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Der Israelit · 1928-07-05 · Heft 27 (5.7.1928) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 27 (5.7.1928)
Date
1928-07-05
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 Nr. 27 Der Israelit 5 Juli 1928 als früher gebührend geschätzt. Es ist daher ganz begreiflich, wenn man Aufsätze liest wie in Nr. 19 des „Israelit": „Gedanken über jüdische Selbsterziehung". Eine Selbsterziehung aber allgemein zu proklamieren oder für die eine oder andere Art der Erziehungsmethoden wie nach den Grundsätzen des Mussar oder des Chassidismus zu propagieren, beides erscheint mir bei dem jetzigen Stand der deutschen Orthodoxie noch zu verfrüht. Der größte Prozentsatz der deutschen Orthodoxie und zwar auch ein Teil ihrer Führer ist sich noch nicht voll und ganz bewußt, daß unter px Tn 037 nmn nur verstanden sein kann mmn px Tn weltliche Pflichten des jüdischen Menschen nur innerhalb des großen Kreises der Thora. Solange man beispielsweise den modernen Gesellschaftstanz mit der min vereinbaren zu können glaubt, solange für den gesetzestreuen Juden das Familienbad toleriert wird, solange man streng orthodox sein kann und trotzdem in Kleidung und sonstigen Trachten der Mode götzendienstlich unterworfen ist, solange bedürfen wir noch der nvV fiKTirf. eines S. R. Hirsch *rst' solange können wir das mahnende Wort der Predigt nicht entbehren. Prediger brauchen wir zurzeit mehr als je. Allerdings müssen wir verlangen, daß unsere Prediger sich die Errungenschaften der Minderheit innerhalb der Orthodoxie voll und ganz angeeignet haben. Die Unzufriedenheit eine gewissen vorwärtsstrebenden Teiles, namentlich innerhalb der Jugend, der Träger des künftigen deutschen Judentums, ist voll und ganz berech t i g t. Der Durst wird jedoch gestillt werden, wenn ihr Prediger sowohl ihnen als auch den anderen predigen wird nach den Wegen der großen Führer sowohl des Chassidismus als auch des Mussar. Denn nai 1^x1 i^x Q”n 'p^x beide sind Worte gines lebendigen Gottes, sie stellen eine unzertrennbare Einheit dar. Las Judentum kennt keine Trennung zwischen dem Verhältnis von dix p der Wiederaufrichtung „der Leiter, die Himmel und Erde verbindet" und dem Verhältnis von enx pn nnnb des Menschen zu seinem Nebenmenschen. Die Synthese wird allerdings erst dann hergestellt sein, wenn beiden Verhältnissen das gleiche Fundament des - vwvb tnx pn zu Grunde liegen, wenn unsere Führer diese Lehren auf sich genügend haben wirken lassen. Dadurch erhalten sie die Befähigung, durch ihre Predigt alle Individuen in ihrer Verschiedenheit zusammenzubringen, und anstatt die einen sich selbst erziehen und die anderen fast unbehelligt abseits stehen, werden sie sich durch die Gemeinsamkeit gegenseitig zun; Guten aneifern und erziehen. So erzieht die Predigt die Gesamtheit. Derartige Predigten werden nicht genug gehalten werden können und man wird nicht mehr Worte vernehnren, wie „Reduzierung der Predigt auf ein möglichstes Minimum." Allerdings soll da- Nlit nicht gesagt werden, daß nun die Predigt alles im Gottesdienst ist und diese das Schwergewicht desselben darstellt. Für uns bleibt und ist der Gottesdienst zunächst eine Stelle des Gebetes, wo ein jeder nach Maßgabe seines Könnens mit Andacht zum himmlischen Vater sein Gebet aussteigen läßt. Er muß allerdings in zweiter Linie, unter dem Zwang der wirtschaftlichen Nöte der Zeit und der sich ergebenden Pflichten des jüdischen Weltenbürgers, auch zur Verbreitung der Gottesidee weitmöglichst ausgenützt werden, weil, wie bereits schon angedeutet, das religiöse Leben sich vornehmlich