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Der Israelit · 1928-07-12 · Heft 28 (12.7.1928) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 28 (12.7.1928)
Date
1928-07-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 28 Seite 8 12 Juli 1928 __. und auch der Foundation mitgeteilt werden und es werden, soweit die finanziellen Möglichkeiten vorhanden sind, die notwendigen praktischen Folgerungen daraus gezogen werden. Die gesamte jüdische Bevölkerung ohne Unterschied religiöser oder politischer Richtung nahm diese Reise zum Anlaß, um zu zeigen, wie Hoch sie die Arbeit des amerikanischen Judentums schätzt. An allen Orten, die ich besucht habe, ,ckam dies in großen ManiseftaLionen und Huldigungen zum Ausdruck. Daran beteiligte sich nicht nur die jüdische Bevölkerung, auch die -Spitzen der Behörden, die Bürgermeister der verschiedenen Städte, die Vertreter der nichtjüdischen Wohlfahrtsorganisatiönen nahmen an diesen Huldigungen lebhaften und aktiven Anteil. 2. Rach den Besprechungen, die ich z. B. mit den Ministern Duca und Lupu in Rumänien hatte, darf ich annehmen, «daß alle unsere Bestrebungen zur Besserung der Lage der rumänischen Judenheit bei den Behörden Verständnis finden werden. Der Vertreter des Ministers Duca hat in einer öffentliche Rede während eines Festaktes in Bukarest, bei der er sich an mich wandte,, u. a. folgendes ausgeführt: „Es drängt mich, dem gegenwärtig anwefenden Vertreter Amerikas eine Huldigung darzüüringen für die Art und Weise, in der er das wunderbare Volk, das er vertritt, verstanden Hat, die sozialen Probleme zu lösen. Es existiert in Amerika eine gewaltige Organisation der Fürsorge, die ihre Früchte zur rechten Zeit getragen hat, und die wir bewundern können, eine Organisation, an die die Menschen in Rot und Elend sich wenden. Die amerikanische Fürsorge verdient um so mehr Anerkennung, als sie ihre Hilfe in Diskretion und Voornehmheit gewährt und der Geste der sozialen Solidarität Adel und moralische Schönheit verleiht." ... „Wir müssen mit Entrüstung die Doktrinen des Hasses von uns weisen, der in seiner negativen Eigenschaft die Zerstörungen, Unruhen und Zersplitterungen verursacht hat, von denen sich noch heute die Völker nicht erholen können.... „Es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen versichern zu können, daß es eine erste Pflicht der Männer der Politik dieses Landes sein wird, den Menschen als Juden niemals leiden zu lasten und ihm in unserem Staate, den wir durch Ordnung und Kultur zu einer großen Zukunft führen wollen, die gleiche Anteilnahme an allen bürgerlichen Rechten und Pflichten zuzuerkennen." In der Tschechoslowakei haben sich die Behörden fast überall zusanünen mit den jüdischen Organisationen an den Beratungen und natürlich auch an den Huldigungen beteiligt, so daß wir ermatten können, daß auch hier unsere Arbeit die notwendige behördliche Unterstützung weiter finden wird, wie dies in der Tschechoslowakei auch schon bisher der Fall gewesen ist. Der Israelit Die Woche. Berlin. Für die Siedlungsaktion des Reichsbundes Jüdischer Frontsoldat e n hat der Verband Bayrischer Israelitischer Gemeinden die Subvention von 6000 auf 8000 Mark erhöht. — Wegen Beleidigung des Berliner Polizeipräsidenten Weiß, der bekanntlich Jude ist, wurde der Redakteur eines völkischen Hetzblattes, Dietrich, vom Amts- - . geeicht Bamberg zu 500 Mk. Geldstrafe verurteilt. — Der Verband für Gesundheitsschutz „Ose" hat in Litauen 6, in Lettland 4 und in Rumänien 9 Kinderkolonien und Erholungsplätze errichtet. — Auf dem jüdischen Friedhof in Kaiserslautern sind über 30 Grabsteine umgeworfen und Gräber demoliert worden. Es ist dies die 58 te Gräberschändung in Deutschland. Danzig. Hier begann Sonntag die Konferenz der hebräischen Kultur und Schulorganisation „ T a r b u t h " in Anwesenheit von 30 Delegierten. Men. Das , von Oberrabbiner Chajes vor 8 Jahren gegründete Religionslehrerseminar ist a u f g e - l ö st worden, weil Uebersluß an Religionslehrkräften vorhanden ist. Budapest. Bei der Beratung des neuen Bodenreformgesetzes im ungarischen Parlament stellten mehrere Redner fest, daß § 7 des Gesetzes zweifellos gegen die Juden gerichtet fei. Man werde damit diesen den Erwerb und die Pacht von Grundstücken unmöglich machen. Nachdem der