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Der Israelit · 1928-08-23 · Heft 34 (23.8.1928) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 34 (23.8.1928)
Date
1928-08-23
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
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Seite 14 Nr. 34 Der Israelit Vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. Drei geschätzte konservative Vorstandsmitglieder der Ortsgruppe Frankfurt a. M. des R e i ch s b u n d e s jüdischer Frontsoldaten lassen uns auf den Artikel Nr. 8 im Frankfurter Israelit eine Erwiderung zugehen, die wie folgt lautet: „Im R. j. F. ist es üblich — wie es unter Kriegskameraden auch Sitte — vorhandene Mißstände innerhalb der Bundesorgane zu besprechen und nicht in außenstehenden Zeitungen. Der R. j. F. stellt eine Organisation dar, der die Juden, die ihre Pflicht fürs Vaterland erfüllten, unterschiedslos, zusammenschließt. Weder politische noch religiöse Einstellung dürfen in Erwägung gezogen werden; genau wie wir im Felde Schulter an Schulter gekämpft haben, müssen wir heute geschlossen die Ehre des Juden verteidigen. Der R. j. F. ist kein Verein in der üblichen Bedeutung des Wortes. Er hat das Andenken von 12 000 gefallenen Kameraden zu ehren. Er hat die Pflicht, für Witwen und Waisen, für die verkrüppelten und die in Not geratenen Kameraden — unterschiedslos einzustehen. Sowohl die Bundesleitung als auch die Ortsgruppenoorstände, insbesondere bei uns in Frankfurt a. M. gingen jederzeit bereitwilligst au - Wünsche und Vorschläge der konservativen Mitglieder ein. Das Essen wird stets an. unter Aufsicht stehende Firmen vergeben; unser Büro bleibt am Schabbos wie an allen jüdischen Feiretagen geschlossen. Die gelegentlich vorkommenden Verstöße gegen die Bestimmungen unseres Festkalenders bedauert auch der Vorstand. Nachweislich beruhten sie jedesmal auf Unkenntnis, nicht auf Geringschätzung der Vorschriften. Es war ein Zufall, wenn wir konservativen Vorstandsmitgliedern nicht frühzeitig genug von den geplanten Veranstaltungen erfuhren, um unsere liberalen Kameraden über die von ihnen nicht geahnte religiöse Anstößigkeit zu unterrichten. Es sind Vorkehrungen getroffen, daß derartige Vorkommnisse sich nicht wiederholen. Auf den Punkt Mischehen näher einzugehen, dürfte unseres Erachtens nicht dem gewohnten Takt, der unsere Organisation ziert, entsprechen. Eines darf und muß jedoch an dieser Stelle ausgesprochen werden. Die Kameraden, denen dieser Vorwurf gemacht wird, zeichnen sich besonders durch die vornehme Art ihrer jüdischen Gesinnung aus. Sie geben ihr Letztes für die jüdische Sache hin, sie setzen-sich mit Leib und Seele im Verein mit ihren Frauen für die Aufgaben- und Pflichten des R. j. F. ein. Der Orthodoxie zu helfen, ist nicht Aufgabe unserer Organisation; dazu sind andere Vereine berufen." Wir bringen die Zuschrift und konstatieren, daß damit der gute Wille der konservativen Vorstandsmitgtieder des R. j. F., an dem wir übrigens nie gezweifelt haben, zum Ausdruck kommt, aber von dem, was im besagten Artikel, ebenfalls von konservativen Mitgliedern, dem R. j. F. vorgehalten wurde, kein einziger Punkt w i de r legt ist. Die Woche. „Die sich im Leben liebten und im Tode nicht trennten . ." Am Sonntag den 12. August entschlief Frau Rosa G o l d s ch m i d t nach langem, mit Geduld ertragenen Krankenlager. Sie entstammte einer streng frommen jüdischen Familie. Ihre Lebensaufgabe bestand darin, ihren Gatten, der an einem sich im Felde zugezogenen Leiden schwer trug, zu pflegen und zu betreuen. Sechs Kinder trauern um den schweren Verlust einer Mutter, die sie während der