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Der Israelit · 1928-09-13 · Heft 37 (13.9.1928) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 37 (13.9.1928)
Date
1928-09-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Nr. 37 DerSrraelit 13. September 1928 Briefpapier Füllfederhalter . H mit 14 Karat Goldfeder ab Rmk. 3.75 Hj 800 Halter zur Auswahl Juwel, Osmia, Parker MH Waterman, Wahl und andere Marken CARL KLIPPEL Kaiserstrasse 75 Ferner habe er sich in seinen Gebeten allzu häufig schwerer Wortbildungen bedient, während doch die Gebete in leichter und ungekünstelter Sprache gehalten werden sollen, wie dies auch bei den von den nbnan fioaa 'MX eingeführten Gebeten der Fall ist. Auch andere Gelehrte opponierten, wenn auch aus anderen Gründen. Sie meinten, daß die mma des yaw nx'ip und die mizw mi»E? nicht durch die neueingeführten Gebete unterbrochen werden dürften. Während aber sonst solche in der Halacha begründeten Motive.in der Regel durchzudringen vermochten, machen wir in diesem Falle die Wahrnehmung, daß die v'vi's sich auch gegen diese Bedenken durchsetzen konnten. Es ist doch bemerkenswert, wenn R. Jakob b. Ascher, der Verfasser desiiv (rno "v N"ix), mit einer gewissen Resignation bemerkt, daß er, obgleich er doch in feiner Gemeinde ein gewichtiges Wort mitzureden hatte, diese nicht hindere, die bereits eingeführten Gebete zu rezitieren. Man ging vielmehr noch weiter. Auch diejenigen Gelehrten, die die neuen Gebete, bzw. deren Einführung nicht gebilligt haben, machten dennoch darauf aufmerksam, daß die Gelehrten nicht etwa während der Zeit, da die Gemeinde die manp betet, lernen dürften, weil sie dadurch die Betenden in ihren heiligen Gefühlen verletzen könnten. In den späteren Jahrhunderten nahmen die m*rnn 'am einen wesentlich positiveren Standpunkt zu den v'vi'v ein. Ganz anders ist jetzt der Tenor der Antworten, die auf die Frage wegen der Zulässigkeit der hinzugefügten Gebete gegeben worden sind. So. u. a. R. Jair Chajim Bacharach in rrm 7'D tx' mn mw- Wenn er auch die Einwände von Iben Esra begreiflich findet, so verteidigt ex doch R. Elasar Hakalir gegen ihn, zumal er keine sogenannte misi’ verfaßt habe, die in die maia des vm nX’ip eingeschaltet werden sollen, sondern nur solche Gebete, die in der laüten mtsw mia«? rezitiert werden. (Vgl. jedoch R. Elasar Fleckeles in seinem 'X 'o nanx» nairrm r\"W' woselbst er ein Responsum von Raschba zitiert, das davon spricht, daß die Gemeinden auch in den Benediktionen des v»rr? die v'vi'S ausgenommen haben und sich dabei auf die Autorität von Kalir stützten, der auch nnxi' -nanx und nbit gedichtet habe.) Wogegen allerdings auch R. I. CH. Bacharach auftreten möchte, ist die lange Ausdehnung der Gebetszeit durch die Art, wie die Gebetstücke von den Vorbetern gesungen werden. Aber trotz dieser Mängel will er nicht gegen die mbnpn ’am»' wie sie sich im Laufe der Zeiten ausgebildet haben, vorgehen. Er betont dabei, daß wir außer von Kalir auch von anderen Hervoragenden Männern, wie R. Simon b. Jizchok hagadol und R. Juda Halevi u. a. solche Dichtungen besäßen, die mit Recht in den öffentlichen Gottesdienst ausgenommen worden sind. Er ist nicht nur für kein Verbot der' v'vi'O zu haben, sondern er emfpiehlt auch dem Einzelnen, der ohne Minjan betet, sie zu Hause, allerdings erst nach dermtyy rni»rr?zu beten. Wobei man aber, wie er weiter ausführt, nicht anzunehmen braucht, daß jeder örtliche am»' die O'vi's betreffend, durch die Rabbinen oder Gelehrten der Gemeinden festgesetzt worden ist. Es ist vielmehr wohl anzunehmen, daß manch solcher am» aus dem Gebrauche der Gemeinden entstanden ist. Als Beispiel für diese Annahme führt er die etwas kuriose Tatsache an, daß in Worms, wo er selbst als Rabbiner wirkte, am naian naw die mix» von R. Salomo Gabriol nicht vom Anfang »'na 'irr? rezitiert, sondern erst mit der dritten Strophe nottna» nab»» begonnen werde. Ein älterer Wormser Gelehrter habe ihm den Ursprung dieses Gebrauches so erklärt. daß bei einer Vertreibung der Juden aus Worms alle Gebetbücher abhanden gekommen