Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 31 (2.8.1928)
- Date
- 1928-08-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 31 Seite 5 2 August 1928_•__ so köntttzn folgenschwere Wirkungen auf das gefamMdische Leben nicht ausbleiben. Bar-Mizwa- Feiern sollen Verinnerlichung bringen, Eindringen in jüdisches Wissen und Leben, selbst dann, .wenn. die. Eitelkeit dabei zu kurz kornmen sollte. Korrespondenzen « ßacbricbten. Deutsches Reich. Zollermätzigung für Lulowim und hadaffim. Frankfurt a. M., 29. Juli. Auf Antrag der „Freien Vereinigung für Lie Interessen des orthodoxen Judentums E .V." und des Halberstädter „Landesverbandes " hat der Reichsminister der Finanzen durch Verfügung vom 14. Juli ds. Js. Ha 9412 die Landesfinanzämter ermächtigt, die zum diesjährigen Laubhüttenfest eingeführten Myrtenzweige und abgeschnittenen, bis zur Spitze noch geschlossenen Palmzweige unter Zollsicherung ausnahmsweise aus Billigkeitsgründen zum Satze von 75 RM. für einen Doppelzentner verzollen zu lassen. Die Zollbehörden werden von dem Wunsche Kenntnis erhalten, die in Rvhrkörben verpackten Palmzweige zur Vermeidung von Beschädigung möglichst nicht auspacken zu lassen. Eine Gutschrift des Taragewichtes bei etwa nicht tarafähigen Umschließungen kann jedoch dann nicht in Frage kommen. Die Zollbehörden in Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig, Nürnberg, (Fürth), Breslau, Beuchen O.-S., Karlsruhe, Würzburg, Osterode (Ostpr.), Kassel, Frankfurt a. M., Halberstadt haben entsprechende Anweisung erhalten. Wenn.Abfertigungen an andern Plätzen in Betracht kommen, so muß dem zuständigen Landesfinanzamt seitens der Interessenten rechtzeitig die betreffende Zollstelle namhaft gemacht werden. Alle Importeure von Lulowim und Hadassim, die non der Vergünstigung Gebrauch zu machen wünschen, haben die in Betracht kommenden Fakturen, aus denen Quantum und Preis genau zu ersehen sein muß, dem Büro der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums in Frankfurt«. M. vorzulegen und dabei anzugeben, ob es sich um Frachtgut, Eilgut oder Postsendung handelt. Die Fakturen werden von der Freien Vereinigung mit einem. Z u l a s s u n g s v e r m e r k versehen und zwecks Vorlage bei den Zollämtern den Importeuren zurückgegeben. Das Reichsfinanzministerium .hat die beantragte Vergünstigung unter der Voraussetzung gewährt, daß die dadurch bewirkte Ersparnis .in vollem Umfang den Konsumenten zugute kommt. Das Ergebnis der Sitzung des zionistischen Aktionskomitees. Berlin, 30. Juli. Am Freitag nachmittag ist endlich nach unzähligen Tag- und Nachtsitzungen das Kompromiß in Sachen des Jewish Agency-Berichtes zustande gekommen. Wie nicht -anders zu erwarten war, hat die von Weizmann und Der Israelit seinen Freunden vertretene realpolitische Vernunft über den Radikalismus der linken Parteien den Sieg davongetragen. Zunächst wurden die aus diesem Radikalismus geborenen Anträge der Revisionisten und ihrer Parteifreunde mit 44 gegen 4 Stimmen a b g e l e h n t; dann gelangte mit 41 gegen 4 Stimmen die nachsol- Berlin. Der.Weltverbandfür liberales I u d e n t u m, der in der Woche nach dem 18. August seine Tagung in Berlin abhält, wird durch die Jüdische Gemeinde mit einem Festgottesdienste in der Synagoge Oranienburgerstratze und einem Empfang nebst Frühstück geehrt werden. Die Arbeitsgemeinschaft der Landesverbände, sowie der preußische Landesverband entsenden offizielle Vertreter zur Tagung. Köln. Die deutsche Turnerschaft legte anläßlich ihres Turnfestes am Denkmal der jüdischen Gefallenen in der Synagoge Roonstraße Kränze nieder. — Durch einen Beamten der Wach- und Schließgesellschaft wurde vorige Woche^m Ueberfall auf den jüdischen Friedhof zu Stzrenfeld vereitelt. Als der Beamte mit der Schußwaffe drohte, ergriffen die mit Hakenkreuzen geschmückten Attentäter die Flucht. London. Im Oberhaus fand ein Empfang zu Ehren des neuernannten Oberkommissars für Palästina, Sir John Robert Chancellor statt... Er erklärte, daß er im November fein Amt antreten werde. — Die aus 57 Mann bestehende britische Sportgruppe, die sich zur Teilnahme an den olympischen Spielen nach Amsterdam begibt, steht unter Führung eines Juden, des Athleten H. M. Abrahams. Jerusalem. Lord Plumer verabschiedete sich am 27. Juli von den Vertretern des Oberrabbinats und der zionistischen Exekutive. — Die von dem Wiener Industriellen Delfiner in Tel-Awiw vor einigen Jahren gegründete Seidenfabrik ist von einer Londoner Gruppe erworben worden und soll wieder in Betrieb, gesetzt werden. Budapest. In der ungarischen Stadt Szegled hat der Stadtrat beschlossen, das städtische Bad nur an einem Tag in der Woche jüdischen Besuchern zugänglich zu machen. Der