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Der Israelit · 1928-11-15 · Heft 46 (15.11.1928) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 46 (15.11.1928)
Date
1928-11-15
Page
– (sequence 15)
Language
German
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fieeausgegeBen von dep fände seeganifafiön der Jlgudas-Jisröel in f)euifcfi (and. (4. Jahrgang Hamburg- }5. Nsvembor J928 / 2. «Kiew 5689 Nummer 25 SchriftMüätz: Wolf S. Iakdöson in KarrrOrirg/ 3«1. MÄf Iu ChaMEktk Mfien 45Ü0 ZüdiW Mn8et A Drez ß üüÜ iferetf £eß$r ßüf .jbetni 2WiM $i£ machen feinen 2fhfpriicfi ^^anüffa-(Bejä>cnfe, sondern sie etr wärken nur dienöNgen Mittel für ihren Ättkerrichk; Speise und Hlej-ütig: Gnttaiische ihre LnvücttÜü- E MW ünb üvör M elf c ii oHlöcht z eit i g vMt ^hUirükkä D efüe tütkständige Eä'u fH.LEöd.sH,-.Ajjeril 6 e für Hts)- l e;ipäiift6cis pofff^etffonfo Nr. 53 900 Frankfurt ä: m der Palästina-Zenfrale der Agudas Ästöel. Wungen für WtäsÜügetelegrmnMe zugunsten der Agudas Äsroet eäÜU8E: W det LaUdeÄirtzamfätion der Agudas Jisröel in DeMfchlaüd; AdWe: Oberravb: Dr. S. äisiitzer; hMbürg 13; WindeHüf 46 oder: bei der Agudas Jisroel-Jugendorganisation, Frankfurt a. M. Relseemdrücke aus dem Osten! Von Wolf S. Jacobson in Hamburg. II. „ N i ch t verzweifeln!" Mit diesen Bekenntnis der P. A. I. schloß ich meinen letzten Bericht. Inzwischen sind inhaltsreiche Tage, Tage höchsten jüdischen und menschlichen Erlebens verstrichen: die T agu n g d er Vmv* rm# ein Warschauern 2 V' ein Besuch bei Rabbi Chaim Oiser i n O t w o z k, die dritte Landeskonferenz der polnisch e n A g u d a s I i s r o el. D i e T a g un g d er P. A. I. An anderer Stelle habe ich ausführlich die Fragen und Probleme erörtert, die diese. Tagung, neben speziellen Berufsproblemen, beschäftigten. So sei hier nur der persönliche Eindruck festgehalten: Las rnaiftnnDes polnischen Juden ist be.kannt, daß Arbeiter in der Verfechtung ihrer Wünsche, auch bei uns, nicht temperamentlos sind, weiß man. Nun nehme man das eine zum andern: und man hat eine Vorstellung von der Temperatur, in der die Debatten vonstatten gingen, von der Höhe der Begeisterungswellen, während Rosenheim oder Pinchas Kohn sprachen, von der „Energie" der B'2-nD» der Aufsichtsbeamten, wenn ein Gast sich in die Bänke der „Delegate" gedrängt hatte, oder ohne Gastkarte sich in die heiligen Hallen, wo Ordnung, die Himmelstochter, nicht immer herrschte, schmuggeln wollte. Aber keine Vorstellung hat man, äuf welch außerordentlich hohem Niveau Referate und Debatten sich i m m e r bewegten, keine Vorstellung von dem Ernst dieser Menschen, die, ob mit der Leitung oder in der Opposition, für ihre Ideale in großartiger Wärme und Herzlichkeit' stritten. Am n2V-Abend war eine kritische Situation: ein Rödntzr der „Opposition"—d. h. der Richtung, M vött AgUdcks Jisröel lös will — hätte iü zwöistündltztzn AÜsführUNigen sich heiser,^ die Gästd inüde ünd die Delegierten in fürchtbüre Erregung hineingeredet, da griffen Lewin und Rosenheim in lOminütiger Rede in die Debatte ein und --öie. SMnstüüg löste sich in Härmonie auf und P:A.J. entschieden sich mit überwältigender Mehrhest M- Weiteren, festesten