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Der Israelit · 1928-07-26 · Heft 30 (26.7.1928) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 30 (26.7.1928)
Date
1928-07-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Nr. 30 Der 5'»t«e lt t 26 Juli 1928 Rumänien. katastrophale Resultate der Baccalaureats- Prüfungen in-Rumänien. Bukarest. 18. Juli. Die Vaccalaureaisprüfunigen (Abschluß-Examen) an den rumänischen Mittelschulen haben für die Angehörigen der Minderheiten, insbesondere für die jüdischen Schüler, katastrophale Ergebnisse gehabt. Ungefähr 75 Proz. aller jüdischen Schüler, die sich in den verschiedenen Städten Rumäniens dieser Prüfung unterzogen haben, fielen durch. In der Presse wird offen zum Ausdruck gebracht, daß die Einrichtung der Baccalaureats-Examen eigens dazu geschaffen worden ist, um für die Jugend der Minderheiten und besonders der Judenheit eine künstliche Barriere, einen Ersatz für den gesetzlich nicht bestehenden Numerus clausus zu schaffen, der aber an Wirkung den Numerus clausus weit übertrifft und die jüdische Jugend zur Verzweiflung treibt. (ITA.) Rutzland. Uaierrichksininister Lunakscharrky erhebt keine Einwendung gegen die Einrichtung von hebräischen Schulen in Rutzland. — Er erwartet eine Initiative von jüdischer Seite. Moskau, 17. Juli. Der Professor am Dropsie-College zu Philadelphia Dr. Solomon Zeitlin, der gegenwärtig in Moskau weilt, und in den Romanoff-Archiven Quellenstudien zur Geschichte der Juden in Rußland betreibt, hatte eine Unterredung mit dem Kommissar für Volksunterricht der Sowjet-Union, Herrn Lunatscharsky. Prof. Zeitlin wies auf die Unterdrückung der hebräischen Sprache und der hebräischen Schulen in der Sowjet-Union hin, wie sie in dem Memorandum der Geheimkonferenz hebräischer Lehrer und Kulturfunktionäre an Maxim Gorki' in so erschütternden Tönen geschildert worden ist. Unterrichtsminister Lunatscharsky erwiderte: Die Regierung erhebt. kMerlei Einwanö gegen die Pflöge der hebräischen Sprache und die Einrichtung.von hebräischen Schulen in den Ländern der Sowjet-Union. Im Gegenteil: Sie wird jeden von Juden ausgehenden Versuch, Schulen zum Studium des Hebräischen.einzurichten, unterstützen. Ich weiß, welchen Rang jüdische Geschichte und hebräische Sprache und Kultur in der Zivilisation der Völker einnimmt; Hebräisch ist eine sehr alte. Sprache und sie besitzt eine sehr reiche Literatur. Sollte von jüdischer Seite eine Initiative zur Einrichtung von Schulen für hebräische Sprache ergriffen werden, werde ich dieses Unternehmen unterstützen. Kein Boden mehr für jüdische Kolonien in der Akraine. Moskau, 17. Juli. Seitens des ukrainischen Comzet (Regierungskommission für jüdische Landansiedlung) wurde dem JTA.- Vertreter aus seine Anfrage mitgeteilt, daß die Mitteilung der Charkower ukrainischen Zeitung „Vesti", wonach in der Ukraine kein freier Boden zur Einrichtung weiterer jüdischer Kolonien mehr zur Verfügung gestellt werden kann, und daß von jetzt ab neue jüdische Kolonisten nur einzeln in ukrainischen Dörfern werden angesiedelt werden können, mit den Tatsachen übereinstimmt. Eine geschlossene jüdische Kolonisation wurde hinzugefügt, wird von jetzt ab nur noch im Rayon Biro-Bidschan in Fern-Sibirien möglich sein. Ukrainische Dauern überfallen eine jüdische Kolonie. Moskau, 17. Juli. Auf den Feldern der jüdischen Bauern der Kolonie Nadioznaja im Distrikt Mariupol m der Ukraine erschienen plötzlich ukrainische Bauern aus benachbarten Dörfern mit Sensen und Sicheln und machten sich daran, das Getreide der jüdischen Bauern zu mähen und fortzuschasfen. Die jüdischen Kolonisten stellten sich den Eindringlingen entgegen, es kam zu einem schweren Zusammenstoß, bei dem die ukrainischen Bauern von ihren Sensen und Sicheln "Gebrauch machten. Mitglieder des Orts-Sowjets, die zu intervenieren versuchten, wurden ebenfalls von den Eindringlingen attackiert. Einer der angreifenden Bauern wurde verhaftet, gegen alle übrigen ist Anklage wegen Landfrredensbruchs und Raub erhoben worden. Die jüdischen Kolonisten fordern exemplarische Bestrafung der Angreifer, da es sich um einen organisierten Angriff handelt. England. Ioint Foreign Committee und Verfolgung der jüdischen Religion in Rußland. London, 16.. Juli. In der letzten Sitzung des Jewifh Board of Deputies wies H. A. Goodman auf die Unterdrückung der jüdischen Religion durch die jüdischen Sektionen der kommunistischen Partei hm. Der Vorsitzende erwiderte, das Joint Foreign-Committee habe in den letzten zwei Monaten die Lage in Rußland eingehend studiert, halte -aber eine öffentliche Erklärung über den Gegenstand der Anfrage nicht für ratsam. Das Urteil im Prozeß Slater. L o n d o n, 20. Juli. Oskar Slater ist heute vom Appellationsgericht in Edinburgh f r e r g e s p r o ch e n worden. In der Begründung wird betont, daß die Jury, die Slater vor 20 Jahren zum Tode verurteilte (der Spruch wurde dann in lebenslängliches Zuchthaus umgewandelt) weniger das vorhandene Beweismaterial als den ungünstigen Leumund des Angeklagten ihren Erwägungen zugrunde gelegt hatte. Die Instruktion kies damaligen Gerichtsvorsitzenden an die Geschworenen wird als „irreführende Rechtsbelehrung" bezeichnet. 71"d ÖDSTE HEINEMANN Dr. SIEGFRIED WEIKERSHEIMER Studienrat V erlobte Furth i. B. n-ain isn: Ludwijjshafen Marienstr. 41. Kais.Wilhelmstr.7 Statt Karten rra SIMON DANKOWITZ ROSL DANKOWITZ _ geb. 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