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Der Israelit · 1928-10-18 · Heft 42 (18.10.1928) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 42 (18.10.1928)
Date
1928-10-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 42 Seite 5 18 Oktober 1928 . Ferner gab in der gleichen Sitzung für den Vorstand Herr Goldschmidt Auskunft auf eine Anfrage von Moritz 21: Loeb über den Stand der von-der Berliner Jüdischen Gemeinde veranstalteten neuen deutschen Ueb erst tzu ng d e r Bi b e l. Die ersten 4 Bücher des Pentateuch/sowie die Bücher Jofua, Könige, Jeremias u.a.m. liegen/bereits fertig vor. Herr Professor Loewe ergänzte diese Mitteilungen durch-eine Darlegung der wissenschaftlichen und technischen Momente dieses Ueberfetzungswerkes und führte aus, man müsse mit besonderer Sorgfalt zu Wexke gehen, wo es gilt, eine deutsche Ausgabe der Bibel herzustellen, die dem allgemeinen Verständnis entgegenkommen und zugleich höherer wissenschaftlicher Kritik standhalten soll. Ehescheidungen polnischer Staatsangehöriger in Deutschland. Berlin, 15. Ott. Im letzten Heft der Zeitschrift „Jüdische Arbeits- und Manderfürsorge" wird durch einen Aufsatz von Gerichtskeserendar Tchornicki, Mainz darauf aufmerksam gemacht, daß durch, ein polnisches Gesetz vom 2. August 1926, in Deutschland erst jetzt veröffentlicht, der Rechtszustand hinsichtlich der Scheidungsprozesse polnischer Staatsbürger in Deutschland eine einschneidende Aenderung erfahren Hat. Es wird, in diesem Gesetz bestimmt, daß für solche Ehescheidungen fortan auch die'Gerichte des Fremdstaates zuständig sind, in denen polnische Staatsangehörige wohnen. Es kann daher jetzt, wenn beide Parteien in Deutschland wohnen, bei jedem deutschen Gericht auf Ehescheidung geklagt werden, wobei in materieller Hinsicht selbstverständlich die rechtlichen Grundsätze «des Heimatstaates, also je nach dem früheren Wohnsitz, das russische, österreichische oder deutsche Recht zur Anwendung kommt. MW Kampf für den schulfreien Sabbat. " / ' . ' Leipzig, 10. Okt. Noch» in aller-Erinnerung ist der vor etwa 8 Jahren von dem darWigen sozialistischen Kultusminister Sachsens, Dr. Meißner, heMsgegebene Erlaß, wonach jüdische Schulkinder. niD-e'iümal an den.Höchsten jüdischen Gei-eriagW' Rausch/HaschÄt-h und Jom Kippur, von der Schule fortbleiben dürfen und auch an diesen Tagen vom Schreiben nicht M dispensieren sind. Die Reichsregierung war damals eistgeschtitten und hatte die Aushebung' dieses Erlasses durchWetzt.. Es. folgte die sächsische Ministerialv erordnung vom - 9. März 1923, wonach die jüdischen Kinder zwar ätstRäüW-Hafchonoh und Jom Kippur vom Unterricht befreit, dagegen an den sonstigen Feiertagen ltftö an den Sabbattagen lediglich vom Schreiben, Zeichnen und von Handarbeiten zu dispensieren sind. Zu bemerken idgH (Angehörige, einer christlichen ^,SWU W ^Wr^Svmabend statt des Sonntggs feieH.W^eWat.jHgchsen auf. Grund einer besonderen /MinisterialEbÄdnrvWHre Kinder an den Sonnabenden nicht sur Schule.Wißen. Per Leipziger Emeinderabbmer, Herr Dr. Felix Goild manch, ist n^st zur Selbsthilfe geschritten und! hat iseinen Söhn vo)st!Besüch Äer öffentlichen Grundschule an ^n Sab^ättagMfferN> gehalten. Er erhielt, daraufhin ein/StbasmaNdat des') -Leipziger Stadtrates auf Zahlung von 25 Mark wegen Uehertretung des 8 5 des sächsischen Schulgesetzes..Dr,Goldmann. beantragts-richterliche /Entscheidung. Der Termin fand am 8. Oktober vor dem Leipziger Amtsgericht stgtt. Dr. .Goldmann verteidigte das Recht der -jüdischen. E^.ern,- mit ihren ändern gemeinsarN denHSajbbat 'zu begchen und dem Gottesdienst beizüwohtzen, Er wies nach, daß -das sächsische MinisteriUtn ein!Gutachten des Berliner Babbmers Dr. Esra Munk vollkommen sinnwidrig ausgelegt hat. Der Einzelrichter belegte Dri! ^Goldmayn wegen Uebertretung des Schulgesetzes mit! 25 Mark Geldstrafe (im NichteinbringungSsalle mit einiem Tag Haft) und erklärte zur Begründung, daß durch Artikel 135''der Reichsverfassung die Pflicht des Schulbesuches auf Grund des' sächsischen Staatsgesetze^ nicht berührt werde. * . , /, Dr. Goldmann ist