Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 30 (26.7.1928)
- Date
- 1928-07-26
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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rann» Der Reichsbund jüd.Fronlsoldaken. Von Hugo I. Lahn in Mainz. In Nr. 29 des „Israelit" sind Ausführungen des Herrn Dr. Steffen Kann über obiges Thema veröffentlicht, denen zum großen Teil un>- bedingt beizupflichten ist, vor allem was den überwiegenden Zweck des Frontbundes anlangt: „Der Reichsbund bedeutet die lebende Statistik der jüdischen Kriegsteilnehmerschaft". Was aber schon wiederholt zu Schwierigkeiten geführt hat, ist die Satzung bezüglich der religiösen Neutralität. Soweit vom gesetzestreuen Standpunkt eine religiöse Neutralität überhaupt denkbar ist, so kann sie doch nur dahin verstanden und zugestanden werden, daß über religiöse Probleme im Rahmen des Frontbundes nicht diskutiert werden darf, daß aber natürlich auf der anderen Seite von Bundeswegen nichts geschieht, was gegen das jüdische Religionsgesetz verstößt. Diese letzte Forderung ist, theoretisch wenigstens, in der Regel von vielen Ortsgruppen als selbstverständlich betrachtet und gebilligt worden. In der Praxis sieht die Sache aber oftmals doch wesentlich anders aus und es stimmt nicht für alle Gruppen, was von Frankfurt behauptet wird, daß es nie zu der geringsten Mißstimmung gekommen fei. Vor allem muß darauf hingewiesen werden, daß. das Organ des Frontbundes, „Der Schild", jetzt am Sonnabend erscheint und auch der Anzeigenschluß für Sonnabend festgesetzt ist. Diese Maßnahme bedeutet eine unglaubliche Mißachtung des Schabbos seitens einer jüdischen Organisation. Es erscheint uns auch nicht tragbar, daß der Frontbund an feine prominentesten Stellen Kameraden beruft, die in Mischehen leben, die also bei dem wichtigsten Schritt ihres ganzen Lebens für sich und ihre Nachkommen, denn so ist eine Mischehe.doch zweifellos zu werten, mit dem Judentum hrechen; von den 12 Landesverbandsvorsitzendesil sollen 6 mit Nichtjüdinnen verheiratet sein. Die Neutralität würde auch fordern, daß Veranstaltungen von Bundeswegen unbedingt das jüdische Religionsgesetz respektieren, das ist aber keineswegs immer der Fall. So hat der Bundesborsitzende vor einiger Zeit am Schabbos eine Besprechung in Wiesbaden abgehalten, zu welcher Teilnehmer aus den umliegenden Plätzen hingefahren find, so hat kürzlich eine Veranstaltung in Kreuznach stattgefunden, bei welcher das gemeinsame Essen trefoh war, nur die Kameraden, die rituell essen wollten, wurden in ein jüdisches Restaurant geleitet. Was soll man dazu sagen, daß die Kölner Ortsgruppe, von der man doch annehmen könnte, daß sie Fühlung zu jüdisch eingestellten Kameraden hat, am Mittwoch, den 25. Juli, also an Tischobeaw-Abend anläßlich des Deutschen Turnfestes einen Begrüßungsabend veranstaltet. — Aber auch in Frankfurt, auf das Herr Dr. Kann besonders hinweist und wo er die orthodoxen Kameraden an erster Stelle nennt, scheinen diese nicht allzuviel zu sagen zu haben, denn dort findet am Dienstag, den 24. Juli, also ausgerechnet in der Tischobeaw-Woche ein gemütlicher Aeppelwein-Abend statt. Wenn der Frontbund wirklich neutral sein ill und auf die Mitarbeit auch der wahrhaft "Gisch" denkenden und fühlenden Kameraden rt legt, dann dürften derartige Dinge nicht voruen. Darauf in größerer