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Der Israelit · 1928-09-13 · Heft 37 (13.9.1928) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 37 (13.9.1928)
Date
1928-09-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Nr. 37 De r Israelit 13 September 1928 Wegen Aufgabe meines Ladengeschäfts I meiner gesamten MÖBEL- Lagerbestände 20-50"/, RABATT Speise», Herren nnd Schlafzimmer, Wohn' salons in klassischen Stifarten nnd neuzeitlichem Geschmack in bekannt erstklassiger Ausführung. Ferner Polstermöbel, Klein- und Einzelmöbel jeder Art, Antiquitäten, Bilder, Beleuchtungs-Körper, Ständer-Lampen, Kunstgegenstände sowie Teppiche, Kissen, Bezugs- und Dekorationsstoife Auf Wunsch Zahlungserleichterung H? MOLZAHN Frankfurt a. M.v Neue Mainzerstr.8-10 Meine Werkstätten ffir Möbel- und Bauschreinerei sowie Polstermöbel and Dekorationen, MörfelderJandstraüe 121—123, werden weitergeführt. in den Synagogen durchgeführt, um Kinder oder junge Leute beim Lernen zu ertappen. In einer Synagoge fand man ein Stück Weißbrot, das zum Beweis des Aufenthaltes von Ieschiwo-Zöglingen mitgenommen wurde; die Verwalter der Synagoge erklärten aber, daß das Weißbrot für das dritte Sabbatmahl bestimmt war. In S u r a f ch wurden zwei Melamdim vor ein öffentliches Gericht gestellt. Einer wurde zu drei Monaten, der andere zu einem Monat Zwangsarbeit verurteilt. . In Samarkand sandte die Jewsekzia Milizsoldaten in die Synagoge. Kinder wurden dort wohl angetroffen, jedoch kein Melamed. Die Milizsoldaten suchten darauf erfolglos unter den Tischen und Bänken, und ungeachtet des Protestes der Synagogenbesucher rissen sie die heilige Lade auf, um auch dort nach einem sich etwa verbergenden Melamed zu suchen. Die Rayonverwaltung der Jewsekzia in W e - liki Luki hat den Beschluß gefaßt, einen speziellen Bevollmächtigten im ganzen Rayon auszusenden, um den Religionsunterricht aufzuspüren und ihn unmöglich zu machen- In R o m n i wurde ein Melamed zu fünf Monaten Zwangsarbeit verurteilt. In Kriwoj r o g und in Bachmatfch ist es der Jewsekzia gelungen, ein Verbot, mich nur einem einzigen Kinde Unterricht zu erteilen, zu erwirken'. In Kiew schleppte man die Kinder, die am Religionsunterricht teilgenommen hatten, nach der G. P. U. In B r a i l o w hat die Jewsekzia vom örtlichen Sowjet ein striktes Verbot jedes Religionsunterrichtes verlangt, obgleich der Sowjet den Standpunkt vertrat, daß der private Unterricht in einer Familie gestattet werden darf. Schließlich wurde die Forderuno dex Jewsekzia von dem örtlichen- Sowjet als berechtigt anerkannt. In U n e s ch t i traf man einen alten Mann, der neun Kindern, von denen vier seine Wocheukalender. v. IS. - 22. Sept. 1928. o. 1. - 8. Tischrt 5889. Samstag 15 1 rr oi' mv.<vrri Sonntag 16 2 Montag 17 3 DIS Dienstag s. 18 4 Mittwoch rs 19 5 Donnerstag 20 6 Freitag 21 7 2* Samstag 22 8 nais? Enkel waren, unterwiesen hatte. Er wurde da mit den Eltern der vier Kinder verhaftet und dem Gericht übergeben. Die Hamen der Tischrifeste. Von A. Mannheimer in Dettelbach. b) D er Versöhnüngstag. Er führt den Namen v'iis2n dt*» Tag der „Sühnungon.". Man hätte die auch populär gebliebene Bezeichnung i'sv yi'» „Tag der Sühne" erwartet. Denkt man jedoch^ an die lange Kette von heiligen Sühnehandlungen, die in ununterbrochener Folge den weihevollen Tag ausfüllten, so