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Der Israelit · 1928-07-26 · Heft 30 (26.7.1928) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 30 (26.7.1928)
Date
1928-07-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 30 Sette 3 26. Juli 1928_ ganz auf der Basis seiner Gotteshörigkeit entwickelt. i'pfc 'n *m 12 i'pvu 'tto nna vrrp vv '2 ö’»yn *?2a n^v pjrt» b Ihr seid eine, „heilige Volksgemeinschaft" in allen Beziehungen, mit allen- Seitendes Einzel-, F«-° nMAün- Staatslebens. „Andere Nationen tragen das Ziel ihrer Bestimmrmtz in sich) ihre nationale Selbsterhaltung ist ihres nationalen Vereins höchster Zweck. Die Bestimmung deines nationalen Vereins liegt außerhalb -desselben, er gehört sich nicht selber am" (S: Hirschs Kommentar z. St.). Ihr seid eine Minorität!, Israel hat gegen den großen, breiten-und rauschenden Strom der Völkerwelt zu schwimmen. Dgs ist schwer, menschlich, sehr schwer. Die Masse blendet, schreckt, lähmt. Selbst die vernunftlöse Kreatur empfindet instinktiv, daß das Kleinere dem Größeren zu weichen hat, daß es frivol wäre, mit dem an Stärke Ueberlegenen'die Kräfte messen zu wollen. ' Des alten Selichadichtexs bange Klage und Frage: um pap '2 apyvMpV’ö, „wie kann Jökob sich halten, da er doch so klein ist," ist der rein menschliche Ausdruck menschlichen Empfindens. vrvn vnu '2! Wohl hat die Thora selbst in der Zahl und Masse (Kraft und Segen gesehen, als sie einst dem Stammvater Nachkommen verhieß „wie die Sterne am Himmel und der Staub der Erde." Wohl hat sie selbst inmurrt» O’nn mnu das Prinzip der Majorität sanktioniert. Allein dies auf innerjüdische - Dinge und Verhältnisse Gemünzte darf nimmermehr den Maßstab abgeben für die - Beziehungen! -Israels zur Um- und Mitwelt. Daß sich Judentum und Judenheit bis jetzt erhalten gegen eine erdrückende Zahl und Macht seiner Umgebung, wird freilich als etwas Absonderliches angestaunt, als ein Unikum in der Weltgeschichte. Wir selbst sind auf dieses Einzigartige und Eigenartige eingestellt schon seit Moschehs Tagen-: vv»n pn« '2- Hier haben wir die einzige Stelle, wo die Thora sozusagen in die politische Aera hinabsteigt, nicht um zu trösten und zu beruhigen, sondern um zu warnen vor dem Nationalismus in all seinen Farben und Formen. Welches Volk der Erde hätte er nicht schon in seinen Bann! geschlagen? Israel stand so oft schon an der Wiege und am Grabe mächtiger Völker, sah Entstehen und Vergehen so vieler Scheingrößen: Staatenbündnisse und Völkerbund tragen das blinkende Siegel von Zahl und Masse an sich, Israel das Gottessiegel vbvn anrr'2die felsenfeste, durch nichts zu erschütternde Zuversicht, daß die innere Kraft und Größe, dem Thorageist entsprossen, den endgültigen Sieg davonträgt über alle Gebilde der sogenannten diplomatischen Kunst und hohen Politik. Das Min- 28 Sabbate, an denen nach der Hakacha die Bitten des Menschen um Befriedigung seiner per son l i che n Bedürfnisse zu schweigen haben, 172 Tage. Hat Moses dreimal im Tage — der Midrasch findet ohnedies im Mosesgebet das Vorbild für unser dreimaliges Schmauno Esre-Gebet — gebetet, so ergeben sich 516 Gebete. Das 316. Gebet zu sprechen versagte Mosche rabbenu aber der Schöpfer, durch das strenge Wort t» spin an mn -Qi? (V. B. M. 3,26). Denn mit 316maligem Appell an die alles Verhängnis überwindende Barmherzigkeit des hätte unser Lehrer Moses den Urteilsspruch der „sechs himmlischen Gerichte" überwunden. Sechsmal 86, der Zahlenwert von v'pi>R -- yatin — 516 stellt das unverbrüchliche, über alles menschliche Fühlen hinwegschreitende- Naturgesetz der saboatlosen Natur dar. Cs war aber des barmherzigen Gottes Wille, daß dieses naturgesetzliche Verhängnis diesmal in Kraft bleiben sollte und daß der Knecht Gottes, nachdem fern Mund 5 15 m a l um Liebe gerungen, demütig verstummen und an der Seite der naiv mn seine nimmer gekannte Grabstätte ftn-den sollte. Das alles erzählt das schlichte Wörtchen pnrini in der Deutung des Pne Jehoschua. kleines Feuilleton. (Ankiquariakskakalog.) Die Antiquariatsfirma S. H a l p e r n, Amsterdam-Oost Grensstraat 13, sendet uns ihr 22. Verzeichnis seltener alter Hebraica. Es handelt sich durchweg um wertvolle Stücke, die mit besonderer Sachkunde ausgewähvt sind. Die Preise bewegen sich zwischen Doll. 10.