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Der Israelit · 1928-10-18 · Heft 42 (18.10.1928) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 42 (18.10.1928)
Date
1928-10-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Nr. 42 D e r Is raelit Lebens für die Berufserfüllung im äußeren Leben durch Urteilsläuterung in Symbolhandlung und Märt/" — Hier sehen wir klar und deutlich ausgesprochen, wie eben nach H. bloß die Kategorie 5 (rmsr) und ein Teil der Kategorie 6 (nni2p)oom Begriffe des Symbols aus beurteilt werden können. Wie auch die Klagen über die reinmechanische, geistlose Ausübung der Gesetze, über düs rnniVa mb» msa. in den 19 Briefen in erster Reihe in bezug aus die Kategorie rmy laut werden. So im 17. Briese „Von einer Seite die erziehenden mnI-Pflichten gekannt — und als opus operatum begriffen, oder fast als Amulettenkram zur Abwehrung physischer Uebel oder zum Ausbau mystischer Welten." Und so auch in einer Fußnote (S. 213, Ahronsohn'sche 2. Ausg.), wo bezüglich Mendelssohns „Jerusalem" ausgesagt wird, daß darin „über niiv eine Ansicht ausgesprochen wird, die, wenn sie von ihm (Mendelssohn) oder seinen Nachfolgern nur im einzelnen durchgeführt und damit eine geistige Erfassung derselben versucht worden wäre, vielleicht der ganzen Folgezeit eine andere Richtung gegeben hätte." Und so heißt es auch in der „Vorerinnerung zur ersten Auslage" des Chaurew: „Zu einem solchen Nachdenken über Gottes Gebote werden wir uns aber bei solchen Geboten ganz besonders ausgefordert finden, deren, größtenteils ausgesprochener, oder doch aus Aussprüchen zu erschließender Zweck eben das Erwecken bestimmter Gedankenreihen mit beabsichtigt, bei solchen nämlich, die uns in eine gewisse Art bet. Tätigkeit zu versetzen vorschreiben, aus daß bestimmte Wahrheiten dadurch ihren Ausdruck erhalten. Wir werden aber uns aufgesordert fühlen-, die Beziehung aüfzusuchen, in der der angeordnete Ausdruck zu dem auszubrückenden Gedanken stehe, und ebenso die Wahrheit in ihrem ganzen Umfange und in allen ihren Folgen durchzudenken und zu beherzigen. Es sind dies besonders diejenigen Geböte, die wir unter dem Begriff „Edaütz" zusammenordnen zu können glaubten. Ja, bei diesen Geboten dürfte ein solches ttefere Eindringen in Bedeutung und Zusammenhang des Gebotes in allen feinen Tiefen wesentliches Ersorderürs sein Und nicht bedeutungslosen. Beitrag zu ihrer Erfüllung b ringen, die, ihrer wesentlichen Natur zufolge, Nachdenken/ und zwar Nachdenken, in. bestimmten Gedankenkreisen, mit bedingt, das bei den übrigen Ge. setzesteilen minder hervortritt. (IV. Stuft. S. VII.). Noch schärfer wird dieser Standpunkt ln den „Ätündlinen einer jüdischen Symbolik" ausgesprochen. . Nachdem nämlich nachgerpiesen worden ist, „welch' einen bedeutenden Gebrauch die göttliche Offenbarung in> dem außergesetzlichev, geschichlüchen Gebiete von symbolischer Erscheinung und symbolischer Handlung in ihren Mitteilungen an Propheten und Jsräelmäche"> heHt es weiter: „Sehen wir.uns daher nunmeHr auch im göttlichen Gesetze um. - ob Wir denn auch dort Symbole und symbolische Handlungen angeordnet finden? Es versteht sich von s e l bst, daß wir z u r B e a n t w o r t u n g o x e s e r V ö r s r crg e n ür s o l ch e. T a t - fachen des göttlichen Gesetzes heranbringen können, in denen der symbolische Eh arakter eines a n g e - ordneten Gegenstandes oder einer geboten e n H a n d l u n gu n d Ü N t e r l a j s u n g u n z w e i d e ut i g u nd a ug e n s ä ll i g d ar g e t a n i st usw." ' Und dann werden 3 Kriterien als untrüglicher Beweis für den symbolischen Charakter irgend eines Gesetzes genannt: a) „Wenn das Gesetz ausdrücklich von ihm angeordnete Gegenstände und Handlungen als Symbol erklärt; b) wenn dasselbe ohne seine Gegenstände und Handlungen ausdrücklich Symbol