Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 46 (15.11.1928)
- Date
- 1928-11-15
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Sette 2 Nr. 23 Der Israelit Blatter 13. November 1828 biner Lewin, Rzeszow, Sochatschewer Rebbe, Sokolower Rebbe, Gerer Rebbe, Nowominsker Rebbe, Rabbi Chaim Oiser, Radsiner Rebbe, Motschitzer Rebbe, Jacob Rosenheim, Dr. Pinchas Kohn. Wenn ich hinzufüge, baß ein sehr inniges Begrüßungsschreiben des Chofez Chajim durch seinen Schwiegersohn verlesen wurde, daß der Czortkower Rebbe und der Sadagorer Rebbe, daß auch der B e l z e r Rebbe sehr warme Schreiben an die Konferenz gesandt hatten, dann weiß auch der, welcher nicht dabei sein durfte: diese Konferenz war eine Konferenz von brri^' ließ ahnen, was uns die 2. K. G. s. G. w. bringen wird. Die Eröffnungsrede des „Reifcher Raw" — zur Hälfte in jiddisch, zur Hälfte in polnisch vorgetragen, wurde in großer Begeisterung ausgenommen. Drei Gegenstände im jüdischen Heiligtum mußten rwj7»' gehämmert, fest sein: die tnmia — Symbol für die I u.g e n d — die miLiLn-das Organ zur Sammlung des die mua» Symbol für die mirv In heutiger Zeit ist dasnippa geschwunden: Aufgabe von Agudas Jisroel ist es, Aufgabe dieser Konferenz, dafür zu sorgen, daß es wieder im Heiligtum der jüdischen Gemeinschaft zu seinem vollen, alten Recht gelange. Dann folgten 14 Begrüßungsreden; als erster sprach der Gerer Rebbe die naia über die Versammlung, dann Rabbi Ehaim Oiser, der als einer der Gründer von Agudas Jisroel vom Raten zum Taten aufforderte und nach chm die verschiedenen Rebbes, die Vertreter der ma« tPiTW' des Rabbinischen Rates (R. Menachem Semba) des Warschauer Rabbinats, der P. A. I. usw. Besonders umjubelt wurde Pinchas Kohn, der Initiator der polnischen Agudas Jisroel, der im Namen des G. A. sprach und, ergriffen und ergreifend, das Gewesene mit dem Gewordenen verglich. Ich glaube nicht, daß unsere polnischen Freunde das gehobene Deutsch Pinchas Kohns verstanden, aber das wußten sie: da sprach ein Mann zu ihnen, dem sie diesen Höhepunkt im Leben der polnischen Orthodoxie dankten. Als Letzter begrüßte der Schreiber im Namen der deutschen Agudo; er erinnerte daran, daß genau vor 17 Jahren — am 29. Oktober 1911 — in Frankfurt a. M. 47 Männer zusammen kamen, den Grundstein der Agudas Jisroel zu legen; am 29. Oktober 1928 bekennen sich zu ihr hunderte von gewählten Delegierten, die viele zehntausende von Wählern repräsentierten und wünschte der polnischen Schwesterorganisation für die Zukunft weiter: tnani ’s'?«*? ".i ns irmns Und dann folgte der in den Mittelpunkt des Abends gestellte Vortrag Jacob Rosenheims: "Der mna von Agudas Jisroel". — Es hieße den Eindruck der Rede schwächen, wollte ich sie auszugsweise wiedergeben; ich nehme an, daß sie Halb zur „agudistischen Literatur" gehören wrid. (Sollte der verehrte Redner dem ist vorstehender Zeile ausgesprochenen Wunsch nicht Nachkommen, so behalte ich mir ihre ausführliche Wiedergabe für eine spätere Gelegenheit vor!!) Die Konferenz huldigte Rosenheim stürmisch, sie huldigte in ihm den Gedanken der Agudas Jisroel, die sie in ihm am meisten und edelsten verkörpert sieht. Nach Rosenheims Rede verließ der Gerer Rebbe die Versammlung, und die eigentliche „Arbeit" begann. I. M. Lewin hielt sein mehr denn zweistündiges Referat: „Die Tätigkeit der Agu - das^isroelin^olenseitder2. Landeskonserenz 5 6 8 2 ". Das Referat hielt die Versammelten bis zum Schluß in voller Spannung; es war ein rhetorisches Meisterwerk; begeisterndes Bekenntnis