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Der Israelit · 1928-11-08 · Heft 45 (8.11.1928) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 45 (8.11.1928)
Date
1928-11-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
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fjgfe 10 Nr. 45_ So geschahen in Frankfurt. Wir lesen in der „FrästkfurterZeitüstg": ,-Gestern war ich Augen- und Ohvenzeuge folgender Begebenheit: Ich fuhr mit der Straßenbahn, Linie 18 in der .Richtung nach dem Ostbahnhof. Unterwegs stieg ein weißbärtiger, in einen Kaftan gehüllter, anscheinend aus dem fernen Osten stammender Mann ein, begleitet von einem jungen Menschen, wohl seinem Enkel, mit dem er sich in einem wenig reinen Deutsch unterhielt. Als der Schaffner kam, verlangte der neu Eingestiegene für sich und den Jungen vier Fahrscheine (an Stelle der notwendigen zwei). Aus die verwunderte Frage des Schaffners erfolgte — in gebrochenem Deutsch — die Antwort: „Ich bin gestern mit der Straßenbahn gefahren; da der Wagen überfüllt war, kam der Schaffner überhaupt nicht zu mir, so daß wir am Ziele den Wagen verlassen mußten, ohne Billete gelöst zu haben; deshalb nehme ich nun heute, statt zwei Scheinen, deren vier". Viele werden sagen: „Der Mann hat doch nichts anderes getan, als das, was für einen anständigen Menschen selbstverständlich ist." Immerhin! Frankfurter Vereinskalender. Verein Aletor thajim. Freitag abend nach Schul, im Hörsäale Friedberget Anlage, Mikro, Herr Hermann Frankenthal Samstag morgen, nach Schul, im Hörsaale Friedberger. Anlage, Dinim, Herr Dr. E. Posen. — Nachmittag BU Stunden vor Mincho im Vereins» lokale, Newiim, Herr Dr. W. Hofmann. . . Sonntag morgens nach Schul, im Hörsaale Friedberg. Anlage (ebenso Miltwoch), cnx "n Herr Redakt. S. eschachnowitz. — Vormittag 8 Uhr. Vereins» lokal (ebenso 7s Stunde nach Sabbatausgang), Gemoro. Herr Joachim Soffer. — 9'/4 Uhr Vor» mittag (ebenso Dienstag nachmittag 6 /2 Uhr), Gemoro, Herr R.-A. G. Posen. — Abends 6 Uhr im Vereinslokale Langestratze 18, Geschichtsvortrag des Herrn Red S. Schachnowitz im Zyklus Die spanische Inquisition und ihre Opfer (Abrabanel). Montag nach Schul, im Hörsaale Friedberger Anlage (ebenso Donnerstag), Mifchna, Mitgliederlernen. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Vereinslokale, Gemoro, Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. — 8l/2 Uhr abends (ebenso Donnerstag), Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag morgen nach Schul, im Hörfüale Friedberger Anlage (ebenso Freitag), Mifchna, Herr Dr. C Posen. Don Sonntag bis einschließlich Donnerstag abends 83A Uhr im Vereinslokale. SchaslerneN des Herrn Herz Halpern. ■ Die russisch-jüdische Intelligenz des vorigen Jahrhunderts. Ein interessantes Kapitel aus dem jüdischen Rußland des vorigen Jahrhunderts bietet der bekannte jüdische und hebräische Schriftsteller Reuden B re in in iM Rahmen seiner in verschiedenen östlichen.Aejtitttgen veröffentlichten Memöirem Äer Sitz der jüdischen Intelligenzauch der jüdiWtt. Finanz, war ist der zweiten Hälfte des vorigen Hährhrmdetts P öt e r s b u r g. Von einem geschlossenen gesellschaftlichen Lebest war keine Rede. Dafür fehlte ös an MziehüNgen zwischen dest einzelnen Persönlichkeiten, und GrüMen. Es herrschte yielmehr ein gewisses MißtraüeNsverMtNis; Häß ustd Verbroffestheit