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Der Israelit · 1928-11-08 · Heft 45 (8.11.1928) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 45 (8.11.1928)
Date
1928-11-08
Page
– (sequence 9)
Language
German
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rn3m &ttRflEUT Die kaufe! Marowi-Versammlung in der Frankfurter Aguda. Es war keine eigentliche Protestversammlung, und wenn Protest, dann nicht minder auch Protest g e gen die Proteste, die sich zum Teil in falschen Bahnen bewegen. Hier, in dieser Frankfurter Versammlung vom Samstag Abend, kam zum ersten Male die tiefverletzte jüdische Neschomo zu Wort, und dieses müßte gehört werden. Der im Volksbildungsheim gewählte Saal erwies sich-als viel zu klein. Schon lange vor Beginn waren sämtliche Plätze besetzt, und später mußten Dutzende an Türen und in den Gängen stehen. Aber alle verharrten in Ruhe und Ergriffenheit, ja in Andacht bis zuletzt und machten den Abend durch ihr seelisches Mitgehen zu einer machtvollen Kundgebung. Herr Leopold Oppenheimer begrüßte die Versammlung im Namen der Orts - und Jugendgruppe der Agudas Jisroel und erteilte das Wort Herrn Rabbiner Mosche Blau aus Jerusalem. Kraftvoll, aus tiefster Ergriffenheit heraus, stimmte er in Auslegung eines Bibelverses die Klage an über die der jüdischen Gemeinschaft in Jerusalem und damit uns allen am heiligen Tage angetane Schmach und erhob Anklage. Wie unser Protest geartet sein muß, erklärte er an dem Begriffe nrm» im talmudischen Rechte. Die Schechina hat ihren Sitz im Westen, an der Westmauer, darum bleibt diese unzerstörbar und. unser ewiges geistiges Eigentum. Er richtet .dann dringende Mahnungen an die Versammlung, an alle Juden, sich mehr für Palässina' zu interessieren, mitzuhelfen und mitzuarheiten am Aufbau der Thora im heiligen Lande. Der Hauptredner des Abends, Herr Redakteur S. S ch a ch n o w i tz , erzählte einleitend eine alte Legende, ,bie in^poetischen Farben, die^ Uneinyehmbarkeit der Westmauer' illüstriM, sind geht dann ^gleich auf die Beantwüttsirlg ' der drei FMen.''üM;A' Was ist -geschehe? I 2.. Welches Echsi riefcht qje^MeAetznisie. hervor? 3. Was,.folb j e tz t v?o n' um s aus. geschehen? Er''schildert kurzidichVorgänge)' mdem^itzr sich" ch 'öre' Gefühle, derßv gäsiz N.siersenken süch't,-die dort an heiligster Stätte gestanden und am heiligsten der Tage für uns alle geweint und gebetet hatten. Unsere Neschomaus waren bei diesem Schlage alle mit, dabei und haben unbewußt mitgeweint.. Er schildert dann im Einzelnen das Echo, den Platzregen der Proteste, und fürchtet, daß eine Protestaktion - auf rein n wt r o n a l e r 'Grundlage nicht mehx.Jcherefs^ upd. BelyHtpng bei den führenden Mächten ^finbeh.' als die nationalen Denkschriften der. andeyen'/Winvolke^,' 'di.e heute alle Fächer fmArchlvel des Völkerbundes ausfüllen. 'Mit Beispielen aus gefallenen Aeußerungen.auf solchen Versammlutrgen wird die etwas „kalte- Liebe-' dieser Aktion belegt.''Die N äch stbeteiligten, denen die Äsiuesi Nicht Sache Tränen unb der Hoffnung,. d.as>Memento des Wiederaufbaus im Meiste(MrEHÄm ist, die hinter her Mauer Ihn ^wissen-.