Ackerbauminister die antisemitische Tendenz des Gesetzes bestritten hatte, wurde es in erster Lesung angenommen. Prag. Die Repräsentanz der Kultusgemeinde beschloß aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens der tschechoslowakischen Republik ein jüdisches Gemeindekrankenhaus zu errichten. London. Zu Ehren des 80jährigen Lord Balfour und zur Erweiterung des Balfour- Waldes in Palästina fand diese Woche ein großes Festessen statt, an dem 800 Vertreter der englischen Judenheit teilnahmen. Es gingen im ganzen 15.000 Pfund ein. Bei dem Festessen sprachen Lord Birkenhead, Marquis von Readtng, James Rothschild, Chiefrabbi Hertz und der Lord Mayor. — Lord Melchett, (Alfred Mond), ist zum Präsidenten der englischen Zionisten gewählt worden. Moskau. Die hebräischen Lehrer der Tarbuth-Organisation haben an M a x i m G o r k i ein Memorandum geschickt, in dem seine Intervention bei der Sowjetregierung zu Gunsten der verfolgten hebräischen Sprache und ihrer Lehrer und Schriftsteller gebeten wird. Die Verfolgung des Hebräischen in Rußland sei eine Schmach in der ganzen Kulturwelt. Newyork. Die Jahreskonkonvention der zionistischen Organisation Amerikas schloß mit dem Siege Louis Lipskys, der mit. großer Mehrheit wiedergewährt wurde. Bukarest. In studentischen Kreisen herrscht große Erregung darüber, daß für den im August in Paris zusammentretenden internationalen Studentenkongreß von der englischen Studentenföderation der Ausschluß der rumänischen Studenten beantragt ist, mit Rücksicht auf die Geschehnisse in Großwardein. 3. Selbstverständlich stehe ich mit den in Europa anwesenden Vertretern des Joint in Fühlung, habe Herrn Felix Marburg in Hamburg gesehen und ihm ausführlich Bericht erstattet. Ebenso werde ich Herrn Louis Marshall in kurzer Zeit aufsuchen und auch ihm über unsere Arbeit berichten. 4. Es ist viel davon gesprochen worden, daß der Joint seine Arbeiten liquidiert. In gewissem Sinne ist das richtig. Der Joint ist eine Organisation, die die Kriegsschäden unter den Juden zu lindern die Aufgabe hatte und war von vornheren nicht für eine dauernde Tätigkeit eingerichtet. i Die Lage der jüdischen Bevölkerung in allen Ländern Europas und Osteuropas, einschließlich Rußlands, ist aber heute nicht so, daß die amerikanische Hilfe völlig eingestellt werden könnte. Eine Liquidation tritt nur in dem Sinne ein, daß gewisse elementare Wohlfahrtsaktionen von der lokalen Bevölkerung übernommen werden müssen. Aber die amerikanische Judenheit wird versuchen, weiter Hilfe zu leisten in produktiver und konstruktiver Form. Man wird sich bemühen, zu allererst, zusammen mit der Jca, eine planvolle Tätigkeit der Foundation, die schon jetzt ein Netz von mehr als 600 Kredit-, und anderen Kooperativen unterhält, für längere Zeit sicherzustellen. Das I. D. C. wird sich weiter bemühen, alle Arbeiten, die darauf abzielen, eine Stärkung der ökonomischen Existenzbasis der jüdischen Bevölkerung herbeizuführen, zu fördern. Das I. D. C. wird weiter bei seinen Arbeiten im Auge behalten, daß der Bildungsstandard der jüdischen Jugend gewahrt wird, daß die Gesunderhaltung der jüdischen Bevölkerung nicht vernachlässigt wird. Schließlich sollen alle Bestrebungen unterstützt werden, die den Gemeinschaftssinn der jüdischen Bevölkerung wiederherstellen und neu wecken. Es soll eine Stärkung aller derjenigen Institutionen in Betracht gezogen werden, die den Kernpunkt bilden können, um den die jüdische Gesellschaftlichkeit sich gruppieren kann. Dabei muß betont werden, daß nur eigene Initiative der lokalen jüdischen Bevölkerung einen Erfolg möglich macht und deshalb muß diese eigene Initiative vorhanden sein. Wie weit die Pläne des Amrican Joint Distribution Committee durchgeführt werden können, hängt natürlich von der Aufbringung der Geldmittel in den Vereinigten Staaten für diese Zwecke ab. Es ist zu hoffen, daß, nachdem die Führer der amerikanischen Judenheit selbst in Europa die Verhältnisse eingehend studiert haben, es -ihrem Appell an die amerikanischen Juden gelingen wird, neue Geldmittel auch für diese unbedingt notwendigen Arbeiten aufzubringen. ROSSMARKT 13 Monlag, den 16. Juli 1928 SAISON-AUSVERKAUF zu aussergewghnlich billigen Preisen RESTE für Blusen und Kleider

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