Oeffentlichkeit hinnsen, halte ich für rneine^ Pflicht. i Die Woche. Zur zweiten Iahrzeit von Rabbiner Dr. Salomon Breuer y'Sf. Sonntag Abend, den 6. Aw, fand anläßlich der zweiten Iahrzeit von Rabbiner Dr. -Salomon Breuer b"xr m der Jefchiwoh, der Lieblingsschöpfung des verstorbenen Rabbiners, im engsten Kreise der Familie, der Hörer und einer kleinen Anzahl geladener' Freunde der Jefchiwoh eine kurze aber eindrucksvolle Gedenkfeier statt, deren einziger Programmpunkt eine Rede des Herrn Rabbiner Dr. Joseph Breuer bildete. In markanten Worten schilderte er die. Wirkung, die von dem Hinscheiden eines p’is ausgeht und verband damit interessante halachifche Ausführungen, in welche Forschungsergebnisse des Heimgegangenen verflochten waren. Der Redner gab auch eigene Erklärungen und bewies glänzend die Beherrschung schwierigen halachischen Stoffes. Die Ausführungen, welche von tiefer kindlicher Ehrfurcht gegenüber dem Heimgegangenen Lehrer und Vater getragen waren, gipfelten in dem Entschlüsse, Leben und Wirken im Geiste des Heimgegangenen fortzusetzen. Die dem Anlaß trefslich angepaßten Worte machten auf die Hörer tiefen Eindruck. Es schloß sich hieran das Maariw-Gebet, vom Dozenten vorgetragen. Es wäre zu wünschen, daß diese Gedenkfeiern einem größeren Kreise zugänglich gemacht werden, da ja die ganze Gemeinde, auf deren Gesamtwohl die Wirksamkeit des Heimgegangenen. Führers gerichtet war, am Jahr zeitstäge gerne ihrer Verehrung Ausdruck verleihen würde. Montag Morgen nahm beim Jahrzeitsstift u ng s le r ne n im „Mekor Chajim" Herr Holpern Veranlassung, in herzlichen Ausführungen der Trauer um die noch nicht vernarbte Wunde beredten Ausdruck zu geben, wobei er darauf hinwies, daß der Jahrzeitstag um einen Heimgegangenen Führer nicht nur Angelegenheit der Familie sei, sondern, daß jedes einzelne Mitglied der Gemeinde an diesem Tage wie um den Heimgang des eigenen Vaters schmerzlich bewegt sei. nav esn- Auch seine Ausführungen schloffen mit der Ermahnung, sich die zündenden Worte, die so oft von dem Heimgegangenen auf der Kanzel vernommen .wurden, immer aufs Reue zu Herzen zu führen.; Möge das rrni des Heimgegangenen schützend über einer Gemeinde walten!; S kellenvermittlungszentrale der Agudas Iisroel'Jugchrdorganifakion. ' .i.Die Sprechstunde der StellenoermiMlüng der Ag udas Jisroel findet regelmäßig Montags und Donnerstags von 7—8 Uhr abends Schwanenstr. 12 tatr. , Jüdische Frauenvereimgüng. Die Jüdische Frauenvereinigung vermittelt nach wie vor religiöse Köchinnen, Alleinmädchen, Stützen, Kindergärtnerinnen, an rituell geführte Haushaltungen. Sprechstunde der Stellenvermittlung: Schützenstrahe 1, pt. Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 3—5 Uhr. Tel. Carolus 44217. Jüdischer Turnerbund E. V. Unsere diesjährige Nachtwanderung veranstalten wir in der Nacht von Samstag den 28. cr. auf Sonntag den 29. cr. und Zwar auf den Feldberg. Treffpunkt Samstag Abend 23 Uhr Hauptportal Hauptbahnhof. Führung Adolf Fiebermann und Hugo Herrmann. Ferner geben wir unseren Mitgliedern und Freunden zur Kenntnis, daß in der kommenden Woche wieder sämtliche Kurse beginnen. Marburger Gesellschaft der Wissenschaften. Von unterrichteter Seite erfahre ich, daß durch den Wegzug des Herrn Prof. Frönte! nach Kiel Herr Erich Toeplitz, Frankfurt a. M., seine Stelle in der Leitung der Marburger