- der dort seines Volkes harrt, inx nr nin, diese müssen zu Worte kommen, und deren Aufschrei aus tiefverwundeter jüdischer Seele wird mehr Erhorung finden als alle nationalen Aspirationen. Die Aguda als die legitime Vertreterin des gesetzestreuen Judentums muß sich zur Wortführerin dieser stummen, in sich hineinweinenden Massen machen. Und damit kommt der Redner zur Beantwortung der dritten Frage: was zur Stunde geschehen soll. Seine Thesen enthalten drei Forderungen: 1. Von der Agudaleitung. aus sei eine Verständigung mst allen jüdischen Schichten herbeizuführen, daß die Aktion, — keine Protestaktion, sondern friedliche Intervention.— in ihre Hand gelegt wird, damit sie im Namen der Thora für die gesamte jüdische Gemeinschaft unter rein religiösen Gesichtspunkten die Sache der Mauer, wie aller anderen jüdischen heiligen Stätten vor dem gegebenen Forum vertreten kann. 2. Diese Intervention soll, soweit es.nicht schon geschehen ist, von einer Agudadelegation in London oder in Genf baldigst unternommen werden. 3. Da letzten Endes, nachdem der Weg. durch politische und diplomatische Aktion geebnet ist, die Sache auch eine Frage d e s G e l d e s ist, so soll jetzt schon, solange die Herzen weich sind, eine Sammelaktion, möglicherweise unter dem Titel „Keren K a k o s e l ", einsetzen, damit in gegebener Munde die nötigen Summen beisammen sind, um uns das Recht des Gebetes an heiliger Stätte zu sichern. Von dieser Volksspende dürfte sich kein Jude, sofern er Anspruch auf diesen Namen macht, ausschließen. Tosender Beifall zeigte das Einverständnis der Versammlung mit den Ausführungen der Referenten. Eine Resolution im Sinne der genannten Thesen wurde einstimmig angen o m men. Der Vorsitzende dankte den Referenten und der Versammlung und teilte mit, daß mit. dem heutig-eü Abend das Winter-Programm der % I.- Ort^'Uxch Jsigendgruppe eröffnet fei, unddaß es rm Sinne dieses Programmes Ifl, noch cheiter von"Zeit zu Kit die Mitglieder sind Gäste über MtzVlHHänMfin jüdischen Leben durch VoDäge und,,. Aussprachen aufzuklären •'-'K-.'i!'•<; Y':____ u; .(HU - Die Woche. Vereinigung ehem. Schüler und Schülerinnen der Samson Raphael Hirsch-Schule. - Die Uorden tlrch e Mi tglie d« rv e rsamml u ng der „Vereinigung ehemaliger Schüler und Schülerinnen der Samson Raphael Hirsch-Schule" findet am Sonntag, nden 11. November, nachm. 5 Uhr in derÄula der S. R; Hirsch-Schule Am Tiergarten' 8 statt. Auf'der Tagesordnung stehen: 1. Bericht über die bisherige Tätigkeit-lder Vereinigung; 2.'Beschlußfassung über'''die Satzungen; 3. Wahlen. Alle Mitgliei^r sind eingeladen. Chanukafeier der Jüdischen Frauenvereinigung. -. HD' 'Aräuenpereisilgung' veranstaltet Montag best 10. Dezember, abends 7 Uhr, upfer, Mitwirkung der A g ü V'a s I i s r o e l. * Ju g endg r u p v e insämtn>u k-üyste le r. DkeDarbletuygen stehen unter der bewährten Leitung des sW^MsM AÄZ r b a ch. Durch ein abwechslungsreiches Programm hofft „die Jüd FraüeköeMnigE^ allett 'BMchern' emett genußrei Abend zu bieten. en Man bittet, Kartenbestellungen zum Preise von Mk. 3.— (Saalplätze) und Mk. 2.— (Galerieplätze) schriftlich an Frau Henriette Besthosf, Palmstraße 10, gelangen zu lassen. Die Zuteilung der Plätze erfolgt in der Reihenfolge der einlaufenden Bestellungen, weshalb es sich empfiehlt, sich alsbald Karten zu sichern. Vom Liwjath Chen. Die Midraschvorträge im Liwjath Chen werden jetzt allsabbatlich 4.20 Uhr (im Anschluß an Mjncho in der Synagoge) nachm, im Hörsaale Friedbergeranlage abgehalten und dauern bis kurz vor Sabvatausgang, so daß die Zeit nnaa pn in idealster Weise ausgefüllt' ist. Das Neueste aus der Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Im Rahmen der gemütlichen Freitag-Abend-Deranstaltungen im Agudor-Heim sprechen diese Woche (Freitag den 11. ds. Mts.) die Herren Julius Lewin und Gerson Schnerb. Die Arbeitsgemeinschaft der Mädchengruppe unter Leitung des Herrn Dr. Ehrmann trifft sich wieder regelmäßig Freitag-Abend in der Wohnung des Herrn Dr. Ehrmann, Hanauerlandstr. 