Verbundenheit mit Atzlldäs MÄM.., .Die^ Tdtzung..b'er PÄ. I. war,. .hä§ sei sestKh'ülten, ein jvünderbares Erlebnis für d'en, öM züm ersten Mäle Menschen des HämüNs üüd der Pfneme, der Nadel und der Axt um die . höchsten sozialen Probleme ringen und sie im Geiste der min lösen sah. D et W arschauer n 2 v». Marschau ist Europas größte Judengemeinde unb die Mehrheit der Warschauer Juden ist frömm. Warschau hat. zwei ausgesprochene Jüdenviertel Twarda-Grzybow und Nalewka — Dzielna. Soll ich hiesett Ouarsieren eine spezisischägüdistische Bezeichnung geben, sü mühte, ich. sagen, in diesem.ist die Mesywta, wohnen Trockenheim und Pinchas Lewin, der die Konferenz vorbereitet hat, in jenem ist das Zentralbüro der Agudas Jisröel, wohnen' I. M. Lewin, die eigentliche Seele der polnischen Agudas . Jisröel- sowie all die andren, auch bei uns im Westen bekannten polnischen Agudoführer: A. S. Frydmann, Orlean, N.. Rosenfeld usw. Ich verlebte den. mw im Tryärda-Grzybowviertel, in dessen endloser Hauptstraße, der Twarda, wohl kaum ein Geschäft am m# geöffnet ist. Man spürt dort die N2V nrma um so intensiver, als während der Woche dort riesenhafter Verkehr, Betrieb und, demgemäß/ Lärm herrscht. Die einzelnen Häuser bestehen aus gewaltigen Häuserblocks, Vorderhaus, Mittelhaus und Hinterhaus. Von dem einen zum andern gelangt man durch ausgedehnte Höfe, die in. besseren Häusern gut gepflegt sind, in andern wiederum Stätte eines regelrechten Markttreibens Mit Budenbetrieb usw. sind, doch am N2V herrscht überall Ruhe, die nur durch den Lärm der dort ungestört spielenden Kinder unterbrochen wird. Daß sich in fast jedem dieser Häuser bezw. Häuserblocks irgendein „Stibl" befindet, oft auch mehrere, ist selbstverständlich. Wohnen doch in einem solchen Bau mehr Juden als in einer ganzen deutschen Gemeinde mittleren Formats, 600, 800, 1000 und noch mehr! Der „Freitagabend" im Haufe I. M. Lewins, wo sich zur Begrüßung unserer Führer allmählich alle prominenten Warschauer Agudisten und Zahlreiche erlesene auswärtige Gäste, u. a. der berühmte Rabbi Wassermann-Baranowitschi, einfanden, so daß sich dort bald lebhaftes agudistisches Treiben entwickelte, der npN-Morgen im historischen, vom 'wiinnoch erbauten, großen Gerer Stibl^wo sich hunderte von v'iwn drängten, der Mittag im Hause des „Arbeiterführers" Orlean, der Nachmittag bei den ■ D^sns* die einen „ideologischen Schmus" arrangiert hatten, wie es im -Programm offiziell heißt. So verlebten wir einen wunderbar interessanten und in' mannigfacher Beziehung aufschlußreichen Tag, einen Tag, der im Zeichen „Gers" stand. Und so darf ich in diesem Zusammenhang noch von Polens größter wv* berichten, die auch ein Geschenk der Gerer Kreise an. die jüdische Gesamtheit ist: von derrrn a'n v' in der auch jetzt trotz größter finanzieller Nöte, noch 500 enT>»^>jv unter Anleitung von fünf m’W' ->mi und' unter Oberaufsicht des Rabbi Mendel Hoffer, lernen und zu Polens zukünftigen geistigen Führern ausgeblldet werden. Ueber das „Lernen" dort, und seine Methoden, ein Urteil abzügeben, steht mir nicht an/ wohl aber darf ich von der wunderbar organisierten Speisung der Dmrp sprechen. Eine blitzsaubere