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Der Israelit · 1928-08-09 · Heft 32 (9.8.1928) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 32 (9.8.1928)
Date
1928-08-09
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Teile 2 Nr. 32 9. August 1928 Der y » rarlit ihm so vor, als würde er vor seinem Garten daheim viele Wächter mit Hunden hinstellen, daß keine Ziegen und Hühner hineinkommen, drinnen aber alles verfaulen und verkommen lassen und mit eigenen Füßen zertreten wollte. Ja, was wollen denn die Herren nach außen hüten und verteidigen, wenn sie im Innern selbst mit Füßen auf dem, was uns zu Juden macht und als solche erhält, herumtrampeln? , . - > Diese hausbackene Moral des schlichten Dorfjuden sollten sich neben den Maßgebenden im C. V. auch manche Herren in der Führung des Reichsbundes jüdifcherFrontsoldat e n, dem im übrigen unsere Sympathieen gehören, merken. Die Woche. Synagogengemeinde »Israelitische Religionsgesellschaft". Die ordentliche Gemeindeversammlung ist auf Sonntag, den 9. September 1928, nachm. 3.3V Uhr, nach der Aula der Realschule, Am Tiergarten 8, einberufen. Die Tagesordnung lautet: -„Rechenschafts- und Revisions- Bericht. Im Anschluß an die Gemeindeversammlung finden E r g ä n z u n g s w a h l e n statt. Turnusmäßig scheiden aus dem Vorstande die Herren Jacob Rofenheim und Dr. Simon Nürnberger, aus dem Gemeinderat die Herren Heinrich Eisemann und Philipp Feist aus. Am Rheine möchte ich . . . Es ist alljährlich so, daß, wenn die Reben am Rheinufer blühen, und noch später, wenn die Beeren in der Sonne reifen, es tausend Herzen magisch nach dem Rheine, dem „deutschen Strome", zieht, nach seinen sagenumwobenen Schluchten und Buchten, seinen Inseln und Denkmälern, die Gottesnatur und Menschenhand am und im Flusse geschaffen haben. Für uns bedeutet der Rhein auch noch etwas anderes. Hüben und drüben, am rechten und am linken Ufer, waren blühende jüdische Gemeinwesen, darin stilles jüdisches Glück wohnte und auch viel Blut und Tränen flössen, da, einmal und noch einmal, die Hand des Weltenschicksals, auf dem Leidenswege der Menschheit, hier wütete und sich die wehrlosen Opfer in den Judengassen suchte. „Der Rabbi -von Bacharach". Ein Fragment! Und fragmentarisch ist alles, was wir aus jenen Zeiten der Größe und der Leiden wissen. Grabsteine ragen aus den lieblichen Hängen an den Ufern, präsentieren sich dem Auge des Fahrgastes und erzählen Fragmente, erschütternde und erhebende Fragmente, viel von der Art des „Rabbi von Bacharach" . . . Darum ist uns der Rhein nicht allein der liebe deutsche Strom, sondern auch ein heiliger Strom. Wir sollten ihn, wenn sich uns Gelegenheit bietet, hinunterfahren und neben den Reizen von Land und Wasser, die wir als Menschen und Deutsche genießen, auch eine Stunde der Weihe und stillen Nachdenkens widmen denen, die hüben und drüben einstens in kleinen Giebelhäusern ihr kleines, tiefes jüdisches Glück bargen, bis . . . Die Jugendorganisation der A g u d a s I i s r o e l in Frankfurt a. M. lädt zu einer Rheinfahrt für Sonntag den 19. August ein, worüber in einer Bekanntmachung in den „Blättern" Näheres zu finden ist. Sie hat auch voriges Jahr mit bestem Erfolge die Fahrt gemach tund will dieses Jahr in verstärktem Maße den Mitgliedern und Gästen Stunden schönen und tief en Erlebens auf dem herrlichen Strome bei gesellschaftlichen und geistigen Attraktionen bieten. Viele, sehr viele, werden froh und dankbar die Gelegenheit ergreifen, um billiges Geld (das Ganze kostet hin und zurück einfchl. der Cfienbahnfahrt usw. Mk. 5.50) den Rhein in seinen schönsten Teilen, von Mainz bis S t. Goarshausen, zu