Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 46 (15.11.1928)
- Date
- 1928-11-15
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 18 Nr. 46 Der I s ra e l t t Festrede des Vorsitzenden, Herrn Otto Pisk: Er gedachte auch des verstorbenen Mitglieds Gerson Frohmann, der einen hervorragenden Anteil an der Errichtung des Heimes hatte. Die Ziele der Gefellschlaft sind nach der Zeichnung des Redners: Humanität', Freundschaft, Eintracht und Frieden. Es sprachen noch die Herren Rechtsanwalt Dr. Hecht, Stadtrat Frank für den Magistrat und Herr Bonwit für die Israelitische Gemeinde. Dem Baumeister Nathan, der den Umbau des erworbenen Hauses in bester und zweckmäßigster Weise ausführte, wurde vom Vorstande Dank ausgesprochen. Me Gesellschaft wurde 1805 gegründet und sie erhielt bis 1924 eine eigene Krankenkasse. Sie zählt heute ungefähr 650 Mitglieder. Berufsberatung. Von der Jüdischen Berufsberatung Langestrahe wird uns geschrieben: Die Berufsberatungs-Sprechstunde findet jeden Dienstag abend von 6—7.30 Uhr statt. Wir bitten die Eltern, ihre Kinder möglichst bald in die Sprechstunde zu schicken, damit eine sorgfältige Beratung gewährleistet wird. Die Herren Arbeitgeber werden gebeten, ihre Lehrkräfte baldigst bei uns anzufordern, damit wir Angebote machen können. In der kaufmännischen Branche ist dies besonders nötig, da wahrscheinlich bei den männlichen Kräften die Nachfrage stärker als das Angebot sein wird. Ein Tortengrutz für Dr. Eckener von Bad Homburg. Am Tage der glücklichen Rückkehr von Amerika wurde dem Lenker des Zeppelin-Luftschiffes, Herrn Dr. Eckener, eine von Herrn Konditor Leo Rothschild (Besitzerdes Kaffees Rothschild am Marktplatz) hergestellte Torte bekannter Güte überreicht, die die Gestalt eines Telegrammformulars hatte und einen poettschen Huldigungsgruß darbrachte. Mit dem Datum vom 4. November traf nun folgende Dankkarte (mit dem Bilde des Luftschiffes) hier ein: Wir schmausen mit Behagen von Ihrer köstlichen Tort«. Lotte Eckener. Sie haben meinen Mann wirklich erfreut. Frau Johanna Eckener. Sie schmeckt köstlich! Else von Fumeg. Hermann von Fumeg. Besten Dank Dr. Eckener. Frankfurter Vereinskalender. Imin Itiefor CMim. Freitag abend nach Schul, im Hörsaale Friedberger Anlage, Mikro, Herr Leopold Oppenheimer. Samstag morgen, nach Schul, im Hörfaale Friedberger Anlage, Dinim, Herr Dr. <£. Posen. — Nachmittag aU Stunden vor Mincho im Vereinslokale, Newiim, Herr Dr. W. Hofmann. Sonntag morgens nach Schul, im Hörfaale Friedberg. Anlage (ebenso Mittwoch). ö*tk "N Herr Redakt. S. Schachnowitz. — Vormittag 8 Uhr, Vereinslokal (ebenso 7s Stunde nach Sabbatausgang), Gemoro. Herr Joachim Soffer. — 974 Uhr Vormittag (ebenso Dienstag nachmittag 67, Uhr), Gemoro, Herr R.-A. G. Posen. — Abends 6 Uhr im Vereinslokale Langestratze 18, Vortrag des Herrn Dr. A. Merzbach über ..die Entstehung der Sprache und den Bau des Hebräischen". Montag nach Schul, im Hörfaale Friedberger Anlage (ebenso Donnerstag), Mischna. Mitgliederlernen. -7- Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Dereinslokale, Gemoro, Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. — 87» Uhr abends (ebenso Donnerstag), Gemoro, Herr Dr. E. Posen. V, Dienstag morgen nach Schul, im Hörfaale Friedberger Anlage (ebenso Freitag), Mischna, Herr Dr. E. Posen. Don Sonntag bis einschließlich Donnerstag abends 83ft Uhr im Vereinslokale, Schaslernen des Herrn Herz Halpern. Asuda, Il,roel-2oUendUr«ppe. Sonntag. 