Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 48 (29.11.1928)
- Date
- 1928-11-29
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
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Sette 4 Nr. 48 »er tzsraetr: 29. November 1628 unheimliches, düsteres Grollen, den Klang der Trommel, von mageren schwarzen Fingern gerührt. Es war eine Warnung an die Juden der Savannah, daß die Opfer, die beim Bau ihrer Stadt gefallen waren, einst eingefordert werden sollten. Die Juden hörten die Trommel und waren Grotzrabblner Raphael Ahron *>"3? aus Kairo., bedrückt. Sie waren dem Haß und der Grausamkeit der Weißen entflohen, hatten den Dschungel bezwungen. Sollten sie den Söhnen des Japhet entkommen sein und nun von der Hand des Ham fallen? — Wie kgm es rmr, daß diese Pioniere trotz allem blind schienen gegen die Gefahr, daß sie sortsuhren, eine ganze Armee rachsüchtiger ehemaliger Sklaven im Dschungel gegen sich zu sammeln, die eines Tages ihr Untergang sein J> Aime Paillere sporadischen Feldzüge zu ^regelrechten Kriegen. Und jedesmal waren die Schwarzen Sieger. V Da Paddo Savannah den äußersten Vorposten gegen den Dschungel bildete, war es naturgemäß den schlimmsten Angriffen ausgesetzt. Das um vermeidliche Ende wurde nur dadurch, hinausgeschoben, daß die Juden sich als ausgezeichnete Soldaten erwiesen — wie sie in allem hervorragend waren, nur nicht als Herren. Die Savannah organisierte eine Selbstwehr und Mitglieder der Familien Nässt und Pareira waren die Anführer. Sie warfen mehrere Angriffe der Buschneger zurück und hielten die Insel. Zweimal aber, im Einvernehmen mit der holländischen Regierung, waren sie gezwungen, Verträge zu unterzeichnen,, welche die militärische und politische Ueberlegenheit der Schwarzen offen Zugaben. Die Sicherheit der Pflanzungen war mit diesen Verträgen wenigstens für einige Zeit gewährleistet. Während dieser friedlichen Perioden aber waren die Juden so blind, weiterhin Sklaven einzuführen, von denen wieder viele flüchteten und die feindliche Armee vergrößerten. Trotz der Lasten, die die militärische Bereitschaft ihnen auferlegte, ging es den Juden andauernd gut. Eine Bibliothek wurde gegründet, Schulen und Krankenhäuser errichtet. Der kulturelle und religiöse Standard wurd edem europäischen so nahe gebracht wie nur möglich. Juden hatten zum erstenmal sei Jahrhunderten einen reichen und unabhängigen Staat erdacht, geschaffen und erhalten — denn praktisch genommen war es ein unabhängiger Staat. Holland ließ den Juden freie Hand in Verwaltung und Regierung — es war zufrieden, wenn es aus dem blühenden Handel mit der Kolonie seinen Nutzen zog. Im Jahre 1774 taten die Juden, geschreckt durch häufige Ausfälle der Buschneger und geschäht durch arge Menschenverluste bei der Abwehr, einen großen Schnitt vorwärts zu ihrer Verteidigung. Sie bauten eine riesige Straße, die „Rebellenstraße", die noch heute als Zeichen zur Küste zurück zog, durch Dschungel, über Büchten und Flüsse hinüber, mindestens dreihundert Kilometer lang. Dieser Halbkreis umschloß die Sicherheitszone für die Kolonisten.. Die Straße ist von der Sonne so ausgedörrt worden, nachdem sie sorgfältig jeder Vegetation beraubt worden war, daß selbst heute noch weite Strecken um fruchbar sind, als wären sie gestern gejätet worden. Im schlummernden Urwald sind neue Baum-' Sir John Robert Chancellor. (Der neue Oberkommissar von Palästina). n ii«. /Vjs giganten herangewachsen, von neuem hat sich das dichte Unterholz zu ihren Füßen unudrchdringlich zusammengeschlossen. Nichts ist darin übrig geblieben als, verstreut und halbversteckt, ein paar gesprungene Grabsteine, der Torbogen der Synagoge, von den mächtigen Armen der Schlingvflanzen oeboben und wieder herabgestürzt, und KMi- 'MM Der „Eben Schetijah" in der Omar-Moschee in Jerusalem. sollte? / Es war eine heiße Nacht im Jahre 1718. Man hörte die Tomtoms näher als sonst. Es war Neumond, und aus dem dunklen Dschungel heraus brachen die Scharen der Rachegeister. Der erste Angriff galt der Pflanzung David Nassis. Er war der Führer der Gemeinde, ein Mitglied der reichsten Familie. Am Morgen lagen Mühlen und Vorwerke zerstört, ein rauchender Trümmerhaufen. So begannen die Buschnieger ihren Kampf um die Befreiung von der Herrschaft der Weißen. Sowohl in Nordwie in Südamerika waren fortgelaufene Sklaven nichts Ungewöhnliches, aber nur in Surinam haben sie Heere ausgestellt und sind regelrecht in den Angriffskrieg gezogen. Dreimal in den ersten siebenunidfünfzig Jahren des achtzehnten Jahrhunderts entwickelten sich die für jene Furcht der längst vergessenen Stadt in der ungeheuren Einsamkeit besteht. Das militärische Problem hatte sich auf eine Frage des Kundschafterdienstes reduziert. Die Buschneger konnten sich -natürlich nie am offenen Tage zu einem Massenkampf stellen. Noch konnten die Weißen ihnen je in den Dschungel folgen. Der Feldzug bestand schließlich aus immer wiederkehrenden nächtlichen Ausfällen, die ohne allzuschwere Verluste abgeschlagen werden konnten, wenn sie rechtzeitig bemerkt wurden. Wachsamkeit wurde der Leitton in der Verteidigungstaktik der Kolonisten. Sie schnitten nun in den Dschungel einen trockenen Graben, einer Straße gleich, zwischen vierzig und hundert Meter breit, der ini emem ungeheuren Halbkreis von der atlantischen Küste rund um die Judensavannah herum und wieder die leere, offene Rebellenstraße, wehmütig um die verlassene Stätte gelagert, von Küste zu Küste gezogen, ein verdorrtes Wahrzeichen des Schrekkens, der einst das tropische Zion verdarb. Wochenkalender. v. 1. - 8. Dez. 1838.,'v. 18. - LS' Kislew 8688. Samstag Dez. 1 ii>vb 18 Sonntag 2 19 Montag 3 20 Dienstag 4 21 Mittwoch 5 22 Donnerstag 6 23 Freitag 7 24 Samstag 8 25 N211NN2V 2V'1 Mauled Mittwoch vorm. 8 Uhr 16«/, Minuten ' -