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Der Israelit · 1928-11-22 · Heft 47 (22.11.1928) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 47 (22.11.1928)
Date
1928-11-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
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22. Nyvember 1S28 _: Expose uberHe: gegenwärtige politische Lage, uröräüs hin eine Resolution angenommen worden ist. in der Dr. Fildermann und. seinenMiturbeitern die Anerkennung für ihre. parlamentärffche Tätigkeit ausgesprochen und Dr. ZWermann das Mandat erteilt.wird, über die Haltung der Union. bei den, bevorstehenden Parlamentswahlen zu bestimmen.- Das. Amtsblatt „Monitorul Official" publiziert das neue Gesetz über die Organisatton der jüdischen Gemeinden und Gemeindeverbände in Rumänien. Danach stellt die jüdische. Gemeinde eine Vereinigung aller Juden und jüdischen religiösen Anstalten (Synagogen, Gebethäuser usw.),' sowie der Anstalten für Kultur und soziale Hilfe dar. Mehrere dürfen sich zu einem Verband zusammenschließen. In jeder Ortschaft darf.nur eine einzige jüdische Gemeinde bestehen, der automatisch alle Juden dieser Ortschaft angehören. Einzig den spaniblischen Gemeinden in Altrumänien und den orthodoxen Gemeinden in Transsylvanien ist es gestattet, außerhalb der Gemeindeorganisation als Sondergemeinden zu bestehen. Jede Gemeinde hat das Recht, einen oder einige Rabbiner anzustellen. Die Rabbiner müssen aber rumänische Staatsbürger fein; begründete Ausnahmefälle werden Berücksichtigung finden. Wo in einer Ortschaft'eine Mi sche Gemeinde nicht besteht, wird das Ministerium eine solche innerhalb 6 Monaten organisieren. Der Verkauf von. Koscherfleisch und Mazzoth kann nur mit Bewilligung der Gemeinde und unter der Aufsicht des Ortsrabbiners geschehen. Alle Gemeinden bilden einen allgemeinen jüdischen Kongreß, der die Aufgabe hat, ein allgemeines Statut' der Organisation des jüdischen Kultus abzufassen und einen Vertreter des jüdischen Kultus für den rumänischen Senat zu wählen. Der erste Gemeindekongreß wird innerhalb eines Jahres vom Kultusministerium einberufen werden: die Stimmenzahl jeder Gemeinde auf dem Kongreß wird nach der Zahl ihrer Mitglieder bemessen,; . __ %. Me Autonomie der Lzernowitzer kirllusgemejnde Czernowitz, 16«. November. Die neue Regierung löste die von Dr. Straucher versehene . Gerentschaft der jüdischen Kultusgemeinde von Czernowitz, auf und ernannte zu Gereiften Dr, Salomon K i n s b r u n n e r und Dr. L a z a r o w i c z. Die neuen Gerenten werden schon in kürzester.Zeit Neuwahlen für die Repräsentanz der Kultusgemeinde äusschreiberft so daß die. lange entbehrte Autonomie dieser Gemeinde wiederhergestellt sein wird. Der Beirats der schon stützt eingesetzt werden muß, wird allen Schichten der jüdischen Bevölkerung entnommen werden. . Maläftiaa. - Der Waffenstillstandstag in Palästina. Jerusalem, 13. November. Vladimir Jabo tun s k y, der -während des Krieges die jüdischen Bataillone'zur Unterstützung der Eroberung PalMnas organisiert hat, marschierte am 11. November vormittags, am 1.0,-^Iahrestütz" der Virrkündung Leä Waffenstillstandes, an der Spitze von 200 ehemaligen Angehörigen der: jüdischen Bataillone und' ehemaliger jüdischer Soldaten anderer- Formationen' der britischen Armee zur Parade auf dem Exerzierplatz -aus Russian Square. Die