Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 35 (30.8.1928)
- Date
- 1928-08-30
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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3y. AuMt 1SS8 _, filtfjj, M M jüdischen' DtMnW ArMknüM und Eä- M8 zu 8, bezw. 7 Jahren KerkÄs aßrurktteit ließ, weil sie es wagten, sichden PdFrom-Ausschreitungen an den MtoersitäM entgögeMistellstz. Wir sind der Meinung, daß die AbokdttüNK Mres solchen örgamsation nie dem Meiste der' Mern-atkomÄen VersiaMgung, von. dem die internationale Studentenschaft beseelt ist, dienen könne." itknerke äü die ErekgjMe des voMM Jlthres, da die jüdische Ärbeiterschast Kegen die Beschäftigung arabischer Arbeiter durch' Kundgebüngen Stellung nahm, die bedauerliche Ereignisse im Gefolge hatten, und ersuchte die Kolonisten, beim. Abschluß' der Verkkäge Mit den arabischen Äbstßäüfern diese zu verpftichten, bei der Ernte siidische Arbeiter zu beschäftigen. Die Kolonisten erwider- GNechmrlmtd. Die Mrlamenksryahlen m Griechenlands .Saloniki, 21. A ug ust. Bei den Wahlen. zum griechischen Parlament sind in Saloniki der Präsident der Bnei Brith-Loge und Ehrensekretär der Jüdischen Gemeinde, David Matalon, und der bisherige Abgeordnete Bessantschi, beide Zionisten, im jüdischen Sektor gewählt worden.. Matalvn und Bessantschi erhielten 6100 Stimmen, während auf die drei anderen Listen (Benizellisten. Antivenizellisten und Kommunisten) zusammen 4400 Stimmen entfielen. RützrÄnd. Behördlicher Widerstand gegen die Landansiedlung von Inden. M o s k au, 25. August. Die Zeitung „Emeß" teilt mit: Das Söwjet-Exekutiv- Komites des Distriktes Kaukasien hat 4000 Desjatin Boden und 80.000 Rubel, zwecks Ansiedlung von Juden der Gegend von Stepanow zur Verfügung gestellt. Das lokale. Ozet-Komitee hatte bereits die Vorbereitungsarbeiten durchgeführt. Als nun die Ansiedlung selbst in Angriff genommen werden sollte,, erklärte der Administrator der StaatslänLereien dieses. Distrikts, Matziuk, er sei mit dem Beschluß der Sowjet-Exekutive nicht einverstanden, die Ansiedlung von Juden aus dem Lande sei seiner Ansicht nach „ökonomisch nutzlos und politisch schädlich". — Die Behörden befassen sich gegenwärtig mit dieser Angelegenheit. (ITA.) Das Archiv der jüdischen Duma-Deputierten entdeckt. Moskau, 23. August. Im Archiv der einstigen russischen Duma wurde eine Sammlung von Dokumenten betreffend die Judenprogrome und die Judenverfolgungen im zarischen Rußland vor und während des Krieges gefunden. Es handelt sich um das Archiv des Komitees der jüdischen Duma-Äeputierten, das etwa 1000 Dokumente auf insgesamt 2500 maschinengeschriebenen Seiten enthält und zu einem großen Teil die antijüdischen Maßnahmen der zaristischen Generäle während des Krieges in Polen, Litauen, Kurland und Galizien betrifft. In einem Dokument ist der Verlauf der Unterredung verzeichnet, die Mische Führer mit dem Vizegouverneur von Warschau, Lubimov, betreffend die Zurücknahme des 1915 erfolgten Verbotes aller jiddischen und hebräischen Zeitungen Rußlands verzeichnet. Die jüdisch-kommunistische Tageszeitung „Emeß" wird demnächst mit der Publizierung eines großen Teiles dieser Dokumente beginnen. Eine Versammlung gegen Antisemitismus verwandest sich in eine antisemitische Demonstration. Moskau, 14. August. Eine Gruppe von Studenten des industriellen Politechnikums