ständest zwischen Lest MäÜnetn vöst Einfluß. Die Rivalität blieb latent,, bis W.eMs Tages zuweilen aus Sech getingften Astläß auffläckökte. Und zur FlämMe äüslöderte. Dt. HarkaMi, der fWW Bibliottzekär der semitisMst Äbteilüng an der Käkferlichett Staatsbibliothek, war ein bescheidener, fleißiger.Geleytttzk, als trENer Forscher ünd Entdecker, älter MÜNüfkriM .bekannt, Dieser etwas verknöcherte Gelehrte liebte den Dichter Juda Löö Goröost güstz ütid gar nicht und behändest« dessett Gedichte Mit tiefer Verachtung, ivöfür stch.Letzterer Mit einem scharfen Spöttgeöicht . unter dein Titel, MüM MÄ äpin („tzoräröw"-HärkaWi-Mo8er) rächte. In der Provinz öerstand man die Pointe Nichtaböx in Petersburg hättö' Kefes Gedicht, ^ö'öshstft ÜMf. geiWM wie alles, was tiiis Skt Feder Äököösts kiitti, größtes Aufsehen erregt. Ein Kapitel für sich bildete Dästiel Chwolsohn, ein früherer Jeschiwozögling Und großer Mimet des Talmuds und der. altrahbistischen Literatur, aber getäuft und als Professor für Theologie und semitische Sprachen wohlbestallt.,. Äeiser CHBolfohn säß geMssetmaßen zwischen zwei Mühlen. In, den Kreisen der Krone und der Kirche traute mein ihm Nicht sehr, für die Juden war und blieb er det „MeschUMmed", öbwöhl et mehrere Schriften zur Verteidigung der Juden ünd der jüdischen Ltzyre' in rüssischir Spräche schrieb.-. ZtökMN ihtstÜstd HekäkM herrschte unversöhnlicher HaßdervöN Äistigest und wissenschäftlichen fömtekn koiNMenö, auch die Mfönlichen Beziehungen zerstörte. Neben diesen schlügest sich Alexander Zederbaum, der Herausgeber des D e r Js r a e l tt l . . KA h rz e t t s fi tt tön gern ' \ . Dienstag, 13. MveMer. Zülie Litzrstann gebotene Källmann-Stiftüng. „ , ' Mittwoch, 14. November. Paüline Lehniann geb. Ephraim-Stiftung. Donnerstag, 13. Nöö. Lollis Golve-Stiftüng. rlgudar IisÄel.FWndgrüppr. Sonntag, 8 Uhr vormittag (ebenso Mittwoch 9 Uhr abend) Chumisch. Herr Leopold Oppenheimer. Montag, 9 Uhr abends (ebenso Mittwoch) Mifchna. Herr Rechtsanwalt M. Katz. — 9 Uhr abends, (ebenso mfr nachmittag 3 Uhr) Gemoro. Herr Emanuel Wolf — 9 Uhr abends (ebenso Donnerstag) Gemoro. Herr Gerfon Schnerb. Dienstag. 8/49 Uhr abends (ebenso 5U5 Uhr) Gemoro. Herr Leo Schnerb. — 3/49 Uhr (ebenso N2V 3 Uhr nachmittag) Gemoro. Herr Dr. W Hosmann.-8/49 Uhr abends (ebenso rinv *AiO Uhr vormittags) Gemoro. Herr Dr. Jf. Posen. Mittwoch. 3/49 Uhr abends; Kizzur. Herr Theodor Spiegel. Donnerstag. 9 Uhr abends, Chumisch. Herr R.-A. Js. .Rosenheim. . Freitag, abends nach Schul, Muffar. Herr B. Rüchelsyhn. — 8 Uhr Gesellige Zusammenkunft. mw, 3/4ii Uhr vormittags, Gemoro. Herr Lippmann Kurzweil. — 8/4H Uhr vormittags, Kizzur. Herr Louis Kahn. — 3/4i2 Uhr vormittags, Kizzur. Herr Gerfon Schnerb. — 3 Uhr nachm., Gemoro. Herr Taists. — 4 Uhr nachmittag. Sioro. Herr R.«A. M. Katz. Jeden Tag von 9—11 Uhr Gelegenheit zum Lerne jeglicher Art. Von 12—1 Uhr, Das Jaumi. Herr Herz Halpern. Agudas Jisroel-MSdchengruppe. Montag, 1f29 Uhr abends, Mischte. Herr Lehrer S. \ Unna. ... Dienstag, 9 Uhr abends, Tenach. Herr Dr. Weger. Mittwoch, 7^9 Uhr abends,. Dinim. Herr Lehrer Hirschberg. mw nach Schul, Schmuel. Herr Julius Lewin. — 4 Uhr nachmittags, Chummifch und Raschi. Herr Lehrer Hirsch berg. Freitag, 8x/2 Uhr abends, Gesellige Zusammenkunft. Llwjalh Lhen-Verein. Samstag, 474 Uhr nachm, im Hörsaale Friedbergeranlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz. (Ein Bilderbuch des jüdischen Gesetzes). Jüdische Frauenvereinigung. Sonntag, 11. November, abends 6V2 Uhr im Hör» faal Friedbergeranlage, Vmtrag des Herrn Dr. 8>MvMbet lß28 Med: Ä. Merzbach; -PsycholoMches über Weltanschüuüngen"^ ' Vj.'ys •" Lestzämidrasch, öfiendstrütze li. Rabbiner M. Kärpel: Sonntag von 7-7-8 Ühr abends -np-'V N2V Mnntäg. Dienstag und Donnerstag von -y29- V2IO Xlbr; Hw’tsr hat? 