innerhalb unserer Synagogen abspielt. Geben wir dementsprechend unseren Predigten mehr Geistesinhalt, bringen wir durch diese die Fülle der Thorawissenschaft der großen Masse bei, dann werden wir nicht mehr gezwungen sein, von einer Predigt zu sprechen, sondern der alte echt jüdische Ausdruck rrcm wird wieder zur vollen Ehre gelangen. Dieser setzt nämlich ein geistig hochstehendes Niveau voraus, demzufolge ein jeder ein Nutzmoment mit nach Hause nehmen wird. Das sei der Sinn und Zweck der Predigt. Die Woche. Das Jüdische Heim. Das Jüdische Heim entfaltet seit Jahren in der Rechnergrabenstraße feine segensreiche Tätigkeit. Als Mittelstandsküche, die kein Erwerbsinstitut sein soll, aber auch in keiner Weise den Charakter einer Wohltätigkeitsanstalt trägt, beansprucht das Heim für seine Leistungen lediglich seine Selbstkosten und trotzdem war es ihm in all den schwierigen Zeiten der letzten Jahre möglich, sich selbst ohne Zuschuß zu erhalten. Die einfache aber schmackhafte Kost, die im Jüdischen Heim zubereitet und nicht nur an seine regelmäßigen Besucher verabreicht, sondern auch an Familien in ihre Häuslichkeit geliefert oder von diesen abgeholt wird, lassen das Heim ganz besonders geeignet erscheinen, überall wo die Hausfrau durch Krankheit oder Abwesenheit am Kochen verhindert ist, die Familie zu verköstigen und zu diesem Zwecke sei das Jüdische Heim auch während der Ferien und Reisezeit allen Familien empfohlen, die sich diese Zeit erleichtern und gleichzeitig dem Heim durch Inanspruchnahme desselben Förderung zuteil lassen wollen. Fürsorge-Ausschuß der J.R. G. Das Postscheckkonto des segensreich wirkenden Fürsorge-Ausschusses trägt die Nummer 49 7 92, nicht wie irrtümlich angegeben 40 792. Wir machen nochmals auf die Preisverteilung, die aus schönen Preisen für "unsere Kleinen besteht, aufmerksam. Hort für jüdische Mädchen. * Der Hort für jüdische Mädchen veranstaltet auch diesl«r viele wichtige Aufstchtsratspoften in Verkehrs- und mal während des Monats Juli wieder seine ganz- .Jndustriegesellschasten. Das von ihm in den Traditionen tägigen Ferienspiele im Tivoligarten, Darmstädter Landseiner Ahnen geführte Bankhaus Fulda hat sich seit straße 234. für 100 Kinder, welche unter Aufsicht dreier über 100 Jahren als einziges am Mainzer Platze unter tüchtiger Leiterinnen den ganzen Tag im Freien verden bedeutenden Banken den Charakter einer Privatbringen. Für beste Verpflegung während des Tages ist bank bewahrt. . Alsdann schilderte Redner die außergewöhnliche Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit des Verblichenen in seinem Berufe, die, verbunden mit einer streng frommen Gesinnung und inniger Liebe zur Thora, ihm den Weg zu eben jener Höhe von Tin ebnete. . Möge der Allgütige den tiefgebeugten Eltern — es war ihr einziger Sohn — Trost spenden. n^asan. 75. Geburtstag. Am 8. Juli feiert die Witwe des in unserer Stadt noch in bester Erinnerung stehenden langjährigen Lehrers Josef Kösterich, ihren 75. Geburtstag, Frau Ester Kösterich, zurzeit im v. Rothschildschen Damenstift, Zeil, erfreut sich körperlicher und ganz besonders geistiger Rüstigkeit und wünschen wir derselben: Sechzigster Geburtstag. . Am 5. Juli feiert Herr Isaak Josef Fulda in Mainz, der Chef eines der ältesten und angesehensten Bankhäuser, seinen 60. Geburtstag. Herr Fuwa genießt als Fachmann großes Ansehen und ist einer der ältesten Besucher des Frankfurter Börsenplatzes, wo er sich bei Stadt- und Staatsanleihen hervorragend beteiligte. Als strenggläubiger Jude alten Schlages betätigt er sich feit langen Jahren in der Verwaltung der Israelitischen