Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 39 (27.9.1928)
- Date
- 1928-09-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Nr. 39_ . ' Und: DV»n Va tinaw ’inpan T»main ddV ’a*i 'i n« trraan wrr *6 i’an „Aus deinen Mauern JerUsälem", auf "dem äußeren 'Gemäuer 'des^StaätVl^bens 'stehen 'die Wächter, von - Gottgestellt/die rufen und Müd en, Tag und Nacht und an'G o t t gemahnen, und nicht eher ruhen, bis hoch über Jerusalems Mauern die Zionsfah-ne rygt. Solange man aber in Je tu f alem noch um Zion ringen mwß, in Gemeinde, in Schule, im wirtschaftlichen und im geistigen Leben, solange dürfen wir nicht schweigen. Es ist unsere eigene heilige Sache. Alle'Welt ist für uns im 'Verhältnis zu Erez Jisrael und Jerusalem firr>finDärum spreche man nicht von unbefugter Einmischung!? Im Gegensätze zur Diaspora steht die Sache glücklicherweise 'in Palästina so, daß die Kulturauswüchse, über die wir fast Woche für Woche zu berichten und zu klagen haben, nicht das Wild -des, wahren Lebens ergeben. Die paar Jünglinge, die da singen, während wir weinen und trauern, die mit ihrem Fußball oder mit" dem Tanzbein den Sabbat zu Tode tanzen und treten zu können glauben, beherrschen wohl Klub, Sportplatz und auch die Gasse, aber nicht das Leben. Das Leben wird getragen von Mästen, die treu zu Gott und Israel halten und wohl misten, welche moralischen Pflichten-ihnen aus;der Gnade erwachsen, dem Herrn in seinem eigenen P a l o ft e dienen zu dürfen. Diese Massen wollen ihre Go t.t e sh.äu.s e r unabhängig von .in London gezimmerten Konsistorialxaragraphen gestaltet wissen, sie wollen S chu l e n haben, mp ihre Kinder, viele Tausende, ohne den Keim nationalpolitischer und' religiös-radikaler Verseuchung eingeimpst zu bekommen, aus dem reinen und heiligen Born der Thora nach guter alter Väterart schöpfen können. Sie wollen leben, leben, wie eben Juden leben, und wie sie doppelt als Juden leben müssen im Lande, in dem jeder Stein an Gott und sein Gesetz gemahnt. Sie können es nicht, weil die wirtschaftlichen Verhältnisse in dem Lande, das seinen alten Glanz und Reichtum erst nach der vollen Wiedervereinigung von Gott und Israel entfalten wird, es nicht erlauben, und weil die verfügbaren Geldmittel in der Hand derer liegen, die über dem. Wiederaufbau „Jerusalems" Z i o n s vergessen. Wir aber, die wir um Zion weinen, um Zion beten, um Zion hoffen, wir sollten unsere Hände nicht erschlaffen lasten. Wir hätten umsonst geweint und gebetet und gehofft, wenn wir nicht all die Tränen in Taten, die Lieder in lebendiges Leben umsetzen wollten und könnten! Arbeiten wir mit ihnen zu unserem Teile und nach Maß- Ein paar Worte für die Sukkoh. In der Reihe der auf die einzelnen Festtage verteilten Opfer (M. IV. 29) fallen folgende Ab. weichungen auf. Bei den Opfern des ersten, zweiten und vierten Tages.ist npn nnvn^ zu lesen; bei denen des o r i t t e n, f ü n f t e n , sechsten und siebenten dagegen nur t»swi *mx nxon, unter Wegfall des v-rv. Dazu der Wilnaer Gaon: Die siekenzig Ältere sühnen bekanntlich für die ma*!K 'V siebenzig Völker der Erde. Diefeteilen stch nach ihrer Abstammung in Mv und danach müßten die fiebenzig Opfer paritätisch zu gleichen Teilen auf Esau uyd Jsmael fallen. Jm talmudstchen Schrifttum werden aber-immer die beiden Urvtzlker mit ‘vaXiT bezeichnet, und zwar ist Jsmael der und Mau der vpv. Danach wird Jsmael mit v'M Efäü aber schlechthin mit bezeichnet. Und nun die gleichmäßige/ Verteilung» deutlich, ausgedrückt durch obige DaxiatiqnAm ersten Tage find es dreizehn Stiers sie gehören Jsmael (v'75 VVVi): am zweiten zwölf, auch diese fallen. Jsmael zu iwivi).». BeMme, er zu , den füMntzuvqstzig