Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 33 (16.8.1928)
- Date
- 1928-08-16
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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}■ ’s" J0 V »aa» ijirr. 5. o b b n WWW! «ISS Verfassungstag tu Frankfurt. Es ist schon so, daß bei allen Illuminationen und dem Brillantseuerwerk, mit denen insbeson- Sü domiziliert zur Zell die Sluzk« r Ieschi M<r in der polnischen Stadt Kkezk an der Grenze Sowjetrirßland-s und beherbergt in ihren Mauern 200 BachMim, von denen 76 nx-iin ^rrä sind Aus Sorüfetrußland, wo d-r° i« Frankfurt der V-rfafsUng-t-g An- L Sg-g £* Wesenheit von 100 000 auswärtigen Reichsbannerleuten gefeiert wurde, das Wort des Propheten zu Recht bestehen bliebe ncb» “jamn nw 'b’nitf1? Vinyi p« wenn die Verfassung und die Menschen, die sie handhaben, das Banner und seine Träger, nicht von jenem Lichte an und in sich trügen, das der gleiche Prophet rüit den Worten kündet: imt '*711221 pirr xn '2 ms mp Man darf es den Männern vöm Deutschen R.e i ch s b a n n e r, die sich von Samstag bis Montag in der Stadt ein Reüdez-vous gaben, die' überdies düs achtzigjährige Jubiläum dex NatioNülv^rsammlung in der Püülskirche feierte, ruhig attestieren, daß dieses Geistes einen starken Hauch sie verspüren. Das Fest trug in seiner Aufmachung, in all seinen Veranstaltungen, insbesondere aber in den goldenen Worten, die auf öffentlichen Plätzen an die Massen gerichtet wurden, den Charakter einer FriedeniSdemonftration von höchster Weihe, man darf sagen, von jüdischer Welthoffnung. Das gilt insbesondere von den Reden des Bundespräsidenten des Reichsbanners Otto Hörsing, des österreichischen General Körner und des deutschen Gen«eral von Deimling. Nicht minder ein flammender Appell an das Rechtsempfinden des Volkes, an den Geist der Liehe, des Friedens und der Versöhnung waren die Worte des Reichsministers S e v e r i n g und hes Prof. Friedrich D e f s a u e r. Mögen die Worte und die Klänge noch lange nachwirken zur Befreiung und Befriedigung der Gemüter. Ein Bekenntnis zur R e i ch s v e r f. a s s u n g und zuM G e i st e von BZ e i m a r bedeutet zugleich ein BekennMis zum Gerste der Liebe und Gerechtigkeit, der leider noch nicht M allen Teilen des deutschen Volkes durchgedrungen sein kann, solange A b w e h r v e r e i n e auf der Hut und bei der Arbeit sein müssen und das Hakenkreuz nicht emmal die Ruhe der Toten respektiert. Möge der Geist, der unter dem deutschen Banner in diesen Tagen in der freien Stadt Frankfurt verkündet wurde, DerbreiMng finden und Gemeingut Aller werden. Eine Jeschiwa im Exil. Eine der bedeutendsten Thorapflanzstättenin Rußland war die Jeschiwa in Sluzk, gegründet und lange Jahre geleitet von dem bekannten „ Ridbas ", der später in Erez Jisroel gestorben ist. Nachfolger dieses Gaons in der Leitung der Jefchiwa war der kongeniale Schüler des Brisker Raw, Rabbi Jsser Salman M e l z e r. Nachdem der Glanz W o l o s ch l n s im Zwange der Verhältnisse seit Jahrzehnten verblaßt war, galt bis zu den letzten Jahren Sluzk als das große Reservoir, das die Gemeinden geistig speiste und sie mit den religiösen Führern von großem Formate versorgte. Es kam der Krieg, die Jeschiwa hielt durch und trotzte allen Widerständen. Es kam der Bolschewismus, der erbitterte Kampf gegen Thora, Religion, Geist. Die Jeschiwa wurde geschlossen, man lernte mit ungebrochener Kraft hinter geschlossenen Türen. Rabbi Melzer wurde verhaftet, einmal und noch einmal. Es gelang ihm zuletzt, der sicheren Verbannungnach Sibirien durch Flucht über die Grenze zu entgehen. Ihm folgten die Bachurim nacheinander über die Grenze cvaren ans nur uwgucg vurcy eine oeiipiec und neue kamen aus Sowjetrußland und Polen hinzu. I freudigkeit unserer