Küche, drei grüße Speisesäle — der eine für die cmim» die schon mnin inn haben oder bald davor stehen Und denen auf diese Weise 1122 erzeigt/ werden soll — reichliches Essen, — nur durch solches mn rinsn *pWK kann das 21B X2M üVisrV heutzutage ermöglicht werden, wie der Petrikower Raw treffend sagte! . Und wenn Lublin erst eröffnet sein wird — und die kraftvolle Persönlichketk des Gründers bietet hierfür Garantie — dann wird am zwei gewaltigen Kraftquellen das alte Polen gespeist werden^ Bei Rabbi Ehaim Oiser in Otwozk. Und zü einem Besuch bei dein Größten ist der Gegenwart, den die,12’ttP. hervorgebrücht hat, zum niNN Vtrv zü R: Ehaitn Oiser, dem Wllnaer Rtttü/ der augenblicklich in Otwozk zur Kür weiltz dürfte ich Unsere Führer ötgleitert uüd Li^Wätztheit des Satzes spüren: rrr-is1? 21t 'mi!^abbi GhüiM Liiser; wer nur ein wenig bewandert ist in der Gegenwart, der weiß, was R. Ehaim Oiför der zettgenössifchen JüdenheiL bedeutet Jede schwere Frage, die den ^2 angeht/ D Sorge, die die des. Ostens bedrückt^ jede ÄngelegeNheitz die insbesondere das litäüische JüdesttUm betrisst, älles kommt. vor Rebbe Ghaim öiser und Mer Frage weiß seine Weisheit Atitwörtz jeder Not seine Energie eine Liiiderung/ jedem Einzelschicksal seine Güte Rat und Tat. Er ist Nicht nur j'i rv>2 2Ü von Wilna, jedem EWelnen ist er Pater, er ist nicht nur BörsitzWer des yia'V'N ivii'nicht nur Vorsitzender des Rabbinischtzn Rates vöN Ägudas Jisröel, jede einzelne agudistische Frage hat seine besondere Aufmerksamkeit und Liebe. Was Wunder, daß Tag und Nacht sein Haus das npii M2 ist, daß die Armen die Söhne feines Hauses sind. Er wellt seit einigen Wochen in Otwozk, sein durch die viele Arbeit geschwächtes Herz zu kräftigen und es spricht für seine Liebe zur Agudas Jisröel, daß er, gegen den ausdrücklichen Wunsch des Arztes, an der Eröffnung der Landeskonferenz teilnahm und ihr so von dem Glanze seiner nur der min lebenden Persönlichkeit lieh. Für mich persönlich waren diese Stunden im Hause von Rabbi Ehaim Oiser die Höhe meines Erlebens: Audienz beim König, dem rninn 12?i Und nun will ich berichten von der 3. Landeskonferenz der polnischen A g u d a s I i s r 0 e l. Ich will einen möglichst sachlichen Bericht geben und bringe darum zunächst Zahlen. Es waren bis zum Nachmittag der Konferenzeröffnung 5 3 7 Stäbte durch 670 Delegierte vertreten, darunter 130 aus Galizien, 50 aus den polnischen Randgebieten und 140 als Vertreter der 'T>5?s Als die Konferenz um Punkt 6 Uhr durch den „ R e i s ch e r Raw" (Oberrabbiner Lewin, Rzeszow) in Gegenwart von 8 Vertretern der Regierung (Vertreter verschiedener Ministerien und der städtischen Behörden) haben auf der erhöhten Estrade 120 Rabbiner, darunter die bekanntesten Namen Polens, Platz genommen. Im riesigen Theatersaal befinden sich an 2 0 0 0 Menschen, die nur gegen auf Namen lautende Eintrittskarten — und um jede Karte wurde im Agudabüro verbissen gekämpft — Einlaß fanden. Das Präsidium setzt sich während der Eröffnungssitzung wie folgt zusammen — ich bringe die Nümen in der Reihenfolge, wie die Herren sahen —: I. M. Lewin, Oberrab- 2

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