Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 28 (12.7.1928)
- Date
- 1928-07-12
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2450495-2450522--75132-2532639- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 2 Nr. 7 Der Israelit 12. Juli 1328 trachten ist. Es wird die Schüler auch interessieren, zu hebräische Buchstaben mit deutschen Wörtern! Alles in allem, sowohl die Rosenfeldersche, wie die hören, daß „Tarschischschiff" eine feststehende Bezeichnung erlernt werden sollen und ich glaube auch, daß diese -Abrahamsche Fibel sind erfreuliche Zeugnisse für alle großen, zu weiten Seereisen bestimmten Kauf-; Krücke wohl überall entbehrt werden kann. (Wenn ein von dem pädagogischen Verständnis und fahrteischiffen wurde. jvpjk latwi Ein Schüler fragte mich diesen Expeditionen Salomos König Salomo schon einen zoologischen Garten gehabt habe, und als ich ihm sagte, daß man in Salomos Bestreben, sich ausländische Tiere zu verschaffen, einen Vorläufer der Anlegung von Tiergärten erblicken könne, war das Interesse der ganzen Klasse mit einem Schlage den jKind die Buchstaben nicht merken sollte, so gebe man o'ij? nna)! lieber gleich eine Tabelle der hebräischen Buchstaben mit einmal als gerade von j danebenstehenden deutschen, in welcher es nötigenfalls die Rede war, ob denn nachschauen kann.) der praktischen Erfahrung ihrer Verfas se r. Mit der bereits früher erschienenen Fibel von Mandel bäum haben wir jetzt also drei hebräische Fibeln, welche Prinzipien, die heute in allen Unterrichts- „ , . v m t , fächern selbstverständlich sind, auch auf das Hebräisch- Cm besonderer Vorzug der Rosenfelderschen Fibel lesen-lernen übertragen. Eine jede dieser drei Fibeln verschemt mrr auch in ihrer weisen Beschränkung körpert die Individualität ihres Verfassers und die Kolzu liegen, so daß sie auch in den einfachsten Schulilegen werden wohl entsprechend ihrer eigenen Veranv.er halt Nissen, bei nur zweiwöchentlichen Relilagung oder der besonderen Verhältnisse ihrer Schule ÄÄ’TiS'Ä'SSa SsftftASÄÄtÄtÄ Die Schüler sprachen nicht mehr von „Äffen",' sondern von ursi? Mit logischer Folgerichtigkeit fragten sie nach der Herkunft jener Affen. Ich ging dann aus die Etymologie des Wortes ‘■yp ein und sagte ihnen, daß die hebräische Benennung für Affen aus indische Herkunft hinweist, denn „kof", Affe heiße im Sanskrit kapi — der Hurtige. Die Affen, die jene Seefahrer von der weiten Reise mitbrachten, waren wahrscheinlich asiatische. Die Stunde brachte sowohl dem biblischen als auch dem biologischen Unterrichtsstoff reichen Gewinn .— In höheren Klassen kann man den Schülern auch mitteilen. Laß aus zahlreichen Stellen des nachbiblischen Schrifttums hervorgeht, daß bei den alten Hebräern verschiedene Affenarten als Luxustiere, teils auch zu häuslichen Verrichtungen als Nutztiere gehalten wurden. Von Schabernack, den Affen auch wohl spielen, wird in Baba kama 101a erzählt: Ein Affe stiehlt Farbstoff und färbt damit Wolle. Auch in Legenden und Gleichnissen ist den Affen «ine bemerkenswerte Rolle zugewiesen. Vielleicht ist die Redensart: „Sich einen Affen antrinken" auf die Midraschstelle in Tanchuma 1, 13 zurückzuführen. (Fortsetzung folgt.) merkt der Fibel deutlich.an, daß sie aus der Praxis für die Praxis geschrieben ist. Aber die Zugeständnisse an das „Praktische" dürfen nicht zu weit gehen. Gleich nachdem die Kinder mit Freude und Interesse eine Reihe erlebter Wörter lesen und schreiben gelernt haben, darf man ihnen nicht eine Unmenge von unbekannten — also für sie sinnlosen — Wörter bringen, wie es R. im zweiten Abschnitt: „Leseschwierigkeiten" tut. Der Verfasser hat _ hier mit großem Fleiß und Geschick sämtliche schwer zu 'scheint dieser Tage'als Ergänzung'zum 1°TeileineLeseeine von diesen dreien (oder eine ähnliche, die uns vielleicht die Zukunft beschert) soll jeder Lehrer im Anfangsunterricht verwenden und