Mitglieder und Freunde. jenseits der Grenze, die sich zugleich auch als Thorazentrum für das Polenland ausgebildet hat. Das Lehrhaus befindet sich in größter Not, die Jünger lernen unter unsäglichen Entbehrungen. Von Rußland kann keine Hilfe kommen, die polnische Iudenheit ist so verarmt, daß die Gemeinden kaum das Nötigste für ihr^. eigenen religiösen BedürsrvW aufbringert können. Es ist eine Pflicht der jüdischen Gesamtheit in der Diaspora, für diese unter Opfern gerettete letzt erussi sch e Hochburg der Thora ein tätiges Interesse zu zeigen, und das jüdische Deutschland, das ganz gewiß seine eigenen: Nöte hat, wird nicht zurückstehen-. Zur Zeit weilen in Frankfurt zwei würdige Vertreter der Sluzker Jeschiwa, die Herren- Rabbiner Kreisler, zweiter- Rasch Jeschiwa des Lehrhauses und Rabbiner R ybü k aus Bialystok, um edeldenkettde Thörafreünde unserer Stadt für das. große Lehrhaus an der Scheide zwischen Polen und Sowjetrußland zU interessieren. M ö gen sie ü berall offeneHerzen und offene Hand finden! Die Suppenanstalk für israelitische Arme. Die Süppenünstalt für israelitische Arme in der Theöbatdstraße, die jetzt bereits auf eine 35jährige segensreiche Tätigkeit zurückblickt, tritt nach 14jähriger Unterbrechung wieder mit einem Berichte vor die Oeffentlichkeit. Nach der Kriegs¬ und Nachkriegszeit die die früher üblichett regelmäßigen Jahresberichte inhibiert hatten. % Dem Berichte, der auch für weitere Kreise Interesse bietet, entnehmen wir folgendes: Wir haben die Anstalt, die bis Kriegsausbruch alljährlich nur in den Monaten November bis April ihre Tätigkeit entfaltete, mit dem 1. August 1914 geöffnet und sie bis heute offen gehalten. Unsere Absicht ist es, den Dauerbetrieb auch bestehen zu lassen. Wir bitten den Leser des Berichtes, sich vergegenwärtigen zu wollen, was Las heißt. Es bedeutet kurz, daß jeder arme Jude ohne Unterschied der Gemeindezugehörigkeit oder der religiösen Lebensführung täglich (mit Ausnahme des Sabbat) bei uns warmes Mittagessen erhalten kann — am Peßach sogar auch Abendmahlzeit— ohne daß er auf Bedürftigkeit oder Würdigkeit geprüft ja, ohne daß er nur nach seinem Namen gefragt wird. Er kann einmal kommen und kann auch täglich kommen; er kann allein kommen und kann auch Frau und Kinder mitbringen. Er kann sich mit wenigem begnügen oder sich von jeder Speise mehrmals geben lasten. Ehrenamtlich tätige Damen sorgen für seine Bedienung und verteilen unsere Besucher je nach Zusammengehörigkeit auf unsere verschiedenen Speiseräume. Kranke und Wöchnerinnen erhalten die Speisen ins Haus. Auf diese Weise verköstigten wir in der Zeit von Kinder Erwachsene Kranke u. Wöchner, Zusamm. Aua. 14 bis 31. 3.15 31 689 18 278 1694 . 51 561 1. 4.15 bis 31.3.16 66 247 46 430 5 723 118 400 1. 4.16 bis 31.3.17 65 729 45 327 5 335 116 391 1. 4.17 bis 31. 3.18 60 417 36 189 6 691 103 297 1. 4.18 bis 31.3.19 63 904 39 424 4 466 107 794 1. 4.19 bis 31. 3. 20 50 538 23 986 3 927 78 451 1. 4. 20 bis 31. 3. 21 61 808 21 796 4106 77 710 1. 4. 21 bis 31.3.22 54 968 41 347 2088 98 403 1. 4. 22 bis 31.3. 23 42 926 38 548 2 081 83 555 1. 4. 23 bis 31.3. 24 32 209 31 311 1773 65 293 1. 4. 24 bis 31.3.25 30 332 30 063 1129 61 524 1. 4.25 bis 31.3. 26 31 587 32 943 2 574 66 904 1. 4. 26 bis 31.3. 