Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 28 (12.7.1928)
- Date
- 1928-07-12
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 Nr. 28 Spät nachts kam man wohlbehalten nach Frankfurt zurück, voller neuartiger, interessanter Eindrücke und voller Dank gegen die, die mitgeholsen hatten, diese schöne Tour zu veranstalten. Lhassidische Führer in Wiesbaden und Frankfurt. Der bekannte Bobower Rebbe wird, wie uns aus Krakau gemeldet wird, kommende Woche zur Kur nach Wiesbaden kommen und Parkstraße 53 absteigen. Der Strykower Rebbe kommt von Nauheim nächsten Dienstag oder Mittwoch nach Wiesbaden und von da nach Frankfurt. Ferienkurse für Agudisken. In der Zeit vom 15. Juli bis 15. August d. I. sollen zwei Ferienkurse von je 14 tägiger Dauer unter Leitung von Herrn Siegmund Stein-Köln an einem schönen Kurorte bei ermäßigtem Pensionspreise stattfinden. Wir bitten alle Interessenten um schleunigsten Bescheid, nähere Auskunft erteilen wir dann umgehend. Die Kurse vereinigen das Angenehme mit dem Nützlichen, indem sie allen Agudisten einen billigen, schönen Ferienaufenthalt in zusagender Gesellschaft ermöglichen. Anfragen an den Organisationsvorstand der Agudas Jisrocl. Jugendorganisation, Frankfurt a. M., Langestr. 18. Familiennachrichken. B a r m i z w o: Hellmut, Sohn von Eugen Levy, Ladenburg. Briefkasten. M. Str. Wir bitten um Bekanntgabe Ihrer Adresse, um Ihnen die eingegangenen Offerten zuschicken zu können Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch), im Hörsaale Friedberger Anlage mn «n- — 8V4 Uhr vorm, (ebenso Samstag eine Stunde vor stacht) im Vereinslokale. Gemoro, Herr Joachim Soser. — 91/4 Uhr vorm, (ebenso Dienstag nachm eine Stunde vor Mincho), Gemoro, Herr R. A. G. Posen. Montag morgen nach Schul (ebenso Donnerstag) im Hörsaale, Mischna, Mitgliederlernen. — Abends 7 Ui)r (ebenso Mittwoch) im Vereinslokale, Gemoro, Herr Rabb. Dr. Joses Breuer. — Abends 874 Uhr (ebenso Donnerstag) im Vereinslokale, Gemoro, Herr Dr. E.Bposen. Dienstag morgen nach Schul (ebenso Freitag) im Hörsaale, Mischna, Herr Dr. E. Posen. Don Sonntag bis Donnerstag einschl., abends 874 Uhr im Dereinslokale v"V-Lernen, Herr Dr. E. Posen. •»sroai ihöö ntina naw. i Stunde vor Nacht. Herr Simon Schwab. Jahrzeits-Stiftun gen: Sonntag, 15. Juli. Joses Grünblatt-Stiftung. Montag, 16. Juli. Jettchen Stern geb. Stern-Stiftung. Donnerstag, 19. Juli. Moritz Lewin-Stiftung. Freitag, 20. Jnli. Gertrud Moses-Stiftung. Julius Hirsch-Stiftung. j Der Israelit 12 Juli 1928 Agudas Iisroel-Jugendgruppe. natf. 7V« Uhr, Tsillas Schacharis. — V*10—U7s Herr Dr. I. Posen, Gemorod Kidduschin, An. Tiergarten 42. — »/«ll—7U2, Herr Louis Kahm Kizzur Schulchan Oruch. — 3/4U—7412, Herr Lippmann Kurzweil, Gemoro Bowo Kamo. — 6—?7s. Herr Gerson Schnerb, Kizzur Schulchan Oruch. — 12—1, Herr Herz Halpern, Das Jaumi. — 723—724. Herr Dr. W Hosmann, Gemoro Bowo Kamo. — 3—47s. Herr Leo Schnerb. Gemoro Bezoh. — 4, Tsillas Mincho. — 47s —572, Herr R.-A. M. Katz, Sidrah mit Rafchi. navt von d—4 Uhr. Montag und Dienstag von 729—10 Uhr Schiur des Herrn Emanuel Wolf. Minjan am nnw morgens pünktlich um llU Uhr. Don Montag bis Freitag morgen im Sitzungszimmer der Jsr. Neligionsgesellschaft, Gemoro, Herr Dr. Ehrmann. Arbeilsgemeinschafl!n der Agudas IisroebIugendgruppe zu Frankfurt a. 21t. Gruppe A. Samstag von 3U12—1 -Uhr mit Gruppe C bei Herrn Schnerb, Schwanenstraße 12: Kizzur Schulchan Oruch — von 4—5 Uhr bei Herrn Isaak Rosenheim, Schwanenstraße 12 — von 6—7 Uhr bei Herrn Schnerb, Schwanenstraße 12: Literatur. Donnerstag v. 3A9—10 Uhr bei Herrn Isaak Rosenheim. G r u p p e B. Samstag von 3U12—1 Uhr mit Gruppe D bei Herrn Isaak Rosenheim, Schwanenskr. 