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Der Israelit · 1928-11-15 · Heft 46 (15.11.1928) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 46 (15.11.1928)
Date
1928-11-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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;:--y: .r -a:^^. ~ ' ~< ' -- — - - - - . -. >■ ■; ~ ---, - -■ - ■ ' -- .■'''.. . ', . 1 15. November 192.8 , 7__ Der Israelit Nr. 46 Seile 3 * -^SCHOKOLADE* PRALINEN-*- GOLD baus in Rußland kennen zu lernen. Im Zusammenhang edamit kann uns seine hier gemachte Auslassung über das osteuropäische Judentum, welche nun „das Erbe des Ghetto liquidiert und ein den andern Völkern gleichwertiges Leben zu leben beginnt" nicht viel Vertrauen einflößen. Das russische Judentum der Gegenwart und der Zukunft mag frei, groß und wirtschaftlich stärk dastehen, das wünschen wir ihm von Kerzen. Aber mit dem Li quid i eren d e§ Gh etto erbes und mit der Anpassung an die Völker möge es recht vorsichtig sein, wenn es nicht Brot mit feiner N e sch o m o b e z ahlenwi l l. Daß für -unsere Befürchtung, die die Hoffnung Singalowskys ist, G. s. D. keine konkrete Grundlage dorH and en ist, haben wir in unseren Ausführungen an leitender Stelle der Nummer 44 klar nachgewiesen. Von September bis Aovember. Wir hielten es in voriger Nummer für gut, an dieser Stelle etwa? über die „Neutralität der Länder" zu sagen. Anlaß dazu gab der Leitartikel in der Septembernummer der „Gemeindezeitung" für die I s r a e l i t i f chen G e m e i n d e n Wü. r t t e m b e r g s. Besagter Artikel, ein.Freudenfinale der Berliner. liberalen Weltkonferenz, war alles weniger' d eUn. ein Dokument religiös er Neutralität, wie sie vom Württembergischen Gemeindeverband stets im Munde geführt wird. Inzwischen " kam uns die N o v e m b e r nürnmer. der Württembergischen „Gemeindezeitung" in die Hand. Welches Wunder, welche Wandlung hat sich seitdem in Württemberg vollzogen! So radikalreformerisch konnte keine bisherige Nummer sein, wie diese radikalkonservativ ist. Der Wahrheit die Ehre! An leitender Stelle unter dem Titel „Der kranke Gottesdienst" eine scharfe Auseinandersetzung mit den Resormvorschlägen eines Rabbiners, der sich in der Festschrift für Claude G. Montefiore anschickt, das Gebetbuch und den jüdischen Gottesdienst einer gründlichen Eisenbartkur zu unterziehen. Der Leitartikler in der Württembergischen „Gemeindezeitung" führt all die gemachten Ausstellungen und Vorschläge in geschickter^und ganz richtiger Weise ad absurdum. Treffliche^ Worte hat er auch für die hebräische S p r acheimGebete,für die Unübersetzbarkeit der Psalmen, für die Thoravorlesung im Herzpunkte des Gottesdienstes. „Die hebräische Sprache ist das unsichtbare Band um alle jüdischen Gottesgemeinden der Erde". Der hebräische Gottesdienst ist auch für den, der des Hebräischen nicht mächtig ist, „das feinfühlige Vorspiel für das Hohelied des inneren Gebetes, das wortlos sein kann und trotzdem tief, groß und heilig". „Die hebräischen Gebete sind historisches Erbgut der Gemeinde". Darum: „Ihr Weisen seid vorsichtig mit euren Worten!" Kein Wort in diesem Artikel, das wir nicht aus vollem Herzen unterschreiben könnten. ' Und anschließend ein durchaus.sympathischer Artikel zur Begrüßung der Israelitischen R e l i g i o n s g e s e l l s ch a f t in Stuttgart, aus Anlaß ihres fünfzigjährigen Jubiläums (11. November). Männer, die eine religiöse Insel mitten in der die württembergische Hauptstadt überschwemmenden Reformflut vor einem halben Jahrhundert geschaffen haben, werden im Bilde gezeigt. Auch der weitere Inhalt, wie der Aufsatz über die „Chewrah Kadischa", der aus dem „Israelit" entnommene Nachruf auf Lehrer Ottenfoofer u, v. m. atmet jüdischen Geist, wie man ihn von einem Gemeindeorgan, das von jüdischem Gelde für jüdische Leser hergestellt wird, erwarten muß. Indes eine Frage nach dem Schwabenlande können wir doch bei dieser Anerkennung nicht unterdrücken: Kann man im November all das für gut und heilig erklären, was man im September und Oktober als veraltet und verwerflich abgetan hat? Schrieb man im September einen Leitartikel, der sich als rückhaltloses Bekenntnis zur Berliner Konferenz und ihren Führern, also auch zu Claude Montefioxe, darstellte, was nützt dann die Auseinandersetzung mit Montefiore und seinen Freunden im November? Hat man zu Jomkippur den hebräischen orthodoxen G o t t e S d i e n st als ein „gedanken- und würdeloses Abbeten" verachtet, im Vergleich zum „lebendigen Gottesdienst" in den modernen Tempeln, wie kann Man dann gleich nach Sukkaus im gleichen Blatte und an gleicher Stelle das