ihn damit mit Leben und Freude erfüllen. I. B. Hirnheimer-Höchberg (München). Nachwort der Schriftleitung: Wie uns von dem Verfasser der Rosenfelderschen Fibel mitgeteilt wird, er- Zwei neue hebräische Fibeln. S. R o s e n f e l d e r - L a d e n b u r g, Hebr. Lehrbuch für die Grundschule, erster Steil; illustr. von Klara Unna- Mannheim, Selbstverlag des Verfassers. Mich. Abraham - Berlin, v^b, Für unsere Kinder, neue hebr. Lehrfibel, illustr. von Oscar Haderer- Berlin. I. Kauffmann Verlag, Frankfurt am Main. Es ist heute ällaemeine Anschauung aller jüdischen Pädagogen, daß eine hebräische. Fibel vor allem zwei Förderungen gerecht werden muß: 1. Sie muß die Möglichkeit geben, den hebräischen. Leseunterricht int e r e ssant und a n r e a e n d zu gestalten und 2. sie muß den Kindern einen hebräischen Wortschatz vermitteln, auf welchen ausbaüend. sich der hebräische Unterricht der weiteren Klassen niethpdisch entwickeln kann. Die beiden Verfasser suchen diesen Bedingungen gerecht zu werden und beiden, als erfahrenen Praktikern, ist das in weitem Maße gelungen. Als Vorstufe für das Lesenlernen sieht Rosenfelder mit Recht Sprechübungen vor. Die Beispiele, die er im dritten Abschnitte seiner Fibel gibt, sind recht brauchbar, da sie sich stets mit Handlungen und B ewegungen verknüpfen lassen, so daß sich die Kinder in freudigem Spiel eine ganze Reihe von Worten aneignen. Durch die Verschiedenheit der handelnden Kinder nach Zahl und Geschlecht ist dabei auch eine natürliche Gelegenheit gegeben, das Verständnis für die einfachsten grammatischen Gesetze anzubahnen. Dem Lesen, mit dem das Schreiben stets parallel geht, stellt Rosenfelder einfache Zeichenübungen voraus, die, an einem Bilde anschließend, das Kind veranlassen sollen die Grundelemente der hebräischen Buchstaben: Kreis, Strich, Qudarat, einzuüben. Dn- Fibel bringt dann eine Reihe von Hauptwörtern, mit welchen das Kind sämtliche Buchstaben lesen und schreiben lernt. Der sinnvolle Zusammenhang ist dadurch gegeben, daß diese Wörter vier auseinanderfolgenden Sachgebieten angehören, die dem Kinde naheliegen: Haus, Feld, Haustiere, Schabbos. An der Spitze der Gruppe stehen Anschauungsbilder, die allerdings reicher ausgestattet sein könnten (Farbe!); jedes einzeln e n e u e W o r t ist durch ein danebenstehendes einfaches, meist recht gelungenes Bildchen illustriert, das die Kinder mit Leichtigkeit n a ch z e i ch n e n können. Der natürliche Unterrichtsgang wäre folgendermaßen: Das Kind lernt diL Dinge in der Natur oder im Bilde kennen und hebräisch benennen. Wenn es nun in der Fibel ein Bildchen sieht, weiß es sofort, wie das nebenstehende Wort heißt und ist mit Vergnügen bereit, das Bildchen nachzuzeichnen und das zugehörige Wort dazu zu schreiben (oder mit den Buchstaben des hebräischen Lesekastens zu legen.) Das Kind, welches vom deuffchen Leseunterricht her gewohnt ist, das Wort in Buchstaben zu zerlegen, wird in den meisten Fällen das hebräische Wort ganz von selbst analysieren, besonders dann, wenn es ein neues mit zum Teil gleichen Buchstaben kennen lernt; der Lehrer kann jedoch auch die einzelnen Buchstaben gesondert besprechen, nachdem das Wort als Ganzes aufgefaßt ist. In einer Beilage gibt R. zu jedem' Buchstaben ein Bild, welches als mnemotechnisches Hilfsmittel für die Erlernung und Einprägung gedacht ist. Zwar sollen jene mnemotechnischen Hilfen am wirkungsvollsten sein, welche den Zusammenhang am gekünsteltsten Herstellen — mir ist es aber nicht sympathisch, wenn lesenden Wörter aus dem Gebetbuch zusammengetragen, — aber hier ist nicht der Platz hierfür; vielleicht eher am Ende des zweiten Teils. Hier, im ersten Teil, wird man wohl kaum den gewünschten Zweck erreichen, man würde aber mit ihnen alle Freude und Lust am Hebräischen ertöten. Die Kollegen, die sich von diesem für das Ganze nicht ins Gewicht fallenden Mangel, nicht