12, Besprechung der Sidrah, Weltanschauungsfragen — von %4—1/25 Uhr bei Herrn Verthold Strauß, Schwanenstr. 9: „Jüdische Literaturgeschichte" — von 746—6 Uhr bei Herrn Spiegel, Ostendstr. 11: Mischnajos. Dienstag von 3U9—10 Uhr bei Herrn Spiegel, Ostendstraße 11, Mischnajis. G r u p p e C. Samstag von SU12—1 Uhr mit Gruppe A bei Herrn Schnerb — von 3—4 Uhr bei Herrn Emanuel Wolf, Schwanenstr. 12, Gemoroh — von 6—7 Uhr bei Herrn Schnerb, Schwanenstr. 12, Literatur. Montag von 9—10 Uhr bei Herrn , Emanuel Wolf, Schwanenstr. 12, Gemoroh. Dienstag von 9—10 Uhr bei Herrn Emanuel Wolf, Schwanenstr. 12, Gemoroh. G r u p p e D. Samstag von 3U12—1 Uhr mit Gruppe B bei Herrn Isaak Rosenheim — von 6—7 Uhr bei Herrn Schnerb, Literatur. Montag von 3U9—10 Uhr bei Herrn Schnerb, Schwanenstr. 12, Gemoroh. Dienstag von 9—10 Uhr bei Herrn Rachelsohn, Zeil 2, Mischnajos. Donnerstag von 3U9—10 Uhr bei Herrn Schnerb, Schwanenstr. 12, Gemoroh. Für sämtliche Gruppen zusammen findet 14 tägig Mittwoch Abends ein Heimabend statt, beginnend am Mittwoch, den 11. Juli, pünktlich °/49 Uhr. Agudas Jisroet-Mädchengruppe. (Alle Schiurim wie üblich.) 0"p man* Beshamldrafch. Oftendstrahe IS. tmTi naoa- Herr Rabb. ©. Weber. Von Sonntag—Donnerstag. abends 73/4-72 10. Jüdischer Turnerbund. Im Ferienmonat Juli fallen unsere sämmtlichen. Turn- und Aebungsstunden aus. Lediglich finden an Sonntagen Wanderungen und Sport statt. Nach den protzen Schulferien, lassen wir unseren. Mitgliedern Nachricht Über den Wiederbeginn und Über neu eingerichtete Kurse zukommen. Ostjüdlscher 2ugendbund. Vorläufiges Arbeitsprogramm: ’naw den 14. 7. von 10—11.30 Uhr vorm.:. » n V « von 3 30—4.30Ahr nachm. '"VN dV V!2in „ „ I. ,, von 8—9 Uhr Abends: v'nan rn'V' (Mitgliederaussprache), anschließend ninivv Sonntag den 15. Juli von 6—7 Uhr abends: Hebräischer Sprachkursus. ' ,'j Lsrakurnen. Das Turnen findet während der Ferien nicht statt.. Wiederbeginn wird an dieser Stelle bekannt gegeben. Gebetzelle», mv» nav Freitag Abend 7.40 Samstag nvavn 6.30 Samstagmorgen 7.45 Samstagnachmittag 1 und 5.— Samstagabend 9.30 Ivochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.15 Tefilin-Legen am Morgen 3.00 Geschäftsjübiläum. Die Firma Georg von Olnhausen,. die seither in der Waldschmidtstraße 95 die Herstellung, von Segeltuchdecken, Markisen und Zelten betreiben' hat, hat ihren Geschäftsbetrieb mit Verkauf von Automobilen erweitert und die hierfür erforderlichen Geschäftsräume in der Hanauer Landstraße 52 neu erstellen lassen. Am vergangenen Sonntag, den 1. Juli, fand zur Einweihung eine schlichte akademische Feier statt, womit gleichzeitig das-25jührige Geschäftsjubiläum der Firma verbunden war. Sämtliche Geschäftsräume waren mit überaus großem Blumenschmuck ausgestattet. Bei dieser Gelegenheit erfuhr man, daß der Inhaber der Firma Georg von Olnhausen sich aus den kleinsten. Verhältnissen zu seiner jetzigen Stellung emporgearbeitet hat. Geschäflsverlegung. Die 1852 gegründete Firma. S. Grünwald, Optik und Grammophon, hat ihren Detailverkauf von Zeil 114 nach Roßmarkt 