sind. Als bald darauf die Vertriebenen wieder zurückkamen, haben sie bloß das Fragment eines Gebetbuches vorgefunden, in welchem sich nur der zweite Teil des genannten vns von Gabirol erhalten hatte. Um dem am» gerecht zu werden, rezitierte man den vi's von dieser Stelle an. Später wurde der in der Rot entstandene Gebrauch zum Wormser am» erhoben. Noch viel wärmer trat der bereits erwähnte R. Elasar Fleckeles, Verfasser der naitim mn? nanx», gleich zu Anfang seiner Responsen für die von den Gemeinden eingeführten '’Oi’S ein. Er hebt hervor, daß die ö'tnpxI' so msoini '"tzn aus den Dichtungen Kalirs, den sie übrigens als Tannaiten bezeichnen, an vielen^Stellen als von einer respektheischenden Autorität zitieren. Es liegt darin auch der stillschweigende Beweis, daß sie damit seiner liturgischen Dichtung für den öffentlichen Gottesdienst anerkannt haben. Wenn man nun auch manchen Einwand sprachwissenschaftlicher Natur' wegen mancher Wortbildung gegen Kalir und auch gegen andere v'vi'vn 'i»'» mn'boni erhoben hatte, so mußte doch ihr hoher ethischer Wert diese Mängel reichlich aufwiegen. Sie enthalten so viel Innigkeit und Hingabe an Gott, so tiefes religiöses Empfinden,, daß man das Kind mit dem Bade ausgießen würde, wollte man sie wegen mancher Schönheitsfehler aus der öffentlichen nbon bannen. Daran ändert auch nicht, daß manche dieser O'vi'L ein Mosaik von Gedanken und Ausdrücken aus D'izmai xiaa '*]"an sind. Für so manche werden sie gerade durch diese Anlehnung, an vnai y'Jrv durch diese Verarbeitung mit den alten Geistesschätzen um so wertvoller. Er tritt daher für die unbedingte Beibehaltung der O'vi's wie auch für ihre Respektierung als integrierenden Bestandteil unserer Liturgie energisch ein. Für andere hervorragende Persönlichkeiten ist die Dignität der ll'vi'L gar keine Frage gewesen. Sie haben sie als wertvolle Bereicherung des jüdischen Geistesschatzes angesehen, wert dessen, auch den Gemeinden in der Form von Gebeten vermittelt zu werden. So beschäftigen sich R. Jecheskel Landau (im mix mwa jma a"'p '’O rr»), ferner R. Josef Steinhardt me? a"' ri"ix *iov> iinai in einem sehr ausführlichen Responsum an seinen Schwager R. Jesaja Pick in Breslau sehr eigehend mit der Person des Kalir und noch mehr mit seinen synagogalen Dichtungen. Sie suchen aus den Dichtungen die Persönlichkeit des Verfassers zu eruieren^ wie auch die Zeit, in'welcher er gelebt und gewirkt hat. Sie setzen sich ferner mit dem Inhalt seiner und auch anderer Verfasser Dichtungen auseinander und legen — besonders R. Josef Steinhardt — großen Wert auf die Feststellung, daß ihr Inhalt im Einklang mit^-iiai xi»asteht. Bekannt ist auch die Apologie, die der Altmeister der Machsorerklärung R. Wolf Heidenheim an mehreren Stellen Kalir gegen Vorwürfe seitens Iben Esras angedeihen läßt, so zu 'ab» na’oax und zu nai'X pay jani?» Aus all diesen Betrachtungen über' Wert und Bedeutung der »'vi'S, von denen wir einige wenige kurz erwähnen konnten, aus den Widerständen, die sie häufig gefunden haben, ergibt sich uns die Tatsache, daß die »'vi's, eigentlich zu allen Zeiten um ihre Existenz und Geltung zu mehrere hundert jüdische'Kinder ihre religiöse Erziehung und ihren religiösen Unterricht erhalten. Interessenten können ein-Exemplar. desselben durch das-Büro der Talmud Thora Kneffeth Israel, Berlin, C. 54, Linienstraße 19, Tel. Norden 3480, erhqlten. (Die Weisen Zions und — die Schwarzen.) Die Hitlerpresse sieht wieder einmal Gespenster. Und sie sind wirklich schwarz. Der. „Völkische Beobachter" weist auf eine Pressemeldung hin, wonach der Chicagoer jüdische Zhilantrop Julius Rosenwald 20 Millionen Dollars für 3769 Neger-Schulen mit 15 000 Lehrern und 363 000 Kindern gespendet hätte und die Neger Amerikas deshalb beschlossen hätten, jährlich einen Feiertag für den „Vater des Volkes" einzuschieben. „Diese Schwarzen", fügt das Hitler-Organ hinzu, „sind das kommende Reichsbanner der U. S. A., falls die Amerikaner einst beginnen sollten, die jüdische Geldherrschaft abzuschütteln." Ueberschrieben ist die Notiz, die auf der