zur Agudo, klarer Tätigkeitsbericht, Abrechnung mit einer diffamierenden Presse und Kritik an der eigenen Arbeit. Wenn man fragt, warum die polnische Agudas Jisroel in ihrem organisatorischen Gefüge nicht so fest ist, wie dies der Liebe und Begeisterung der polnischen Wähler für sie entspricht, so lautet m. E. die Antwort: Weil sie nur e in en I. M. Lewin hat und wenn man der polnischen Agudas Jisroel zu ihrer dritten Landeskonferenz einen Wunsch aussprechen soll, so ist es dieser: rm^io.i brrir^ rmxa ist 1,1122 Um 11 Uhr abends schloß der Reischer Raw die Versammlung. 7 Stunden — um 4 Uhr wurde der Saal geöffnet und die meisten Delegierten waren in der Angst um gute Plätze mit geradezu unpolnischer Pünktlichkeit erschienen — hatte die Versammlung in musterhafter Ruhe „ausgehalten", 5 Stunden gehört und gehört und — erlebt. Und diesem ersten Abend mit seiner ganzen Festlichkeit und Hochstimmung folgte der erste Verhandlungstag. Diesen leitete der Reischer Raw ein mit einer tief erschütternden niam all der großen Männer, die in den letzten sieben Jähren von uns gegangen, den Männern der ,11W' den Männern, die Agudas Jisroel ihre Kraft und ihre Liebe gegeben. Es war leider eine große, große Zahl, denen er Worte der Treue und des Dankes weihte — und als er sprach von den Männern aus rjDtPK' vom Münchener Raw, vom Frankfurter Raw, vom Kölner Raw, da durchzuckte uns der Schmerz und die Trauer am tiefsten. „Sie Haben für uns gelebt, darum sind sie für uns nicht gestorben:!.1212^ ä'P'IS IDT Und im Gedächtnis dieser Großen ging man an die Arbeit, die, nach den Wahlen für das Präsidium und die einzelnen Kommissionen, durch das Referat Pinchas Kohns: „Die Weltlage der Aguda" eingeleitet wurde. Er benutzte fein Referat, um dem polnischen Judentum klarzulegen, was es Leo Deutschländer danke, der sein ganzes Leben der jüdischen Tochter des Ostens (apsr> fr»a) weihe). Ihm folgte das Referat Mzjlem Kaminers: „Die Organisation, wie sie ist und wie sie sein sollte", und dann sprach Meier Schwarzmann: FragenderJugend! Und die Dsikussion setzte ein und die Kritik der Jugend — an die Eltern. Alle haben sie versagt, nur einer kommt glänzend weg: I. M. Lewin. Der ist unter den „Larven" die einzig fühlende Brust! ■ :i„! Und auch am Nachmittag geht es so weiter — bis der Petrikower Raw, Rabbi Meier Schapiro, erscheint und mit seinem Erscheinen und seinem Referat: „Limud Hatauro, Jeschiwowesgm und s'bai'? '»an ria'V''" ungeheure Begeisterung auslöst. . t;> . j i Und unter tosenden Beifallssalven (die ihm galten!) verließ ich den Saal und die Versammlung — und machte mich auf die Heimreise. Und während ich bis hierher geschrieben habe, bringt mich der Zug meiner Heimat, meinen Lieben und meiner Arbeit daheim näherund näher. Und mit neuer Freude und Zuversicht nehme ich die Arbeit auf: die Orthodoxie im Osten lebt ein reiches, weites Leben und die Agudo im Osten blüht und blüht. Und wir hier im Westen wollen uns von diesem reichen Strom mittragen lassen und alle Kräfte anspannen, daß durch unsere Mitarbeit bald aus die 3. Landeskonferenz der Nischen Agudas Jisroel folgte: Die 2. Kenefsio Gdaulo des Vkie” ^2j Ueber den weiteren Verlauf der Konferenz, wird uns aus Warschau geschrieben: Am Mittwoch vormittag wird unter Vorsitz, des Herrn Henich Berger die Generaldebatte fortgesetzt. Herr M. P. Klein spricht sich gegen die Schaffung einer eigenen orthodoxen Partei in Zentrallitauen aus. Der Rabbiner von Krasnaschelze bespricht die Not der Jessode Hathora-Schulen. Der