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Der Israelit · 1928-09-27 · Heft 39 (27.9.1928) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 39 (27.9.1928)
Date
1928-09-27
Page
– (sequence 8)
Language
German
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27. September 1928 Sette 8 Nr. 39 Der Israelit dokumentiert, nach dem Merkwort3"Vp tttb* Im Gebete heißt der Tag wie Sukkot unnav jat* Der zweite Tag heißt im Volksmunde — nicht im Ge bete — auch min rmav, da an ihm der freudige Akt des Thoraauslesens stattfindet. Am 1. Tage wird das feierliche av^-Gebet im. Gotteshause verrichtet: man beginnt mit der Einschaltung des min n’va* Der eigentliche Sinn und die Bedeutung des Festes bleibt dunkel. Die Thora deutet Näheres nicht an. Wohl bedeutet narr? soviel als Abschluß. Es ist ja auch der letzte von den Herbstfeiertagen. In der Mischnasprache wird auch nisnnw oft mssr genannt. Es bildet sozusagen den Abschluß des Pesachfestes. Die körperliche Befreiung wurde am Sinai durch die geistige erst vollendet und gekrönt. Man müht sich in verschiedenen Vergleichen zur Deutung des Schemini Azeres. iLv heißt aufhalten, zurückhalten. Der Feiertag de nniv ist gleichsam ein guter Freund, ein lieber Gast, den man bittet, er möge seinen Besuch noch etwas verlängern, noch einen Tag zugeben. Ändere bringen das Schlußfest in Parallele mi MV12V. Am Vesach wurde durch den Auszug aus Aegypten gleichsam der Volks kör per begrün det. Jedes Gut muß aber auch auf die Dauer erhalten bleiben. So lehrt niDfo, daß Gott' den Volkskörper auch erhalten kann, in Wüstenei und Not..— Äm MV12V wurde durch die Offenbarung unser Volks ge ist begründet. Das-'^vv mrs-Fest soll lehren, daß Gott diesen Dolksgeist auch erhalten wird. In der Tat läßt sich im Talmud in dieser Richtung eine Stimme vernehmen: Das Schlußfest sollte eigentlich sechs Wochen vomnniv zeitlich entfernt sein, wie nitfqv von nos Wegen der winterlichen Jahreszeit aber legte der Allgütige das niLv-Fest früher. So . ist auch hier Sukkot in Parallele gestellt mit nvs und n-iLv 'rav mit nijnnv* (S. Hirsch, Choreb.) In der Tat: will man die Tischrifeste voll begreifen, so muß man wissen, was alles in ihren Namen liegt. . llonrrponae«re« * Nacdricdtt« Deutsches Reich. Der Orthodoxe Rabbinerverband. Frankfurt a. M., 25. Sept. Die Generalversammlung des Orthodoxen Rabbinerverbandss findet unter Vorsitz des stellvertretenden Vorsitzenden, Herrn . Rabbiner Lr, I. B o n d i - Mainz am 21. und 22. Oktober 1928. (7. und 8. Cheschwan.5689) in Frankfurt a. M. statt. Auf der Tagesordnung steten folgende''Pünkte: 1. Rechenschaftsbericht von Seiten des 'Vorstandes'.' 2. Referat über: „Me Lage der deutschen Orthodoxie".' 3. Referat über: „Ä^r Sabbat im heutiHssN WittschäftÄeben". 4. Referat 'Äer: „Eheschließungen, Ehescheidungen» Proselytenaufnähmen und deren Folgen". 5. Referat über: „Ausbildung der Schochtim". 6. Referat über: „Besprechung religionsgesetzlicher Gegenwarts-Probleme". 7. Anträge. 8. Vorstandswahl. Vom Rabbiner-Seminar. 'Berlin, 12. Sept. Das Verzeichnis der Vorlesungen ergibt für das Winterhalbjahr 1928/29 (5689) folgendes Bild: Dr. Josef W o hlgemuth: Dezisoren: Schulchan Äruch Jore deah II. Teil: Montag, Donnerstag und Freitag 10—11 Uhr. Pentateuchexegese: Leviticus: Mittwoch 11—12 Uhr. Systematische Religi o ns lehre: Willensfreiheit, Theodicee, Unsterblichkeitslehre: Mittwoch 10—11 Uhr. Geschichte der jüdischen ReÄgionsphilosophie: von Saadja bis Mäimomdes: Mittwoch 18—19 Uhr. Homiletische Uebungen: Donnerstag 18—20Uhr. Dr. Iechiel Weinb erg: Talmud (Abt. A):Traktat Baba Kama Perek I—III und ausgewählte Teile aus den anderen Abschnitten: Sonntag bis Freitag von.8% bis 10 Uhr. & Dr. Samuel Grünberg: Bi bekexegese statarifch: Psalmen: Dienstag und Freitag 11—12 