Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 36 (6.9.1928)
- Date
- 1928-09-06
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 36 Seite 7 6. September 1928 Der Israelit Jubilar ein recht langer und glücklicher Lebensabend beschieden sein. Bremen, 31. Aug. Das zu Ende gehende Jahr rief mit der Wiederkehr des Jahrzeitstages die Erinnerung an unseren unvergeßlichen Rabbiner Dr. Leopold Rosenak s. A. besonders lebhaft wieder ins Gedächtnis. Sein tragischer Tod auf der Rückfahrt von Amerika mitten heraus aus der Fülle schaffender Tätigkeit macht die Erinnerung an di'eseü edlen Mann immer besonders wehmütig, und rief eine große Zahl seiner Verehrer wieder an seinem Grab zusammen. Herr Rabb. Dr. Aber, der die Tochter des Heimgegangenen zur Gattin genommen und dadurch in lebendiger Tradition das Wirken Rofenaks als Nachfolger und Schwiegersohn weiterführt, gab in ihrer Mitte den Gefühlen aller Aus-- druck, worauf ein Sohn des Verstorbenen, Rechtsanwalt Dr. Rofenak, das Kaddifchgebet sprach. Die Gemeinde Bremen hat das Erbe ihres Heimgegangenen Führers nicht vergessen, sowohl sein großes soziales Wirken wird ganz in seinem Sinne fortgeführt, wie auch die Gemeinde selbst in ihrer inneren Ausgestaltung noch ganz in den Bahnen, die er ihnen gewiesen, verblieben ist. Auch dieser Jahrzeitstag wird dazu beitragen, erneut seinen Namen in alle Herzen zu schreiben, so daß die Erinnerung an ihe Segen stiftend bei seinen Kindern und in seiner Gemeinde nachwirken wird. Vermischtes. Ihringen, 15. Aug. Die jüdische Gemeinde Jhring-en versteht noch, echtjüdische Feste zu begehen. Ein lebhafter Beweis dafür waren die Feierlichkeiten, welche v-v n»m anläßlich der Einweihung, einer neuen ■'nv'isa stattgefunden haben. Wohl barg' der heilige Schrein unserer Synagoge 9 Thorarollen, aber nur 2 von ihnen waren gebrauchsfähig. Die Wiederherstellungsarbeiten wären zu teuer geworden/und so sah sich die Gemeinde vor die Notwendigkeit gestellt, eine neue nun ',ao anzuschaffen. Der um das Gemeindewohl sich unermüdlich sorgende Vorstand der Gemeinde, Herr Meier Mayer, welcher sich um die Sammlung der Gelder zu diesem Zwecke bemühte, brauchte nicht lange warten, bis sich Männer fanden, die bereitwillig für diese heilige Sache ihre Hände öffneten. Es waren dies neben Herrn Adolf Bloch, Mannheim, in der Hauptsache ehemalige Glieder unserer Gemeinde, die aus Amerika hier zu Besuche weilten. Alles war Freitag Abend — kurz vor mv — in der blumengeschmückten Synagoge versammelt, als die neue min-isDöon Hern Bezirksrabbiner Dr. Zimels, Freiburg, der uns bei dieser überaus seltenen Feier mit seinem Besuche beehrte, hereingetragen wurde. Sie war umhüllt von einem reichbestickten Mäntelchen, einem Geschenk des Sohnes und großen Gönners unserer Kehillo, Herrn Israel Weil, Mannheim. Unter den Gesängen von Kantor und Chor und gefolgt von allen Thora- Rollen, wurde die neue nun iso in der Synagoge feierlich herumgetragen und ihrem neuen Platz im v-k anvertraut. Hierauf wies der Gemeindevorstand, Herr Meier Mayer, nachdem er den Spendern namens der Gemeinde gedankt hatte, in einer Ansprache darauf hin, daß gerade iotu von besonderer Bedeutung in der Geschichte unserer Gemeinde ist, weil ebenfalls an ihm vor nunmehr 63 Jahren das damals neuerbaute Gotteshaus eingeweiht wurde. Herr Bezirksrabbiner Dr. Zimels schilderte erhebend, welch gewalttge Bedeutung die nmn nicht allein für das Judentum hat, sondern wiesie dank ihrer göttlichen Einzigartigkeit Gemeingut and sittlich-moralisches Fundament der gesamten kultivierten Menschheit geworden ist. Ebenso fanden ri2V-Bormittag, nachdem jedes Mitglied zur neuen -eo nnn aufgerufen worden war, feine Worte den- Weg zu den Herzen aller Anwesenden, herrliche Worte, welche die soeben vorgelesenen 