16 verlegt,., wo ihr doppelt so große Räume als bisher zur Verfügung stehen. Durch eine Passage, die aus zwei Erkern mit Schaufenster besteht, betritt man den Ausstellungsraum, der von Architekt Kühn eine hübsche Farbengebung erhalten hat. Seitlich sind 14 Kabinen zunr Vorspielen der Apparate untergebracht. Neben diesem Ausstellungsraum befindet sich ein geräumiger Verkaufsraum für Optik mit den nötigen Untersuchungsräumen. Im ersten Stock liegt — eine Neuheit für Frankfurt — der 120 Personen fassende Konzertsaal, in welchem in der Woche mehrmals Konzerte für Interessenten stattfinden sollen. Ein liturgisches Problem. Von Walther Wohlfarth in Frankfurt. (Schluß.) Und was ist wirklich ' diesem menschlichsten Könige und königlichsten Menschen auf dem Throne — erspart geblieben? — Neben dem Glanze seiner Würde — tiefste Erniedrigung: vor seinen äußeren Feinden, vor seinem Volke, bis hinein in den intimsten Kreis seiner Familie. Und wer weiß, ob es nicht jener bvsvv dt> war, der hier; angedeutet wird (V. 19 i. d. Haftauroh) den sich nii erträumt hatte, und den zu erleben ihm versagt blieb: „Ein Tag, an welchem eine echte „Tat" nach seinem Herzen geschehen sollte, als er sich zufrieden und geborgen fühlte — zu freiem Handeln, als der Prophet im ihm schon sagen zu dürfen glaubte (Sam. 2, Kap. 7, V. 3) vir?y -,3373 -nzrc ^3 „Was Du so innig in Deinem Herzen Dir vorgenommen hast, tue es", wer weiß, ob es nicht der Tag des Tempelbaus war, von dem es hier andeutungsweise heißt: 'nwvo D*pn av mnoa ivrr Dipnn brr wenn er anbricht, „so wirst Du selbst bereits in die Welt des Verborgenen eingegangen fein". Diesen, mit den herrlichsten Zusicherungen bedachten, aber stets in Kämpfen und Widerwärtigkeiten sich mühenden Helden in führt uns die .11020 am rr-, a-isr rosa ni'vb vor, also an einem Tag, der, wenn er nicht «ff wäre, als ivp -1122 01' unseren Blick in ganz besonderer Weise nach innen lenken sollte. Wenn der rut£?n mn uns mit seinem “iew und seiner ganzen, ernsten Majestät über die dem großen v'-nv3N2>''zusührt, uns weckt und aufruft ,so werden uns in flX'ip und mtssn große, auch nach außen hin außergewöhnliche Ereignisse, wie o'pnx’ späte Geburt, die n-rpy mn, mit ihrem fpätgeborenen brrwV, die rw 't>sn uff. ins Gedächtnis gerufen, und es wird vielleicht unter der Wucht der Eindrücke erreicht, der breiten Masse der m-wn- Bedürftigen ein weithintönendes „Halt!" zuzurufen, um sie am Rande des Verderbens aufzuhalten. Ivp dy> ist mit Nichten ein solcher „Großkampftag" mit der offenkundigen may- Er ist vielmehr der bewußte Ausdruck der täglichen Kleinarbeit, welche die nxi-,71auch wenn der 1212? nicht wirklich ertönt, die seinen Weckruf aber innerlich immer hören, ununterbrochen an sich leisten. Somit auch bleibt er die natürliche Fortsetzung des -nss ov für diejenigen, welche an einem solchen die 031^0 richtig begriffen und sich mit aller Energie zum Guten entschieden haben?) Für solche, die derartige Kleinarbeit unausgesetzt an ihrer eigenen Persönlichkeit leisten allerdings, kann es kein aufmunternderes und tröstlicheres Vorbild geben, als eben 111. Sein Beispiel, das Beispiel des Mannes, welchem keine menschliche Lage oder Stellung, vom armen Hirtenjungen bis zum mächtigen König, vom verfolgten und gehetzten Flüchtling bis zum siegreichen Feldherrn, vom glücklichsten Gatten und Vater, bis zum im eigenen