ehemaligen jüdischen Soldaten aus Jaffa und Tel Awiw . uMde.n -in - einem Extrqzüg nach Jerusalem zur Parade gebrächt Der stellvertretende Oberkommissar von' Palästina, H. E. Luk e , nahm die Parade ab und richtete eine Ansprache an die jüdischen Soldaten, in der er erklärte, die jüdischen Soldaten widmen sich jetzt dem friedlichen Aufbau Palästinas mit der gleichen Begeisterung, mit ' -dem sie früher für Palästina fochten. ' Die Legionäre marschierten dann, von der in den beflaggten- Straßen sie flankierenden Menge warm begrüßt, -zum britischen Militärfriedhof aus dem Scopus- Verge. Nach einem kurzen Gedächtnisgottesdienst wurden Kränze des Klubs der jüdischen Legionäre, der Zionistischen Exekutive und der jüdischen" Gemeinde auf das Kriegerdenkmal.'Niedergelegt. Nach Rückkehr zum Exerzierplatz hielt Oberst F. H. K i s h, der Präsident des Klubs der ehemaligen jüdischen Soldaten, eine Ansprache,';,inher er die Rolle der jüdischen Bataillone. in^ der.. Befreiung Palästinas unber der organisatori^n Führerschaft von Jabotinsky skizzierte und die ehemaligen Soldaten.aufforderte, ihren Dienst für'Zion Schülter an' Schulter, ky-rt, allen Juden weiter zu leisten. Genau 11 Uhr ertönte ein Kanonen- D e r 8 »r a e l i t__ schuh, woraus in ganz Palästina zwei Minuten lang zum Gedächtnis der toten Kämpfer jede Arbeit ruhte. Polnische Industrie in Palästina ' Jerusalem, 15. November. Dr. Bernhard Hausner,.der polnische Handelsvertreter in Palästina, besuchte eine Anzahl von jüdischen Kolonien, um über Möglichkeiten der Verpflanzung polnischer Industrie nach..Palästina zu beraten,. .Jn.EHede ra teilte er in einer Aussprache den Kolonisten mit, daß es wohl möglich fei,-in Polen 20 000 Esrogim und Lulowim jedes Jahr abzüfetzen, woraus Palästina eine große Einnahme erwachsen würde. Polen hat bereits den Einfuhrzoll für Pakästmaware herabgesetzt und wird ihn noch weiter herabsetzen. Nach Palästinaorangon ist in Polen große Nachfrage, leider würde aber von der Lizenz, 15 Waggons Orangen aus Palästina einzuführen, nicht der volle Gebrauch gemacht. Wäre das geschehen, so hätte man dieses Jahr Emfuhrerlaubnis für das doppelte Quantum erhalten. Immerhin betrug in den letzten neun Monaten der Export.von Palästina nach Polen 380 000 Pfd. (im vorigen Jahr 80000 Pfd ). Die Einfuhr von Polen nach Palästina betrug 525000 Pfd. (640 000 Pfd. voriges Jahr). Die Weine von „Rischon le Zion" und „Sichron Jakob" finden in Polen guten. Absatz, es müßten nur Mittel gesucht werden, um die. hohen Preise zu reduzieren. Ebenso-werden in Polen hebräische Bücher und Mazoth von Palästina abgesetzt. Erzeugnisse der Kunstgewerbeschüle „Bezalel" wurden verkauft. Bei guter Regelung darf man für den Absatz von Palästinafrüchten in Polen eine äußerst günstige Zukunft Voraussagen. Einwanderungsziffern. Jerusalem, 15. November. Seit der Eroberung Palästinas und Syriens sind 120000 Armenierin Syrien «ingewandert, und all dies ohne Deklaration und ohne Organisierung von Alioth. Die französische Regierung unterstützt die armenische Einwanderung m Syrien nach Kräften, fast in hem Mäße, so drückt sich der „Doar Hajom" bitter aus, wie die englische Regierung die jüdische Einwanderung in Palästina verhindert. Auch der Volkerbund steht der armenischen Einwanderung sehr sympathisch gegenüber und ebnet ihr die Wege. Nur der Hilfe von