Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 48 (29.11.1928)
- Date
- 1928-11-29
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2450495-2450542--75502-2533030- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
S-*ts 8 Nr. 48 Der Siratlit 29. ytoocmoer 192b daher größte Auswahl, vorteilhafte Preise! UHREN Bieberqaese 13 , VilHelerstras^e 34 bmerposten zu ßibau durch die Wahl von Rabbiner I. M. Polonsky aus Swenziany (Polen) besetzt. Rutzland. Der Plan der Mischen Kolonisation in Rußland. Moskau, 8. Nov. Im Hinblick auf dis sich häufende Kritik gegen den bestehenden offiziellen für fünf Jahre berechneten Plan der Ansiedlung von Juden auf dem Lande hat Komzet (Regierungskommission für Landansiedlung von Juden) beschlossen, diesen Plan umzuändern. Der Plan für die Austrocknung der Sumpfgelände in Weißrußland zwecks Schaffung von neuem Si-edlungsland für Juden ist als undurchführbar fallen gelassen worden. Es wurde ein neuer für fünf Jahre berechneter Plan der Eingliederung der jüdischen Massen in die' Produktionswirtschaft aufgestellt. Die Einzelheiten des neuen Planes sind noch nicht bekannt. (ITA.) standes der unabhängigen lettländifchen Republik festlich begangen. Die Rigaer jiddische Tageszeitung „Frimorgn" gab eine reich ausgestattete Festnummer heraus. Der Redakteur von „Frimorgn", W. Latzky-Bertholdi, skizziert in einem Festartikel die Aufwärtsentwicklung ' des lettländifchen Staates und stellt fest, daß die lettländische Regierung durch die Bewilligung einer Kulturautonomie für die nationalen Minderheiten und auch die Juden eine moderne Staatsauffassung bekundet hat. Am 18. November wurde aus dem jüdischen Friedhof ein; Gedächtnisgottesdienst für die im Kampfe für Lettlands Unabhängigkeit gefallenen Juden abgehalten, an welcher auch die Spitzen von Regierung und Behör den teilnahmen. Antisemitismus in Rutzland? Moskau, 9. Nov. Das Organ der kommunistischen Jugend, „Komsomolskaja Prawda" berichtet über Auswüchse des krassesten Antisemitismus in den Kohlenbergwerken von Altschewsk und Kaliewk. Jüdische Kohlenbergmerkarbeiter wurden fortwährend terrorisiert und beschimpft. Die nichtjüdischen Bergarbeiter weigerten sich, mit den Juden eine Koalition einzugehen, die jüdischen Bergwerkarbeiter mußten gesondert in den Schacht hinabsteigen, da ihre nichtjüdischen Kollegen sich weigern, mit ihnen denselben Aufzug zu benutzen. Mitglieder der jung-kommunistischen Organisation, die in diesen Bergwerken beschäftigt sind, schreiten hierin in den Fußtapfen ihrer älteren Kollegen und beteiligen sich an der Terrorisierung, Beschimpfung und künstlichen Isolierung der Juden. Wie die Zeitungen weiter berichten, herrschen ähnliche Zustände in sehr zahlreichen Fabriken überall in Sowjet-Rußland. In der chemischen Fabrik Kadiedsk wurde vor kurzem ein jüdischer Arbeiter von einem antisemitischen Arbeitskollegien totgeschlagen. Ein chinesischer Arbeiter, der dem Juden beistehen wollte, wurde von dem Huligan -ebenfalls -getötet. Der Doppelmörder ist bis heute noch nicht in Haft genommen worden. Das Skaatsjublläum in Lettland und die Inden. Riga, 19. November. Die Judenheit von- Lettland hat gemeinsam mit dre übrigen Bevölkerung das Jubiläum des zehnjährigen Be¬ Will die Sowjetregierung eine zentrale Ieschiwah in Charkow gründen? Riga, 19. Nov. In Len orthodoxen jüdischen Kreisen der Sowjet-Republik hat die Mitteilung Sensation hervorgerufen, daß die Sowjetregierung den Plan erörtert, in Charkow, der Hauptstadt der Sowjet-Ukraine, eine große.zentrale Ieschiwah für die gesamte Sowjet-Republik zu errichten bezw. eine solche Errichtung anzuerkennen und zu fordern. Hierüber erfährt der Rigaer JTA.