Judenschaft wird anheim gestellt, die Gelder aufzubringen, um ein zweites städtisches Bad ohne numerus clausus zu errichten. Moskau. Die Sowjetregierung hat 4.]4 Millionen Rubel aus staatlichen Fonds zu Zwecken der jüdischen Kolonisation im Jahre 1929 bewilligt. Rewyork. Louis Marshall erklärte dem JTA-Dertreter, daß er für den Frühherbst eine Konferenz der Nichtzionisten einzuberufen gedenke, um sie aus Grund des Experten-Verichtes zur Mitarbeit an dem Palästinaaufbau zu gewinnen. Minsk. Die Schochtim traten in Streik, weil sie 40 Proz. ihrer Einnahmen an die Stadt abführen sollten. Der Stadtsowjet erklärte hierauf, daß er die Schächtlizenz anderweitig vergeben würde, worauf die Schochtim den Streik abbrachen und sich unterwarfen. gende von Dr. Weizmann gebilligte Resolution zur Annahme: „A. Das Aktionskomitee der Zionistischen Organisation drückt den Mitgliedern der Joint Palestine Survey Commission für die von ihnen geleistete wertvolle Arbeit seinen besonderen Dank aus und begrüßt den im Bericht zum Ausdruck gekommenen Wunsch zur Zusammenarbeit aller Kreise des jüdischen Volkes beim Aufbau des jüdischen nationalen Heimes in Palästina in der Erwartung, daß eine solche Zusammenarbeit zu der erwünschten Beschleunigung und Stärkung des palästinensischen Aufbauwerkes führen wird. Das AC konstatiert mit Befriedigung, daß die Kommission, in Uebereinstimmung mit der Stellungnahme der Zionistischen Organisation, eine Reihe von politischen Förderungen .aufgestellt hat, die sich auf die Verpflichtung der palästinensischen Administration und der Mandatarmacht beziehen, für die Schaffung solcher administrativer und wirtschaftlicher Bedingungen im Lande Sorge zu tragen, die die Errichtung des jüdischen nationalen Heimes sicherstellen. B. Im Hinblick auf die wirtschaftlichen Empfehlungen der Kommission erklärt das AC, daß der Bericht in einigen wesentlichen Punkten der Notwendigkeit, gewisse wirtschaftliche Methoden mit den spezifischen Aufgaben und Bedingungen der Aufbauarbeit in Palästina in Uebereinstimmung zu bringen, nicht hinreichend Rechnung trägt. B (1). Die Zionistische Organisation hat stets den KKL als alleiniges Instrument der Bodenpolitik in Palästina betrachtet. Demgemäß und entsprechend dem von den zionistischen Kongressen wiederholt festgesetzten Prinzip der Auslösung des Bodens als Bolksbesitz müssen alle aus öffentlichen Geldern der Jewish Agency zu erwerbenden Ländereien ins Gemeineigentum des jüdischen Volkes übergehen und allen Prinzipien des KKL, was Eigentum der Böden und ihre Vergebung an die Siedler betrifft, unterworfen werden. Die Zionistische Organisation hat stets auch den privaten Bodenerwerb und die Förderung der Ansiedlung von Siedlern mit eigenen Mitteln als wichtig anerkannt. Ein diesem Zwecke dienendes Institut soll indes nicht laufend aus öffentlichen Mitteln unterhalten, sondern lediglich durch einmalige finanzielle Maßnahmen aktionsfähig gemacht werden. B (2). Das AC verweist auf das der zionistischen Kolonisationsarbeit zugrunde gelegte Prinzip der Freiheit des Siedlers in der Bestimmung der sozialen Form seiner Wirtschaft und erklärt demgemäß, daß auch in Zukunft den Siedlern das Recht gewahrt werden muß, ihre Wirtschaftsform — Kwuzah, Mofchaw oder andere Siedlungsform — zu wählen, wobei verstanden wird, daß jede Siedlungsform den Erfordernissen der Wirtschaftlichkeit und der Möglichkeit ökonomischer Selbsterhaltung genügen muß. B (3). Gemäß den Kongreßbeschlüssen betreffend dauernde Verstärkung der Einwanderung erklärt es das AC als wesentlich, daß die jüdische Einwanderung nach Palästina sowohl durch die Jewish Agency als auch durch die Palästinensische Administration verstärkt und gefördert wird, und daß Arbeiter-Einwanderer ebenso wie Einwanderer mit eigenen Mitteln die erforderlichen Möglichkeiten erhalten, ins Land zu kommen und sich dort niederzulassen. B (4). Das AC erklärt, daß in allen von der Jewish Agency durchgeführten oder geförderten Arbeiten und Unternehmungen der Grundsatz der jüdischen Arbeit gewahrt bleiben muß. Das AC erklärt demgemäß, daß die Anerkennung der in den vorstehenden fünf Punkten niedergelegten Grundsätze der jüdischen Arbeit, der hebräischen Sprache, des nationalen Bodens, des Selbstbestimmungsrechtes der Unser SAISONAUSVERKAUF bietet etwas ganz Besonderes Wie alljährlich sind auch diesmal wieder große Warenposten zusammengestellt, die Ihnen Gelegenheit geben, in geschmackvoller Auswahl Gardinen♦ Stores♦fnnen-Dekorationen» Tisch- und Divan-Decken außerordentlich günstig einzukaufen Vergessen Sie nicht, diese seltene Gelegenheit für sich ausasunufjen VERTRIEB VON ERZEUGNISSEN SACHS. GARDINENFABRIKEN M STIFTSTRASSE 29-31 STIFTSTRASSE 29-33