'Iöä- Jeden Freitag abeud nach Schul Dortrag. Ostjüdifcher 3ugmdbünd. , Vortrag des Herrn Jacob Drungex Über „Derfallserfchetnüngen der JuÜenheit". Sarststag abend 8 Uhr im Lokale Schützenstratze 2, 1. Stock. Freie Aussprache. Gäste willkommen. Jüdischer, Turnerbund. Winterprogramm (gültig ab 8. Okt.) Herren: Donnerstag, 8V2—10 Uhr, Gymnastik und Turnen. Annaschule. Alte Herren : Montag 83/4 IO1/* Uhr. Gymnastik und Turnen. Annaichule. Jugend: Donnerstag, 8llr-10 Uhr,. Gymnastik ünd Türnen. Annäschule. Damen: Donnerstag, 8,/2-10 Uhr, Gymnastik, und Turnen. Liebfrauenschule (bis Mitte Rovomber Mittwoch 8V2—10 Uhr Annaschule). Frauen: Mittwoch, l*h—9 Uhr, Gymnastikkürs, S. R. Hirsch-Schule. Knaben:. Dienstag, b—llk Uhr, Turnen, S. R. Hirsch- Schule. Mädchen: Miltwoch, 4%—7 Uhr Gymnastik und Türnen AbUg. I (bis 10 Jahre). 4'/2 5T/3 Uhr, Abtlg. II (über 10 Jahre). 572-7 Uhr. Annäschule. Sonntags: 8 -10 Uhr, Schwimmküts für Herren im Städtischen Schwimmbad. (Leitung Turnbruder Jacob Ganz). ' Alle 11 Tage' Wanderungen. Gebrtzettr«. Freitag Abend 4.25 Samstag naDwn 6.45 Samstagmorgen 8.— Samstagnachmittag 1.— und 4.— Samstagabend 5.40 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 4.30 Tefilin-Legen am Morgen 6:25 „Hameliz" mit dem geistreichen Landau, dem Herausgeber des russischen „Woschod" herum. Die Eitelkeit und Arroganz eines jeden, der damals in Petersburg zur höhen Gesellschaft zählte, war unbeschreiblich. Mit Geist Uno Galle, 8äs rüüß man' schön zügeben, waren sie alle begäbt. Währe Kultur und gär jüdische Kultur konnte natürlich in dieser vergifteten Atmosphäre nicht blühen. Demgegenüber .waren , die einzelnen jüdischen Geldmagnäten von allergrößtem Einfluß. Führer dieser Gruppe wären u. a. Bärön, Haroz Ginzb ürg, Samuel -Poljätsw', der jüdische Eisenöähnkönig Leon Rosenthal, der Bankmann Sachs. Sie hatten die Führung, nicht allein im jüdischen Leben, während die Mächk.dör Intelligenz durch hie innere Zerrissenheit.auf den Rüllpunkt heräbsästt. Die Dichöei unh Gelehrten Mren voll den MänkieM des Geldes abhängig ünd hätten sich, iihüen glaüz untergeordnet. Der äinzigs neütrale Platz, wö sich M Heöildeten zuweilen trafest, war öäs .Atelier voll Konstantin Schastirö. Es kostete mich,,so schreibt Breining, starke ÜeoerwindMg, mich öi^seni Renegaten zü nähern. Ich fand aber einen MeNfcheN üön' üngeheuer starkem Gefühlsleben, und, wie man sagte, auch von großer Liebe zu seinem Volke, das er treulos verlassen hattet Schapiro gakt damals als einer der größten Künstler und Meister auf dein Gebiete der Phokögräphie in Petersburg, auch als wohlhabend und sehr gastfreundlich. Wohl suhlte er sich nur in. GefellsHast von Juden, und sein gaiiM SMven.ging., dähin, imnier wehr jüdische Gäste und FMüde' ckis Härts zü DHtzü. Seine, Frau und Kiüder,. echte Russen.