- Bertreter: Vor kurzer Zeit hat die Sowjetregierung mehrere Rabbiner der Ukraine zu einer Beratung nach Charkow -eingeladen. In dieser Beratung machte der Vertreter der Sowjetregierung die Mitteilung, daß die Sowjetregierung die Gründung einer zentralen Jeschiwah in Charkow plant, die von der Regierung als Rabbiner-Lehranstalt anerkannt werden wird. Die Rabbiner, denen diese Mitteilung vollkommen unerwartet gekommen war, haben es vorläufig unterlassen, zu diesem Plan Stellung zu nehmen. Da der Vertreter der Sowjetmacht die Motive, die die Regierung zu einem solchen Schritt bewogen haben, nicht dargetan hat, wird diese Geste der Regierung in den interessierten Kreisen in verschiedener Weise kommentiert. Manche wollen in diesem Schritt nichts als eine von der „Jewfekzia" (Jüdische Sektionen der Kommunistischen Partei) inspirierte Provokation sehen, die dahin zielt, alle jetzt noch in Rußland bestehenden illegalen Jeschiwoth zur Auslösung zu bringen und das Jefchiwahwesen aus einen Punkt zu konzentrieren, um es desto sicherer vernichten zu können. Ein Teil der Rabbiner scheint aber anderer Ansicht zu sein und dem Projekt zugeneigt zu sein, da die Verfolgung der Chedarim und Jeschiwoth in der letzten Zeit jedes Maß übersteigt und deren Existenz fast unmöglich macht. Nach einer weiteren Version habe sich die Sowjetregierung zur Gründung einer Ieschiwah in Charkow deshalb entMosien, weil sie sich bereits zur Gründung -eines Seminars für katholische Geistliche in Charkow verpflichtet hat und gegenüber den Juden Parität üben wolle. ' ‘ Schweiz. Zuden im Schweizerischen Parlament. Bern, 11. Nov. Bei den letzten Wahlen zum? Schweizerischen Nationalrat wurde der bekannte jüdische Advokat Dr. David Farbstein im Kanton Zürich zum Nationalratsmitglied wiedergewählt. Im Kanton Genf wurde der jüdische Advokat Dicker zum Mitglied des Natiönalrates neugewählt. Beide kandidierten, auf der sozialdemokratischen Liste. - Türkei. Erziehungsarbeit der türkischen Juden. K o n st a n t i n o'p e l, 13. November. Das jüdische Erziehungswesen in der Türkesi befindet sich bekanntlich seit Beginn des jetzigen politischen Regimes in einem steten Niedergange. Nunmehr hat sich innerhalb der jüdischen Gemeinde in Konstantinopel eine Organisation gebildet, deren Ziel es ist, dem jüdischen Schulwesen aufzuhelfen und ferner Fachschulen zur Ausbildung der jüdischen Jugend im Handwerk zu gründen. Die Regierung hat die Statuten des neuen Schulwesens bereits anerkannt und ihm das Privilegium verliehen, Schenkungen und Stiftungen anzunehmen." (Wie steht es mit den jüdischen Disziplinen in diesen Schulen? Red.) England. Eine Provokation der jüdischen Gesamtheit. London, 16. Nov. Der Geistliche der Londoner liberalen Synagoge, Dr. Israel Mattuck fühlt sich berufenaus Änlaß der in d-sn englischen Presse j-etzt viel erörterten, Fragen der jüdnischen Chegesetzgebung eine Proklamation zu -erlassen^ in der er die Grundsätze der liberalen Geistlichkeit hinsichtlich der Eheschließung bereits verheirateter Frauen, die keinen Get besitzen, wie folgt verkündet: „Sowohl in Amerika als hier (ich bin nicht gewiß wie die- Praxis in Deutschland ist) erkennen die liberalen Rabbiner und ihre Gemeinden ein bürgerliches Ehescheidungsdekret als religiös gültig und hinreichend an; sie verlangen keinen Get, noch messen sie ihm irgendwelche Gültigkeit b ei. Sie sind daher bereit, eine Frau, die gesetzlich von ihrem Manne geschieden ist, wiederzuverheiraten, ohne von ihr zu fordern, daß sie einen Get von ihrem Manne erlangt. Unsere Praxis ist hier in solchen Fällen so, daß wir der. Frau, wenn sie es wünscht, eine Bescheinigung geben, wonach wir die bürger l i ch e Scheidung als religiös gültig anerkennen/' Wir wissen nicht, ob die greWenlose Gewissenlosigkeit mit der sich, die liberale Geistlichkeit über die geheiligten Grundsätze des jüdischen Familiengesetzes hinwegsetzt und mit der sie das -ihrige dazu beiträgt, w-naa visini» schon jemals mit einer zynischen Offenheit und Selbstverständlichkeit verkündet worden ist, wie Herr Mattuck esin diesem Augenblick tut. Das Echo aus dem Lager der Rabbinen wird wohl nicht ausbleiben. ' fd:-: v/j -:j ■ )fi M1 ■ JAHRE TABAKFABRIKATE FRANKFURT-AM KAISERSTR-27 -r? .ml.oa tv . -H .r,; < '.jnuänul'r - •••/;' .i;rr siM r JAHREN DIE POPULÄRSTE GNU FRANKfUR T AM - .•%* -lytr -7 -~'v, -li-'-S . r-rl-or. -lei Synagogen- Stickeireien Sargenes T a I is Gebetbücher Kauffmann < C o. Buchhandlucg Frankfurt a. M. Scfaillerstr. 19 Fernspr. Hansa 7220—22 sowie Stimmen Reparaturen Leo Scluiellbacher Escbersheiinor(d8tr. 42 Streng “USO;; Ia junge fette bayerische per. Pfund M 1.20 bis 1;80 , , versendet BcrnfiUogcp Hördflngen id. Res.: Sr. Ehrw Herr Dtstr.» Rabbiner Dr. Reuwtrth, Jchenhauseu i. B. f -i -s-'-ft fr——. ■ H l I