sehen, und die Sprache seiner Wogen wie aus deutscher Sage und jüdischer Geschichte auf sich einwirken zu lassen. Die Karten zur Fahrtteilnahme müssen bis spätestens Mittwoch, den 15. August, gelöst sein und sind in allen jüdischen Buchhandlungen, sowie in der Langestraße 18, p. zu haben. Auf zur Rheinfahrt mit dem Dampfer der Agudas Jisroel am Sonntag den 19. August! Rheinfahrt des Jüdischen Turnerbundes E. TS. Am Sonntag den 12. August findet unsere Rheinfahrt statt. Wir fahren mit dem Zug nach Mainz, von dort mit dem Rheindampser nach St. Goarshausen. Anschließend Wanderung über den Loreleyfelsen und durch die Weinberge nach Caub. Auf dem Loreleyfelsem längere Rast. Alle unsere Mitglieder, deren Angehörige, Freunde und Gönner unseres Bundes sind herzlichst willkommen. Wir erwarten, wie im Vorjahre, große Beteiligung. Tref.fpunk t wegen Fa hrp-r eiser-mäßigung spätest e n s 6.45 Uhr Sy a u p t p o r t a l - H a u p t - bahn Hof. Gesamte Kosten: Mk. 4.50. Alle unsere Turnkurse haben bereits wieder begonnen. Liwjath Chen. Der Vortrag findet diesen Schabbos, wie an den folgenden Sabbaten, wie üblich, nach Mincho (5.15 Uhr) im Hörsaale, Friedbergeranlage statt. Gäste, auch Nichtmitglieder, willkommen. Die gemeinnützige jüdische Ehevermittlungsstelle. Zur Förderung des Planes einer gemeinnützigen jüdischen Ehevermittlungsstelle hat sich ein Komitee aus folgenden Mitgliedern gebildet: Frau Dr. M. Mdler, Aerztin, Köln; Wolfgang Auerbach, Frankfurt a. M.; Moritz Bayer, Kultusvorstand, Aschbach b. Bamberg; Benno Basch, Magdeburg: Justizrat Dr. Blau, Vorsitzender dev jüdischen Gemeinde Frankfurt a. M.; Landrabbiner Dr. Blum, Emden; Rabbiner Dr. Dienemann, Osfenbach a. M.; Dr. Ehrenreich, Arzt, Köln-Ehrenfeld; Rabbiner Dr. Halperson, Breslau; Prof. Dr. Hanauer, Frankfurt a, M.; Fritz Hirsch, Lwdenburg a. N.; Frau Hauptlehrer Kaufmann, Gelsenkirchen; M. Markreich, Vorsitzender der Mischen Gemeinde Bremen; San.-Rat Dr. Ries, Stuttgart; Dr. Franz Rosenzweig, Frankfurt a. M.: Frau Edith Rosenzweig, Frankfurt a. M.; Stadt- und Konferenzrabbiner Dr. Unna, Mannheim. Die Mitglieder des Komitees sind bereit, Anmeldungen zur Mitgliedschaft entgegen zu nehmen. Als Mindesjahresbeitrag sind Mk. 5.— vorgesehen. Bereits find eine Anzahl Anmeldungen eingegangen. Um weitere Anmeldungen, auch von Korporationen wird dringend gebeten, damit der Verein baldigst gegründet werden und seine Tätigkeit entfalten kann. Wie groß das Bedürfnis nach einer derartigen gemeinnützigen Einrichtung ist, ergibt sich daraus, daß schon jetzt auf die Ankündigung einer beabsichtigten Gründung hin bereits zahlreiche Zuschriften jüdischer Männer und Mädchen erfolgt sind, die bereit sind, sie in Anspruch zu nehmen. Ein Hetzer und feine verdiente Strafe. Der verantwortliche Redakteur der völkischen Wochenschrift „Der Frankfurter Voebachter", Leopold Gutter e r , hatte die Tatsache, daß im Mai bei der Einweihung eines Kriegerdenkmals auf dem Sachsenhäuser Friedhof neben den Geistlichen der beiden christlichen Konfessionen auch Dr. Salzberger gesprochen hatte ,zum Anlaß genommen, diesen auf das schwerste zu beleidigen. Dr. Salzberger wurde auch auf dem Friedhofe selbst und auf der Heimfahrt schwer beschimpft. In dem Artikel ließ sich Gutterer auch gröbliche Beschimpfungen der Reichsfarben zu Schulden kommen. Das Erweiterte Schöffengericht verurteilte den völkischen Redakteur wegen öffentlicher Beleidigung und Vergehens gegen ß 8 Abf. 2 des Republik-Schutzgesetzes zu einer Gefängnisstrafe von zwei M o n> a t e n. In der Verhandlung wurde festgestellt, daß der Angeklagte niemals Frontsoldat gewesen sei, sondern zu