Frankreich und Genf aus ist es zu danken, daß solche Massenansiedlungen von Armeniern in Syrien und im Libanon zustande kommen konnten. Die Politik Frankreichs ist klar und vernünftig. Es gilt, einen Bevölkeurngsausgleich im Norden zu schaffen und das moslemitische Uebergewicht damit zu paralisieren. Bier große Kolonien sind zurzeit in Syrien im Aufblühen, die bald eine Art Üieu armen ien bilden werden. Neue Bodenkomsilexe werden andauernd aufgekauft. Alle diese armenischen Niederlassungen tragen armenische Namen und haben rein armenischen Charakter. Die Einbürgerung her Arrnenier in Syrien erfolgt fast automatisch, ohne all die Formalitäten und Schwierigkeiten, wie sie bei Einhürgerüngen'bon Juden in Palästina bestehen. Amerika. Für Versöhnungsarbeil.; ' Washington, 12. November. - Dem rumänischen Gesandten in den Bereinigten' Staaten, Herrn George Gretziano, wurde vom König Mihai durch den Regentschaftsrat das Großkreuz des- Ordens der Krone von Rumänien verliehen. Die rumänische Gesandtschaft-in Washington teilt offiziell mit, daß Herr Gretziano-diese Auszeichnung in Anerkennung der hon ihm feit seiner Ernennung in Washington geleisteten.' Dienste und besonders in Anerkennung feiner Verdienste Um die Beseitigung der Unzufriedenheit der amerikanischen Juden mit der' rumänischen Regierung und die Aussöhnung des jüdischen Elementes erhalten hat. Durchdiese Versöhnungsarbeit Gretzianos, heißt es dann weiter, wurde es erreicht, daß die Juden -in den Vereinigten. StaäteN'''däs^'ftnänzielle' ' SWilisMÜntzsprogramni der rumänischen Regierung, unterstützen.; Sitzung der Organisationskommission für die Iewish Agency. \ M i- : - Ne wy o r k , 13. November. - Die von der Konferenz der amerikanischen Nichtzionisten beschlossene und von Louis Marshäll gemäß dem von der Konferenz erhaltenen Aufträge ernannte Nr. 47 Sette? Orgänisationskommission zur Herbeiführung einer endgültigen Verständigung mit der Zionistischen Organisation und zur Organisierung des amerikanischen Teils der Iewish Agenvy hat im Hause des Herrn M. Marburg, des Vorsitzenden der Organisationskommission, ihre erste Sitzung abgehalten. Die Aussprache betraf die Fragen der Kwuzoth und des Jüdischen Nationalfonds. Cs wurde ein Uebereinkömmen dahingehend erreicht, daß die Frage, ob die Kwuzoth als Wirtschaftsform im Rahmen des allgemeinen Kolonisationswerkes in Palästina bestehen solle oder nicht, der zu bildenden Iewish Agency zur Enffcheidung überlassen werden soll. Mit Bezug auf den Jüdischen Nationalfonds wurde übereinstimmend festgestellt, daß der Jüdische Nationalfonds als Bodeninstrument der jüdischen Kolonisation bestehen bleiben soll. Newyork ohne Koscherfleisch. N e w y o r k, 10. Nov. Nach langwierigen Streitigkeiten haben 8000 jüdische Metzger den Streik erklärt, so daß die orthodoxen Jupen auf Geflügel angewiesen sind. Der Kampf der Koscherfleisch-Händler richtet sich gegen den Koscher- Schlächtertrust, der die Preise so hoch schraubt, daß der Konsument stark belastet roirö; Der kleine Fleischverkäufer aber sehr wenig profitieren kann. Ein Pfund Fleisch kostet heute in Newyork vierzig Cent. Die Großhändler in ihrem -geschlossenen Ring haben aber längeren- Atem und können aushalten. Zunächst profitieren bei diesem Streike einzig, die Geflügelhändler. Die Preise für Geflügel steigen dementsprechend