Kriegsjahre, in welchen ihr Gatte im Felde stand, zu mustergültigen, jüdischen Menschen erzog. An der Bahre, die von einer großen Anzahl von Freunden umgeben war, sprach Herr Rabbiner Dr. Horovitz und schilderte ihren so schlichten Charakter und ihre Herzensgüte. Mögen diese Worte den Hinterbliebenen ein Trost in schwerer Stunde sein. Noch war die nyav-Trauer nicht zu Ende, als am 18. August der Gatte, Moses Goldschmidt, der Gattin in die Ewigkeit im Alter von 57 Jahren folgt« und die Kinder in neue, doppelte Trauer versetzt wurden. Ein Mann der schlichten Frömmigkeit und warmer Menschenliebe, der mit sonnigem Humor das Leben trug und andern zu tragen half, ghet von dannen. An einem Leiden, das er sich an der Front zugezogen hatte, brach sich sein Leben im besten Mannesalter. Möge •' den schwer Betroffenen sein doppeltes i»ru i»itt künden. rras:m. Jubiläumsfeier im Bethause man Tchwanenstr. 8. Aus Anlaß des 32 jährigen Bestehens (a"b) des Vereins oVnn man Schwanenstraße 8, findet am Samstag jren 'a 's im Anschluß an den Gottesdienst eine Feier statt. Frau Amalie Löwenlhal jr* Im hohen Alter von fast 87 Jahren verschied plötzlich am ersten Tag derrrnanaimnaVvaVFrau Amalie Löwe n t h a l, die Gattin des ihr um etwa zwei Jahrzehnte im Tode vorausgegangenen, als 'n nm-> i-?a allbekannten Lehrers und Schochets I. Löwenthal Unermüdlich war sie darauf bedacht, ihr Haus zu. einem v-spr> es?» zu gestalten und die von ihr und ihrem Gatten gehegten Ideale zur Entfaltung zu bringen, was ihr auch gelungen ist. In den Gemeinden Karbach, Lohr und Sommershausen in Bayern hatte sie reichlich Gelegenheit, mustergültig und beispielgebend zu wirken. Später zog sie mit ihrem Gatten hierhre. Nach dem Heimgang ihres Gatten und der Verheiratung ihrer Kinder zog sie sich zurück, sich an dem Gedeihen ihrer Kinder und Enkel erfreuend. Möge ihnen allen der mar der frommen Frau beistehen. n"axan Moses Goldschmidt In der Blüte der Jahre, im besten Mannesalter, in einem Leben rastlosen Fleißes und treuester Pflichterfüllung, verschied Moses Golds chm idt an den Folgen einer schweren Operation. Weit über den Kreis der Verwandten hinaus löst diese Trauerkunde tiefen Schmerz' bei all denen aus, die Moses Goldschmidt kannten. Durch sein heiteres, liebenswürdiges Wesen, durch seine Schlichtheit und Anspruchslosigkeit verstand er es, alle Herzen zu gewinnen und die Schwere des Lebenskampfes zu überwinden. In beispielgebender Rechtschaffenheit und Friedensliebe übte er den mühevollen Beruf eines Handwerkers aus, des. jüdischen Handwerkers,. roE> iviv in mustergültiger Weise verehrend und liebend^ mit kindlicher Anhänglichkeit und Liebe-an den Traditionen des Elternhauses festhaltend. Allzufrüh, im.blühenden Alter von 40 Jahren, wurde er nach Gottes unerforschlichem Ratschluss« abberufen in die ewige Ruhe me? -ltoe? nvt>. Möge n~jpn der tiefgebeugten Gattin mit dem unmündigen Kinde von seiner nvm zuteil werden lassen. rrasun- Ehewras Schäumer Mizwo. Anläßlich des Ablebens von Isaak B i ng bnfindet der allwöchentliche “iure? am naw vormittag, nach Schul Schützenstraße 12, 1. statt. Ein'si' r^-Sijum. Am 'nn iwn 'iy war es, als wir uns in der Agudas Jisroel zu einem Sijum auf mm «-aa fanden, das wir im w tp unter sicherer Führung unseres Rabbi Holpern ausgelernt hatten. Wir fingen nun mit p-nnao an, aus welchen Buchstaben sich '201 in zusammensetzen läßt. So besteigen wir, wie einer der Tischredner sagte, mit der neuen rrnao» -eine größere Höhe, wie Moses am ersten Elut den ’Jo in- Gehoben war die Feier durch Anwesenheit des Herrn Rabbiners Ribak '"a aus Bialystok, dessen Rede uns begeisterte. Während