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Der Israelit · 1928-08-23 · Heft 34 (23.8.1928) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 34 (23.8.1928)
Date
1928-08-23
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Sette 2 Nr. 18 Der Israelit B l ö t t e r Menschen anlangend, mich bisher entfernt gesehen hat von ihrer Verwirklichung. IV. Ellul: isnT aaV nrri ns- „Eltern und Kinder". Und auch da, wo Mensch an Mensch durch die Bande des Blutes fest geknüpft ist, wo in dem Kind Gefühle der Dankbarkeit heiß und lebendig fluten, in- Elternherzen Empfindungen der Sorge und Liebe heiß sich regen, wo also unter den günstigsten Bedingungen und Voraussetzungen die Seelen ineinander strömen müßten, auch dort merken wir den Riß und den Bruch. Es ist nicht immer so, daß das Kind verdammt, was dem Vater heilig ist. Es ist auch oft so, sprechen wir es offen« aus, daß der Vater nur geringes oder gar kein Verständnis hat für des Kindes Not und Sehnsucht und Verlangen, auch für seine religiösen Wünsche und Forderungen, füx seine jüdischen Notwendigkeiten. Müssen wir aus Einzelheiten Hinweisen, etwa darauf Hinweisen, wie im Westen manches Kindes Sehnsucht auf eine Jeschiwo zu gehen, ungestillt bleibt, weil Oer Vater für seinen Plan kein Verständnis hat; genügt nicht die Andeutung, daß ja auch nach Raschis Erklärung zum letzten Maleachifatze die religiöse Erneuerung der Alten durch das Herz der Jungen geht, ebenso wie die religiöse Kräftigung der Jungen durch die Alten. Das Herz der Väter muß dem Herzen» der Kinder sich wieder zuwenden, in Liebe Vertrauen heischend und gewährend. Dann wird jeder Sohn in seinem Vater den besten Freund und innigsten Berater sehen. Wer im Jugendleben steht, weiß es, daß viele Eltern die Seele ihres Kindes nicht kennen, weiß es ebenso, daß das Kind sich jedem Andern, dem Freund, dem Jugendführer, dem Lehrer, leichter offenbart, als dem Vater oder der Mutter. Da kommt Ellul! ) Warum bläst man auf das Schofar des Widderyornes? Daß man erinnert werde, so sagt der Talmud, an die Bindung des Jsak, des Sohnes Abrahams. Wissen wir denn nicht so, daß Jsak Abrahams Sohn war? Das größte an der Akedo scheint uns ist, daß Jsak, doch ein Mann schon, bei dem gangen Gang, in der ganzen Handlung, bei allen Zweifeln, die ihn überkamen, bei allem Unfaßbaren, das vor seinen Augen stand, nichts anderes war und sein wollte, als der Sohn Abrahams, nichts anderes als Kind des Vaters. Und so gingen sie gemeinsam zusammen einträchtig und eines Sinnes den Weg zur Höhe. Mit jedem Schofarton soll es in die Seele der Eltern tönen: Wollt nichts anderes sein als eurer Kinder Eltern. Mit jedem Schofarton soll es in der Kinder Herzen klingen: Wollt nichts anderes fein als eurer Eltern Kinder. „Der Ewige dein Gott beschneidet dein Herz und das Herz deiner Nachkommen", schließt die verschiedenen Generationen, die Alten und die Jungen für die eine Aufgabe zusammen: „zu lieben den Ewigen deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, damit du lebst." Dein Herz und deine Seele, darin sollen mitleben deines Kindes Herz und deines Kindes Seele. Unser Verhältnis zu Gott, unser Verhältnis zum Menschenbruder und unser Verhältnis zu unfern nächsten Angehörigen» sollen wir im Ellul einer prüfenden Betrachtung unterziehen. Es ist keine Spielerei, wenn unsere großen Alten gesagt haben, daß im Zahlenwert dem Worte nra. entspricht. Tiefes, nicht an der Oberfläche haftendes Denken und Begreifen verlangt dieser Monat von uns, soll er uns bringen, was er uns bringen möchte und bringen will. 