Uhr; kursorisch: Historische Bücher Esra und Nehemia: Sonntag 11—12 Uhr: Dienstag 12—13 Uhr. Hebräische Gram matik: Einleitung und ■ Normen: Sonntag 12—13 Uhr. Literatur gef ch'S ch t e: Montag 17—18 Uhr. Midrasch: Donnerstag 17—18 Uhr. Hebräische Referate: Montag 12—14 Uhr. Ue b u ng en: Dienstag 19—20 Uhr gb^nds. i Aramäisch: im noch zu verabredenden Stunden Dr. Moses Auerbach: Talmud (Abti. B): statarisch, Traktat Baba mezia Perek V: Sonntag bis Freitag 8)4—10 Uhr; kursorisch: Traktat Baba mezia Pe rek VI: Montag, Donnerstag und Freitag 10—11 Uhr Geschichte: Die Juden Palästinas im 3. und 4 Jahrhundert, Montag und Donnerstag 11—12 Uhr. Kurzer Abriß der jüdischen Geschichte von der französischen Revolution bis zum Weltkrieg: Sonnabend 18 bis 19 Uhr. Ueb ungen zum pxa srw "•rr'.maR Montag 20—21 Uhr. Für Talmud (Mittelabteilung) wird Thema und Jett noch vereinbart werden. J Die Aufnahmeprüfung findet Sonntag, den 14. Oktober 1928, 9 Uhr statt, die Eröffnung des Semesters am Montag, den 15. Oktober (1. Marcheschwan) 17 Uhr im Hörsaak 3. Den Eröffnungsvortrag hält Herr Dr. S. Grünberg: „Die ursprüngliche Schrift des Pentateuchs"; den halachischen Eröffnungsvortrag (nn'ns) Herb Dr. Jechiel Weinberg am Dienstag, den 16. Oktober, 9 Uhr im Hörsaal 1. Zugleich sei auf die von Dr. Wohlgemuth abgehaltenen Lehrkurse in Bibel und Talmud (wöchentlich 10: Stun den) für vorgeschrittene Studenten und junge Kausleute hingewiesen. (Talmud Traktat Ehullin, Sonnabend 12 bis 13, Sonntag 20—22, Mittwoch 20—22. Bibelexegese Jesajah: Sonntag 9%—11. Gesuche um Aufnahme und sonstige Anfragen smd an Dr. Josef Wohlgemuth, Berlin N. 24, Limenstraße 147 (Norden 6041) zu richten. Derselbe erteilt auch Auskunft über die Teilnahme an den Vorlesungen der Dozenten, die im allgemeinen allen Akademikern und Lehramtkandidaten gestattet wird. Die Teilnahme äst den Vorlesungen ist kostenlos. Sitzung der Berliner Repräsentanten- Versammlung. Berlin, 21. Sept In der letzten Sitzung der Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde vom 20. September wurde, zunächst für die Arbeitendes B e r b a n d e s' ostjüdischer Organisationen in Deutschland,' des Verbandes Ort und des Büros für Schächtgefetz größere Subventionen bewilligt. Annahme fand.ferner ein liberaler Antrag aus Errichtung eines statistischen Büros der Jüdischen Gemeinde, dessen Arbeiten in erster.Linie auch dem Kampf gegen Taufe und Mischehe zugute kommen sollen. Für die Erhaltung.des Friedens-Tempels wurde eine Beihilfe bewilligt. Ein liberaler Asttrag betreffend die Einrichtung religiöser Feiebstundön ick den» Gemeinde-Synagogen am Sonntag vormittag wurde nach eingehenden Darlegungen.des'.',Fü^yK,'Hpr Aosts-r parket, Dr. Klee, aus . prinzipiellen : chrynden a W e träges für dke Jüdische Sonderschaü auf der Kölner Meffa abgelehnt. Ein Vortrag Jakob Wassermanns über das «Judentum-. >' Berlin, 17..September. Jakob Wassermann hat kürzlich in Rsichenhall in dxr „Deutschen Vereinigung für stäatswissenschastkkche Doxtbild.ung" einen Vortrag übest „Das Judentüm!"':g«hgkten, in welchem er aus einer, längere Zeit zurückliegeriden Polemik gegen einen jungen, süddeutschen Philosophen u. a. folgendes ausführte: r\ .„Es ist ein Grundirrtum, daß iwm als Nation bezeichnet:' Das sind sie nicht, dad HnnePisie nie wieder ^ein. Die Juden sind eine Summe,von Jichividüen. Dann liegt ihr Verhängnis, darin Regt Mrtz europäische Vergangenheit, dann siegt ihre: Gegenwart und wahrscheinlich auch Zstkmi^. HeÜstgb es Den 3uW.'