zu nennen, sie doch ausdrücklich in der Absicht anordnet, durch dieselben eine bestimmte Gedankenreihe anzuregen, bestimmte Wahrheiten und Tatsachen in Erinnerung zu bringen; c) wenn dasselbe, ohne diese Absicht.ausdrücklich auszusprechen, Gegenstände, Handlungen und Unterlassungen anordnet, die zu deren ausgesprochener Veranlassung, so wie zu deren ausgesprochenen Folgen in gar keiner anderen, als in symbolischer Beziehung stehenkönnen." (Ges, Schrift., III, S. 254 u. 255.) Mit all dem bisherigen glauben wir die von unserem Autor aufgeworfene, aber nicht klar beantwortete Frage: „Darf sie (die Symbolik) ihren Anspruch aus das ganze Gesetz geltendmachen oder soll sie sich aus eine Gruppe beschränken?" aus die einzig richtige Weise beantwortet zu haben. Nach Hirsch beschränkt sich, die symbolische Erklärungsweise einzig und allein aus die Gruppe der von ihm mir? > genannten und gewisser Bestandteile der von ihm unter dem Begrissenttittv dargestellten rvrea (rnmp usw.). Dies schließt aber, nicht aus, daß auch einzelne, zu anderen Kategorien gehörenden Vorschriften, wie z. B. mto ni'2» '.nsi-ip mviv ripvtt 'Tri bw ijw '’insr *ns? bv pin nyihm u. ar entweder gänzlich oder wenigstens teilweise sylnbolischen Charakter trägen sollen. (Vgl. Ges. Schriften HI, S. 262 und Com. zu H. B. M. 21,..) m Bl OX - Hilf N DW ASSE R Frösche''I.— UIfo Gegen löÜÄe Zähne' S HZÜklSlH f 9iw. Q.r, Dresden And Gott sah: (^um Möch«na6fchnstle.) Bon RabbinerBr.'NöHlMn 3fr Malmö (Schweden). . Ein:Gefühl stiller Mehmü.^^^stzleiMwir den Inhalt der zwei ersten T^j?aöSMnM.^«Meih<Gße^' vergl-erchtzn. So nähe diese beiden Äbsthsiiste raumÜH zu einander, stehen, so groß ist der iZegeüsatz zchisiheN der SLeltanschauuntz, die uirs: in beiden enttzegeytritt,so: weit ist die Müft, die befre Schvaus von einander trennti In beiden' lesen wir da'Wb'ei Wärt:. Gütt sah", aber die BiWr) die sich bot ünserem gMngH' Auge rntr-ollHi, :stßd' -i«yttetrE'ettt8icheüAssetz'L '-Ftt dem' ersten ^horaabschnitte. Lesjen wir: *wk TiKnaibnim „Usid choti sah'Ws,. watz er exschafsen, fietze« es iioar sehr, gut. Schön und herrlichgintz die Welt sind Wes, was darin lebt sind 'webtz 'aus .Gotke^ Schöpftrhand hervor. Auch, ln unserem ThoraÜbschNkrte dägeMet uns das Wort: y'pi'n nn'i „Gott. sah/; Wch. dex HchöpE betrachtete, nicht mehr sein Merk Hit solcher. Befriedigung wie früher, denn eswWnttn'Metts Metifchesi siük .Etz den, wie ihren sieWrwten^üüsitllicheri ^LebeNsT waüdel das herxlilhe Göikeswer'k verheM^N, das Parüdies zu einer rnyHlischesi,HöM.Mwastdelten.^Gne! Nest von. der e's Lelßtr ' vvn 'S fei 00L'von -Ge-f wastÄt, entspracht nkcht des tzchWfM war 'dem' 'UmetKlW -getvAht. Es gab ein MiÄel,' ünl' diese drohende 'Gesähr^abzuwendesi,ünd den Fortbestand, der' Welt zu 'ermöMchen.'iDas.öft bewährte und erprobte Mittel: näisn „Ümkehr^' wenn die MeNscheN aus fteiem Antrieb oder infolgedußeren Druckes den Weg^des Lasters. und. -der Sünde,verlassen.:und die Bahn, der Gottesfurcht und'GerechÜtzkeit.d'esWttHchättem, MN solches .Melspiel. zhkgk-' uüsi' -die WiM^EA' in den BeivöWrsi Hri Hauptstadt.Assyrien,'^über^ toütiSje ©öti: SDöS und Urt&r^ gang beschlossen^ aber durch die Reue, Butze wsißtsekü lhket' 'Vchwäche/ukü> SündhÜstigkekt erfüllt sind. Diese sind ln der Tiefe ihres Herzens durchdrung«en voll' dex, Ueberzeügmlg,Hatz He unrecht, nnstttlich''gehandelt; nsir. auö. Mn' menschlicher. Schwache der Versuchung keinen Wlverskmd' gÄelstett BÄ.MchtN kann zuweilen, das Gewlsieii Älifghrüttekt wetdelr) die 'Gottööstimnt-tstn h-er Men-, scheübMt eMsieN'-üM^sttz^ 'Mtrnw^ü,-'''dejE Weg 'reue/ voller. UmkeßrM.beschreiten, Vom.Ersten MWscheMaaKe. wW.- unsi. bexichtehHs, ^5 ba& softMe Verhol. übertreten^ invtri inich^2nn'i,jAdäsit' sind 'seid Meib verbärgen 'sich .vDr^ VeN Ewigen"! Jsil'^ewMtfein/ihr-ör Mchtlld wagken" 'sie nicht chor. dem Ang^sicht'GoNes".