Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 48 (29.11.1928)
- Date
- 1928-11-29
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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-.r-v' .-y 29. November 1928 Sitzung der Anglo Jewifh Association. London,?. Nov. In der gestrigen Monatssitzung der Anglo-Jeroish Association wies Präsident Leonard G. Montesiore auf das Schreiben der englischen Zionistischen Föderation an die Association betreffs der.I ew i s h Agency hin und fügte hinzu, man erwarte noch eine Mitteilung der Zionistischen Organisation über das .Resultat der unter dem Vorsitz Louis Marshalls in Newyork stattgefundenen Agency-Konferenz. Er kam dann auf die Vorgänge an der Klagemauer in Jerusalem zu sprechen und führte aus, im Kolonienministerium häufen sich die Proteste zu Bergen, darum finde er es nicht nötig, noch eine Protestresolution abzusenden, die Association schließe sich dem Protest des V o a r d o f Deputies an und hoffe, daß sich die Vorgänge nicht wiederholen werden. Auf Vorschlag von Joseph C o w e n wird beschlossen, dennoch einen Protest zu Protokoll zu nehmen. Mr. Lucien Wolf erstattete Bericht über die Lage der Juden in Rumänien und kündigte an, wenn die rumänische Regierung die sogenannte Staatenlosensrage — es handelt sich u. a. um 34 000 für staatenlos erklärte Juden — nicht zur Zufriedenheit wird lösen wollen, werde sich das Joint Foreign Committee mit einer Klage an den Völkerbund wenden. Eine entsprechende Denkschrift ist abgefaßt -worden. Im übrigen fei nicht, zu erwarten, daß sich bei einem Regierungswechsel die Beziehung zu den Juden ändern wird. Auf eine. Anfrage betreffs der religiösen Verfolgungen in Rußland erwiderte Lucien Wolf, die Frage werde in der kommenden Sitzung des Joint Foreign Committee zur Verhandlung gelangen. Reue Komplikationen mit Bezug auf Rußland seien nicht eingetreten. Im Verlauf der Sitzung wurde noch über die Evelyns de Rothschild-Schule in Jerusalem und über die Lage in den jüdischen Kolonien in Argentinien verhandelt. Präsident Montesiore sprach seine Zufriedenheit darüber aus, daß sich das geistige Niveau in den Jca- Kolonien zusehends hebt, es werden immer neue Schulen erbaut. Die Kolonisten steuern aus eigenen Mitteln jährlich 12 000 Pfund zur Erhaltung des religiösen Unterrichtes in den Schulen bei. Palästina. Abermalige Angriffe. Jerusalem, 16. Nov. Vor ’ einigen Tagen haben Araber abermals die an Der Israelit der Klagemauer betenden Juden mit Steinen beworfen. Ein in der Hebron-Straße wohnender alter Jude wurde am Kopf getroffen und schwer verletzt. — Der zweite der beiden Araber, die betende Juden an der Klagemauer angegriffen haben, wobei der alte Jude Israel Misrachi schwere Verletzungen erlitt, wurde wegen Störung des Gottesdienstes zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Vor kurzem wurde der erste dieser Ruhestörer zu sechs Monate Gefängnis verurtejlt. Seine Strafe wurde auf drei Monate reduziert. Wettere Verbauung der klagemauer durch die Moselmilen. Jerusalem, 21. Nov. Nachdem die Moslemiten vor kurzem an der linken Seite der Mauer Bauarbeiten durchgeführt und auch über der Mauer ein kleines Gebäude errichtet hatten, haben sie nun begonnen, auch an der rechten Ecke der Mauer Gebäude zu errichten. Das eine' Gebäude soll ein geistliches Hospiz, das andere Gebäude ein Greifen-Asyl beherbergen. Fünfmal am Tage erscheint jetzt der Muezzin (mohammedanischer Geistlicher, der in den Minaretts zum Gebet ruft) an der Spitze der Klagemauer, gerade über der Stelle, wo der Oraun Kaudesch angebracht ist, und ruft die Moslemiten zum Gebet 'auf. Unter , den Juden Jerusalems und ganz Palästinas haben diese neuen Gewaltstreiche der Araber, insbesondere die Verhöhnung der jüdischen Andacht durch die dazwischen tönenden Rufe des