in Poltava, Ukraine, berief eine Versammlung ein, in der Maßnahmen zur Bekämpfung des an der Hochschule überhwndnehmenden Antisemitismus erwogen werden sollten. Die antisemitische Studentenschaft fand sich in großer Zahl! in der Bersammlung ein, und als die Rädelsführer des Antisemitismus das Wort ergriffen, wurden sie von ihrer Anhängerschaft stark applaudiert. Die Arrangeure der Bersammlung konnten gegen die antisemitische Mehrheit der Teilnehmer nicht auskonnnen, so ging die Versammlung, ohne daß ein Beschluß gefaßt wurde, auseinander. ' Palästina. Sicherung der jüdischen Arbeit in Petach Tikwah. Jaffa, 23. August. Der stellvertretende Distriktskommissar, hat Vertreter der Kolonisten und der Arbeiterschaft von Petach Tikwah zu einer Konferenz eingeladen, in der über die Sicherung der Beschäftigung jüdischer Arbeiter bei der Orangen-Ernte in Petach Tikwah bexaten worden ist. Der Kommissar orten, sie würden alles tun, ilm die arabischen Kaufleute nach dieser Richtung hin zu beeinflussen, sie verfügten aber nicht über Mittel, auf sie einen Zwang auszuüben. Auf Wunsch der Arbeiter-Vertreter wurde schließlich eine aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusammengesetzte Kommission gebildet, die die Frage der jüdischen Arbeit bei der Ernte in Petach Tikwah zu lösen haben wird. Personalien. , Oedenburg, 20. August. Am 11. August vollendete Oberrabbiner Emanuel G r ü n v a l d sein 55. Wirkungsjahr als Leiter der Oedenburger.Orthodoxen Israelitischen Kultusgemeinde. . Er kam im Jahre 1873 an die Spitze der damals nur einige- Mitglieder zählenden, kurz vorher gegründeten' kleinen jüdischen Gemeinschaft, nachdem er bereits vorher einige Jahre in Preßburg Rabbiner -eines Thora-Lehrvereines gewesen, er kann somit auf eine nahezu 60jährige Rabbinatstätigkeit zurückblicken. Die unansehnliche kleine Oedenburger Gemeinde, welche nur ein kleines gemietetes Betlokal besaß, wuchs unter seiner Hand zu einer der größten im heutigen Ungarn heran, welche mit allen rituellen Institutionen und Einrichtungen ausgestattet ist. ' Oberräbbiner Grünvald übte durch seine große talmudische Gelehrsamkeit, mit Bescheidenheit gepaarte. Liebenswürdigkeit und - fein tolerantes Wesen große Anziehungskraft und verschaffte sich die Achtung und Schätzung Aller, die mit chm in Berührung kamen. Als Religionslehrer der Mittelschulen, 'Seelsorger der Strafanstalten und MMär-Subsidiarstelsorger übte er auch außer seinem engeren Wirkungskreise im Gemeindeteben einen wohltätigen Einfluß auf erzieherischem und sozialem Gebiete. Er ist sozusagender einzige Rabbiner, der über ein halbes' Jahrhundert an ein und demselben Orte ununterbrochen und unermüdlich auch heute noch sein Amt versieht bei vollkommener geistiger Frisch-e und mit der von seinem Berufe erforderten charfen Urteilsfähigkeit. Oberravbtner E. Grünvald. Als Sohn einfacher, frommer Ettern im Dorfe Ezscze bei Sarbogard, Comitat Fejer geboren, kam 'er nach t«ümudifchen Studien in seinem Heimatsorte in ganz jungen Jahren nach Preßburg, wo er 10 Jahre hindurch zu Füßen des weltberühmten Ksav Sofer ‘rsr stäß und auch die Kanzelrednerkunst sich aneignete. In kurzer Zeit ward er der Lieblingsschüler seines Rabbi, der ihn auch mit "dem Unterricht und der Erziehung feines Sohnes betraute. In enger Freundschaft war er während dieser Zeit mit R. Juda