Hohelied des alten hebräischen Gebetes singen? nsn nvX2> nsn xin Tnrny? würde ein Talmud kundiger fragen. Ist die Novemberbotschaft ein A u f d ä m - mern besserer Erkenntnis, eine Teschuwah, dann wollen wir es aus tiefster jüdischer Seele begrüßen, alles Frühere vergessen und sagen, nur dies allein gilt, jinnx jie?V oisn. Sollte aber das die Neutralität sein, daß man im September die Orgelreform glorifiziert und im November das alte Gebet und das unwandelbare Gesetz, dann müßten wir schön fragen: ’na ns? v's'Vvn Vj? D’nvis Dnx? Neutralität heißt nicht „Einmal hin, einmal her", Neutralität gebietet eine Mittellinie, ohne, nach rechs oder links auszuschauen und abzuschwWen. Solche Neutralität ist aber in jüdischen Dingen schwer, wenn nicht ganz unmöglich einzuhalten, sintemalen die Religion auf alle Gebiete des jüdischen Lebens hinübergreift, die Wirtschaft und die Politik in ihren Bereich zieht, ihre Forderungen stellt und spricht: „Wer nicht mit mir geht, geht gegen mich". Jüdische Neutralität, eine schwierige Angelegenheit. Darum ist schon am besten, man bekennt gleich Farbe. Der Farbenwechsel zwischen September und November läßt Raum für die bange Frage: Was wird der Dezember oder der Januar bringen?. Der präsidenlenwechsel in Amerika. Der Wechsel im Weißen Hause zu Washington wird keine Kursänderung in der Politik der Union bringen, wahrscheinlich auch nicht in der Einwanderungspolitik. Es soll aber bei dieser Gelegenheit festgestellt werden, daß Herbert H o o v e r ein ausgesprochener Freund der Juden und Sachwalter des jüdischen Rechtes ist. Herbert Hoover hat bekanntlich das amerikanische Hilfswerk zugunsten der Notleidenden in den kriegführenden Ländern organisiert und war dann Leiter der American Relief Administration Der moderne Gedanke, schon im zartesten Kindesalter durch spielerische Beschäftigung das Kind mit dem seiner harrenden Aufgabenkreis bekannt zu machen, hat hier in vorzüglicher Weise seine Anwendung, auf den reichen Inhalt des jüdischen Jahres gefunden.' Das jüdische Jahr und die in jedem einzelnen Monat vorkommenden gehobenen Momente, des jüdischen Pflichtlebens stehen im Mittelpunkt hes negen Spieles. In künstlerischschöner Ausführung (13 Bilder in Sechsfarbendruck) weist das Spiel die charakteristischen Momente eines jeden Monats auf, den Mittelpunkt bildet der Sabbat. Die Spielregeln sind derartig, daß schon im Spiel das Kind es als Freude oder als das Gegenteil empfindet, wenn es einen Festbezw. Trauertag mit den Würfeln erreicht. Die Spielregeln, die in 3 Sprachen (deutsch, hebräisch und englisch) beigegeben sind, geben dem denkenden Erzieher leicht die Möglichkeit, an Hand dieses Spieles das ganze jüdische Religionssystem in einer dem Kind verständlichen Weise darzustellen, (vergl. die Abhandlung „Mein Religionsbuch" in Ehrmann „Durchs Jahr"). Das Spiel, welches rechtzeitig zu Chanukka erscheint, wird in Frankfurt a. M. von der Fürsorgekasfe der Israelitischen R e l i g i o n s g e s el l s ch a f t für ihre sozialen Zwecke an Freunde und Gönner derselben abgegeben, und wird gerade an den Chanukka- Abenden als wertvolle neuartige Bereicherung der Kinderunterhaltungen in allen jüdischen Kreisen Freunde erwerben. Der S'saw Sofer im Verkehr mik Daran v. Wilhelm Rothschild. Dank dem freundlichen Entgegenkommen des Berlages ist die Wiener „Jüdische Presse" in der Lage, in ihrer Sonderfestnummer aus Anlaß des zehnjährigen Staatsjubiläums der Tschechoslowakei aus dem in kurzem erscheinenden Werke „Jgroth Sofrim" einen interessanten Brief, den der K'saw Sofer in Marienbad schrieb, im Erstabdruck zu veröffentlichen. N21V' *7io:inKa nsmn mpyv nnsö ‘‘T'Wüin T'V annn mzns p"vs? n (nxaamxa) a"a n"s T\"bw ♦p"sb x"Vnn Damm omtp’V nix nnri Din’ 0’p’nx pp n a"in rnxan ann s?"a ’a’an ’maVn a"s?a T'anaa an ’"i 10*10 kpxil ma n"E?a 'iai •X"5?’ oosrs n’3?a ias?b aiv tznim n",T nVvn p bs? cra nanaa ’ian wmnx pa '*pa nxw as? "aiv a"inb nmnV iVnab natnw tis?a Dan naa naa *pia’ p ’a nan nai twi’t ’V’nwa nani -nai D’VL?in’ aiva nxni '".na n xmi nmn bw nxisnn t's?i 'vnpa ia’a’ rcnn’ n lanx ]’x niwnn ’aa’o 'b ü?’i Vroai D'a n’nwa Di’n', an ns ’poj?a biv'a tana vn 'a xn’mxn ixV iVxa "v Vax '.nxisn D'xa nxwan jat vs?a 'a m'irni D'ann nann nmn D'naaa vbiaa Dan ’a Dan ’n’xVa ’a ns? D'as ’Vapa Vax "^iDa 'b v '*a prnun nv.n '"z? Da nan amp'i 'i'Vx ’axi 'bx xas? s"aa "anm *?a? mn nna r inpns Vma nsoVi nj?B?V |’x nni’i nni' ia ’ax xiria p x"xi "aivai nann nnaaa'in^'am imx'pai intznnpi nipx ia*?is?a iV naarr? ^n “pna s'ax.n^ pinn ’a ainaV n’vaa pi na’bv nxisn ns xrraxv? 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