— und Doll. 100.—. Der Israeli» derheitsbewußtsein hat der Jude in seinem Jnnerwfest.zu verwurzelnzu -eigenem Nutz und Frommen. Der jüdische Clstlrakter würde dadurch sornanchen Schönheitsfehler, verlieren> wie Aufdringlichkeit, .; Assimilationslust,' Verachtung und Verächtlichmachung. der ^eigenenr lGeistesgüter: vysn vnrr •>> der cMinderhFttsgedanke, nach jüdischer 'Art begriffen, stellt das seelische Gleichgewicht her, die innere Ruhe, den inneren Halt, das starke ^dle Selbstbewußtem. Dem Juden! bleibt es so erspart, sein Herz gleich Heine und Lassalle zu verbluten oder wie Jakob Wassermann zu einer an sich selbst verzweifelnden Schlußresignation zu gelangen. Wenn der Sabbat zur Neige gehtwenn die heilige Weihe des Tages bei Würzesduft und Fackelschein entweicht, dann holt in jedem jüdischen Hause der Vater das Vademecum jüdisch-politifcher Welttveisheit hervor: ^nnan ' :'P>r2Vh l'2: 'lynh MN P2 l Vor zwei Jahrtausenden schon haben chm die Weisen dieses Vademecum in die Hand gedrückt für die neue; harte Lebenswoche, fürs Jahr, fürs Lebem Es ist nichts anderes als die farbenreichere Ausschmückung des alten Thorawortes: rmrr ’2 osrarr, ihr seid ' eine Minderheit. Das fei euer Stolz und zugleich eure- Stärke. her Sredikverstcheruvgsagent. . Ein Beitrag zur Frage geeigneter Berufszweige : für fabbalhtreue Juden. Von Dr. Martin Goldfchmidt in Berlin. In mehreren Nummern des laufenden Jahrgangs sind vereinzelte Hinweise enthalten hinsichtlich der für orthodoxe Juden noch möglichen und besonders empfehlenswerten Berufstätigkeiten. Merkwürdigerweise ist bisher des Berufs des V e r f i ch e r u n g s - Agenten keinerlei Erwähnung getan worden. Das mag vielleicht absichtlich geschehen fein, da wohl von der Ansicht auögegangen wurde, daß es sich bei Versicherungs-Unternehmungen meistens , um Großbetriebe handele, die zwar Juden einstellen, aber meistens keine Rücksicht nehmen auf die Beanspruchung des freien Sabbats. Soweit es sich hierbei um Angestellte, also Buchhalter, Korrespondenten, Statistiker ufw., handelt, mag dies vielfach zutreffen. Anders liegt es jedoch bei den Agenten, d. h. denjenigen, die außerhalb der Büros sich mit der Werbung und dem Abschluß von Versicherung befassen und die gewöhnlich kein Gehalt, sondern Provisionen! auf die von ihnen vermittelten Geschäfte erhalten. Diese Agenten, mögen sie nun vollberuflich auf dem Gebiete der Versicherung für eine Gesellschaft tätig sein oder im Nebenberuf (etwa als kaufmännische Angestellte, Beamte, Lehrer, Gewerbetreibende) sich mit Versicherungen befassen, sind in Bezug auf die Art und Weise ihrer Betättgung und die Zeit, während welcher sie akquirieren, gänzlich frei. Häufig wird der nebenberufliche Versicherungs-Agent die Abendstunden benutzen, um seinen Beziehungen nachzugehen. Und auch der hauptberufliche Agent wird, wenn es sich z. B. um den Abschluß der Lebensversicherung für einen vielbeschäftigten Familienvater handelt, diesen vielleicht am Sonntag in seiner Wohnung besuchen müssen',, damit beide in aller Ruhe sich über die Bedingungen, Möglichkeiten und die Tragweite des beabsichtigten Vertrages unterhalten können. Kurz, der Versicherungs-Agent ist ein freier Mann: er verdient in dem Maße, wie er die Geschäfte vermittelt,' wann und unter welchem Aufwand an Kraft und Zeit er das tut, ist seiner Gesellschaft einerlei. Dies find alles bekannte Dinge und mancher Leser wird vielleicht sogar eine Menge von Einwendungen bereit halten, in denen davon die Rede