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Der Israelit · 1928-11-08 · Heft 45 (8.11.1928) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 45 (8.11.1928)
Date
1928-11-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seile 2 Nr. 45 4. P, A: I. und polnische Länöesorganifation der Ä.J.: P. Ä>J. hat die Prüfung bestanden, sie hat der polnischen A. I., die ihr manches Weh getan, ihr herzliches 'biVw zugerufen! Nun gilt es, die Antwort abzuwarten, die die polnische Ä. I. der P. A. I. gibt. Möge sie lauten: ori’Vy mVw* Einer der Aguda-Führer hat auf der Konferenz gesagt: „Wenn es wahr ist,, daß polnische Agudisten, orthodoxe Juden, ihre Arbeiter, ausbeuten, sie entlasten oder drücken, w e i l si e d e n raw hüten, dann trifft A. I. so wenig die Schuld wie das orthodoxe Judentum, sie sind so wenig orthodox, wie sie agudistisch sind, und mögen sie sich hundertmal Orthodoxe oder Agudisten nennen." Das ist gewiß wahr! Und dennoch! So lange in der Leitung der polnischen Agudo Männer sitzen, in den Leitungen der Ortsgruppen Männer, die das l'nn mi ■py nicht erfüllen, so lange man nicht solche Elemente .ausgemerzt hat, so lange ist P. A. I. Gläubiger der polnischen A. I. Hoffen wir, daß die Worte I. M. Lewins, er verbürge sich dafür, daß die polnische A. I. agudistisch sei und darum dem Arbeiter gebe, was des Arbeiters ist, wahr bleiben, denn es gibt so wenig, dies darf nach den Erfahrungen der letzten Tage ausgesprochen werden, eine lebendige P. A.I. ohne Agudas Jisroel wie eine wahre A. I. ohne P. A. I. Wochenrundschau. "i Zu viel Lärm. Es ist nicht gerade ein Lärm um nichts. Aber es kann auch bei berechtigten Protesten ein Zuviel an Lärm geboten werden. Wo eine Sache traurig ist und für sich spricht, kann man den Theaterdonner füglich entbehren. Ein lehrreiches Beispiel dafür sind die Vorgänge in Budapest. Was da. der akademische Mob in Verbindung mit dem Straßenpöbel leistete, ist gerade genug, um etwas trübe in die Zukunft eines Landes schauen . zu lasten, das nach schwerem Schicksalsschlag sich langsam in die Höhe arbeitet. Aber ist es nötig, daß man dabei jeden kleinsten Zwischenfall registriert, liebevoll ausmält und jede Insultation 'im Vergrößerungsglase einer Verfolgungspsychose Die schlafende Gemeinde. Kin rätseksiafter Midrasch. Don Rabb. Dr. K. Gescheit, Uohrtitz (Mähren). Auch einem R. Akiba konnte es possteren, daß bei einem seiner Thoraoorträge vlaitta Tnsn das versammelte Volk in .einen - sanften t «Mummenverfiel.. Der Schlaf während eines Thoraoorrrages ist nichts weniger als der Schlaf der Gerechten und so wollte Rabbi Akiba "seine Zuhörer ermuntern, indem er den Gang seiner Ausführungen plötz ich unterbrechend, an, sie die Frage stellte-: hnon nrun na nuna rop hy P^arur? wem verdankt Ester, daß sie die Frqu des Achaichwerosch und so Herrin über 127 Provinzen wurde? /. , / Wenn die Frage nichts anderes zum Ziel, gehabt hat, als die Schlifrtgen wach zu rütteln, hätte sie nicht best.'!, nicht geschickter gewählt werden können. Denn das gedrückte jüdische Volk, von den Römern hart bedrückt, trug sich gerade zu jener Zeit mit der Absicht, das fremde Joch von sich zu schütteln, die Fragen über Herrschen und Dienen. Gebieten und Gehorfchen standen im Vordergrund seines Interesses, und Rabbi Akibas gelangweilte Gemeinde glaubte schon in einer durch die Vorsicht Der Israelit__ gleich zu einem Pogrome macht? Ungarns Juden sehen und hören es nicht gern, denn sie haben Liebe und Vertrauen genug zu ihrem Vaterlandeum A u s w ü ch s e und Ausschreitungen irregeleiteter Jungen nicht als typisch für das System und die Zukunft zu nehmen. Wohin sollten wir kommen, wenn die gelegentlichen deutschvölkischen Roheitsakte auf unseren Friedhöfen in Deutschland in der Welt als deutscher Kreuzzug gegen die Juden hingestellt würden? Hier