8 Uhr vormittag (ebenso Mittwoch 9 Uhr abend) Chumisch. Herr Leopold Oppenheimer. Montag, 9 Uhr abends (ebenso Mittwoch) Mischna. Herr Rechtsanwalt M. Katz. — 9 Uhr abends, (ebenso mw nachmittag 3 Uhr) Gemoro. Herr Emanuel Wolf. — 9 Uhr abends (ebenso Donnerstag) Gemoro. Herr Gerson Schnerb. Dienstag, 8/49 Uhr abends (ebenso mw Uhr) Gemoro. Herr Leo Schnerb. — 3/49 Uhr (ebenso MW 3 Uhr nachmittag) Gemoro. Herr Dr. W- Hofmann. — 3/49 Uhr abends (ebenso Mw 3/ao Uhr vormittags) Gemoro. Herr Dr. Js. Posen. Mittwoch. HS Uhr abends, Kizzur. Herr Theodor Spiegel. Donnerstag. 9 Uhr abends. Chumisch. Herr R.-A. Js. Rosenheim. Freitag, abends nach Schul, Muffar. Herr B. Rachelsohn. — 8 Uhr Gesellige Zusammenkunft. mw, 3/4ll Uhr vormittags, Gemoro. Herr Lippmann Kurzweil. — 3/4U Uhr vormittags, Kizzur. Herr Louis Kahn. — 3/4l2 Uhr vormittags, Kizzur. Herr Gerson Schnerb. — 3 Uhr nachm., Gemoro. 5>err Tarsis. — 4 Uhr nachmittag. Sidro. Herr R.-A. M. Katz. Jeden Tag von 9—11 Uhr Gelegenheit zum Lerne jeglicher Art. Von 12—1 Uhr, Das Jaumi. Herr Herz Halpern. Agudas Jisroet-Mädchengruppe. Montag, 728 Uhr abends, Mifchle. Herr Lehrer S. Unna. Dienstag, 9 Uhr abends, Tenach. Herr Dr. Weger. Mittwoch, 7»9 Uhr abends. Dinim. Herr Lehrer Hirschberg. MW nach Schul, Schmuei. Herr Julius Lewin. — 4 Uhr nachmittags, Chummisch und Raschi. Herr Lehrer Hirschberg. Freitag. 87s Uhr abends, Gesellige Zusammenkunft. 15. November 1928 Liwjattz Lhen-Verela. > Samstag, 4V4 Uhr nachm, im Hörfaale Friedbergeranlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz. (Israels Verteidigung). Jüdische Frauenverelnlgung.. Dienstag, den 20. November, nachmittags Uhr im Promenaden Cafe, 2. Gemütliche Zusammenkunft. Vortragende Frau Dr. Gros: Kinder- Psychologie. Beshamldrasch, Ostendftraße 1t. Rabbiner M. Karpel: 'Sonntag von 7—8 Uhr abends iiv'W r>2W Montag, Dienstag und Donnerstag von 729—7210 Uhr tw»w mw 'am- Jeden Freitag abend nach Schul Vortrag. Jüdischer Iurnerbund. Winterprogramm (gültig ab 8. Okt.) Herren: Donnerstag, 872—10 Uhr, Gymnastik und Turnen. Annaschule. Alte Herren: Montag 8% - 10V4 Uhr, Gymnastik und Turnen. Annaschule. Jugend: Donnerstag, 872—10 Uhr, Gymnastik und Turnen. Annaschule. > Damen: Donnerstag, 872—10 Uhr, Gymnastik, und Turnen. Liebsrauenschule (bis Mitte Novomber Mittwoch 87s-10 Uhr Annaschule). Frauen: Mittwoch, 7»/4—9 Uhr, Gymnastikkurs, S. R. Hirsch-Schule. Knaben: Dienstag, 6—77- Uhr, Turnen, S. R. Hirsch- Schule. Mädchen: Mittwoch, 47-—7 Uhr Gymnastik und Turnen Abtlg. I (bis 10 Jahre). 472-57» Uhr, Abtlg. II (über 10 Jahre). 572-7 Uhr, Annaschule. Sonntags : 8-10 Uhr, Schwimmkurs für Herren im Städtischen Schwimmbad. (Leitung Turnbruder Jacob Ganz). Alle 1t Tage Wanderungen. , Gebeizelte». mVin mw Freitag Abend 4.15 Samstag naawn 6.45 Samstagmorgen 8.— Samstagnachmittag 1.— und 4.— Samstagabend 5 30 lvochengottesdienst: Morgens 6.35 Nachmittags 4.