abschrecken lassen sollen, rate ich bei Benutzung der Rosenfelder'schen Fibel diesen Abschnitt einfach zu überschlagen, (da er ja den weiteren Inhalt gar nicht berührt) und gleich bei „3, Sprechübungen" weiter zu fahren, die die Kinder, — da der Styff schon bekannt ist- — mit Interesse lesen und wiederholen werden. Daran anschließend kämen dann Uebungen, die zu Pentateuch und Gebetbuch überleiten, und solche wird ja der zweite Teil des Rosenfelder'schen Lehrbuches enthalten. Die Abraham'sche Fibel macht schon rein äußerlich einen recht gewinnenden Eindruck: 'gediegener Einband, gutes Papier, umrandete Seiten, reiches und meist recht schönes Bildermaterial. Als Buchstabensormen würde ich jedoch auch Abraham raten, ähnlich, wie Rosenfelder und Mandelbaum/ wenigstens' zunächst, die geraden eckigen Formen zu verwenden und nicht die vielfach gewundenen Typen mit den ausgezogenen Spitzen, da die Kinder beim Nachschreiben der Buchstaben auf diese Nebensächlichkeiten zw großes Gewicht legen. Die Fibel scheint voraus zu setzen, daß die Kinder das Lesen der Lateinschrift schon erlernt haben und bringt deshalb zu jedem neuen hebräischen Buchstaben den entsprechenden lateinischen. Die Uebungen zu den einzelnen Buch>- staben sind zusammenhängende Texte, die zum Bild auf der gleichen Seite in unmittelbarer Beziehung stehen. Aber Abraham schließt ähnlich wie Rosenfeld ein Kompromiß, indem er neben den Lesetabelle in Wandkartenformat für den Klassenunterricht (Pr. 3 Mk.). Es ist uns außer der obigen' Besprechung noch eine weitere, in ablehnendem Sinne, zugegangen, die wir aus Gründen der Parität in der nächsten Nummer bringen werden. Sie konnte aus Raummangel in der vorliegenden Nummer nicht mehr erscheinen. Mitteilungen. Flieden. Wiederbesetzung der hiesigen Mischen Volksschule. Den vereinten Bemühungen des Herrn Synagogenältesten Katz und des Herrn Provinzialrabbiners Dr. Kahn in Fulda ist es gelungen, die Genehmigung der Regierung in Cassel und des Herrn Ministers für Volksbildung zur Wiederbesetzung der kleinen jüdischen Schule zu erlangen. Man hörte in letzter Zeit so häufig von Auflösung -Mischer Schulen. Wo es der Gemeinde ernst ist, das so wertvolle Gut der Schule zu erhalten, ist es ein Leichtes, das Wohlwollen' der Behörden zu erlangen. Die meisten aufgehobenen Schulen find ein Opfer der Gleichgültigkeit und des. Unverstandes unsrer Gemeinden. •’ Wie b.ereits im Happtblatte des „Israelit" berichtet wurde,, tritt' Herr' Si Freüdenberger-Flied'en nach' langjähriger 'Wirksamkeit' in Schule Md' 'GesnestM am % Sfitlt ds. Zs.' in ' hM'' Rühestarch?'' Dkötze "es 'HLrrn" HrHiheybreger, der es als feine Lehensaufgabe Mrachtete, nicht nur''innerhalb feiner Gemeinde die Zdecitgestalt einer echtjüdischen'Whrexpersön'lich'keiL' in 'Erscheinung treten zu lässtn,"sondern darüher hinaus im Vereinssind' öffentlichen Lehen,' sowie auch journalistisch mit' Erfolg sich zu Übungen, „die zu wirklichem Verständnis gberacht wer-! betätigen,' vergönnt sein, auch als Ruheständler auf der den", auch noch andere bringt, die als reine Leseübüngegebenen Linie noch eine Reihe von Jahren weiter zu gen gedacht sind. Nun gut, nachdem einmal unsere Kinwirken, der am Gottesdienste teilnehmen und beten sollen, bevor sie in der Lage sind, alle Worte zu verstehen, müssen sie in der Schule die Gebete auch schon früher lesen. Der geschickte Lehrer wird durch entsprechende Vorbereitung (Einstimmung!), in denen er wenigstens den Inhalt solcher Gebete lebendig werden läßt, auch diesen Uebungen eine gewisse Weihe zu geben vermögen. Auch daß besonders die Wechselgebete in der Schule schon früh gelesen und geübt werden, läßt sich verteidigen; denn sie hat das Kind schon oft zuhause und in der Synagoge gehört und will sie selbst , mitsprechen, sie haben also dadurch für es einen Sinn — aber, was sollen einzelne außerhalb des Zusammenhangs