der mit mm nai gewürzten und mit einem nn’ni verherrlichten Mahlzeit wurden die Teilnehmer seit Bestehen des fp -Schiurs, 125 an der Zahl, verlesen, und das Andenken der vier nicht mehr unter unter uns Weilenden mit Erheben von den Sitzen gedacht. Erst nach Mitternacht trennte man sich mit dem beglückenden Gefühle, an einer wahren mxa sto rrnyo teilgenommen zu haben. Bl. Landesverband für jüdische Wohlfahrtspflege. Der Landesverband für jüdische Wohlfahrtspflege in Hessen und Hessen-Nassau hält am 2. September seine diesjährig« Mitgliederversammlung, in der Frankfurter Loge ab. Verein polnisch-jüdischer Studierender. Vor wenigen Tagen ist in Frankfurt a. M. der „Verein polnisch-jüdischer Studierender" gegründet worden, mit dem Zweck, in ideeller und materieller Hinsicht die Interessen der hier studierenden jüdischen jungen Leute polnischer Nationalität zu wahren. Der Verein will durch Abhaltung von Vorträgen sich der geistigen Förderung seiner Mitglieder widmen, durch Zusammenkünste das gesellige Leben pflegen und auch nach außen hin bei den zuständigen Konsulatsbehörden die Vertretung seiner Mitglieder übernehmen. Der Verein ist parteilos, jedoch auf religiöser Grundlage aufgebaut. Interessenten, Ä. h. polnisch-jüdische Studierende, belieben sich betr. des Beitritts an den derzeitigen Schriftführer, Herrn P. Wollmann, hier, Julius Heymannstraße 1, in Verbindung zu setzen. Schlüchtern. 20. Aug. (Amtsjubiläum eines Vorstehers.) Ein besonderer Segenwird allsabbatlich erbeten für diejenigen-, welche n-iaxa nax -aix Dvoiy sind, welche ihrer Gemeinde dienen nicht i!n der Absicht, Lohn zu empfangen, nurc-'ae? oe?b-Im Dienste und Verdienste dieser großen nix» steht unser 1. Vorsitzender, Herr Jakob Hirsch Rothschild, der am 4. August auf eine 25jährige Tätigkeit als Synagogenoorsteher zurückblicken konnte. Im Jahre 1903 übernahm der Zubilar das würde- und bürdevolle Amt und verwaltet es seitdem als ein echter Führer feiner Gemeinde in einer selbstlosen, hingebungsvollen Weife, in stiller, frommer selbstverständlicher Art, die ihresgleichen sucht, und Glück und Segen ist bis auf den heutigen Tag, nicht nur für die Gemeinde, ondern infolge der verdienstvollen Tätigkeit des Jubilars auch für Stadt und Land des Kreises Schlüchtern und weit darüber hinaus, auch für das gesamte Judentum. Was Herr Rothschild in diesen langen 25 Jahren ür die Gemeinde und damit für das allgemein,e Judentum geschafft und ,geleistet hat, läßt sich ln diesen kurzen Zelten nicht beschreiben. Sei es beim Bau der jetzigen Synagoge in den Jahren 1894—98, wo er eigentlich noch kein Vorsteher war und doch schon seine Kräfte der Allgemeinhelk widmete, sei es für die Schule oder die Slcher- 'tellung der Beamten, oder für den vor 2 Jahren neu angeleg'ten Friedhof, sei es als Versorger, als Freund und Berater ln denschweren Kriegs- und Nachkriegsjahren, fei es in dem rein menschlichen Wirken in, jedereinzelnen Familie, alles in allem stempelt Herrn, Rothchkld zu einem wirklichen Vater seiner- Gemeinde, der?eine Stunde in der Nacht und keinnoch so großes Opfer cheut, wenn ihn, fein Sorgenkind, seine Kehilla, ruft. Daß ein solcher Mann, der für Allgemeinwohl alles übrig hat, in seinem Wirken nicht aus seine Gemeinde alleinbeschränkt bleibt, sondern durch Bielseltigkeld in Wort und Tat in Vereinen, Anstalten und Wohlfahrtseinrichtungen zum Heile für das Judentum mitwtrkt, ist selbstverständlich. Seinen klugen Rat vermag er auch als __ , 23. August 1928 Vertrauensmann der - Freien Vereinigung, sowieals Ausschußmitglied des Halberstädter Verharides zu betätigen. Es ließ sich deshalb die dankbare Gemeinde — obwohl von ihrem Jubilar in seinem einfachen, bescheidenen Sinn nicht gewollt — nicht nehmen, durch eine kleine Feier -ihrem Vorsteher an seinem Ehrentage Dank und Anerkennung zu zollen.. Einrühriger Festausschuß mit Herrn Leo Sichel -an der Spitze.stellte ein zu dem Charakter des Festes passendes Programm zusammen, so daß die Feier einen würdigen, ehrebenden Verlauf nehmen konnte und allen Teilnehmern stets in Erinnerung bleiben wird. Die verschiedenen Absprachen wurden von stimmungsvoll vorgetragenen Gesängen des Synagogenchors unter Leitung des als Dirigenten allseits belebten Herrn Leo Stern unter Mitwirkung, des sehr stimmbegabten Kantors, Herrn Brünn, sowie einer Begrüßungsrede des Herrn Abraham Sich e l umrahmt. In der tiefempfundenen Festrede schilderte Herr Lehrer Berk i n g er das vorbildliche Mucken des Jubilars, als Mensch und die verdienstvolle Tätigkeit als Vorsteher, demselben- Dank und Anerkennung für die Gemeinde zum Ausdruck bringend. Der Redner führte ln großen Zügen Jakob Hirsch Rothschild. das oben angegebene Tätigkeitsgebiet in lebhaften Worten vor Augen, welches die verflossenen- 25 Jahre in hellem Lichte erscheinen -lassen, wie auch in sinniger Weise über dem gewohnten Syna-gogenpl-atze des Jubilarsdie Zahl 25 hell erstrahlte. Mit dem Wunsche, daß Gott weiterhin der Gemeinde diesen Führer und Glücksbringer in ungebeugter Kraft noch lange erhaltenmöge, schloß die eindrucksvolle Rede. Herr Landrat Dr. Müller hobin seinen herzlichen Worten außer dem Wirkest des Jubilars in. seiner Gemeinde das allgemein, menschliche, -tugendhafte vorbildliche Leben hervor, das ganz besonders zum Ausgleich des immer noch manchmal vorhandenen Vorurteils unter den Konfessionen beiträgt und den- Dank des Kreises verdient. Herr Bürgermeister Gaens len sprach im Namen der Stadt -dem Jubilar denherzlichsten Glückwunsch und Dank aus für sein.schon 30j-ähriges ersprießliches, von Sachlichkeit, Gerechtigkeit und gewissenhafter Dienstb-ereitschaft -getragenem Wirken zum Wohl« der Stadt -als langjähriger Stadtverordneter und Stadtverordnetenvorsteher. Zum Schluß -dankte Herr Lion Golds-chmi-dt dem Jubilar im Namen des Vorsteheramtes der Israeliten zu Hanau. Ingerührten Worten, anknüpfe-nd an den Eingangschor: . . .'ymi nnx -<?, seinen- Gott lobend, dankte Herr Rothschild. Als kleines Zeichen der Anerkennung und des Dankes feiner Gemeinde überreichte Herr Synagogenvorsteher Oppenheimer in herzlichen Worten eine künstlerisch ausgeführte silberne Berchesplatt-e mit Widmung. Mit dem all-seitigen Wunsche, daß Herr Rothschild noch lange seine bewährte Kraft in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen vermöge, schloß der für die Gemeinde wie für den Jubilar denkwürdige Tag. nax? nsa is- Vereinskalender. Verein Mekor khajim. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch) im Hürsaale Friedberger Anlage tns "N, Herr S. Schachnowitz. — 8V4 Uhr vorm, (ebenso Samstag eine Stunde vor Nacht) im Vereinslokale. Gemoro. Herr Joachim Sofer. — 9lU Uhr vormittag (ebenso Dienstag nachm, eine Stunde vor Mincho), Gemoro, Herr R. A. G. Posen. — abends 6 Uhr Mussarvortrag. Herr B. Rachelsohn. I a h rz e i t s - S t i ft u n gen: Dienstag. 26. August. Aron Wolf-Stiftung. Liwjalh Lhen-Verein. Samstag nach -Mincho (5^ Uhr) im Hörsaale Friedbergeranlage, Vortrag des Herrn S. Schachnow i tz («Schema" als Kampfesruf II ). man* ’D naw Freitag Abend 6.50 Samstag naaurn 6.45 Samstagmorgen 8.— Samstagnachmittag 1 und 5.— Samstagabend 8.15 Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 6 30 Tefilin-Legen am Morgen 4.30

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