ist der Ausdruck Tag dex „Sühnungen" wohl berechtigt. Schon sieben Tage vorher hatte man den Hohenpriester von der Familie abgesondert in die Tempelräume: in der Versöhnungsmacht hielt man ihn wach durch allerlei künstliche Mittel sowie durch anziehende Lektüre aus verschiedenen biblischen Büchern und am Jaum Kippur selbst schritt er von einer Op ferhandlung zur andern, lediglich unterbrochen durch 10 Tauchbäder bezw. Waschungen, durch Gebete und Sündenbekenntnisse. Den feierlichsten Moment bildete wohl der Augenblick, da der Hohepriester im Allerheiligsten, das er nur am Versöhnungstage betreten durfte, den Gottesnamen nach seiner buchstäblichen Schreibart aussprach. Von heiligem Schauer ergriffen, warf sich dabei das Volk in der Außenhalle auf das Angesicht nieder und rief: nas öw '*jna Ixh tobwb' Gelobt sei der Name, der Herrlichkeit Seines Reiches immer und ewig. In glühenden Farben zeichnet dex synagogale Dichter die „Sühnehandlungen", Priester und Heiligtum im ksvi»-Gebet des hdd dt»* Kein Wunder, wenn nach glücklichem Verlauf der peniblen Amtshandlungen der Hohepriester am Abende feinen Freunden ein Fest gab. Auch bei uns ist der ein Tag lang ausgedehnten Gottesdienstes. Schon Philo berichtet, daß die Gemeinde den ganzen Tag im Gebete verharrt. Auch in Palästina betrachtete man den Gottesdienst am Versöhnungstage als!>en längsten, der bekannt war. Das Wort tmiSDfj on ttod ist bezeichnend. Der Name rrvnr «an fand im Volke wenig Gegenliebe, weil eben ms einen Fasttag bezeichnet, einen eigentlichen Trauertag, der an trübe Ereignisse erinnert; der Versöhnüngstag aber ist ein 2iv oi’* Man suchte ögar den düster-ernsten Anstrich des 10. Tifchri söhmmgstage. Israel Li^fchütz gibt in feinem Kommentar nirrsn dem Ganzen eine allegorische- Deutung, indem er unter „Bräutigam" den Allgütigen versteht. Wir können hier nicht näher darauf eingehen. Mrerponäemren ßacbricbtea. Deutsches Reich. Vom Rabbinerseminar. Berlin, 6. Sept. Die Eröffnung des Wintersemesters findet am- 1. Marcheschwan 5689 (15. Oktobre 1928) statt, - die Aufnahmeprüfung am 30. Tifchri (14. Oktober). Aufnahmegesuche, denen ein kurzer Lebenslauf, das Abiturientenzeugnis einer Vollanstalt in beglaubigter Abschrift, sowie ein Zeugnis über-die religiöse Lebensführung beizufügen sind, sind zu richten an Dr. I. Wohlgemuth, Berlin N. 24, Linienstraße 147. Die' jüdischen Gemeindewahlen in Cassel. Cassel, 9. Sept. Bei der heute hier stattgefundenen Wahl der 9 Gemeindeältesten zur Israelitischen Gemeinde Cassel siegte mit großer Mehrheit die Gemeinschaftsliste. Gewählt wurden die Herren Dr. Joseph Katzenstein, Albert Heß, Th. Eisenb erg und Siegfried Speier (lib.)> die drei Volksparteiler Dr. Hermann Kugelmann, Rudolf Nußbaum und Julius Dalberg, der Mittelstandsparteiler Albert Heine m a n n und von den Gesetzestreuen Moritz L o e b. Die Wahlbeteiligung betrug gegen 06 Prozent. Abgegeben wurden insgesamt 1262 Stimmen, wovon 1139 aus die Gemeinschaftsliste und 123 auf die Sonderliste Fischer entfielen. Angarn. Gegen den Numerus clausus in Ungarn. Budapest, 4. September. Am Sonntag mittag fand in Budapest eine Massenversammlung der Eltern der vom Numerus Clausus betroffenen Studierenden statt, die sehr erregt verlief. Bon jüdischen und christlichen Rednern wurde die sofortige _ _ _ _ Abschaffung des Numerus