gegebene Wörter? (Wie z. B. S. 10, 13, 14, 29 u. o. a.) Uebungsstoff enthält die Abraham'sche Fibel auch ohnedies in ausreichendem Maße. Freilich wird der Lehrer tüchtig „Hebräisch" mit den Schülern treiben müssen, damit sie die Texte zu den Bildern wirk-, lich mit Verständnis lesen können. Mir will die Einschränkung Abrahams: „wenn es ihr geistiger Stand erlaubt" gar nicht gefallen — der Fibelunterricht würde ja dann wieder auf das öde mechanische sinnlose Lesen hinauslaufen, das hoffentlich für alle Zeiten aus dem hebräischen Anfangsunterricht verbannt ist. Wenn der Verfasser, wohl mit Recht, vermutet, daß die Kinder die Ein Lehrervekercm. Ein Gedenkblatk, gewidmet von seinem früheren Schüler. Lehrer S. Freudenberger. Mit den besten Wünschen verließ der emerierte Lehrer, Herr Nathan Ehrenreich-Langenselbold, seinen langjährigen Wirkungskreis, um seinen Lebensabend im Kreise seiner Söhne in. der Reichshäuptstadt zu verbringen. Ehrenreich war stets ein Musterlehrer, eine sehr bescheidene, selbstlose Persönlichkeit, ein Charakter ohne Falsch und Tadel. Nachdem Ehrenreich im Jahre 1883 das jüdische Lehrerseminar in Würzburg verlassen hatte, wurde er zum Präparandenlehrer an der Talmud-Thoraschule in Höchberg ernannt. Nach vierjähriger Tätigkeit an der Tal- Mud-Thoraschule wurde ihm von der Kgl. Regierung in Cassel die Volksschullehrerstelle in Merzhausen (Rabbinat Marburg) übertragen. Schüler von ihm, die heute als Direktoren von Waisenhäusern und als Lehrer wiroielen auftretenden Wörter (ich schätze gegen 200) nicht o schnell behalten und die Unterschiede der verschiedenen grammatischen Formen nicht so leicht erfassen werden, o gebe er doch zu allen Wärtern, deren Verständnis noch zweifelhaft ist, am Rande die Ueberfetzung! Den Zu-, ammenhang werden die Kinder schon erarbeiten. (Es könnten unter dieser Voraussetzung auch einzelne Texte noch inhaltsvoller gestaltet werden.) Dem Lehrer, der die Abrahamsche Fibel benützt, rate ich, jeweils vor Beginn eines neuen Abschnittes zu sämtlichen Wörtern, deren Verständnis irgendwie zweifelhaft ist, die Ueberfetzung an die Wandtafel zu schreiben und dort bis zur Erledigung des Abschnittes stehen zu lassen. Der Vergleich des Wortes in der Fibel mit dem an der Wandtafel, das Erarbeiten des Satzinhaltes und schließlich die Entdeckung des Zusammenhangs mit dem beigegebenen Bild ind gewiß anregend und der flotte Fortgang des Unterrichts ist gesichert. — Die Auswahl der Themen in der Abraham'schen Fibel scheint mir recht gelungen. Die vielen Bilder und Texte zu den religiösen Festen und . - zur biblischen Geschichte dürften schon auf der Unterstufehmaus ermöglichen, das so äußerst fruchtbare Prinzip der beschieden sein! Konzentration in Anwendung zu bringen. ' ken, bestätigen, mit welch unermüdlichem Fleiße und Geschicke er hier seines Amtes gewaltet. Von 1891—1901 wirkte Ehrenreich als Volksschullehrer und Vorsänger in Wehrda, Kr. Hünfeld. Hier gründete der pflichteifrige Lehrer einen Literatureigentlich Lernverein; mit vielen Kosten legte er hier einen Eruw an, der heute noch vorhanden ist. Als im Jahre 1901 die vielumworbene Lehrerstelle in Langenselbold vakant war und bereits ein andrer Lehrer von der Regierung seine Bestätigung erhalten, eilte der verstorbene Provinzialrabbiner Dr. Sal. Bamberger b"ti m die Provinzialhauptstadt, um die Annullierung des Regierungsbeschlusses zu erwirken und die Anstellung Ehrenreichs durchzusetzen. In Langenselbold war der Höhepunkt seines restlosen Wirkens. Hier streute er reichen Samen aus, der zu schönster Frucht sich entfaltete. Besonders viel Anerkennung verschafften ihm seine interessanten, belehrenden Vorträge, die er allwöchentlich nach Schluß des Gottesdienstes hielt. Darf man sich wundern, daß dem so erfolgreich Wirkenden so. viele Freunde erwuchsen, weit über den Kreis seiner Ge- Möge ihm ein glücklicher Lebensabend