wie dort gibt es Rohlinge. Entscheidend ist, daß sich Regierung und Gesellschaft ihrer schämen und die Behörden ihre Pflicht tun. Interessant ist in diesem Zusammenhang eine scharfe Auseinandersetzung zwischen dem „Pester Lloyd" und der „Vossischen Zeitung". Der durchaus liberale „Pester Lloyd", der konsequent gegen den Numerus clausus kämpft, aber der Regierung gegenüber eine loyale Haltung einnimmt, griff die Berliner „Vossische Zeitung" wegen ihrer Berichterstattung über die Budapester Ereignisse heftig an. „Pester Lloyd" beanstandete die von der „Vossischen Zeitung" gewählte Ueberschrift „Pogromkrawalle" und spricht von „tendenziösen Unwahrheiten". Die „Vossische Zeitung" erwidert gereizt: „Statt sich also über die „gewissenlose Art der Berichterstattung" aufzüregen und den „Mißbrauch" zu denunzieren, sollte der „Pester Lloyd" lieber seinen publizistischen Eifer der Abstellung der, wie er zugesteht, „tief beschämenden Prügeleien an den Hochschulen" zuwenden. Den Geist, aus dem sie stammen, und diese Roheitstaten selbst „mit allen Mitteln abstellen" zu helfen, scheint uns eine dringendere Aufgabe für die ungarische Zeitung, als die Denunziation einer Berichterstattung, die sich mit solchen Dingen leider noch immer beschäftigen muß". Es geschieht dem „Pester Lloyd" unrecht. Cr arbeitet mit aller Kraft daran, die öffentliche Meinung gegen die beschämenden Vorgänge aufzurufen und den. zuständigen Instanzen das Bewußtsein ihrer Pflicht zu stärken. Um so eher ist er berechtigt, gegen Uebertreibungen sensationslüsterner Berichterstatter zu protestieren. Den jüdischen Informationsagenturen, vorab der I. T. A. sollte die Auseinandersetzung auf alle,.. Fälle eine Mahnung zur Vorsicht und Mäßigung sein. - Bei Kopf schmerz, Zahnschmerz Erkälftiiic|, Rheuma hilft Bestandteile: Ph<*nac., Phenyldimet ylp. || f Alf Acetylsai., Coff WI. l.tU in allen Apotheken 8 November 1928 Aktion ui ’rV.;. Nummer Geüber öas me Ms über die rekgiöD HM Rutzlanddenkl : . jj.y■‘'•“VW- Wir hatten in dev jüngsten legenheit, an leitender . Stell« dumpfe Echo zu berichten,, das .: ein Versuch von Jsmar Freund, den notleidenden Brüdern in Rußland über das ■, Brot r hinaus auch religiöse Hilfe zu reichenin. den liberalen Kreisen gefunden hat. Die^.Am e r i - k a n e r bekunden darin weniger PlaHangst als die Berliner" von . der liberalen Fakultät. . Vielleicht unbewußt vom Gefühl des pmsr getrieben, halten sie es für gut, für angebracht und auch für vollkommen ungefährlich, nicht allein die wirtschaftliche, sondern sogar die p o l i t i s ch e Aktion in Rußland mit einer religiösen zu verbinden. So wird aus Newyork berichtet, daß in Coopers Union Hall eine von der Union orthodoxer Rabbiner Amerikas einberufene Protestversammlung gegen die Verfolgung d e s,jüd is chen G l aub ens in Sowjetruhland ab geh alten wurde, in der auch Mitglieder des Kongresses der Vereinigten Staaten das Wort ergriffen haben. Der republikanische Kandidat für den Gouverneurposten des Staates Newyork, Herr Albert O t t i n g e r, ein Jude von religiös liberaler Gesinnung, und der demokratische Gouverneurs- Kandidat, Frank R o s s e v e l t, sandten Begrüßungskundgebungen, in denen sie sich mit der Protestaktion solidarisch erklären. Die Versammlung nahm eine Resolution an, in der die Regierung der Vereinigten Staaten aufgefordert wird, der Sowjetregierung so lange, die Anerkennung zu verweigern, als die Religionsverfolgungen in diesem Sänbe anbauern. Keine Stimme regt sich in Amerika gegen diese Resolution. Auch in den jüdischen Reformkreisen wie an hohen Regierungsstellen wird sie gebilligt. Warum dann die große Angst in Berlin? Man kennt eben in Amerika, im Lande der Immigration, die Psyche des russischen Juden und möchte seiner verwundeten Seele Hilfe bringen. - Die Neutralität der Länder. Nach Hessen