10 Gebote in ihrem gewaltigen Wersi zeitgemäß erklären. Am späten Nachmittag traf sich die Gemeinde vollzählig im Gasthaus zum Hirsch zu einem leckeren Mahle, das gewürzt war von heiteren und anderen Worten der Herren Bezirksrabbiner Dr. Zimels, Gemeindevorstand Meier Mayer, Synagogenrat Heinrich Weil und Kantor Alperowitz. Die Jugend, herauf von den Kleinsten bis in das „Mittelalter", trug auf ihre Art durch Vorträge, Gesang und Scherz recht viel zur allgemeinen Lustigkeit bei. Es war ein schöner, denkwürdiger Tag, und er bildete sozusagen den, Abschluß zu einer anderen Feier, welche vor fast einem Jahr begangen wurde. Damals fand die Einweihung unserer neu hergeftellten Synagoge ebneso festlich statt. Der Zeitzahn hatte sehr zu ihrem Nachteil an ihr genagt und zerstört, und nur der edelmütigen Opferwilligkeit dreier Söhne unserer Gemeinde in Amerika, des inzwischen leider verstorbenen Herrn. Maier Weil und seiner Brüder, Herren Hermann und Isaak Weil ist es zu verdanken, daß unser Gotteshaus mit einem Kostenaufwand vonüber Mk. 10.000 wieder hergerichtet werden konnte. Heute dürfte sie wohl weit und breit eine der schönsten Synagogen in kleineren Gemeinden sein. 'Warschau, 17. Aug. Das hiesige Rabbinat hat den Mohelim untersagt, an den Kindern von solchen Gemeindemitgliedern, die den Sabbat öffentlich entweihen, den Brith Äwrohom zu vollziehen, es sei denn, daß die Väter sich verpflichten, ihre Geschäfte am Sabbat zu schließen. Wie berichtet wird, kam es aus Anlaß dieser Verordnung vor kurzem zu einer Skandal-Affäre. Der betroffene Vater veranlatzte einen Verwandten, das Kind als fein eigenes auszugeben und durch Täuschung eines anderen Mohels den Brith durchzusetzen. Der zur Verantwortung gezogene Mohel wurde für unschuldig er-, klärt, da er ein Opfer der Täuschung geworden war. (Die Nachricht klingt ziemlich unglaubwürdig. Red.) Wochenkalender. v. 8. - IS. Eept. 1838. v. 33. Elul bis 1. Tischri 8688. nrnb Samstag 8 ViVs 23 1*i Sonntag 9 24 nm’Voi» pn-ow» Montag 10 25 vienstag 'S 11 26 Mittwoch w 12 27 »"rri »"iss mno vonnerstag 13 28 Freitag 14 29 ^"jnn v"sin rrn an? Samstag 15 1 'S ov mvn a Tragen Sie „die gute Kleidung“ Auf Wunsch “UPD Verarbeitung AanMennachrichten. Barmizwo: Robert, Sohn des Herrn Moritz Kaufmann, Frankfurt a. M.. Parkstr. 53. rnzns D’as:. Synagoge Unterlindau. — Kurt (flVQ'V. Sohn des Herrn Adolf Rosenthal und Frau Fanny geb. Meyer. Gelsenkirchen, Hindenburgstr. 41—43. 8. September, erasi riEHB. >/z4 Uhr mittags. - Silberne Hochzeit: Am 8. September feiert das Ehepaar Isaak und Amalie Strauß geb. Bamberger in Schöllkrippen. Untersr., im Kreise ihrer- Kinder. Vater und Geschwister das Fest der silbernen Hochzeit. Briefkasten. L. A. in Malsch. Das hängt vom Ortsbrauch ab. In Frankfurt wird am Vorabend des wenn er mit jnp zusammenfällt, mn: isV ebenso *m roV ohne Auslassung gesagt. A. F. pbi npn nana am 20. Juli 1929, Geburtstag 16. Juli. . Zwei Goldene Medaillen haben Schlesingers C arm el-Origrnal-Weine, Köln a. Rh., Aachenerstraße 14, ö&i der letzten landwirtschaftlichen Ausstellung in Palästina erhalten. Wer sich ein wahres Vergnügen und seiner Familie für die Feiertage eine Freude bereiten will, der mache einen Versuch, um ein reichhaltiges Lager in erstklassigen Qualitäten zu besichtigen. Proben werden kostenlos verabfolgt. Näheres Inserat. Roschhaschonoh- und Gratulationskarten aller Art bei Bernh. Rubinstein, Obermainstraße, Carolus 48 005, billigst zu haben. ^IllllllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllilllllllllllllliiiflUlllfll 1 PELZMÄNTEL I I PELZ JACKEN I I PELZGARNITUREN | ü in feinster Verarbeitung zu mäßigen Preisen. . M 1 TH. ROSENBLUM I =,, , Kürschnermeister M Umarbeitung nur Gr. 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