Muezzin, große Erregung und Empörung hervorgerufen. Sowohl in den neuen Bauausführungen, als auch , in der an dieser Stelle noch nie in Erscheinung getretenen Amtierung des Muezzin wird eine eklatante Verletzung des status quo an der Klagemauer erblickt. Die Juden legten bei dem Distriktskommissar von Jerusalem Protest ein; dieser versprach, die Angelegenheit eingehend zu prüfen. Jerusalemer Brief. Vormünder. — ANsrachlschulen. — Andere Schulen. — Pessachmolch. — Vetteln verboten. — Schlichtung. — Skaatsjubitäum der Tschechoslowakei. — Bezeichnend. Jerusalem, 12. November. Im „Kol Jisrael" läßt sich Jair in einer beachtenswerten Abhandlung über unsere geistigen und politischen Vormünder aus. Daß das Judentum in jeder Beziehung eine geistige Krise durchmacht, ist klar. Einigermaßen erstaunlich ist es, daß als Retter in der Not und Rufer Nr. 46 Seite 9 zur Hilfe Josef Klausner auf den Plan tritt. Prof. G i n s b u r g vom Rabbinerseminar in Amerika klagt, daß immer schlechteres Material aus Rußland und Polen zu ihm komme, Jünglinge, deren talmudisches Wissen sehr schlecht fundiert sei. Helfen könne seiner Ansicht nach nur noch Palästina und die Jerusalemer Universität, vorausgesetzt, daß sie Talmud und Dezisoren an» erste Stelle ihres Lehrplans setzt. Dr. Klausner erklärt, daß die Universität nur durch enge Verbindung von jüdischen und profanen Disziplinen die jüdische Jugend vor Schaden an Geist und Seele bewahren kann. Er ist der Meinung, daß bei dieser Synthese sich auch bald das Profane in Heiliges verwandelt. Wir sehen auch, wie die Grand- und Chiefrabbis in London und Paris ihre einzige Hoffnung auf Jerusalem setzten. Biele andere wünschen kategorisch, daß die Halacha in den Talmudunterricht der Universität mit hineingenommen werde. All diese'Bestrebungen müssen uns mit Angst und Bangen erfüllen. Während die berufenen Hüter der Thora untätig die Hand in den Schoß legen, kommen diese ungerufenen und unberufenen Beschützer, um die Vormundschaft über die verwaiste Thora zu übernehmen. Ein Mann von der Art Klausners macht sich Sorgen um die Zukunft des Talmuds, während er selbst schärfste Kritik am Talmud und seinen Lehrern übt. Es wäre wohl Zeit, daß diesem Komödienspiel ein Ende gemacht wird, durch Eintreten und Zusammentreten der wirklichen geistigen Führer und Hüter für die heilige Lehre, Nicht viel anders verhält es sich mit den Männern, die die politische Führung an sich geriffen haben, ohne das Vertrauen der religiösen Massen zu genießen» ein Kapitel, über das schon Zieles gesagt worden ist. Das mis rachist ische Schulwesen zeitigt jetzt die Früchte, wie sie Eingeweihte vorausgesehen haben. Das neue System hat dazu geführt, daß auch in den Misrachischulen, gewiß zum Schrecken ihrer Begründer, Religionsleugner und Sabbatentweiher großgezogen werden. Gelegentlich hörte man schon aus den Kreisen der großen zionistischen Organisation Bekenntnisse dahin, daß man der Jugend das Beste mit dem Glauben genommen und ihr nichts dafür gegeben habe. Spät kommen die Einsichtigen auch im Misrachi zu dieser Erkenntnis. Dr. Schönfeld, der eine Zeitlang an der Spitze des Erziehungswesens des Misrachi gestanden hatte, verlieh, entäuscht und verzweifelt an der Zukunft seines Werkes, Amt und Stellung. Die Dinge haben sich seitdem nicht gebessert. Don kurzem störte Freitag SACKREUTER Steinweg 12 ME Geschenke in Silber und versilbert. Altbekannt für Güte und Preiswürdigkeit. Sandweg 6 c , Telefon Carolus 48488 RADIO - ELEKTRO . LADESTATION FÜR ACCUMULATOREN Sprechapparate und Schallplatten in grosser Auswahl Decken Sie auch für Radio Ihren Bedarf im Spezialgeschäft, Sie erhalten reguläre Qualitätsware und werden individuell beraten.. Große Vorteile bedeuten unsere Preise für ist nur f. 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