ist, wie sehr der Beruf der Versicherungs- Agenten überfüllt ist; wie schwer es ist, bei der großen Konkurrenz sowohl der Gesellschaften untereinander als auch der einzelnen Agenten Geschäfte hereinzubringen, und daß, um wirklich sein Auskommen zu finden, ein intensives Studium und ein allmähliches Sammeln von Erfahrungen vonnöten ist. Alles dies ist auch die Ansicht des Schreibers dieser Zeilen; er hat daher auch nicht die gesamte Versicherung im Auge, sondern die Spezialisierung auf ein G e b i e t ) das bisher nur wenige genauer kennen und das trotz erheblichen Aufschwungs in den letzten Jahren -— noch im Anfang feiner Entwicklung steht:- die K r e d i t v e rf i ch e - rung. . . . . , . Warum gerade die Kreditversicherung? — Es ist Tatsache, daß die überwiegende Anzahl der jungen schulentlaffenen Juden in Deutschland von ihren Eltern als Lehrlinge in ein kaufmännisches Unternehmen geschickt wird. Schwierig wird es für den jungen Mann, nach beendeter Lehrzeit eine paffende und aussichtsreiche. Stellung zu finden. Man sagt zuweilen scherzweise, daß jemand, der zu gar nichts tauge, zur Versicherung ginge. Das ist ebenso ungerecht wie verkehrt. Nur darfman behaupten, daß in die Hauptversicherungsarten und ihre Bedingungen sich jeder, der einen einigermaßen klaren Kopf hat, rasch einarb eiten -kannmag er früher gewesen sein oder gelernt haben, was er will. > Anders bei der Kreditversicherung: Um auf diesem Gebiet erfolgreich tätig zu sein, sind eine kaufmännische Vorbildung und die Kenntnis wirtschaftlicher und finanzieller Tatsachen und Zusammenhänge ganz unerläßlich. Und nun das Wichtigste: wo, in welcher Branche, an welchem Ort, ob in Industrie oder Handel oder Bank diese Kenntnisse erworben sind, ist einerlei: Jederder sich auf irgend einem kaufmännischen Gebiet mit Erfolg betätigt und etwas gelernt hat, kann sich in kürzester Frist in die Grundzüge der Kreditversicherung einarbeiten. Natürlich gibt es auch hier Dinge; die man erst allmählich im Verfolg einer längeren Praxis sich aneignen wird, aber zur Routine gehört eben auf allen Gebieten Praxis und Erfahrung. Im einzelnen sind die Geschäftsmöglichkeiten sehr vielfältig. Die Kreditversicherung befaßt sich mit der Versicherung von Außenständen! aus Warenlieferungen in den verschiedenen Formen der Einzelversicherung, ' PMfchalversicherung und Exportversicherung. Es werden Kautionsversicherungen abgeschlossen, z. B. Zollbürgschaften, Frachtkauttonen, Lieserungs-, Gerichts- und Personalkautionen! ufw. Die Kontrahenten sind Industrie und Handel, Behörden und Einzelpersonen, Verbände und Interessenvertretungen, kurz fast alle juristischen und physischen Personen. Der aufgeweckte jüdische junge Mann wird nach beendeter Lehrzett außer einer Reihe persönlicher und familiärer Beziehungen die Kenntnisse über die Verhältnisse und Bedürfnisse einer ganzen Anzahl von Firmen und Branchen mttbringen, was ihm bei der Tätigkeit als Akquisiteur dienlich sein kann. Natürlich wird mcm ihm, wenn man seine Tüchtigkeit erkannt hat, seitens seiner Gesellschaft jede Unterstützung zuteil werden lassen und er wird sicherlich vorankommen, denn die Verdienstmöglichkeiten sind in der Kreditversicherung im allgemeinen sehr gut. Wir schließen zusammenfaffend mit der Erwägung, daß vielleicht unter vielen anderen Berufsmöglichkeiten die Betätigung auf dem Gebiet der Kreditversicherung dem für kaufmännische und finanzielle Dinge im allgemeinen nicht unbegabten Juden gute Gelegenheit zum Vorwärtskommen gibt und daß hierbei die strenge Einhalttmg der Feiertage niemals als Hemmnis in Erscheinung treten wird. Wochenkalender. v 28. Juli bis 4. Aug. 1888. , v. 11. - 18.. Aw 5688. Samstag Juli 28 2« U c er wna rat? Sonntag 29 12 Montag 30 13 Dienstag 31 14 Mittwoch Aug 1 15 nw ns?nn Donnerstag 2 16 Freitag 3 17 Samstag 4 18 2py

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