Grünwald, nachmaligem Szatmarer Raw V"xt und R. Josef Chajim Sonnenfeld derzeitiger Oberrabbiner im heiligen Land rr"32vio verbunden. — Infolge seiner hervorragenden Eigenschaften erwählte ihn Rabb. David Reumann, Rasch beth-Din der Preßburger Gemeinde zu seinem Schwiegersöhne. Nach dem frühzeitigen Tode feiner Gattin ehelichte er die Tochter des Neuhäusler, später Wiener Rabbiners Rabbi Jizchok Kramer, mit welcher er nunmehr nahezu 50 Jahre in glücklichster Ehe lebt et»? Von seinen 11 Kindern stehen- 6 als Rabbiner und Pro- 'estoren ebenfalls im Dienste der jüdischen Erziehung und Erbauung. kirchhain, 19. Aug. Am 2. September hegeht in bester geistiger und körperlicher Frische das in weiten Kreisen unserer Stadt und weit über deren Grenzen hinaus bekannte, hocy.cmgesehene Ehepaar Metzgermeister Nahum Stern und Ehefrau Matchen, geb. Kutten, das Fest ihrer g o l d e n e n Hochze i t. Der Jubilar. steht im 77., -eine^Gattin im 74. Lebensjahre. Des Krieges Schrecken ind nicht spurlos an diesem echt Mischen Hause, in welchem aufrichtige v'vv rrr-,' vorherrscht .vorübergegangen. Von den fünf Söhnen, welche sämtlich an der Front 'tänden, sind zwei prächtige junge Menschen ,did zu den besten Hoffnungen berechtigten, im jugendlichen Alter aus dem Felde der Ehre geblieben. Diese harten Schläge ertrugen die Eltern in stiller, unerschütterlicher ©plt* Nr. 35 Sette 7 eHebtzw^M:' ÄMel dem Hübelpäare, Las noch heute den MiWiedern unswer Gerneönhe ein voranlieuchtendes Bei-« sMel in Ausübung von v"sch min ist, ein schöner, ungetrübter LÄ'öNÄabend beschieden sein. üomlnandank Ä. Lipman 70 Jahre alt. Paris/22. Aug. AM 14. August feierte Commandant Lipman, Versailles, semen 70.. Geburtstag.- Lipman ist eine einzigartige und zugleich markante Erscheinung innerhalb des französischen Judentums. Sohn des Benjamin Lipman des ehemaligen Grand-Rabbi von Metz und von Lille, war er zunächst zur Osfizierskarriere bestimmt. In seinem stillen Heim zu Versailles arbeitet CommandaNt Lipman feit Jahrzehnten auf allen Gebietendes Judentums. Wo die Religion oder die Ehre unseres Volkes angegriffen ist, sehen wir ihn auf der Bresche. Zahlreich sind die Artikel, die er in jüdischen und nichtjüdischen Zeitungen und Zeitschriften des In- und Auslandes zur Verteidigung, des Judentums geschrieben hat. Und was Commandant Lipman schreibt, ist knapp, methodisch, ge niesten, ja, man kann sagen in Stil und Ausdruck „militärisch". Dabei kommen ihm seine großen Kenntnisse der klassischen Literatur des Altertums äußerst zugute. Lipman ist einer der besten Kenner des Grenzgebietes: Judentum und Christentum, und hat gar oft schon die Feder ergriffen, um den jüdischen Glauben zu verteidigen. Gründliche Studien aus diesem Gebiete hat er vor Jahren in den Archives Jsraelites, aber auch in Separatschriften. veröffentlicht. Von seinen zahlreichen Schriften und Broschüren, a!U geschrieben rmn sei nur der kürzlich erschienene Kommentar zum Pentateuch erwähnt, der den charakteristischen Titel führt: „La Loi de Muse, commentee par un croyant du XXe fi'ecle". Aber auch zu allen Tagesfragen hat Lipman Stellung genommen und hat mutig seinen Mann gestellt, auch wenn er wußte, daß er mit seiner Meinung gegen starke Majoritäten anzukämpsen habe. Der Name „Commandant Lipman" hat einen guten Klang in jüdischen und nichtjüdischen Kreisen. Möge es dem Jubilar vergönnt sein, noch viele Jahre an der Seite seiner hochgesinnten und gleichstrebenden Gattin für die Größe des Judentums zu wirken. srnv- Bremen. 