhalten des Zentralrates bei den letzten Sejmwahlen -gegenüber dem Minderheitsblock, das im wohlverstandenen Interesse der jüdischen Bevölkerung notwendig war. Die Konferenz erkennt weiter an, daß die Gemeinsamkeit der Wahlliste mit führenden Männern des polnischen Volkes ein bedeutsames Novum in den jüdisch-polnischen Beziehungen darstellt, das den Anfang einer Besserung der gegenseitigen Beziehungen bedeuten kann. Die Konferenz erklärt, daß niemand das Recht hat, im Namen des religiösen Judentums in Polen das Wort zu führen, außer der legitimen Vertretung der Orthodoxie, wie sie in der Agudas Jisroel organisiert ist. Die Konferenz drückt ihre Zufriedenheit aus, daß sich unter der jetzigen Regierung die Rechtslage der jüdischen Bevölkerung, einigermaßen gebessert hat. Dennoch ist noch wenig geschehen, zur Durchführung der praktischen Gleichberechtigung der Juden in Polen. 3. Die Konferenz stellt. fest, daß das Steuersystem, indem es hauptsächlich die Städte und die jüdische Bevölkerung als Handel treibende Elemente belastet, geeignet ist, bei der jetzigen wirtschaftlichen Lage, in Polen den Handel von Grund aus zu vernichten und" die Grundlage der jüdischen Existenz zu gefährden. 4. Die Konferenz protestiert gegen die Herausdrängung der Juden aus den Monopolbetrieben der Regierung. Sie verlangt, daß das Sonntagsruhegesetz den sabbattreuen Juden Befreiung von der Zwangssonntagsruhe gewährt. Die Konferenz erklärt, daß die Summe von 212 000 Zloty, die im Budget für jüdisch-religiöse Zwecke vorgesehen ist, lächerlich gering ist und weder der Zahl der jüdischen Bevölkerung, noch ihrer steuerlichen Beteiligung am Budget entspricht. Auch dürfte sich die Staats-- . subvention nicht aus die religiösen Bedürfnisse beschränken, sondern müßte sich auch auf das Schulwesen- und die sozialen Hilfsinstitutionen erstrecken. 5. Die Konferenz bevollmächtigtden gewählten Zentr.alrat, einen engeren politischen Ausschuß zu schaffen, der zusammen mit dem Abgeordneten Kirfchbraun die politische Repräsentanz des orthodoxen Judentums in Polen bilden soll. III. Resolutionen zum Gemeindegesetz. 1. Die Konferenz stellt fest, daß ohne Rücksicht aus die geltende Gesetzgebung, welche die jüdische Gemeinde als ausschließlich religiöse Institution betrachtet, die Tätigkeit zahlreicher Gemeinden sich von den prinzipiellen Grundlagen weit entfernt, auf die sich die traditionelle Linie und die rechtliche Grundlage der jüdische Kehillos stützt. Die Vertreter der Orthodoxie in dm jüdischen Gemeinden werden darum aufgefordert, streng darauf zu achten, daß der religiöse Charakter der Gemeinde nicht im Cinzelfalle verwischt wird und die Gemeindegelder nicht zur Unterstützung von Institutionen v-erwendet werden, deren Existenz der Religion widerspricht. 2. Die Konferenz stellt fest, daß die unaufhörlichen Kämpfe in der jüdischen Gemeinde in der letzten Zeit den Posfscheck-Konien: Landesdirektorium des Keren Hatorah in . Deutschland Hamburg Nr. 24753 (P. Sch. A. Hamburg). Keren Hatorah-Kömmissariat Frankfurt1 a. M. Nr. 41666 (P. Sch. A. Frankfurt a.M Keren Hatorah-Kommissariat Nürnberg Nr. 18440 (P. Sch. A. Nürnberg) Keren Hatorah-Kommissariat Köln Nr 50131 (P. Sch. A. Köln) Keren Hatorah-Kommissariat Leipzig Nr. 70147 (P. Sch. A. Keren Hatorah-Kommissariat ’ Berlin, P. Sch. A. Berlin Nr. -73991 C. Salomon. ' . Keren Hatorah-Kommissariat Breslau, P. Sch. A. Breslau Nr. -60510 für Iwan Möller. Keren Hatorah-Kommissariat Hamburg P. Sch. A. Nr. 40 953 für Dr. Julius Basel Keren Hatorah-Kommissariat Kartsruhe Markus Stern Bankkonto Ignaz Ellern,

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