'V. „Agudisten und der Ellul" nannten wir diese Betrachtung. Haben denn wir Agudisten besondere Pflichten Gott und den Mitmenschen und unfern Kindern gegenüber, daß der Ellul zu uns eine Sprache spricht, die er nicht auch zu den Andern sprechen würde? daß er uns etwas sagt, was Andern nicht in gleichem Maße zu gelten hätte? Nein, gewiß nicht. Aber wenn wir es immer sagen, daß Adel verpflichtet, und wenn wir uns in der Agudo als eine Gemeinschaft von Menschen spüren, die den Adel des Gottesvolkes durch die Zeiten tragen will, die wirklich unsere prophetische Berufung „Siehe zürn Zeugen der Nationen habe Ich dich gegeben" wahr machen, die wirklich, um mit Birnbaum zu sprechen, Zeugnis- und Beispielvolk sein, besser gesagt wieder werden möchte, dann» müssen wir uns die Mahnung des Ellul in ganz besonderer Weise zu Herzen nehmen, wir müssen ganz besonders uns bestreben, gottinniger zu werden, das 'b nn durch ein alle Möglichkeiten anzustrebendes ^rr •’Tnb zu erreichen versuchen, müssen! versuchen, Beispiel zu werden, wie die Juden einander und die Juden die Menschen zu lieben haben, müssen versuchen, den wahren Sinn und Glanz der jüdischen Familie, wie er sich äußert in, restlosem Erschließen der Kinder ihren Eltern und der Eltern chren Kindern, der Welt wieder kundzutun. Wir Agudisten haben die doppelte Pflicht, weil man unser Versagen nach jenem bekannten Wort in Jaumo 86 doppelt ahndet. Uns soll dieser Monat von Tagen, wie das alte heilige Wort sagt, besonders dazu dienen, .in der Träne um unfern Vater, Gott, und« um unsere Mutter, die Kenesses Jisroel, unser besseres Ich, Uns selber wiederzufinden! •htix änn ir D’ö’ nv nvx nxi .vax nx nrom Agudiskische Zugendkagungen Krakau, 15. August. In Krakau wurde in diesen Tagen in Anwesenheit der Führer der Agudas Jisroel Goodman (London) und Löwenstem (Zürich) eine Konferenz der orthodoxen jüdischen Jugendorganisationen in Galizien und Schlesien abgehalten. Die Konferenz beschloß, einem zu schaffenden Weltverbande der Jugendorganisation Agudas Jisroel beizutreten. Bekanntlich hat vor kurzem auch in Warschau eine Konferenz der orthodoxen Jugendorganisätionen Kongreßpolens stattgefunden, die nach Referaten der Herren Goodman und Löwenstein den Beitritt zu einem Jugendweltverband Agudas Jisroel beschlossen hat. Eine ähnliche Bewegung besteht in Litauen und Lettland, sowie in den» westeuropäischen Ländern. Eine Delegierten-Konferenz der Jugendverbände der Agudas Jisroel wird in diesen Tagen in Berlin stattfinden. - B erlin, 17. August. In Berlin hat heute eine Tagung von Vertretern! der Jugendorganisationen der Agudas Jisroel in verschiedenen Ländern West- und Ost- Europas begonnen. Die Tagung steht im Rahmen der Bestrebungen, einen Weltverband der Aguda-Jugend innerhalb der Weltorganifation Agudas Jisroel zu schaffen. Vorberatungert einzelner Ländergruppen haben bereits in» Deutschland, Holland, England, Polen, Lettland, Litauen usw. stattgefunden. i! 23. August 1928 An der Berliner Tagung nehmen u. a. teil: Harry Goodman (England), MD. Löwenstein (Schweiz), Ullmann (Deutschsand), Vondy und- Stern (Oesterreich), Samson (Dänemark), Goldschmidt (Holland), Friedmann (Antwerpen), Dr. Langleben (Warschau), der Direktor der Schule „Thora weawodah" in Riga, Chodakower, ferner' zwei Vertreter aus Krakau, sowie Vertreter anderer Ländergruppen. Die Berliner Konferenz wird sich in der Hauptsache