entschlössen, gegen. das1 Urteil Revision einzulegen und die . Sache vohuhas Oberlandesge'-. . rich^jin iDresden, zu,;bringen. .,M. Astgelegönheit, div!!ditz jüdische Oeffentlichteit ausgerüttelt hat/ wird auch vor den Landtag. .gebracht/werden^.. .; - \;; i!f- ■;]!:' "■ ‘i-'j/f! Der 8 » raelit _ Polen. Die polnische Regierung und die jüdischen Parlamentarier. Warschau, 10. Okt. Das Bulletin „Alle Parteien" veröffentlicht eine Darlegung des Vorsitzenden des. jüdischen Parlamentsklubs, Abg. Hartglas, über die Beziehungen der jüdischen parlamentarischen Vertretung zur Regierung, in der es heißt: ", Die Woche. Berlin. In der- Rofenthaler Straße wurde die Kriminalpolizei auf einen Landarbeiter aufmerksam, der Silbersachen zum Verkauf anbot. Es handelt sich um eine reich verzierte Brustplatte und um Stücke von vergoldeten Leuchtern, die wahrscheinlich aus einer Synagoge gestohlen sind. Die beschlagnahmten Gegenstände sind bei der Dienststelle B 3 im Polizeipräsidium zu-besichtigen. Danzig. Im Freistaat Danzig wurde eine Gesellschaft zur Arrangierung einer internationalen Ausstellung für Hafen- und Seeverkehr begründet. Der Direktion der Ausstellung gehören drei Juden an. — Die sozialistische „Volksstimme" berichtet über einen Ueberfall hakenkreuzlerischer Studenten auf jüdische Studierende der Technischen Hochschule, der ein gerichtliches Nachspiel hatte mit dem Resultat, daß die überfallenen jüdischen Studenten als „Ruhestörer" bestraft worden sind. — An der Danziger Technischen Hochschule zählte man im vergangenen Semester unter 1600 Studierenden 80 Juden, das sind 5 Proz. der allgemeinen Studentenzahl und 1 Prozent der mehr als 8000 Seelen zählenden Judenschaft des Freistaates. — Dem als Antisemiten bekannten Professor der Nationalökonomie an der Danziger- Technischen Hochschule, Dr. L e mb k e' , der einen jüdischen Studenten aus .dem Lehrsaal hinausgeworfen hat, wurde nach durchgeführter Disziplinaruntersuchung seitens des Rektorates des akademischen Senats die Lehrbefähigung für die Dauer eines Semesters aügesproch e n. London. Der I o i n t F o r e i g n C o mmittee sieht auf sein 50jährrg es Bestehen zurück und der Anlaß wird in London gefeiert werden. — Sir Gilb ert Clayton wurde zum Oberkommissar von Irak-ernannt Clayton war wiederholt als Kandidat für das Oberkommissariat in Palästina genannt worden und ist als Freund der jüdischen Sache bekannt. Budapest. Die offizielle Feier des ungarischen National-Trauertages, die sonst jedes Jahr in seiner Franziskanerkirche abgehalten wurde, findet dieses Jahr zum ersten Male in einer Synagoge, und zwar im Tempel in der Dabakgasse, statt. Antwerpen. An dev V o l k s u n i v e r si tä t der belgischen ' Arbeiterpartei wurden Kurse für hebräische Sprache eingeführt, die sich gröjjjen Zuspruchs erfreuen. Der Unterricht liegt in der Hand einer palästinensischen Lehrerin. .Moskau. Nach einer offiziellen Feststellung mußten in den ersten neun Monaten ds. Js. allein in Moskau 70 Personen wegen a n t i s e m i t i - s ch e r U tri tri ebe verurteilt werden. Fünf dieser Verurteiltssn waren. Mitglieder der Kommunistischen Partei. — Professor S amoi l owitsch, der Kapitän des nach Rußland zurückgekehrten Rettungsschiffes „Krassin", erklärte auf einem Bankett in Moskau, er sei' stolz auf sein Judentum und habe 1905 beim Odessaer Pogrom an der Spitze der jüdischen; Selbstwehr geständen: Vukarrst. Das , Verbot . dös. JTA-Dienstesin Rumänien wurde a u f- ’ gehoben. Marschau. In Pruszany verstarb Rabbi Elijähü Feinster n, der ein halbes Jahrhundert als Rabbiner in der Stadt wirkte, im Alter von 88 Jahren. Rewyork. Feldmarschall Lord Allen b y. der Eroberer Palästinas, der zur Zeit in Amerika weilt, äußerte auf einer Versammlung der Am e ric a n Legion, er bedaure die Vorgänge an der Westmauer aufs Tiefste. Jerusalem. In der Mhe von Nescha, wo zur Zeit eine jüdische Lan d w i rts chas tss chu le im Bäu begriffen ist. überfielen Araber die Baustelle, bedrohten die Arbeiter und suchten, den Bau zu verhindern. Die Arbeit muß unter Polizeischutz fortgeführt werden. — Im Alter von 95 Jahren verstarb