Württemberg! Wir haben in einer der jüngsten ^Nummern an einem krassen Beispiel zeigen können, wie die in den Kreisen des Mainzer Landesverbandes beobachtete Neutra l i t ä t in religiösen Dingen aussieht. Nicht wi-r-fagten esihr offizielles Verbandsorgan tat Gebotenen verhüllten Form chr Liebltnqsth wa. Freiheit und Unabhängigkeit behandelt zu bekowmm. Nach all' diesem dürfte die Antwort, daß ynvrr rr27i rr^rr '•öi mw hv iina na die Tochter von Sara, unserer Stammmutter-Tochter" Ester, Mn Tbron; auf dem sie neben Ackafchwervsch > saß, unserer Stammmut er. Sara yerdankt, welche entsprechend der Llnderzihl. über welche der Berkerkönig stine Genossin Mitregieren ltetz, 127 Jahre alt wurde, kaum, .den Erwartungen d?r nun gespannt Lauschenden entsprochen, haben... Wohlerzählt;dieGeschichte. wie sie hcute noch -gemacht und geschrieben, wird, Kaum von etwas anderem/, als dotz Fürsten, und Könige-! den »heroischen" Standpunkteinnehmend, daßidas Leben 'der anderen.dev Güter.Höchstes nicht ist» nicht für 127.-Mr eine.einzige Provinz schon -tausendmal 127 Jahre eingetai scht . habe»; vie junge, kriegStü'chtige llntertanem.zusammen gelebt hätten, wären sie nichti für die Ländergier ihrer Kriegsherren jns . frühe Grab >gefunken^7 Allein, ' eine Fraü zieht nicht in den Kampf, legt keine Waffen an und eine. Assoziation, eine Gedankenverbindung zwischen Saras Leben-johren und dem Krieg, dem Blulregen. durch den Länder wachsen und Throne aus dem Boden bervorsprietzen. ist nickt.gut möglich. Und so, konnte das' Volk,; das in fieberhafter Ungeduld auf den günstigen Moment wartete.'gegen den verhaßten Feind lvszuschlagen. eine seinem- Sinne und . Geschmacke genehme Deutung den Worten Rabbi Akibas nicht geben. Da aber andrerseits eine Frau durch ändere als militärische Tugenden in den - Besitz von Purpur und Diadem geiamt. hat Rabbi Akiha erklärt, daß Ester den Thron , unserer. Stammmutter Sara verdankt. die nach 127 tugendbestrahlten Lebensjahren zu Gott einging. Denn nicht blos Besitz- und Reichtümer, die Väter und Großväter' durch lange Jahre annesammelt. , Möglichen ihren Nachkommen ein /fürstliches" Leben, als wären ihnen Provinzen und Länder eiaen Auch hervorragende Eigent schäften des Geistes und Charakters, Vorzüge von Körper und Leib, durch die späte Egkel auf'-den Thron, d. h. in die?>öhe geangen, haben sie von ihren Vorfahren vererbt bekommen. Wodurch ragte nun Ester unter all' -den Frauendie in des Königs Hof versammelt waren; hervor, daß sie in Achaschwerpschs Augen Gunst uNd -Gefallen gefunden? Durch ihre bezaubernde Schönheit und ihre edle Zucht; die,- wie der Talmud sagt, dem »Hüter dev Frauen''/ dem? ste anvertraut war; bei ihr auffiel; daß er ste seinem Herrnals .Genossin empfahh Aber voü wem find ihr wohl all! diese hoben-Vorzüge von Leib und Seele überkommen? Unzweifelhaft auf dem Wegeder Vererbung von ibrer Mu ter; von ihrer Großmutter, usw.; letzten ENdto . n*3 Nlv'als einerTochter von Saras Tochter : von S arg. ihrer ersten Uhrähnin selbst, von her es cheißt.: »Und Abraham sprach zu seiner Frau Sgra: ich weiß, daß du eine Frau schön von Ansehen' bist" und von: der 'es -ferner heißt: .^Man lobte Säras Schönheit vor Pharao." Was aber ibre Schönheit noch mehr verschönte und. was ste , gleichzeitig mit dieser an Ester vererbte-, char die edle Keuschheit, ihrer Lebenssührunq, die -fick in die € tille und Abgeschiedenheit des Ze' teS zurückwg/ fodaß Airaham, als die Engel noch seiner Frau fragen, sprechen: Kann? ste ist sicher im Zelte. Und tzgdurch, daß Sara ihre hohen Tugenden durch ihr chänzes Leben, durch esn -langes, wechfelvolles Dasein; bewäbrte. und 'ihr Wandel, wie unsere-Weisen sagen, 'b ina Könh D N22 mit 100 Jahren und mit 127 nicht minder rein und vorwurfslos war wie mit 20,

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