— Tefilin-Legen am Morgen 6.35 Personalien. Dr. Meier Munk ^"^7. Berlin, 13 .November. Aus Jerusalem kommt die telegraphische Trauernachricht, daß- Dr. Meier Munk aus Berlin, der allverehrte ältere Bruder von Herrn Rabbiner Dr. Esra Munk, der mit seinem Sohn nach Jerusalem gekommen war, dort in der gestrigen Nacht plötzlich verstorben ist. So haben den unerwartet Heimgegangenen, der mit schwärmerischer Liebe wie an allem Heiligen und Göttlichen auch an Erez Jisroel hing, seine Füße dorthin getragen, wo er sich sicherlich, die ewige Ruhe zu finden, von jeher erhofft hatte. Dr. Meier Munk war ein hervorragend begabter Gelehrter, der ein reiches profanes Wissen — er hatte die Preußische Oberlehrerprüsung abgelegt — mit weitgehender rabbinischer Gelehrsamkeit und großer Vertrautheit auch mit dem esoterischen Schrifttum verband. Als Schwiegersohn des bekannten Lemberger Nodiw R 0 k a ch, lebte er viele Jahre in Galizien und widmete sich dort der Bewirtschaftung der Güter seines Schwiegervaters. Als er im Krieg mit seiner Familie nach Deutschland zurückkehrte, stellte er seine ganze Kraft ehrenamtlich in den Dienst der Adaß Jisroel-Gemeinde und versah nach dem Ableben von Dr. David Hoffmann >*7 auch das Amt eines Rabbiners der Schaß-Ehewrah. Erst vor wenigen Monaten traf den Heimgegangenen der Tod seiner Gattin, mit der er Jahrzehnte in glücklicher Ehe gelebt hatte. Sicherlich war es zum Teil die Sehnsucht nach Trost, die ihn jetzt nach Erez Jisroel trieb, wo sein Sohn sich landwirtschaftlich betätigt. Das Andenken des hervorragenden Mannes wird in allen Kreisen der Judenheit unvergeßlich bleiben. •rraxan Bachum Rosenfeld V'ST- Marschau, 12. November. Der in allen Kreisen der hiesigen gesetzestreuen Judenheit außergewöhnlich beliebte und angesehene Vorsteher der jüdischen Gemeinde Warschaus Nachum R 0 s e n f e l d, der auch Mitglied des Geschäftsausschusses der Agudas Jis'roel war, und erst an der letzten Landesversammlung noch regen Anteil nahm, ist im Alter von 67 Jahren plötzlich verstorben. Er mär ein feuriger Jehudi mit reichem jüdischen Wissen. Von Hause aus Misnaged, war er aus der Erkenntnis der jüdischen Notwendigkeiten heraus, ein treuer Mitarbeiter an aUen auch von chaffidifchen Kreisen der Erhaltung der Thora gepndmeten Bestrebungen und ein warmer Menschenfreund. Er ist mitten im Lernen in der hiesigen Ehewras Schaß unerwartet abberufen worden. Fürth, 12. November. Nachdem Herr Dr. Deutsch demnächst Alters wegen vom Amte zurücktritt, ist die Stelle eines Direktors an der hiesigen israelitischen Waisenanstalt bis zum Frühjahr zu besetzen. Eingeweihte wissen, daß die Stelle unter Dr. Deutsch mehr bedeutete als ihr Titel besagt: ihr Inhaber bezeichnete Jahrzehnte hindurch den Mittelpunkt der konservativ gerichteten Kreise und des religiös wissenschaftlichen Lebens, in hiesiger Gemeinde. Die innerhalb derselben in den letztverflossenen Jahren geschaffene Neuordnung gestattet es der Waisenhausverwaltung sich jetzt mit einer weniger universellen Persönlichkeit zu begnügen, wenn dieselbe nur bi« volle Befähigung für das eigentliche Amt nachw-eist. (Siehe das Ausschreiben in dieser Nummer.) Möchte ihr die glückliche Lösung der entsprechenden Mederbesetzunggelingen und so der Anstalt ihre Bedeutung und das gewonnene Ansehen erhalten bleiben! Eschwege, 12. November. Herr Lulius L 0 e w e n - t h a l und Frau Elsa geb. Werner begehen am Samstag, den 17. November das- Fest ihrer silbernen Hochzeit. In der Gemeinde ist Herr Loewenthal eine der festesten Stützen der Orthodoxie und weit über den Kreis dieser Gemeinde hinaus beteiligt sich der Jubilar als mannhafter Vertreter religiösen Geistes im Sinne S. R. Hirschs, dessen Schriften ihm von jeher Wegweiser