Gesellschaft der Wissenschaften übernommen hat. Herr Toeplitz ist Kustos des Museums jüdischer Altertümer und hat bereits mit großem Erfolge verschiedene Ausstellungen in Frankfurt a. M. und anderen Orten organisiert. Seine Wahl erfolgt« aus Grund der bereits zahlreich veröffentlichten und anerkannten Schriften, und obwohl noch, jung an Jahren erfreut sich Herr Toeplitz einer großen. Anerkennung und 'Beliebtheit in der jüdischen Kunstw-eltz 1 Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. (Alle Schiurim wie üblich.) 71NN81 NV-»r> 712V, 1 Stunde vor Nacht. Herr Bernhard Hetdingsfeld. Ja hrzeits-Stiftungen: Samstag, 28 Juli. Lehrer Mathias Apelt-Stiftung. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. (Alle Schiurim wie üblich.) Arbeiksgemeinschaft in der Agudas Jisroel-Jugendgruppe zu Frankfurt a. M. G r u p p e A. Samstag von 3/«12—1 Uhr mit Gruppe C bei Herrn Schnerb, Schwanenstraße 12: Kizzur Schulchan Oruch — von 4—5 Uhr bei Herrn Isaak Rosenheim, Schwanenstraße 12 — von 6—7 Uhr bei Herrn Schnerb, Schwanenstraße 12: Literatur. Donnerstag v. 3/49—10 Uhr bei Herrn Isaak Rosenheim. Gruppe B. Samstag von 3kl2—1 Uhr mit Gruppe D bei Herrn Isaak Rosenheim, Schwanenstr. 12, Besprechung der Sidrah, Weltanschauungssragen — von %4—*/2Ö Uhr bei Herrn Berthold Strauß, Schwanenstr. 9: „Jüdische Literaturgeschichte" — von 3/45—6 Uhr bei Herrn Spiegel, Ostendstr. 11: Mischnajos. Dienstag von - 3U9—10 Uhr bei Herrn Spiegel, Ostendstraße 11, Mischnajis. G r u p p e C. .Samstag von 3kl2—1 Uhr mit Gruppe A bei Herrn Schnerb — von 3—4 Uhr bei Herrn Emanuel Wolf, Schwanenstr. 12, Gemoroh — von 6—7 Uhr bei Herrn Schnerb, Schwanenstr. 12, Literatur. Montag von 9—10 Uhr bei Herrn Emanuel Wolf, Schwanenstr. 12, Gemoroh. Dienstag von 9—10 Uhr bei Herrn Emanuel Wolf, Schwanenstr. 12, Gemoroh. Gruppe D. Samstag von s/«12—1 Uhr mit Gruppe B bei Herrn Isaak Rosenheim — von 6—7 Uhr bei Herrn Schnerb, Literatur. Montag von 3/49—10 Uhr bei Herrn Schnerb, Schwä- -nenstr. 12, Gemoroh. Dienstag von 9—10 Uhr bei Herrn Rachelfohn, Zeil 2, .Mischnajos. Donnerstag von 3U9—10 Uhr bei Herrn Schnerb, Schwanenstr. 12, Gemoroh. Für sämtliche Grüppen zusammen findet 14tägig ittwoch Abends ein Heimabend statt, beginnend am ittwöch, den 11. Juli, pünktlich 3/»9 Uhr,,. Agudas Jlsroel-Mädchengruppe. Sonntag, 7—8 abds., Herr Dr. A. Merzbach, Jefajah, Montag, 9—10, Herr S. Unna, Newünr, Uhlandftt.68 Dienstag, 9—10, Herr Dr. iS. Weger, Drei Osor Zobelstratze 5. v"V man* Beshamidrasch, Ostendstraße If. üvyu naoa- Herr Rabb. S. Weber. Von Sonntag-Donnerstag. abends 10. Gebeizette». pnnKi mp Freitag Abend 7.25 Samstag 6.30 Samstagmorgen 7.45 Samstagnachmittag 1 und 5.— Samstagabend 9.10 Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.15 Tefilin-Legen am Morgen 3.30 Umbau des L u n a p ala st e s. Der zurzeit im Vau befindlich« „Luna-Palast", Schäfergaffe 9, von Herrn Architekt Franz Delcher erbaut, wird «in mit allen Errungenschaften der Neuzeit ausgestattetes Lichtspieltheater. Ein«, hervorragende Entlüstungsanlage wird für die Zuühr frifchr« Luft sorgen. Kapellmeister Fuchs, bekannt >urch feine langjährig«, erfolgreiche Tätigkeit im „Ufa- Theater" im^Schwgn, hat di« Leitung des Orchesters übernommen-, sowie! die 'Bedienung Äer! großen Welte- Org-el. Die Eröffnung erfolgt Mitte August- : . - ' Miii;; 1!fj: : ' / : mm