Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 36 (6.9.1928)
- Date
- 1928-09-06
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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1 ffgflgH g. B B B B Äl «W Die Rabbinerwahl in der Synagogengemeinde „3sr. Religionsgesellschaft". Unter lebhafter. Anteilnahme der ganzen Gemeinde ging die Rabbinerwahl am Sonntag, den 2. September in den Räumen der Samson Raphael Hirsch-Schule vor sich. Als einziger Kandidat war, wie bekannt, Distriktsrabbiner Dr. Raphael Breuer, Aschaffenburg, vom Vorstande aufgestellt. Die Wahlbeteiligung war fo groß, wie man sie in der Geschichte unserer Gemeinde noch nicht erlebt hat. Von 1217 wahlberechtigten Mitgliedern sind 10 3 2 an die Urne gegangen. Gegen 7 Uhr abends wurde in der vollgefüllten Turnhalle unter ungeheurer Spannung das Resultat verkündet. 390 Stimmen entfielen auf den Kandidaten des Vorstandes. Die Zahl der abgegebenen weißen Zettel betrug 612. Dreißig Stimmen waren u n g ü l t i g." Damit ist die vom Vorstand aufgestellte Kandidatur des Herrn Distriktsrabbiner Dr. Raphael Breuer mit einer Stimmenmehrheit von 222 Stimmen a b g e l e h n t. Die Woche. Neues aus der Agudas Iisroel-Iugendgruppe. Am Dienstag den 11. September, abends 8.45 Uhr, wird Herr B. Rachelsohn einen Mussar-Vortrag halten, wozu wir unsere Mitglieder und Freunde herzlichst einladen. Lokal: Agudaheim/^Schwanenstraße 12. Die große Ieschiwa in Warschau. Der Vertreter des größten Thorazentrums in Polen, der Warschauer Mefsiwta, Herr Rabbiner Jahr, bittet uns bekannt zu geben, daß diejenigen Spender, die ihre ihm bewilligten Beiträge für das große Werk noch nicht abführten, diese der Expedition unseres Blattes zusenden möchten, welche gern bereit ist, sie ihrem heiligen Zwecke sofort zuzuführen. Einweihungsfeier in Isenburg. Gern folgten die Mitglieder des Heim-Vorstandes, sowie einige Gäste der freundlichen Einladung, der Einweihungsfeier eines neuen Anbaus im Heim des Jüdischen Frauenbundes in Isenburg beizuwohnen. Der Weg durch blumenreichen Garten, in prächtiger Sommerfülle prangend, läßt uns an die stattlichen Gebäude des Heims gelangen, denen nun ein neues, .das sogenannte Jsolierhaus, angegliedert ist. Freundlich grüßt schon von außen her der kräftig rötliche Anstrich, die grünen Fensterläden, die Blumen auf der geräumigen Terrasse. Im Innern sehen wir einige praktisch und hübsch eingerichtete Krankenzimmer, die zwecks leichterer Beaufsichtigung durch Glastüren verbunden sind. Hochliegende Fenster bieten Vorsorge gegen die Kletterkünste kleiner Gäste. Baderaum, Einrichtung für Höhensonne, Schwesternzimmer usw. vervollständigen diesen neuen Bau, der für Neuaufnahmen von Säuglingen, sowie als Jsolierraum für Krankheitsverdächtige bestimmt ist. Die Feier fand auf der Terrasse statt, die den Eingang in das neue Haus bildet. Zunächst sangen die Schülerinnen des Heims zur Begrüßung unser bekanntes r>2V-Lied: oa^y sii>v- Die Einweihung selbst nahm Herr Rabbiner Dr. Hoffmann vor, der zunächst einen Abschnitt aus der Mischnah „Peah" vortrug und erläuterte. Er ging dann auf die Bedeutung von npis als sozialem Ausgleich ein, erklärte ivn nicht als Gabe an Geld und Gut, sondern als Hingabe persönlicher Leistung an Fürsorge, Güte und Liebe. Einige warme, von allen Anwesenden aufrichtig mitempfundene Worte des Dankes und der bewundernden Anerkennung waren der unermüdlichen, hochherzigen Führerin, Frl. Pappenheim, gewidmet. Frl. Pappenheim erklärte alsdann ,daß man zu dieser schlichten internen Feier nur einen kleinen Kreis geladen habe. Man merkte ihr die innige Freude und berechtigte Genugtuung an, als sie darlegte, daß diese ganze, große Anlage, wie wir sie heute sehen, erst allmählich aus kleinen Anfängen in mehr als 20jähriger hingebender, geduldiger, liebevoller, echter Frauenarbeit entstanden ist. An die Worte des