mit Fragen der Reorganisation, bezw. organisatorischen Zusammenfassung der Aguda-Jugend in den verschiedenen Ländern in Uebereinstimmung mit dem Geschäftsführenden Ausschuß, der Agudas Jisroel befassen. Bekanntlich besteht bereits eine Arbeitsgemeinschaft der Aguda-Jugend in den Westländern, diese soll nun durch Einbeziehung der Ostländer ergänzt bezw. umgeformt werden. Die Tagung wird sich auch mit der Schaffung eines 100.000 Mark-Fonds für Organisationsarbeit befassen. Berlin, 19. August. Auf der interterritorialen Tagung der Vertreter der Aguda-Jugend, die, wie mitgeteilt, am 17. August in Berlin eröffnet wurde, erstatteten die Herren Löwenstein und" Goodman Bericht über ihre Reisen durch Polen, Lettland und Litauen und stellten eine Besserung der Lage der Orthodoxie in diesen Ländern fest. Dies kam u. a. zum Ausdruck in dem Ausgang der letzten Gemeindewahlen in diesen Ländern. Ueberall nimmt die Jugend regen Anteil an der Arbeit. Die Konferenz setzte ein»e Kommission ein, die eine Verfassung der zu bildenden interterritorialen Arbeitsgemeinschaft auszuarbeiten hat. Den Kern dieser Arbeitsgemeinschaft wird ein Kulturamt bilden. Hirschhorn (Krakau), von dem der Anrtag zur Schaffung eines Kulturamtes ausgeht, schlug ferner vor, daß viermal im Jahre eine Literaturkommission zusammentreten solle, die Literatur-Vorlesungen, werbende und belehrende Vorträge vorbereiten, Tenach-Jnterpreten zur Mitarbeit heranziehen, eine Volks-Universität begründen und für die Ausbildung spezieller Dozenten sorgen solle. Berliner (Lodz) wünschte eine besondere Behandlung jüdischer wissenschaftlicher Fragen, Goodman (London) schlug die Schaffung eines Zentralblattes vor, das eine gemeinsame Plattform für Ost und West sein solle. Es gelte, eme Aguda-Literatur zu schaffen, die der organisierten Aguda-Jugend eine Führung auf allen Gebieten des Lebens sein solle. Friedmann schlug eine verbilligte Herausgabe von jüdischen Werken vor. Ullmann beantragt, die Arbeitsgemeinschaft möge sich an die Keren Hathora-Zentrale wegen gemeinsamer Arbeit und, Entsendung eines Vertreters wenden. Hirschhorn beantragte Beschaffung eines eisernen Fonds von 25.Y00 Pfund, aus dessen Zinsen das Budget der Ärbeitsgemeinschaft bestritten werden soll. »Die Landesversammlung der palästinensischen Agudas Israel. 13. bis 15. Aw 5688 — 30. Juli bis 1. August. Die diesjährige Landesversammlung der palästinensischen Agudas Jisroel wür von ganz besonderer historischer Bedeutung. Nachdem am 1. Januar das bekannte Ge- 'meinüegesetz bestätigt wurde und im Anschluß daran tausende von Austrittsertlärungen» aus der sogenannten Kenesseth Jisroel erfolgten, wurde die auch schon mehrfach in der agrtdistischen Presse Deutschland Landesdirektoriuin 1 des Keren ' Hatorah (P. Sch. A. Hamburg). Keren Hatorah-Kommissariat Frankfurtja. M. Nr. 41666 (P. Sch. A. Frankfurt a. M Keren Hatorah-Kommissariat Nürnberg Nr. 18440 (P. Sch. A. Nürnberg) Keren Hatorah-Kommissariat Köln Nr 50131 (P. Sch. A. Köln) t:.. ’-• I Poslscheck-Konten: Hamburg Nr. 24753 Keren Hatorak-KommisSariat Leipzig Nr. 70147 (P. Sch. A, Leipzig) '<■' Keren Hatorah-Kommissariat Berlin, P. Sch. A. Berlin Nr. 73991 C. Salomon. Keren Hatorah-Kommissariat Breslau, P. Sch. A. Breslau Nr. 60510 für Iwan Möller. Keren Hatorah-Kommissariat Hamburg P. Sch. A. Nr. 40953 für Dr. Julius Basel Keren Hatorah-Kommissariat Karlsruhe Markus Stern Bankkonto Ignaz Ellern,

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