ünd rechtgläubig, liebten 'die Juden sticht- Und daraus ergab sich mattche kleine, tragische Familiensze'nd. Cr mied Sie russische GesellschöW wo er sie nicht umgehen kminte, so beteü-ertö etlitt dr die bittersten. tzüäkßn, besönder's- West« ist Gehössistßr Meise von den. Juden gesstrochest .Wurde, M de'tt täglichen Gästen Schapirös gehörten ä)r.. Käst IW (später-,Kröst- .rabbiner ist.Wilna ünd Riga), Bäk Sichter Sämüel Frug, der Schriftsteller P.- S.-..Luxja., SHvpiro selbst, war als. vörtrefflicher Iehräischer Lyriker sehr geschätzt. AÜllMnüt ist sM Gesicht, eiste Att Vekenntnis, üntöt 8et heWMestvkst WyLksHifh stM. 'Mw (Ümsöstst hätze M Mistest. Leist ist Jörpästwaffer gMstcht)., DMs' ßM. MWisM hsttte ihm sicher Me MMstnstM nach.SiyMst. MMracht, wenn.sticht seine Fttzundä Jm ZsüsöreMistk WrstststNest hatten, den Mthtest Sistn M MstMstMsse.üstd Anklagest zu verschkeietst. Bost Schäpitö Mtnrstt auch M Wort,, j das heute noch in Rußland sehr populär ist: Als infolge einer Polemik in einem hebräischen Blatt über eine jüdisch-nationale Frage der Schriftsteller M: L. Lilienb lu m ihm ärgerlich sein Na za ernen tu m vorhielt und ihm damit sagen wollte, daß er sich jst jüdische Dinge nicht einmischen sollte, schrieb er in seiner hebräischen Erwiderung im gleichen Blatte wehmutsvoll: vtosh wiu ,.»i» .1^3 Der Sinn war allen verständlich. Köststastttn Schapirö war der Typus eines gebrochenen, ist sich zerrissenen, mit der Welt und mit seinem Volke sich überwörfeneN Menschen. In Gesprächen suchte er die Sache so darzustellen, als/sei ihm in einem schwachen Momente, fast in einem Zustande der Bewußtlosigkeit, Sie Läufe aufgezwungen Wörden. Eine Millionenerbschaft. Bür kurzem stäxb in Newyork ein poWscher Emigrant tsttt Nürstest Naumbertz und hinterließ roiWr Erwäktstt eist Vermögen von fünf Williönest, Döllär, wovost er letztwillig eist gut. Teil für sterschiebeste Wohlfahrtszwecke bestimmte. Um den gtoßest Rest bewarb sich in Polen so ziemlich alles, wäs äüf den Namen Näumberg hört ödest ist öerwästdtschaftlichest Mziehüstgen zü Trägern dieses Namens steht^ Nüst stellt sich heraus, daß der Verstörbeste Äst Enkel des' ftüheröst LädKer RM, Rabbj, Jecheskel Na u m b erg , war. Die Wchkommest des. Rabbi Jecheskel. .Raumberg, wohsten in Lodz unter ärmlichen Verhältnissen. Siö dürften in der Tat gls einAige Erbest m Betracht kämmest. Äie Lodzer Gemelndeoerivältustg hat die Sache in die Häüö gestömtnen und sich zu diesem Awecke mit den zuständigen Jnstänzest ist Amerikü ni Äerbittdüng gesetzt. (Det nstüe Fitm „Frühste in Patästina^) Soeben würde in Berlin, die Enobeäkbeitüng eittös neUen großen FilMs, der irtt Aufträge des Kettzst Häjessoö üstd Aes Kerest Käjemeth in Wlästina äüsgestöMMM wötLen isst abgeschlossen. Dev Film zeigt in 6 Akten eine ganze RÄHe völlig neuer Bilder,, wie z. B. «ine Reise, vom Töteri Heer bis zu den Qüellest des Jordan uyd aus dem Volksleben 8er örientalischen Judeü iistSHek Äräbest äber äuch das zionistische Aüfbäuwerk. Ää Liesmät aus einem sehr großen Aufnahmematetial die besiest Motogtajihieii üüsgewählt werden könntest und die estdgültige Züfämmestsetzüng ist deü Höstden eistes hervörragestden destt!chen ReMeürs- Willh PrüMr, lag,, ist Äst Kulturfilm., zustände. gekWisten,. b& älle vishetigöst Produktivsten von Pakästina-Filmest tveit übßktrifft.

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