Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 30 (26.7.1928)
- Date
- 1928-07-26
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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. 26. Juli 1928 ,, . ,, ,. Nach der Verkündung des freisprechenden Urteils machte der Anwalt Slaters die Entschädigungsansprüche des unschuldig Verurteilten geltend. Die Presse gibt ihre freudige Genugtuung über., die Freisprechung Ausdruck und kennzeichnet sie als einen Sieg des Rechtes über das Vorurteil. Es hat aber jahrzehntelanger Arbeit bedurft, bis die Durchführung der Revision durch eine besondere Parlamentsbill ermöglicht wurde. * Palästina. Die neue Verordnung über den öffentlichen Unterricht in Palästina. — Einführung einer Unterrichtssteuer. Jerusalem, 18. Juli. Die Palästina-Regierung hat soeben die neue Verordnung über den öffentlichen Unterricht herausgegeben, laut welcher, jeder Magistrat und lokale Berwaktungsrat in Palästina die Funktionen der lokalen Schulbehörde ausübt, das Recht aüf Einführung einer öffentlichen Schulsteuer erhält und für die Beistellung von Schulgebäuden, Anstellung von Lehrern usw. verantwortkch ist. Den lokalen Schulkomitees sollen außer den Mitgliedern der Stadtverwaltung auch Regierungsbeamte angehören. — Als die Verordnung im Oktober 1927 als Entwurf veröffentlicht worden war, erregte sie bei allen Teilen der Bevölkerung, bei Juden wie Arabern, Zionisten wie Agudisten scharfen Widerspruch. Alle erhoben die Forderung nach Befriedigung des natürlichen Rechtes der Bevölkerung auf die Erziehung der Kinder aus staatlichen Mitteln und Meldung jedes Gewissenszwanges. Ein Gedenktag. Jerusalem, 24. Tamus. Die hier zahlreich lebenden Lubawitscher Chasstdim haben unter Anteilnahme aller Kreise der orthodoxen Bevölkerung der Jahrestag der Befreiung des Lubawitscher Der 3 k r a t 1 it Rebbe aus dem sowjetrussischen Gefängnis, den 12. Tamus, unter großen Feierlichkeiten begangen. Ueberall wurden besondere Gottesdienste abgehalten und sowohl Oberrabbiner Sonnenfeld, als Oberrabbiner K u k haben in warmen Sendschreiben die Bedeutung des Tages und insbesondere die unter Lebensgefahr ausgeübte Rettungsarbeit des Lubawitscher Rebbe für die.Thora in Rußland gefeiert. Rabbi Schneersohn war wegen seiner organisatorischen Arbeit für Talmud Thoras und Jefchiwos in Rußland vonseiten der Jewsekties voriges Jahr bereits zur Deportation nach Sibirien verurteilt, wurde aber dann plötzlich an seinem Geburtstage, dem 12. Tamus, aus dem Gefängnis entlassen. Es scheint, daß die Zentralregierung nach Prüfung des Falles zu der Erkenntnis kam, daß die Tätigkeit des Rabbi überhaupt nicht gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen hatte. Nachdem der Rabbi befreit war, gelang es dann seinen Freunden im Auslände, insbesondere den Herren Oberrabbiner Sack und dem Abgeordneten D u b i n in Riga, ihm das Recht zur Ausreise aus Rußland zu erwirken. Personalien. Rabbi Moschel Schmelkes y'jtr. Krakau, 20. Juli. Das polnische Judentum hat wiederum einen unersetzlichen Verlust erlitten. Rabbi Mosche! Schmelkes, eine der markantesten Presönlichkeiten des galizischen Judentums ist leider verschieden. Schon als junger Mensch galt er als hervorragender