. heu^sieisten Wat^ W- ,grüyhen,/so^MerdeM>sie vieMcht' eine Natron sein,, vielleicht afef „Volk" gSen Bindung, politische Mrkung, einen Rang zwischen den. anderen zahlreichen nationalen Gebilden, wenn auch einen noch so geringen, werden sie sich möglicherweise erobern, ihre weltgeschichtliche Mission ist aber damit zu Ende.' Ich gehe sogar so weit zu sagen: Man schlage die Juden tot, man treibe sie aus, man lösche ihre Namen von der Tafel der Geschichte, das alles wäre minder verhängnisvol für das Schicksal der Kulturmenschheit, alswenn sie selber sich aus der Rolle ausschalten, die sie durch eine unerforschlrche 'Berufung bisher in der Welk gespielt haben:" Im werteren Verlauf der Ausführungen sagte Wassermann: „Ich leugne nicht den Blutstrom, der mich trägt und nährt, den gewaltigen des Ostens, ich bin stolz darauf, ich glaube, daß er Reichtümer enthält, vermittelswelcher ich spenden- und schenken kann." (Siehe Wochenrundschau.) . - ' Polen. Newyorker Rabbiner zugunsten eines verurteilte»' Rabbiners in Ostgatizien. .s Warschau, 19. September. Der junge Rabbinatsasseffor von Tarnopol, Rabbi Hersch Fränkel, wurde zum Militärdienst eingezogen und zum Abnehmen von Bart und Schläfenlöckchen, ungehalten. Er weigerte sich unter Berufung auf die jüdische Religion, dem Befehl nachzukommen und leistete, als man ihm mit Gewalt Bart und Peies abschneiden wollte^ physischem Widerstand. Er wurde -hinauf vom Militärgericht in Lemberg , zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Seine Küffstiovsklage wurde vom Obersten Militärgericht zurückgewiefen. Die Föderation der Newyorker Rabbiner hat sich nrür> an das »polnische Konsulat in Newyork gewandt und. auf hessen..Rat dM,, bekannten Warschauer. Advokaten Hofmokl-Ostrowski ersucht, sich der Sache anzunehmen. Der. Newyorker .Rabbineroerband weist in seinem Telegramm darauf hin,..daß die jüdische Religion in Polen anerkannt ist, und. daß für die Einhaltung der Bestimmungen der Religion niemand bestraft werden dürfe, selbst wenn er gegen die. militärische Disziplin verstößt. Dr. Hostnokl hat bereits interveniert und beruft sich u. a. darauf, daß, wenn auch die Urteile des Obersten Gerichtes inappellabel sind und die Strafe nur vom Staatspräsidenten erlassen werden könne, es sich hier um eine Klage zur Wahrung des Gesetzes handle, das jedem. erlaubt, den Forderungen seiner Religion nachzukommen. Wenn jemand aus rein, religiösen Gründen den Behörden Widerstand leistet, sodürfe er für diesen Widerstand nicht bestraft werden^ Das Urteil gegen Rabbi Fränkel muffe also aufgehoben werden. Die Eingabe von Dr. Hofmokl wird vom höchsten polnischen Militärgericht auf einer Vollsitzung, an der 51 Richter teilnehmen, behandelt werden. Rumänien. Plünderungen in Vetzarabien. siischinew', 21, September. - Nach telegraphischen Berichten kapr es 'im. Laufe des gestrigen Tages in Ismail in Beßaräbien Hu antif'emitischen Ausschreitungen. Der öffentliche Notar Solowenko hetzte die^.Bauern gegen' die Juden aus, die er für die'M^kschÄMche Krise des Landes verantwortlich machte. Die Bauern deMytstrierten in der Stadt und überfielen zahlreiche Juden. Die Synagoge wurde perwüstet. ^Es^ besteht die Gefahr, daß die Bewegung sich weiter cchsbreitet,. da. wegen , der Mißernte die wirtschaftliche Lage des Landes kritisch, ist. . Schweiz. Die Orgelftage in 3iicid>. ' Z üri ch,17. September. Anläßlich des geplanten Baues einer neuen Synagoge der: Israelitischen 'Kultusgemeinde in Zürich ist es dort zu ernsten Auseinandersetzungen über die Frage der Einführung der Orge'k auch in die neue Synagoge gekommen. GegeHdieWrgel Mten vor allem Rabbiner D.r. L i t, t.m a n n und - NatipnalHgb' Dr- F a rchfft e?i n^ auf, 8^r sistf Hr ^nerglv.epsgmrpluÄg der Gemeinde erklärte, dctß er bei einem Beschluß üer Einführung einer Orgel We Bttvilligung der Paukredrte stimmen werde. Äie Entscheidung über die Orgelftgge wurde einer.demnächst einzuberufenden.'außerordentlichen Generalverämmlung Vorbehalten. ... . * .. , '" .nxutir.WnmtnZ. «W i-iy.

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