Frau Rachel Lea Gissen, die zu den Gründern, der jüdischen Kolonie / Petach TiLwah gehört hat. .. ' > , Der jüdische' Parlamentsklub ^ordext, . Hatz ^dhe' ' und 'daß ein'Teil" der" schweren" Sbeüerläst ' von den Jtihen aus Hie bis, sitzt privilegierte mchtjüdische 'Bevölkerung abgervälzt werde. Juden sollen mit repräsentativen Aemtern betraut, als Beamte, Bahnangestellte und als Arbeiter in den Staatsfabriken zugelassen werden. Der jüdische Parlamentsklub fordert Subsidien für das hebräische und für das jiddische Schulwesen und deren Einbeziehung in das allgemeine Schulnetz. Die Kompetenzen der jüdischen Gemeinden sollen erweitert, das Berufsschulwesen und die Bestrebungen von Juden, zur Landwirtschaft überzugehen, gefördert werden. So lange aber die Regierung nicht einsehen wird, daß es im Interesse des Staates selbst liegt, die Bestimmungen der Konstitution und der Minderheitenverträge auf die Juden anzuwenden und ihre eigenen feierlichen Versicherungen gegenüber der jüdischen Bevölkerung endlich zu erfüllen, so lange die Finanzpolitik der Regierung auf die Ausbeutung der jüdischen städtischen Elemente aufgebaut sein wird, wird die jüdische parlamentarische Repräsentanz gegen das Budget stimmen. Brief aus Krakau. K r a k a u, 14, Oktober. Vorige Woche tagte hier die Konferenz des „M a ch - s i k e L i m m u d". Die Verhandlungen standen auf ganz hohem Niveau und zeigten die schweren materiellen und seelischen Leiden der religiösen Arbeiter, die zur Thora halten und in ihrem.wirtschaftlichen Fortkommen doch nicht Zurückbleiben möchten. Die Konferenz wird, wie man hofft, den Grundstein zu einer Organisation religiöser Arbeiter geleegt haben, von der allein für den Einzelnen noch Hilfe kommen kann. Inzwischen rüstet man sich für die bevorstehenden G e m e i n d e w a h l e n, Das religiöse Wahlkomitee in Krakau, geleitet von I. Baum i n g e r und David Landau, fordern die religiös gesinnten Juden zur Bildung eines Blockes auf. Man darf erwarten, daß recht viele der Aufforderung Folge leisten, denn nichts ist heute im Osten dringender, als daß die Orchodoxie sich zusammentut, um ihr Recht in der Gemeinde ganz zu behaupten. Man schließt Tllikwobäder. Wilna, 14. Oktober. Aus allen. Teilen der Provinz kommen Nachrichten über Schließung von rituellen Tauchbädern, angeblich aus hygienischen Gründen. In vielen Fällen ist es auch offenbar reine Schikane von Seiten der Aerzte und Behörden. Die Ortsrabbiner bestürmen das Wilnaer Rabbinat und die Gemeindeverwaltung, eine Intervention bei den Regierungsstellen gegen dieses Attentat auf die Quelle der jüdischen Familienreinheit zu unternehmen. Wo die Mrkrvoth in baulicher und sanitärer Beziehung wirklich zu wünschen übrig lassen, da müssen die Aenderungen und Verbesserungen sofort vorgenommen werden. Die Mittel werden von den Organisationen in den polnischen Städten aufgebracht werden müssen. Aus keinen Fall d.ürfte man es in jüdischen Kreisen daher bewenden lassen. / , * Rumänien. Die Staatenlosen in Rumänien. C z e rn o w i tz, 11/ Okt. Die in Rumänien angeordnete sogenannte „Fremdönkontrolle" wurde bekanntlich als eine schwere Bedrohung .der vielen -Tausenden „Staatenlosen" gedeutet, die vor Her. Gefahr der LaniKsverweisung standen. . Nachdem Herr Dr. Mayr Ebner, der Herausgeber der „OMdischen Zeitung", und später der Bükärestsr „Curierul Israelit" auf diese Gefahr aufmerksam gemacht haben, intervenierte der jüdische Senator Horia Carp beim Minister, des Innern, woraufhin seitens der kompetenten Stellen erklärt würde, daß diejenigen Juden in den neuen Provinzen, die ohne Staatsbürgerschaft geblieben sind, bis zur endgültigen Lösung der Frage nicht in den Rahmen der Ausländer fallen, welche der Fremdenkontrolle unterstehen. Eine amtliche Bestätigung ist noch nicht erfolgt. ' ,4. Mchecho-Slornnkei. - Zugunsten der Staatenlosen in der Tschecho- . "i -flovakei. •- Prag, 9. Okt. GeleMcheit.' des dem Pkästven'ten Masakyk eine Denkschrift zu überreichen, in welcher die ^endgültige. Regelung der Staatenlosen-Frage gefordert

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