15 pünktlich 8 Uhr zu einem Kurs«: Die ersten Blätter des Pentateuch. Internes Wetturnen des Jüdischen Turnerbundes E. V. In der kommenden Woche veranstaltet der I. T. B. innerhalb der einzelnen Abteilungen ein Wetturnen und zwar in folgender Weise: Für Knaben: Dienstag ab 5 Uhr nachm., Mädchen: Mittwoch ab 4.30 Uhr nachm., Damen: Mittwoch ab 8 Uhr abends, Herren: Donnerstag ab 8 Uhr abends. Turnhalle für sämtliche Abteilungen ist die Annaschule, Rechneigrabenstr. Die Wettkämpfe werden nach den Richtlinien den, „Deutschen Turnerschaft^ ausgetragen. Die Verkündung der Preisträger findet anschließend statt; die Verteilung der Diplome an dem am Samstag, den 17. November im Henrichbräu, Gr. Eschenheimerstr. 23, 1. St. stattsindenden gemütlichen Abend. Der I. T. B. hofft, daß sich seine sämtlichen Mitglieder an den Veranstaltungen beteiligen werden. Lehrauftrag. Professor Dr. Samson Breuer von der Technischen Hochschule in Karlsruhe hat einen Lehrauftrag für Versicherungsmathematik an der Universität Frankfurt erhalten. Jüdische Wohlfahrtspflege. Man schreibt uns: Die Bestrebungen zur Zentralisierung der offenen jüdischen Wohlfahrtspflege in Frankfurt a. M. haben einen weiteren, Schritt unternommen. Die im Haufe Langestr. 30 arbeitenden Organisationen der offenen Wohlfahrtspflege, Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege, Almosenkasten der Israelitischen Gemeinde, Israelitischer Hilfsverein E. V., Weibliche FürsorgeI <haben; sich zu einer Stelle, der Iü8is ch e n Wohlsahrtspflege, F ra n k f ü r t a. M. zufammengefchlossen. uM fortan die offene Wohlfahrtspflege "einheitlich durchzüfühtW. Auch dDnTStigkeit -der Wirt sch a ftsb e ihtttfewird änf die neue Organisation;,.übergehsn, nachdem die- Wirtschäftsbeihilfe den Beschluß gefaßt hat, ihre Arbeit einzustellen. Herr Rabb. Dr. I: Horovitz hat den Ehrenvorsitz der neuen Organisation übernommen, während der Vorsitz Herrn Julius Bloch übertragen worden ist. Der Vorstand besteht außerdem aus den Herren: Wolfgang Auerbach, San.-Rat Dr. A. Ettlinger, Heinrich Gerkich, Bürodir. I. Meyer, Rechtsanwalt Julius Simon, David Weill; ferner Julius Werner; den Damen: Johanna Baer, Lulu Bloch-Neustadt, . Stefanie. Fbvchheimer, Therese Freimann, Paula Frenkel und Paula Nassauer^,, Arbellsgemelnschafi zur ^Bekämpfung der-Tuberkulose unter den Juden, e. V. . Die Einlösungsfrist für die Gewinnlose - der Wertlotterie zur Bekämpfung der Tu ber kn lose unter den Juden, Frankfurt a. M., Holzgraben 2, 2. St., ist bis zum 15. Januar 1929 verlängert worden. Moderne jüdische kvnst. . ' . In der Gesellschaft für jüdische Volksbildung hält Montag'den 12.- November, abends 8.15 Uhr. (im Kunstsalon Schames, Junghofstr. 10) Dn Guido L. L u z z a t t o - Mailand, einen Vortrag mit Lichtbil- ,dern über: Modernes jüdisches Schaffen in IParis.

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