27. Aug. Man schreibt uns: Am letzten Freitagabend hielt Rgbbiner Dr. Aber bei uns im Heim einen Gottesdienst ab, der sehr, weihevoll verlies. Beim darauffolgenden Abendessen nahmen Herr Dr. Aber nebst Gemahlin teil, und es herrschte eine anregende Unterhaltung unter den Insassen: 8 Damen und 4 Herren. Das Heim wird von der Gemeinde in einer Weise betreut, die ihresgleichen sucht. Die Vorstandsdcstnen Michel, Jacobson, Schragenherm, Cohen und die Herren Reifende r g und Cohen nehmen es wirklich Ernst mit den übernommenen Pflichten, und im Verein mit der Verwalterin, Frl. Beer, überbieten sie sich in Arbeit und Liebe für uns Insassen. Von Zeit zu Zeit empfangen wir Besuch von Gemeindemitgliedern, die es an Aufmerksamkeiten nicht fehlen lassen, so daß wir ganz vergessen, in fremder Umgebung zu sein. Familienangehörige können sich um uns nicht bester bemühen, als es die Bremer Damen tun. Sie alle dürfen unseres herzlichsten Dankes sicher sein. Altona. 27. Aug. Rach 58jähriger Tätigkeit ist Herr Oberkantor R. R a t h a n s o h n von seinem Amt, mit dem er sich so eng verwachsen fühlte, zurückgetreten-, um sich der wohlverdienten Ruhe hmzugeben. Jeder, der einmal Gelegenheit hatte, Herrn Nathansohn in der großen Synagbge in Altona zu hören, fühlte sich hingerissen durch den selten schönen Vortrag dieses nn aus alter, klastischer Zeit. Die Verehrung, die Herr Nathansohn in allen Kreisen Altonas und Hamburgs genießt, kam bek der Feier seines 50jährig«n Ortsjubi-käums deutlich zum Ausdruck. Als bevorzugter Schüler des großen Meisters des Chasonus, des Kantors W ein trau b in Königsberg und später des Kantors Deutsch in Breslau, sah Nathansohn seine Aufgabe darin, das „alte, unverfälschte Chasonus", von dem Werntraub in dem Vorwort zuseinem Werke spricht, zu pflegen. Ihm war der Gesang als solcher nie der eigentliche Zweck, er war ihm stets Mittel zum Zweck, um die Gemeinde, der er als Sch'li-ach Zibbur diente, mitzureißen und zu begeistern. Er sah seine vornehmste Aufgabe stets darin, die heiligen Gebete so vorzutragen, daß jeder, auch der des Textes Uekundige, den tiefen Inhalt und die Bedeutung desselben, erfaßte. Daß Herrn Nathansohn diese Aufgabe gelungen ist, hat seine Gemeinde stets dankbar empfunden. Im 80. Lebensjahre stehend, hat Herr Nathansohn den Wunsch geäußert, seinen Lebensabend in Ruhe zu verbringen, seine Gemeinde hat seinem Wunsche schweren Herzens enstprochen. Aber wenn Chasen Nathansohn nun nicht mehr an den heiligen Tagen des Jahres am Omud stehen wird, so darf er das Bewußtsein haben, daß die Saat, die er gesät, reiche Früchte tragen wird, daß seine Melodien ein Vermächtnis der Altona-K'hilloh geworden sind, die in ihrer Gesamtheit ihrem Chasen Nathgnsohn wünscht, n» mnvxi nrm w. Eduard Mschnih 80 Jahre alt. Berlin, 27. Aug. Der angesehene und beliebte Ehrenvorsitzende der C h e w r a K a d i s ch a Groß - Berlin^ Herr Eduard Wischnitz, begeht Sonnabend den 1. September das Fest seines 8 0. Geburtstages. Die Chewra Kadifcha wird dem Ehrentage ihres verdienstvollen- Ehrenvorsitzenden eine höhere Weihe dadurch verleihen, daß sie in dankbarer Anerkennung der Liebestätigkeit des Jubilars ein-L