täglich. Personalien. R. Jsaac INalina y^T. Berlin, 18. Noo. Am Freitag den 26. Chefchwan verschied nach einem Schlaganfall der allbekannte und beliebte ehem. Schachet der Adaß Jisroel, der geschätzte Torii rrn R. Jsaac Mali na. Der Tod ereilte ihn in Meran, wo er zur Erholung vom" Schmerz über den erst kürzlich'erfolgten Tod seiner Gattin geweilt hatte. Ihn, der in jungen Jahren als smai **»» aus Polen nach Deutschland kam und hier angesehene Posten bekleidet hat, — der noch bis an die erreichte Schwell« des biblischen Alters in jugendlicher Frische sein ganzes Leben der Thora und der-Nächstenliebe -gewidmet; ihn beweinen nicht nur die nun in schneller Folge völlig ihres Elternhauses beraubten Kinder; — ihm trauern alle die nach, die in seinem Hause in Berlin ihren ständigen o-aan* i»i sahen, alle, die bei ihm sict heimisch fühlen durften, — gleichviel, welcher Hilfeleistung und Aufopferung sie bedurften, gleichviel sogar, wie es ihm . erging, Boi feiner Bestattung, die Sonntag den 28. Cheschwan . in Meran stattfand, rühmte Rabb. Grünewald die ganze allbekannte echtjüdische Art des Verstorbenen und gedachte der in weiter Ferne weilenden Söhne, denen es nicht oergönnt war, ihren Eltern die letzten Ehren zu erweisen, sowie des .Schmerzes der als einzige. Angehörige anwesenden Töchter. Doch waren diese Trostworte nur der letzte Akt in der ganzen Reihe von Liebesbeweisen, mit denen Rabbiner Grünewald und die Familie Beermann in Meran dem Verstorbenen und den schwergeprüften Kindern in den leidvollen Nächten-und Tagen hilfreich zur Seite ständen. Am Sonntag den 5. Kislew, fand in Berlin in der Synagoge Kn«ß'et-h Jisraek, dem ni'sni' oi?» des Verstorbenen, der isv.i statt, bei dem Rgbb. Dr. W. Leoy als Rabbiner derselben den Dank für die Tätigkeit des Verstorbenen im Lermvesen und in der Organisation des Schulwerks der Kneßeth Jisrael, und Räbb. Dr. M. Hildesheimer die Verdienste des “ma um sein Amt in der Adaß Jisroel aussprach, wobei sie als Hauptoerdienst von R. Jsaac Malina nicht seine berufliche Treue, sondern sein manSrnn priesen, das er Anderen mitzuteilen meisterlich verstand. Als Freund und Schüler nahm vom Geiste des Vollendeten Herr Konsul-Dr. Kahn-Jaffa ergreifenden Abschied, und als Schwiegersohn und Schüler gab Rabb. Dr. B. Cohen den Gefühlen Ausdruck. Die Synagoge i-rriv' no« vereinigte mit dieser Veranstaltung zugleich den roon für ihren früheren ehrenamtlichen Dozenten, den Schicksalsgenossen des Verstorbenen, Herrn Rabbiner Dr. Meier M u n k ^r, . dessen die Rabbiner Dr. Lewy und Dr. Cohen in Wehmut ehrend gedachten. Als Freund des Malinaschen Hauses schloß Herr Dr. Wechselmann die Reihe der Trauerredner. Die große Beteiligung an der Feier zeugte von der großen Beliebtheit beider Betrauerten. Rabbi Rachum Rofenfeld Warschau. 17. Noo. Der Tod von Rabbi Nachum Rosenfeld, über den wir bereits berichtet haben .versetzte Warschau und die ganze polnische Judenheit in tiefste Trauer. Die Wertschätzung dieses seltenen Führers, der polnischen Orthodoxie spiegelte sich in der Bestattung wieder, zu der sich viele Tausende, auch Rebbes und Rabbiner, einfanden. Die gesamte Kehillaverwaltung,- ebenso sämtliche Mitglieder des Kehilorates,, sodann das gesamte Rabbinat und viele Delegationen beteiligten sich offiziell am Trauer-

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