^^zü 'erscheinen/' Darum -Wikdie chossnung. begsÄndet, daß,sie^durch die, Kraft -der Reue sich äüs der^Kese Erheben rpevöen zur Heglüchenhen Höhe der SündWerntzell' iwtD' RejÄMveiMlt.'/"Dieses nieder-! ensarttztey„und vxrdervteN.MMl^chte d^r MpWnt, WehHds; Übte' V''p i>'X >22der G^rechllWit. DW^steWareN'Ächt wenW-! 18 Oktober 1928 Wochenründfchnu. Emigranten und Fluchllinge. Daß infolge der Umwälzung in den Kriegs¬ und Nachkriegsjahren eine Judenwanderung aus dem Osten nach und über Deutschland eingesetzt hat, ist bekannt. Es wanderten nunmehr nicht allein Leute, die, weil sie daheim nichts zu verlieren hatten, in Westeuropa oder Amerika aus ein Wunder warteten, das ihnen zu einer Existenz verhelfen sollte. Es waren in diesen wilden Jahren, insbesondere, als die rote Flut in Rußland alles wegzuschwemmen drohte, was noch zur Religion, Recht, Sitte, Tradition und Gesellschaft hielt, gerade die Besseren, ja, die ersten Kreise, die, nachdem ihnen die Heimat alles genommen, über die Grenze gingen, in Berlin. oder Paris nach dem Rate des Propheten -ii2V-7v^-,vp»2 '2N ds;t die Wandlung zum Besseren abwarten wollten. Aus der Wartezeit wurde aber dauernder Aufenthalt, da die Entwicklung in Sowjetrußland nichts weniger als zur Rückkehr lockte. So dauernd, daß beispielsweise sich in Paris eine eigene Gemeinde der russischen- Emigranten bildete mit Schloßberg, dem früheren Präsidenten der Petersburger Gemeinde, als Vorsitzenden und Dr. E i s e n st a d t aus Petersburg als Rabbiner, womit gewissermaßen die offizielle Petersburger Gemeinde nach Paris verlegt wurde. In Berlin leben viele Hunderte dieser Familien, die früher zu den Spitzen der russisch-jüdischen Gesellschaft gehörten und sich als soziale Führer und Philantropen bewährten, in Not und Armut. Sie suchen sich durch Selbsthilfe im Rahmen eines „Verbandes der russischen Juden in Dents chl and " den Weg durch das schwere Leben aus fremder Erde ein wenig zu bahnen, und unter Führung des greisen und doch jugendlichen, tatensrohen russischen Staatsrates T e i t e l leistete dieser Verband in den acht Jahren seines BestehesiS' Ansehnliches. Ein Etat von 20.000 Mk. im Jahre, aus eigenem ausgebracht, ist ein Ehrenzeugnis für den Wohltätigkeits- und Gemöinsinn der wenigen Bessetbemittelten in der russisch-jüdischen Kolonie in Berlin. Aber dieser Etat ist der Maßstab des Könnens, nicht über des Not w e n d t g e n, um nur einen Teil der Aufgabe des Verbandes zu lösen/ Orga- .nisationen in Deutschland, so der '-Hilfsverein der -deutschenJuden",Rabbinerverbünde'u/a?nehmen ■ 1!■* .!■!■ 'V- . Wesentlichen ohne blendende, geistschillernde, philosophische Begründslng^. schon' in vorsintfmÄichör Zeit gelehrt und geübt würde. Darum empfanden sie nicht^ eine UürüKe des Gewissens^ kein Schsildbewüßisein, denn im Sinne ihrer Welt- und LebensanschüuüNg handelten sie ganz recht und billig; sie waren ganz entrüstet über/den srösinnen/nr, der sich erkühnte, ein.‘nrav,» ■w'mb ju feiu und riefen hösjsiisch die Worte „Wenn der Weltenherr eine «Äntflut senden wird, kommt sie nur ma» ’sm rw'2 Vy über das Haus jenes Mannes". Von einem solchen. Geschlechts war eine Reue und Umkehr nicht zu erwarten, darum war ihr Urteil besiegelt, wären sie dem Untergange geweiht. Kleines Feüilletöü. „Hinweg l o WÄt, mit deinem RästsiWöM Es mattet mein der hehrste Tauschsou». Den: Erdenslitter ich oetschmühe, — Ich flüchte mich in Gottesnähe." „UNd''sehrist dü dich zu'Gott' zukochmen — DÜS ist Me ' Sehnsucht aller" Fromniön — Sö..wärte, 'his.Mott zu sich'.rüst. Man überbrückt nicht Erdenttuft. .. Uüjj anMrs-eik^l .Män'H'IÄsch^ Löib Heischt würMosAr.^JestveWeib'-''/ .St-<lieky,sdi>o. Und kürzt dckmu den Lebensfäden.

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