Familienkreise schmählich Verratenen — erspart geblieben, der aber jede Lage, jede Stellung, die ihm beschieden war, nur nützte, um sein Verhältnis zu Gott und Seinem Gesetze zu messen, und das Ergebnis seiner Erfahrung und seines Erlebens in Worte der Weisheit zu gießen, um diese Ergebnisse ganz Jisroel und der Menschheit zum Gememgute werden zu lassen, — ein solches Beispiel entspricht ganz dem Charakter des p? 2"', dem mutmaßlichen Charakter derer, welche seinen Geist und Sinn erfassen. Seine, König Davids sind ihnen eine unerschöpfliche Fundgrube von Trost und Aufmunterung, Quellen des Lichts, die sie befähigen, auch im Dünkel des Golus ‘iiw zu wandeln. Sie sind gewiß auch die Kerntruppe, das rrnxicv meldjes im Angesichte des sich rundenden Mondes, selbst in Erwartung seiner baldigen Minderung — kraftvoll die Gewähr bildet für die Zusicherung des 1^» in a’jn w! In diesem Zusammenhänge, in diesem Sinne erscheint uns hier 11-7 in seinem Geschicke und demjenigen sei- *) Die jahraus jahrein ununterbrochene Arbeit dieser nsiio 'yrr an sich selbst dürfte auch durch den Wechsel von Singular und Plural hier angedeutet sein: Wenn auch tjyrv „das Volk als Ganzes", so ist doch gerade diese Verinnerlichung Ausgabe der Einzelpersönlichkeiten. ner Dynastie, und — in seiner Cmzelpersönlichkeit. Und doch möchten wir glauben, daß er in dem Bericht unserer nivsv das passive Element sei. Er wird ja geradezu hineingestoßen in diese Richtung seines Lebens, die er, freilich bewußt und seine Aufgabe sofort bejahend, einschlägt. ' Tmim aber, der Freund, nicht nur der selbstlos liebende, als der er uns gepriesen wird, sondern auch als der wei t s ch a u e n d e, er ist der aktive Träger dieser Idee der stillen nanwi verbunden mit grenzenloser Zuversicht in Er, der Kronprinz des Reiches, döt den. Gegen-Kronprätendanten als Freund in die Arme schließt, er rückt — freiwillig, bewußt — ab von der Selbstgerechtigkeit seines königlichen Vaters, der für feine' Un. taten stets eine politische oder juristische Deckung 'sucht und findet (Sam. I, Kap. 18, V. 17—19,, Kap. 19, V. 17, Kap. 22, V. 13) und dessen laute Bekenntnisse einer Schuld ihn doch nicht dazu führen, den einmal beschrittenen verkehrten Weg zu verlassen (Sam. I, Kap. 19. V. 6, Kap. 24, V. 18—23, Kap. 26, V. 21). ^irrDstützt sich eben (wie die grammattsche Form 'seines Namens fast verraten möchte) auf seine lautere Vergangenheit, glaubt sich an sie klammern zu können. jmirr> dagegen baut fest und zuversichtlich auf die sicher zu erwartende Heiles z u k u n f t Jisroles, die im-'1» (die Form im Futur beginnend, im Perfekt endend) Gott geben, herbeiführen wird, so sicher, als ob Er sie bereits gegeben habe. Er arbeitet, ohne irgendwelche persönliche As p i ra t i ojt, rein '0% unermüdlich daran, sich und Andere für diese Heileszukunft vorzubereiten und zu heiligen. Er hat alltäglich die Forderung des ft» 3"’ an sich selbst erfüllt, und es ist nur sein heißer Wunsch, daß, während er eben offenen Auges dem irdischen Untergänge entgegengeht — wenigstens in ferner Zukunft, am Ende der Tage — fein und seiner Nachkommen Geschick verbunden sein möge mit demjenigen rn’s und seiner Descendenz, mit dem Geschicke dessen, der sich mondesgleich immer und immer regeneriert, dem „auch in Zeiten tiefster Erniedrigung" das „Morgen" gehörte — und immer gehören wird: :tnn ->nv imin’ 1 i>"i»8'i