Vorredners anschließend, betonte sie, daß ion Menschlichkeit bedeute. Im Anschluß daran drückte die Vorsitzende des Jüdischen Frauenbundes, Frau Brenner aus Leipzigdie auf einer größeren Reise hier Aufenthalt genommen hatte, ihre Freude ah idem Wachstum, der Größe, der inneren ' i 1 ■ ■ ' f I: Ausgestaltung dieser Musterschöpfung des Bundes aus. Sie rühmte das hier Geleistete als ein Vorbild für soziale Tätigkeit. Herr Bloch vom Vorstand der Israelitischen Gemeinde brachte dann Glückwünsche namens der Gemeinde, sowie herzliche Dankesworte für die hier in solch vorbildlicher Weise geleistete soziale Arbeit zum Ausdruck. Ein Schlutzchor der Zöglinge: „Herr Deine Hilfe" schloß diese schlichte, aber sehr eindrucksvolle Feier. Die Gastlichkeit des Heims zeigte sich dann noch durch freundliche Bewirtung der Gäste mit Tee und Gebäck. Interessenten zeigte ein Gang durch die ganze Anstalt die praktische, einfache und doch freundliche Einrichtung der hellen, sonnendurchfluteten Räume, die durch Blumen und Bilderschmuck heimisch und traulich wirken. Frankfurter Gefallene. Der Reichsbünd jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Frankfurt a. M., sendet uns folgenden Aufruf: Mehr als 12 000 deutsche Juden sind im Weltkrieg gefallen. Dieses traurige Opfer vaterländischer Pflichterfüllung wird von unseren Gegnern ang-ezweifelt. Es wird behauptet, die Statistik fei falsch; es sollen in Wahrheit nur 4000 Glaubensbrüder gefallen fein. Dieser Vorwurf hat dem R. j. F. die Pflicht auferlegt, in der Bundeszeitschrift „Der Schild" eine namentliche Liste aller im Krieg gefallenen Juden, nach dem letzten Wohnsitz geordnet, fortlaufend zu veröffentlichen. Die bisherigen Veröffentlichungen haben gezeigt, daß die im Besitz unserer Bundesleitung befindlichen Unterlagen unvollständig sind. Wir sehen uns daher veranlaßt, uns an alle Organisationen der jüdischen Gemeinschaft wie an jeden Einzelnen zu wenden, mit der dringenden Bitte, uns in der Aufstellung der vollständigen Liste zu unterstützen. Die inzwischen erschienen Liste der Frankfurter Gefallenen legen wir aus dem Büro der Israelitischen Gemeinde, Fahrgasse 146 (Steuerbüro) Montag bis Freitag 9—1 Uhr, 15—18 Uhr und Israelitischen Religionsgesellschaft, Friedberger Anlage 6, Montag bis Freitag 9—12, 16—18 Uhr auf. Wir bitten jeden, dem durch den Krieg Angehörige und Freunde entrissen wurden, die Liste einzusehen und auf Vollständigkeit und Richtigkeit zu prüfen. Schriftliche und telefonische Mitteilungen nimmt auch unsere Geschäftsstelle (Anschrift: Siegfried Vogel, Oberlindau 110, Telefon: Zeppelin 54 873) entgegen. Wir betrachten es als selbstverständliche Ehrenpflicht jedes Einzelnen, an dieser Statistik — die anläßlich des 10jährigen Bestehens unseres Bundes in 1929 als Gebe n k b u ch herausgegeben werden soll — zum ehrenden und bleibenden Andenken unserer Gefallenen mitzuwirken. Ein jüdisches Sonntagskonzert im Reuen Theater. .Die.Zionistische Frauengruppe Frankfurt a. M. veranstaltete am Sonntag den 2. September ein Matinee im Neuen Theater, das der in unserer Stadt schon rühmlich'bekannte Oberkantor Alter aus Hannover mit Gesängen und Volksliedern ausfüllte. Der prachtvolle Heldentenor des Künstlers beherrschte den Theätersaal und; stahl sich rasch in die Herzen, sie bis zuletzt bewegend^ Der italienische Teil, aus drei Nummern bestehend, hatte diesesmal mehr Weiche und Schmelz, als wir es sonst bei dem massiven Stimmaterial Alters beobachten konnten. Aber entzückend waren die jiddischen Lieder, die mit „Gut Woch" (am Sonntag mittag!) begannen und mit einem „Semmerl" (Liedchen), schlossen. Das Lied „A schwere Kasche" gab Anlaß, Vergleiche zwischen Alter und Rosenblatt anzustellen. Wie Rosenblatt uns mit seinem unvergleichlich lieblichen, in die Tiefe dringenden Tenor den M e n a s ch e, und die Z l a t e mit" ihrer harben Kasche (wo nimmt man auf Schabbos?) tonlich malte, das liegt dem Heldenorgan Alters nicht. Aber auch er ist Künstler der Nuancierungen und vortrefflicher Interpret des weinenden, singenden und lachenden Golus. „Mir hoben a groißen Gott, er wird fchoin sorgen!" Alter kam diesesmal mit einem fast ganz neuen Repertoir und hat sich schon die Herzen erobert für die nächste Veranstaltung. Dann aber, lieber Alter, auch etwas mehr Chafonus! Winkerkuren im Genesungsheim Obersiedlem Das Genesungsheim der Eduard und Adelheid Kann- Stiftung in Oberstedten bei Bad Homburg soll in diesem Jahre versuchsweise auch in den Wintermonaten geöffnet bleiben, um den zahlreichen Erholungsbedürftigen, die in den Sommer- und . Herbstmonaten infolge Vollbelegung des Heimes abgewiesen werden mußten, Gelegenheit-zu einer Kur zu bieten. Das Heim ist dadurch, daß es in sämtlichen Räumen Zentralheizung enthält, für Winterbetrieb besonders gut eingerichtet. Mit der neuen Kraftpostlinie Homburgs—Oberstedten—Hohemark, die eine Haltestelle in unmittelbarer Nähe des Heimes besitzt, ist dasselbe jetzt sehr bequem zu erreichen. Anmeldungen sind zu richten an Frl. Cilly Epstein,. Frankfurt a. M., Langestraße 30; Vereinskalender. Verein Zttefoc Chajlm. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch) im Hörsaüle Friedberger Anlage virr «ri, Herr S. Schachno witz. — 8% Uhr vorm, (ebenso Samstag eine Stunde vor Nacht) im Dereinslokale. Gemoro, Herr Joachim Sofer. — 9lU Uhr vormittag (ebenso Dienstag nachm, eine Stunde vor Mincho), Gemoro, Herr R. A. G. Posen. Montag morgen nach Schul (ebenso Donnerstag) im Hörsaale, Mischna, Mitgliederlernen. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Vereinslokale, Gemoro, Herr Rabb. Dr. Josef Breuer. — Abends 8V4 Uhr (ebenso Donnerstag) im Vereinslokale,. Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag morgen nach Schul (ebenso Freitag) im Hörsaale, Mischna. Herr Dr. E. Posen. Don Sonntag bis Donnerstag einschl., abends 8%. Uhr im Dereinslokale v"V-Lernen, Herr H. 1 Halpern. Jahrzeits-Stiftungen: Dienstag» 11. September. Mare Weil und Ludwig Elieser Kallmann-Stistung. Mittwoch, 12. September. Ahron Kallmann-Stistg. Donnerstag, 13. September. Lea Abigail Springut- Stiftung. Freitag, 14. September. Esther Eschwege geb. Adler- Stiftung. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. 7,2V, 7»/s Uhr, Tfillas Schacharis. — sU10—llil» Herr Dr.. I. Posen, Gemorob Kidduschin, Am Tiergarten 42, — 3/4ll—3/412, Herr Louis Kahn, Kizzur Schulchan Oruch. .— 3UU—3U:i-2t Herr Lippmann Kurzweil, Gemoro Bowo Kamo. — 6—7Vs, Herr Gerson Schnerb, Kizzur Schulchan Oruch. — 12—1, Herr Herz Halpern, Das Iaumi. — 1/24, Herr Dr. W. Hosmann, Gemoro Bowo Kamo. — 3—4*/2, Herr Leo Schnerb. Gemoro Bezoh. — 4, Tfillas Mincho. — 4V« -SV* Herr R.-A. M. Katz. Sidrah mit Rafchi. rnw von 3—4 Uhr. Montag und Dienstag von 1/28—10 Uhr Schiur des Herrn Emanuel Wolf. Mittwoch, 12. September, in der Arbeitsgemerns.ch aft Vortrag des Herrn Red. Schach no miß über: „Sabbatar Zewi". Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Der n'pV'-Kurs des Herrn Dr. A. Merzbach fällt im kommenden Semester aus. Der twp des Herrn Lehrer Hirschberg ,11171 mit v'izn findet 712V nachmittag 4—5 Uhr statt f 14-tägig am Mittwoch abend von 8—9 Uhr, erstmalig am 15. August. Der iiVV des Herrn Julius Lewin a *?X1vV findet seit letztem 12V wieder direkt nach Schul statt. Wir hoffen, daß die Teilnahme weiter rege bleibt. Llwjakh Ehen-verein. Samstag nach Mincho (51/4 Uhr) im Hörsaale Friedbergeranlage, Vortrag des Herrn S. Sch achnowitz („Etwas aus und über Slichaus"). Sebetzelke». ib'i W221 712V Freitag Abend 6.25 Samstag NV2VN 6.45 Samstagmorgen 8.— Samstagnachmittag 1 und 5.— Samstagabend 7.45 Sonntag 5«x5 Montag—Donnerstag 5.30 Freitag 4.30 Wochengottesdienst: Morgens 6.15 .Nachmittags 6.30 Tefilin-Legen am Morgen 4.60