27 33 600 38 418 2 695 74 713 615 854 444 060 44 282 1103 996 Diese ungeheuren Leistungen, wie sie wohl kaum ein gleichartiges Institut in der Welt aufzuweisen hat, waren uns nur möglich durch eine beispiellose Opfer- Die mitfolgenden Listen, geben nur einiM kleinen lieb erblick. Vollständigkeit ließ, sich angesichts-, der Länge-- der verflossenen Zeit nicht erzielen., , Ss mußten dia Zuwendungen der Wegs- und Inflationszeit ausfallen und wir können erst wieder ab 1. Oktober 1926 mit unseren Veröffentlichungen beginnen. Erwähnt sei nur, daß gerade in der JnfMionszeit sich eine große Zcch.l. irr- und ausländischer Freunde durch Zuwendung von, Naturalien und fremden Währungen unvergängliche Verdienste um.die Anstalt erworben, haben, diespnst wahrscheinlich ihre. Pforten hätte schließen müssen. Neben diesen gebührt unser Dank dem Quäkern, dem: Bund der AltstadtsreundL und dem American Joint Distribution für unentgeltliche Belieferung mit Lebensmitteln und finanzielle Unterstützung. Die beiden hiesigen Gemeinden, die. Israelitische Gemeinde und die Synatzogengemeinde Israelitische Religionsgesellschaft unterstützen unser Liebeswerk durch I jährliche Subventionen. Wir wissen es zuschätzen, was ' es für diese mit den manniMachsten Aufgaben belastete . Gemeinden heißt, uns ihre Unterstützung angedeihen zu lasten und wir benutzen die Gelegenhell, ihnen hierfür aufs herzlichste zu danken. Mindestens ebenso wertvoll, wie diese finanziellen Unterstützungen ist uns Mer die täüjge Hilfe unserer Ehreydamen Flau Anna Isackt, Frau- Kommerzienrat Bernhard Kahn Und Frau ChariMe. R ö s e n - heim, die in unermüdlicher Regelmäßigkeit ihres Amtes walteten, häufig, unterstützt voll einet großen Anzahl Frauen und jünger MäWen, denen allen an dieser Stelle für ihre Tätigkeit herzlichst gedankt sei. Leider hatten wir in der Berichtszsit das Ableben von der! Chrendamen zu beklagen. Frau BaroniN Mathilde von Rothschild, Krau Kommerzienrat Etlinger und Frau Marie Beer sind aus unserem Kreise gerissen worden. Sie haben sich in. langen Jahren um die Anstalt unvergeßliche Verdienste erwarben und es sei — von allem anderen abgesehen — nur an die segensreiche Gründung des WöchnerinnendepotL durch Frau Baronin von Rothschild erinnert. Das Andenken an unsere drei getreuen Mitarbeiterinnen wird Unter uns foktleben. Auch im Vorstand unserer Anstalt haben wir zwei unserer Besten zu beklagen. Am 11. Dezember 1917 starb Lazarus Klau und am , 7. Januar 1922 folgte ihm sein Freund und Vetter, unser allverehrter Getzeimrat Dr. Elieser Rosenbaum, in die Ewigkeit nach. Beide waren seit Gründung der Anstalt in unserer Verwaltung tätig; Herr Geheimrat Rosenbaum als zweiter Vorsitzender, Herr Klau als Oekonom. Wer, erinnert sich nicht gerne der ragenden. Gestalt unseres lieben „Geheimrats", der uns mit seinem überreichen Wissen und seinem ärztlichen Rat jederzeit zur Seite war, wenn wir ihn brauchten. Wir werden ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren. (Schluß folgt.) Die Woche Die Rheinfahrl der Aguda. Die Beteiligung an der Dampferfahrt, die die Agudas Jisroel-Jugendorganisatton am 19. August veranstaltet, wird nach den bisher ausgegebenen Karten eine sehr gute sein, aber nicht so stark, daß die frohe Gemütlichkeit darunter leiden könnte. Alle Teilnehmer, die bis Mittwoch den 15°. August noch kein Billet in Händen hatten, erhalten die Fahrtausweise, soweit noch solche bei der beschränkten Anzahl von Plätzen zu haben sind, am Samstag abend, 18. August, zwischen 9 und 10 Uhr in der Langestraße 18, pari. (Glastür klopfen). Die Fahrt erfolgt Sonntag früh vom Hauptbahnhofe im reservierten Wagen um 7 Uhr 50 Minuten und möchten sich die Teilnehmer spätestens 7.30 Uhr am Bahnsteig 21 treffen. Wer diesen Zeitpunkt versäumt, kann sich eine Sonntagsk-arte nach 'Mainz-Kastell lösen, um dort den Anschluß an den Dampfer zu erhalten. Mitgliederversammlung der Agudas Iisroel-Jugend- und Mädchengruppen. Am Donnerstag den 23. ds. Mts., abends 9 Uhr, findet in unseren Räumen-, Schwanenstraße 12/ eine Mitgliederversammlung statt. Herr Simon Schwab wird einleitend über „Jüdische Geselligkeit" referieren-, auch ist ein Referat von der Agudas Jisroel- Mädchengruppe vorgesehen. Anschließend Diskussion. Gäste willkommen.