ÄM) SMren noch hie elf dev) dritten Tagest ex hätte einen mehr,; als ihm, zu» Der Israelit gäbe unserer Kraft, ihnen die Quellen zu erschließen, nach denen sie so lechzen, und überlasten wir es im Üebrigen, hem „Ehrfur'chtgebietenden, der im 'Gedeüken^derer, die um 'Wüster bäten-, ihnen diese Quellen erhältundsegnet/" '•ü’B'fi'tt'a'v rrxw n'-a'ninxna a^2V Wochenrundschau. Jakob Wassermann spricht über Judentum. Jakob W a s s e r m a n n, der ' bekannte deutsche Romanschriftsteller, der vor einigen Jahf ren zum ersten — und wie es schien zum letzten — Male in einer Art Autobiographie unter dem Titel: „Mein Weg als Deutscher und Jude" so etwas wie ein Bekenntnis, sagen wir, zum j ü - dischenBlute ablegte, hat dieser Tage wieder einmal Gelegenheit genommen, als „Jude" über Judentum zu sprechen, und zwar aus der Tagung der „Deutschen Vereinigung für staatswissenschaftliche Fortbildung" in Reichenhall. Wassermann hält es für einen Grundirrtum, die Juden als Nation zu bezeichnen. Die Juden seien eine S u m m e v o n J-n - h i v i d u e n! Sie würden es auch i n aller Zuck u nf t bleiben. Gelänge es den Juden, stch -zu einer Nation oder zu einem Volke in einem eigenen Staate wieder zusammenzufügen, so wäre ihre w^eltg es chichtlich e Mission d amit z u E n d e. Und das wäre das g r ö ß t e V e r - hä n g n i s für sie, wie für die Kultürmenschheit. Wassermann ist -gewiß ein großer Dichter, ein begnadeter Kenner der Menschenfeele und ein Meister packendster'Wovtgestaltung. Aber es besteht käme Veranlassung^ feine geschichtsphiloso- Wschen Aphorismen höher zu werten denn als interessante Meinung eines geistvollen Poeten. Daß eine „Summe von Individuen", .die Tau-! sendevon. Jahren zweiMos mancherleigemeinsam erlebt haben-und in engster Klutgemeinfchaft geblieben find, .aus alle Fälle mehr ist als b l o.ß e Bei Kopf schm erz, Za hnschmerz | ErkaltungiRheumahilft Bestandteile; Phenac.,'1 Äce tylsai., ärkt. W. t .201 in allen Apotheken.] 27. September 1928 Summe, daß diese „SUchche^ MWvWdig zu irgendwelcher Einheit inein'aüdeMÄWMaSAsollte auch ein Dichter nicht b eftreiten wollen, aüchMenn ihm das Ergebnis unerwünscht ist und; die Rolle der Juden. als KülturdÜnger auf -allep. Schauplätzen europäischer Zivilisation ihm verlockWör erscheint. Wir für unsren-Teil! begeistern uns .gewiß nicht für den' Gedanken, däßdieJudeneine „Nation" im Sinne des modernen Natiorlälismus seien, wir erblicken vielmehr in aller Stammeseinheit nur die Unterlage für'die G e'm-e foi? s a m cke i t einer r e i n r eck hg i ns ech ge - sch i cht l i ch e n A u f-g a b e. Aber es ist ebenso lächerlich als beschämend, die Zerstreuung 'des jüdischen Volkes über die ganze Erde hier als ewige und endgültige Vorbedingung 'für die Lösung jener weltgeschichtlichen Mission -des Judentums plakatiert zu sehen! Das Ende der Tage, wie die Propheten es verkündet, wird mit der nat io n al en Wie d e r a ufr i chtung I s r a e lsdurch Gotte s Hand zugleich-die sittliche Erlösung aller Nationen der Erde bringen — den Sieg der Sucka über das „ G o g umagog"- Prinz i p der schwertgerüsteten Kultürmenschheit mit ihrem Turmbau nationaler Selbstvergötterung. Ein Rekord der Schande. Einen Rekord hatten die Friedhofsf ch ä n d e r in Deutschland geschlagen: der s e ch s- 3 i g ft e Sieg auf dem „Totenfelde der Unehre" errungen. Änd schon nach wenigen Tagen'war die Zahl mit zwei neuen Friedhofsschändungen überholt. Warum schweigt die große liberale Presse in Verckin und Frankfurt, die man- >,Judenpresse" schimpft und die in Wahrheit für geschändete jüdische Ehre weniger Worte hat, als beispielsweise für den harmlosesten Zwischenfall im besetzten