Clausus gefordert. Dr. Josef ils „Fasttag" dadurch zu paralysieren, daß man fa8*e, Versammlung wolle den Wunsch breiter die Weisung gab, den Tag durch Lichtanzünden und bessere Kleider zu ehren, da die Festesmahlzeiten ausfallend) So ist der oiv oi’-Charakter andererseits doch gewahrt. Als "finoio Sabbat der Sabbate, ist der Versöhnungstag in allen Punkten und Vorschriften dem wöchentlichen Ruhetag gleichzustellen. Das Verbot der Speisebereitung und des Tragens litt für diesen mu oi’ wie für den gewöhnlichen 713V- Eigentümlich wirkte an dem heilig-ernsten Tage eine Einrichtung im alten Israel, von der uns Rabbi Simeon, der Sohn Gamliels im Traktat Taanit berichtet: Cs gab keine schöneren Festtage in Israel als der nivo oy» und der 15. ox an welchen Tagen Israels Töchter hinauszogen zu einem Reigen, jede mit einem weißen Kleid, i>as geliehen war, aus zarter Rücksichtsnahme auf diejenigen, welche ihr Kleid leihen mußten. Sie fangen: „Jüngling, erhebe deine Augen und chaue, welche du dir erwähltest. Sieh nicht auf die Schönheit, sondern auf die Familie. Trügerisch ist Anmut, eitel die Schönheit; ein Weib mit Gottesfurcht — sie ist rühmenswert!" — Der kt ländlicher Fröhlichkeit, wenn ihm auch idealüdifche Gedanken zugrunde liegen, nimmt sich immerhin befremdlich aus gerade an einem Ver- 'iir ‘) Am ns3 m' ist nicht nur das Fasten Pflicht. Die ist vorgeschrieben („Jnnuj") Genußentsagung gemäß dem Schriftworte 02'MVsi nx orrm kasteiet eure Personen. Die . Kasteiung umfaßt: Enthaltung von Speise und Trank, vom Waschen, Salben, Anlegen lederner Fußbekleidung-, vom Eheleben. Schichten der christlichen Gesellschaft demonstrieren, daß die Universität jeden, der sich meldet, ohne Rücksicht auf Religionsverhältnisse aufnehme. Mehr als 3000 Studierende pochen an die Türe der juridischen Fakultät^ doch werden nur 500 ausgenommen; unter den Zurück» gewiesenen befinden sich 2300 christliche Studierende, in deren Interesse ja der Numerus Clausus eigentlich geschaffen wurde. Abgeordneter Josef Pakots forderte die gewesenen Kultus- und Unterrichtsminister auf, sich an die Spitze der Bewegung gegen den Numerus Clausus zu stellen. Es wurde beschlossen, je ein Memorandum durch Abordnungen der Eltern dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Dr. Faß, dem Kardinal-Fürstprimas Seredi und dem Kultusminister Grafen Klebelsberg überreichen zu lassen und die Bewegung bis zur Abschaffung des Numerus clausus fortzusetzen. * _ v Erhöhung der Numerus claufus-Ziffer. B u d a p e st, 5. September. Die Dekane der medizinischen und der philosophischen Fakultät der Budapester Universität unterbreiten dem Unterrichtsminister' die angeforderten Vorschläge über Erhöhung der für diese Fakultäten festgesetzten Hörerzahl. Der Minister genehmigte, diese Vorschläge. Außerdem hat der Minister die Zahl der an den juridischen. Fakultäten der Landesuniversitäten aufzunehmenden Hörer beträchtlich erhöht. Es ist zu -erwarten^ daß mit der Erhöhung der allgemeinen Hörerzahl auch die Zahl, der jüdischen Studierenden eine entsprechende Erhöhung erfahren wird. "Es verlautet, daß das Unterrichtsministerium die Hochschulrektoren ersucht hat, auf die antisemitischen Burschenschaften in dem Sinne einzuwirken, daß Garantien für einen normalen Verlauf der Studien

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