waren. Die gesetzestreue Gesamtheit nimmt frohen Anteil an dem Jubelfeste. ■> •»"»» Hamburg, 12. November. Mt Iwan Meyer, der auf einer Erholungsreise plötzlich verschied, .hat unsere Gemeinde leider schon wieder einen schweren Verlust erlitten. Ausgestattet mit überragender Intelligenz und seltenem Fleiß, hat er sich in verhältnismäßig jurigen Jahren bereits eine führende Stellung im kaufmännischen Leben errungen: daneben aber hat er sich durch sein sonniges, liebenswürdiges Wesen und das Verständnis, das er einem Jeden entgegenbrachte, und das ihn mit dem Ernsten ernst und den Frohen froh sein ließ, außergewöhnlich viele Freunde in allen Kreisen erworben, wie die überaus große Beteiligung bei seinem Begräbnis zeigte. Trotz sehr angestrengter beruflicher Tättgkeit fand er immer noch Zeit, seine' vielseitigen Interessen - zu betätigen und auch mir£ a’/iy snip zu sein. Staunenswert war es, welch umfassende Bildugn der erst 45 jährige besaß; und das befähigte ihn, fein Leben in vorbildlicher Weise zu gestalten zu einer Synthese des streng gesetzestreuen Juden, gemäß den Traditionen seines Elternhauses und des modernen Kulturmenschen. Und dabei blieb er stets von einer zartfühlenden Bescheidenheit, die auch in seiner vielseitigen und - großzügigen Betätigung auf dem Gebiete der Wohltättgkeit zum Ausdruck kam; fern von lauter Oeffentlichkeit half er den Mitmenschen, gab et mit vollen Händen den Bedürftigen und besonders denen, die im Interesse anderer zu -ihm kamen. Was der Verlust eines solchen Manns nicht nur für seine schwer geprüfte Familie, für den großen Kreis der Freunde, sondern weit darüber hinaus bedeutet, kam in den Worten der Klage und Würdigung uus dem Munde von sieben Rednern bei der Beisetzung zum Ausdruck, die den Wunsch aussprachen, dem auch wir uns anschließen, sein vis, möge rbn sein für die gleichgesinnte, liebevolle Kameradin seines nur zu kurzen Eheglückes und feine zwei kleinen Kinder. ’ -n»2xm Fulda, 14. November. Am 24. November feiert Herr Samuel Eschw ege-Fulda seinen 85. Geburtstag. Niedenstein, 4. November. Ihren 77. Geburtstag beging am 1. November Frau Witwe Rickchen Lippmann - K a i s e r in größter Rüstigkeit und geistiger Frische. Bebra, 4. November. Seinen 70. Geburtstag beging gestern Herr Meier Roth seid dahier. Groenloe (Basel). 14. November. Unser Adolf Heymans ist nicht mehr! Erschütternd, unfaßbar wirkte die Kunde von dem so plötzlichen Abgang dieses run». Adolf Heymans war ein vorbildlich' tüchtiger reeller Kaufmann, der Liebling und Freund seiner Kundschaft, dies bewies die warme Anteilnahme. Ein guter Jehudi ist von uns geschieden, der immer lernend und nach besten Kräften lehrend sein jüdisches Wissen zu erweitern trachtete. Auf seinen ausgedehnten und anstrengenden- Geschäftsreisen war der Ehaurev sein ständiger Begleiter und mit dem Ehaurev in der Hand hauchte er feine reine Iteschomo aus. •" Bei der Beerdigung in Hegenheim schilderten die Herren Rabbiner Dr. Schlüter aus St. Louis und Dr. Wolf, Köln die Verdienste des Verblichenen,. Sie fanden ergreifende Worte des Trostes, Worte, die von , Herzen kamen und zu Herzen gingen. ' n"2xmj Wihenhaufen, 4. November. Seinen 85. Geburtstag beging heute Herr Meier Lomnitz, das ältesöe Mit-! glied der hiesigen Gemeinde. Trotz seines hohen' Alters und verminderter Sehkkaft geht er noch feinen Geschäften nach.