Gebiete, für die Demolierung eines deutschen Schildes im neupolnischen Lande, oder für Spionendienste ital-ienischer Fasziften auf fchüreizekischem Boden. ' Nun ergreift ein christlicher Schrifffteller von Namen, Walter v. Mol o, das Wort, und die demokratischen Blätter können ihm ihre Spalten nicht vorenthaltKn. Walter v. Molo sagt: "SMcht. ^N' Jude Mgen solch irrsinnige Trotteliei> so ist er. „Partei", sagt der hysterisch-robuste und „christliche Zeitgenosse. Darum trete,,ich. vor, weil ich nicht Partei hin und füge,, im Bewußtsein, -aß es eine Schande ist, folches in Deutschland sagen zu rnüssen: Es ist das uvheutscheste, unchristlichste, roheste, gemeinste, feigste » helfen bei dem Handeln, eine Verkommenheit deren wir uns nicht nur zu schämen, gegen die jeder, ohne jeglichen Unterschied, mit gewaltigster Verachtung vorzugehen verpfbichtet ist. - -Das ist keine kleine Sache, das ist keine Äon» fchions- oder .Glaubenssache, das, hat mit Politik nichts. kommt (36). Mit sten zehn.-des. vierten Tages (v'wl'VVl) wird feine Zahl (35) voll. Die e»f> Opferndes dritten, neun des fünften. acht des fe.chsfte-n. und-sieben des siebenten Tages bei denen überall nur urrvtt iwi, ohne mtsr steht, fallen Efau zu. Er hat somit ebenfalls feine 35: Opserstiere. Zu üx\ p-n in (Koheleth 11) bemerken die Talmudweisen: es find dies die f i eben Tage des Sukkäusfestes und der ach L e als Schlußfest. Wie liest . man . nach.. diefer. Deutung - den- Satz in feinem weiteren Zufümmenhänge /lai vin '2 v'2ZkN irr^v'vu , Räch Midrasch hätte niLv von Sukkaus von rechtswegen. wie nvrrz^ ri ach-nvs. erst sieben Wochen später ongesetzt werden sollen. Maniah davonab. um die Wallfahrer nicht zwischen Herbst und Wintrr bei Wind und Regen npch einmal auf Wechten Wegen nach Jerusalem zw bemMen. Hiermit ergibt stck. aE der Zusammenhang der obenangeführten fyetse: phn fn.' es sind-die sieben Festtage; es ist -er achte als!Scklutzfest. Auf die Frage, warum dieses n.lLS nicht wie am nüs ausefpätererr Zeitraum gelegt wird, antwortetder- Bibelsatz in feiner'. Fortsetzung - s^n-N^ »S PW MM wMf ja nicht, wle,fW inzwischen. d-ieckWettMage^ auf, Eklden'aestaltet. ^D MlkZi» ,Ai - es^Wnutew stch ja ö1e-;Wo!- ken> rnit Regen5süllen 'iv'''i'' und .ihn. auf die» Erde herabströmen lassen. ' (AngeMrt von» Heidenheim).;-g: ' ■ Zvr Sprache des Gebetbuches. Bon Rabbiner Dn ANchalski in Larlsruhe. Unter er Ueberfchrift: ^Sprachliches und Sachliches-iw Gebetbuche" veröffentlichte Herr Rabbiiter Dr. Kanter in Rr, 33 des Israelit, kritische.Bemerkungen, die, mich zu nachstehender .Entgegnung veranläßt. \ Wenn man auch den Ausführungen des Herrn Rabbiner Eysler in. seinem jnin' •»-13*7 theoretischwijsenschoWchen Charakter zubilligen mag; so kann Ver^n Widergäbe, in diefer FvM zu praktischen Konsequenzen führen, die der geehrte/ und gelehrte Dersäffer wohl nicht beabsichtigt haben dürfte." Sicher sich weiß Herr Lr K. noch sehr gut, daß die Sprache unserer Gebete, unab.häygig von der biblischen und talmudischen, ihre elaene Prägung Hatz D'Ban 152VV Ne Msere Weifen geprägt hüten. Eskann döyer dirUmständ, daß eine Könstxuktion in der Bibel nicht vorkommt, noch/ kein Grund zu einer Beanstandung fein. Apßsr in, der Brrbintung mit dem Objekt! unh mit der Proposttiön 'inß. letztere ist. nicht nur die talmMsche Form, sondern kommt schon in 8er Bibel an' .zahlreicheq-Stellen vor, — stndet.fich. auch mickder PMnstsipu (Job.-.19.28) ^undmit'Mch1er7.28). Die LeSyrt unseres Gebetbuches jst ,wörtlfch hem GebMdes M-inr.Äv»!,Mnomntenen. Dort findetsiesichin ällörr Ausgämrn und allen HaNdschristen>L:MickAusnqhme deck Wäger 5^äH unstres^ Geb kläruW zülWi soAh mast