Vorwurf gegen die Rabbiner,, daß sie nichts zur Hilfeleistung täten, sei unberechtigt. Herr I. Berliner, Lodz, wünscht ein A. C. mit wechselndem Sitze in Warschau, Lodz, Krakau und Lemberg. Er appelliert an die Orthodoxie, das einzige Organ, den „Jud", zu unterstützen. A. Böhm wünscht, daß sich die Zeirim mehr mit Thoralernen abgeben. Herr Abraham Feldwebel aus Plonsk sagt, die Zeire Agudas Jisroel seien die Märtyrer der Aguda und man sollte bessere Beziehungen zu ihnen anbahnen. Der „Wladower Raw" regt die Schaffung von Koscherküchen für jüdische Soldaten in allen polnischen Garnisonstädten an. A. D. Klein, Lodz,, wünscht stärkere Hand in der Leitung der polnischen Aguda. Darauf ergreift Rabb. Dr., Pinchas Kohn das Wort zu einer herzlichen Abschiedsrede. Er sagt, die Warschauer Tage unter den Freunden, und in der Arbeit mit ihnen für die jüdische Sachewerden ihm unvergeßlich bleiben. Er schließt mit dem Wunsche: „Auf Wiedersehen nächsten Sommer bei der Kenessio gedaulo!" Die Versammlung bringt Dr. Kohn eine warme Ovation entgegen. Es sprechen noch ferner die Herren Moschkowitsch, Kleinlehrer, D. Z. Silberstein und G. Engelmann über Fragen der Erziehung und üben das Verhältnis zu den Zeirim. Herr H. Fränkel wirft dem A. C. vor, die Zeirimbewegung nicht? genügend unterstützt zu haben. Herr V. Lern schließt sich den Ausführungen an. Darauf hält Dr. Venzion Feßler eine längere Rede. Als autoritative Institution muß an der Spitze den Rabbinische Rat' stehen. Die Rabbiner müssen überall unabhängig sein und gleich den andern Geistlichen ihre Gehälter von der Staatskasse beziehen: solange dieses nicht zu'erreichen ist, müßte eine Z e n t r a l k a s s e für diesen Zweck geschaffen werden. Der Chinnuch muß zentralisiert werden. Es gehe nicht an, daß der eine Teil von Krakau, der andere von Lodz, der dritte von Lublin und der vierte von Wilna aus versorgt wird. Der Keren Hajischuw muß zu einem Volksfond ausgebaut werden. Sympathien erwerben wir uns nur dann, wenn wir den Massen etwas geben. Es wäre gerade an der Zeit, eine zentrale Finanzinstiftltion im Einvernehmen mit den Kaufleuten zu schaffen./. Herr Israel Meier spricht" im Namen dev Agudas Jisroel m ^aläsrrna und wünscht die Schaffung 'eines Ehrengerichtes zur Schlichtung der Streitigkeiten 'in Palästina. I. Halpern zieht die Lehren aus den letzten Sejmwahlen. Als Ort der Kenefsio Gedaulo schlägt er Lublin vor. Mit weiteren Bemerkungen der Herren Mandelbaum, Scheratzki, Pietrokowski und Rabb. Panzer schließt die Sitzung. Mittwoch Abend wird die Debatte fortgesetzt, bei der noch eine ganze Reihe von Rednern zu Worte kommen. Darauf hält Rabb. Tobias Ho - r 0 w i tz ein Referat über Politik i n Erez I i s r a e l. In der orthodoxen Kolonie „Machaneh Jisroel" steht die Sache im Ganzen gut. r Gedenket desKeren Hatorah Poslscheck-Konien: Landesdirektorium des Keren Hatorah in Deutschland Hamburg Nr. 24753 (P. Sch. A. Hamburg). Keren Hatorah-Kommissariat Frankfurt' a. M. Nr. 41666 (P. Sch. A. Frankfurt a.M Keren Hatorah-Kommissariat Nürnberg Nr. 18440 (P. Sch. Ä. Nürnberg) Keren Hatorah-Kommissariat Köln Nr 50131 (P. Sch. A. Köln) Keren Hatorah-Kommissariat Leipzig Nr) 70147 (P. Sch. A. Leipzig) Keren Hatorah-Kommissariat Berlin, P. Sch. A. Berlin Nr. 73991 C* Salomon. Keren Hatorah-Kommissariat Breslau, P. Sch. A. Breslau Nr. 60510 für Iwan Möltar. Keren Hatorah-Kommissariat Hamburg P. Sch. A. Nr. 40 953 für Dr. Julius Basel Keren Hatorah-Kommissariat Kartsruhe Markus Stern Bankkonto Ignaz Ellern,!