ersten Seite in großer Aufmachung und mit fetten Lettern erscheint: „Die Nigger-Armee des Alljudentums". (Ioomkippurgebele für Rußland.) Das Wilnaer orthodoxe Wochenblatt „Dos Wort" veröffentlicht einen - Aufruf von Rabbi Israel Meir aus Radin, dem Verfasser des „Chofez Chajim", in dem er im Namen vieler anderer großer Rabbiner die Gemeinden aufordert, am Versöhnungstage dieses Jahres eigene Gebete für die Brüder in Sowjetrußland, die schweren Re lig i o n sv erf o lgun gen ausgesetzt sind, einzuschalten. Es sollen nach dem „Kol Nidre"-Gebet die Psalmen 74 und 79 und vor dem „Neilagebet" die Psalmen 70 und 109 von Vorbeter und Gemeinde Satz für Satz rezitiert werden. Den.Psalmen schließt sich folgendes Gebet an, das in feiner. Grundform aus dem Gebetbuch des Rabbi Chajim Josef David Assu lo i netnommen ist: i-rriv' emp apy’ va« w’mas 'pi>rri rrp^K 'i pxn w bv tj'ßai ira -ja? bo bv a’am a£ann tp-nnmn ntrnp maia® D’apn Dn’a’w *i’» mmni .jpdvi «na nenn a^yini mrraiia.i ^aai ins $>aa nrai »atwi asnai nsn» D^xm ,arn. by a'vaynV arrVy na ns nis •'[‘nm aim ^a r»rr .^sr?ni ynan äntni a’j’am nyx mnv,irjmx ins m vrmn’Vy avspn Va nxy nsn nsni ,na'na apy» -paa ru aai .Djwiai emp nnrr »a a>ia iy*m »iian na-ni ,unya nrr -pam ivaa» nai>a n’as »a'a'n i>a inyiv'i» a'sxa ani'arri v'ny nirrbsai s'va nl» rwy Q’pi ->n b» nVn’i -]oya ’aenri-irm?^ vnsai “j»y bs ns maw^> p"min rnara insb ammbsn onan> n^a nayn osrmm oaLvn ivip vvai rri>i isi' xb T>p^ n aim 4 ’a aasat? laa o'ainan -pnm paV pnb mna nVsa« anV yac?a nvrr ^wiarr v'na nx nav' ■"ins n'v'a n-inaa ^av (Juden und Tuberkulose.) Auf dem gegenwärtig in N e w c a st l e stattfindenden englischen medizinischen Kongreß stellte 2r. W. C. Miller fest, daß „das blonde Individuum einen viel höheren Grad von Empänglichkeit für Infektion zeigt, als die jüdische Raffe in den Vereinigten Staaten oder in den dichtbevölkerten- Teilen von Europa". „Die Statistiken zeigen", fuhr Dr. Miller fort, „daß die Tuberkulose-Sterblichkeit bei Juden 37 auf 1000 ausmacht, während die Gesamtsterblichkeit durch Tuberkulose 138 auf 1000 beträgt.^ Die jüdische Nation ist dank dem strengen Festhalten an hygienischen Traditionen bis auf den heutigen Tag -eine sehr, gesunde Raffe geblieben, stellte der Präsident des Verbandes der Gesundheitsinspektoren (Sanitary Jnspectors' Association), Dr. M. E. Morris, fest. Die Hebräer des Altertums, sagte er weiter, waren ihrer Epoche in den sanitären Gesetzen und Vorschriften sehr weit voraus. - (Eine Brikh-Mloh auf einem Schlachtschiff.) Im „Nieuw. Israel. Weekblad", welches in Amsterdam erscheint, erzählt Herr Grunwald die Geschichte der Juden des holländifchKn Provinzialstädtchens Helder. Diese Stadt ist Flöttenstation der niederländischen Marine. Da die Israeliten, wie in aller Welt wohl bekannt, in Holland als wirklich gleichberechtigte Bürger leben, so hat es feit altersher auch jüdische Matrosen und sonstiges Marinepersonal gegeben. In diesem > Falle handelt es sich um den Marineoffizier V., der, der auch in Holland herrschenden Wohnungsnot wegen, nebst Familie einige Räumlichkeiten in einem alten Schlachtschiffe bewohnte. Eines Tages genas ferne Frau da eines. Knaben und am achten Tag wurde die Brith-Miloh an Bord des Schlachtschiffes vorgenommen, ein Vorfall der wahrscheinlich bis heute nicht vorgekommen-'sein dürfte.. Und als nun der Mohel nebst Begleitschaft an Bord ging, präsentierte eine Kompanie Seesoldaten das Gewehr. S. (Anekdotische Aeberfehungen.) Zu dem in einer unserer jüngsten Nummern veröffentlichten Parodien auf Bibelübersetzungen und rabbinische Deutungen schreibt uns Herr Jfaac M. Mainz, Frankfurt a. M., u. a.: „Von Letzten, die Armbanduhr tragen, pflegte ich zu sagen, sie erfüllen das Wort: -in» r>yi> . *]V 'wv* FamMennachrichken. Barmizwo: Jesajah Gotthelf Wohlgemuth /w>, Sohn des Herrn Bezirksrabbiner Dr. Wohlgemuth-Kitzingen. naittm narr? in der Synügoge Kitzingen. iijN2? 'xn :wvt. — Jakob. Sohn von Herrn Max Pfeuffer. Giebelstadt bei Würzburg. ia'tx,i '0 naa?. -

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