Talmudist und dabei — ein in Polen, namentlich früher, sehr seltener Umstand — hochgebildeter Mensch. Dabei war er ein selten reger Geist und eine kämpferische Natur. Diese Gaben stellten ihn an die Spitze des damals so merkwürdig zurückgedrängten orthodoxen Judentums in Galizien. So schuf er die orthodoxe Partei in Krakau, welche gegen den assimilierten Gemeindevorstand kämpfte und welche in jeder vom Gesetze gestatteten Hinsicht selbständig vorging. Rabbi Moschel Schmelkes V'xt wurde von dieser Partei schon als ganz junger Mensch in den Krakauer Gemeinderat gewählt, welches Amt er 40 Jahre bekleidete. ___Nr. 30 Seite 7 Bei der Gründung der Agudas Jisroel spielte Herr Schmelkes eine der ersten Rollen, indem er zu den Gründern derselben gehörte. Als reicher Mann scheute er keine Mühe und reifte vor dem Kriege von Stadt zu Stadt, um Agudas Jisroel-Gruppen zu gründen. Bei Beginn des Krieges gründete der Heimgegangene zusammen mit -den nach Wien geflüchteten galizischen Persönlichkeiten die Wiener Agudas Jisroel, welche von großer Bedeutung für die aus Galizien geflüchteten Juden war und welche später durch das Eintreten der Schiffschulgemeinde zu großer Blüte gelangte. Auch nach dem Kriege wirkte Rabbi Moschel Schmelkes für Agudas Jisroel segensreich in Galizien und insbesondere in Krakau weiter. Cs ist für Galizien und besonders für Krakau tief schmerzlich, diesen Patriarchen von 75 Jahren, der trotz seines Alters von Jugend und Idealismus sprühte und glühte und der von Jude und Nichtjude verehrt wurde, verloren zu haben, und es hat die Kunde vom Ableben des hervorragenden Mannes tiefe Trauer verursacht. Der Heimgegangene hinterliieh viele wertvolle Manuskripte, die dem Drucke übergeben werden sollen, n-axan- Familiennachrichten. 7 0. Geburtstag: Isidor Hirsch, Frankfurt a. M., Hermesweg 6, am 6. August 1858 in Schönlanke, Grenzmark, geboren. B a r m i z w o h: Berthold, Sohn des Herrn Bernard Tannenbaum, Frankfurt a. M., Röderbergweg 40, 1. mm mir- Josef, Sohn des Waisenhausdirektors Dr. Rothschild, Dinslaken, ap» r-nris- Berthold, Sohn des Kaufmanns Baruch Wallach, Flieden, mm rnv- Werner, Sohn des Herrn Lehrer D. Baracker, Mosbach, Baden, am Samstag den 4. August, aps ovis mv. Briefkasten. 2. W. in 7t. Mk. 35.— f. Spenden eingegangen und weitergegeben. ICH ERÖFFNE Samstag vormittag 11 Uhr im Parterre und ersten Stock STEINWEG 3 nach erfolgtem Umbau meine neuen GESCHÄFTSRÄUME und lade zur Besichtigung höflichst ein EINE AUSSTELLUNG HÖCHSTER LEISTUNGSFÄHIGKEIT SIRENE COR wird Ihren Besuch lohnen. ENMAUS STEINWEG 3 Z El L91 LEIPZIGERSTR. 56« Dr. Heinemannsclies Mädcheapeasieaaf Gegründet 1869 FRANKFURT A.M. * THEOBALDSTRASSE 6 Telefon Carolas 42402 Inh.: Frau Maria Schönberger Fortbildung«- und Haushaltungsschule Stimmbegabter, gut musikal. ausgebildeter sucht jetzt oder später gute Anstellung. mit allen Fächern auf diesem Gebiete ruhend 'versehen und guter Schachet mit langer Praxis, seine Empfehlungen genügen für jeden genau nehmenden Juden, Offerten unter 27888 an die Exvediiion dies. Blattes. Die Kreis-Synagogen-Lemeinds Tilsit sucht 1. für die hoben Feiertage einen VORBETER (gut. 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