Beginn des Krieges noch in der Quarta gesessen habe, während Dr. Salzberger als freiwilliger Feldgeistlicher an der Front das Seelsorgeamt ausübte. Verfassungsfeier in Frankfurt. Neben den Feierlichkeiten in den Gotteshäusern am Samstag wird Samstagabend, sowie Sonntag und Montag den 12. und 13. August, ein großes Volksfest in der Festhalle, sowie auf dem Festgelände mit erstklassigen Attraktionen, wie Umzüge, Kinderfeste, Aufführungen und Feuerwerk vor sich gehen. Bei den Kinderfesten kommen zur Aufführung Schneewittchen, Dornröschen, Hänfel und Gretel, Max und Moritz usw. Mit Sabbataus- Kost auf dem Festplatze erhältlich. Näheres siehe Inserat. Vereinskalender. verein Mekor khajim. Samstag, 1 Stunde vor Nacht Midrasch. Herr H- Halpern. Sonntag morgens nach 'Schul (ebenso Mittwoch im Hörsaale Friedberger Anlage tn» „n. — 874 Uhr vorm, (ebenso Samstag eine Stunde vor flacht) im Vereinslokale. Gemoro, Herr Joachim Sofer. — 91/4 Uhr vorm, (ebenso Dienstag nachm eine Stunde,, vor Mincho), Gemoro, Herr R. A. G< Posen. Montag morgen nach Schul (ebenso Donnerstag) im Hörsaale, Mischna, Mitgliederlernen. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Vereinslokale, Gemoro. Herr Rabb. Dr. Josef, Breuer. — Abends 8V4 Uhr (ebenso Donnerstag) im Vereinslokale; Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag morgen nach Schul (ebenso Freitag) im - Hörsaale. Mischna. Herr Dr. E. Posen. Von Sonntag bis Donnerstag einschl., abends 88/4 Uhr im Vereinslokale v"V-Lernen, Herr Dr. E Posen. Jahrzeits-Stistungen: naw, 11. August. Leopold Lob-Stiftung. Mittwoch, 16. August. Jsac Bier-Stiftung. Aguda, Iisroel-Iugendgruppe. naip, 7v# Uhr, Tfillas Schacharis. — s'^lO—lPL Herr Dr. I. Posen, Gemoroh Kidduschin. Am Tiergarten 42. - s/ai-^IS, Herr Louis Kahn, Kizzur Schulchan Oruch. — 8!4U—3/4l2, Herr Lippmann Kurzweil, Gemoro Bowo Kamo. — 6-71/2, Herr Gerson Schnerb, Kizzur Schulchan Ornch.— 12-1, Herr Herz Halpern. Das Jaumi. — V23-Herr Dr. W Hosmann, Gemoro Bowo Kamo. — 3-41/s. Herr Leo Schnerb. Gemoro Bezoh. - 4, Tfillas Mincho. - PL -51/2, Herr N.-A. M. Katz. Sidrah mit Raschi. natP von 3—4 Uhr, Montag und Dienstag von 1/28—10 Uhr Schiur des Herrn Emanuel Wolf. Minjan am morgens pünktlich um iy4 Uhr. Don Montag bis Freitag morgen im Sitzungszimmer der Jsr. Religionsgesellschaft. Gemoro. Herr Dr. Ehrmann. Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Samstag. 1/26 Uhr, Kurs des Herrn Lehrer Hirschberg. Sonntag, 7—8 abds., Herr Dr: A. Merzbach. Jesaiah. Montag. 9—10, Herr S. Unna, Newiim, Uhlandstr. 6& Dienstag. 9—10, Herr Dr. S. Weger. Trei Osor Zobelstraße 5. Liwjath Chen-Verein. Samstag nach Mincho (51/4 Uhr) im Hörsaale Friedbergeranlage, Vortrag des Herrn S. Sch achno- Witz (Sehen und Glauben). rnanveshamidrafch, Ostendstraße lt. ü’TO Jiaoa. Herr Rabb. S. Weber. Don Sonntag—Donnerstag, abends 72/4-1/210. Ostjüdischer Iugendbund. Samstag, 10-11 vorm., Tenach, 11-12 vormittags Jüd. Geschichte, 4—6 nachm., Hebr. Sprachkurs. Gebelzette«. nun riarp Freitag Abend 7.10 Samstag naawn 6.30 Samstagmorgen 7.45 Festseier anl. des Verfassungstages. Samstagnachmittag 1 und 5.— Samstagabend 8 45 UIochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.— Tefilin-Cegen am Morgen 4.— Briefkasten. M. N. in Straßburg. Betrag eingegangen und auf Abonnementskonto verbucht. Familiennachrichten. Gestorben: Fran Amalie Löwenthal geb. Kleeblatt. BAUDEKORATION GUSTAV FRIESEM Bäckerweg 12. $ MALERMEISTER Fernsprecher: Carolus 44716 2 KOHLEN und KOKS K sowie alle sonstigen Brennmaterialien in erstklassiger Qualität zu billigsten Preisen S. 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