Religionsgesellschaft in Mainz, deren Vorstand er angehört und verstand es stets, sich in sozialer Beziehung in dezenter Weise der Pflicht der Wohltätigkeit hinzugeben. Sein Ansehen unter feinen Mitbürgern beweist das langjährige Jnnehaben eines Mandates der Mainzer Stadtverordnetenversammlung als Mitglied der demokratischen Partei und heute noch ist er Mitglied einer Reihe von städtischen Deputationen. Ebenso bekleidet gesorgt; das Jüdische Heim liefert ein gutes Mittagessen, welches mittels Auto hinausgebracht wird. Ein Besuch dieser Ferienspiele, zu dem alle Freunde und Gönner des Hortes herzlich eingeladen sind, wird sich reichlich lohnen durch die Freude, die sich jedem aufdrängen muß, wenn er sieht, in welch herrlicher und die Gesundheit fördernden Weise unsere Kinder ihre Ferien verbringen Israelitisches Männerheim Bad 7lauheim-Frankfurt-M. Die Generalversammlung des Israelitischen Männerheims Bad Nauheim fand am 17. Juni in Frankfurt statt. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden, Herrn Liebmann Bär, erstattete der Schriftführer eingehenden Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr. Wie alle derartigen gemeinnützigen Anstalten hat auch das Israelitische Männerheim zurzeit mit schwierigen Verhältnissen zu rechnen. Trotzdem ist es rn. <3. H. gelungen, das Ziel des Männerheimes zu erreichen und minderbemittelten Glaubensbrüdern die Segnungen des Kuraufenthaltes in Bad Nauheim mit 'einen Wunder wirkenden Quellen zuteil werden zu lassen. Die Generalversammlung nahm mit Bedauern davon Kenntnis, daß der bisherige Schriftführer, Herr Leopold, infolge Uebernahme der Leitung des israelitischen Waisenhauses in Mannheim, sein Amt niederlegen muß. Der Vorsitzende dankte dem ausscheidenden Mitglieds des Vorstandes in warmen Worten für feine langjährige uneigennützige Tätigkeit und wünscht ihm auch namens der Generalversammlung viel Glück aus 'einem weiteren Lebenswege. Einstimmig wurde als Schriftführer von der Generalversammlung Herr Dr. I. Gans, Frankfurt a. M., Vleichstr. 62, gewählt, an dessen Adresse in Zukunft Aufnahmegesuche u. dgl. einzureichen sind. Der Segen Bileams. Das in der vorigen Nummer veröffentlichte prächtige Gedicht „Der Segen Bileams" stammt, wie uns ein Freund unseres Blattes mitteilt, nicht aus der Feder Dr. Mendel Hirschs s. A., sondern aus derjenigen Dr. Samuel Dessaus s. A. Dr. Dessau, nachmals Schuldirektor in Fürth i. B., war von 1853 bis 1862 an der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt a. M. tätig. Egon Jaffe Am vorigen Dienstag wurde Egon Jaffe. ein kaum Schalem Aleichem-Klub. Der Schalem Äleichem-Klub, Frankfurt a. M. hat sich in der Generalversammlung vom 23. Juni reorganisiert. Entsprechend seiner Struktur, das ostjüdische Geselligkeitsleben zu pflegen, führt er nunmehr den Namen „Ostjüdischer Geselligkeitsklub Scholem Aleichem, Frankfurt a. M." Beachten Sie meine neue Telef.-Nummer Carolus 48005 Beruh. Rubinsfein Inhaber der Firma H. OPPENHEIM Rapier-Handlung Ohermainstrasse 18 I. Visifkarfen Familienanzeigen inseraten-Annahme auswärtiger Anzeigen für den BSRAEL1T 20jähriger junger Mann unter reger Beteiligung zu Grabe getragen. Die Beteiligung war um so stärker, als die tragische Art des Todes allgemeine Bestürzung hervorrief. Am Samstag vor 14 Tagen, auf einem Spaziergang mit seiner Tante am Sachsenhäuser Ufer des Mains, sah sich Herr Jaffe durch ein ihm entgegeneilendes Auto gezwungen, auszuweichen. Er bewegt sich rückwärts als gerade in demselben Augenblick hinter feinem Rücken ein Lastauto mit doppeltem Wagen vorbeifuhr, wobei er, von der Verbindungsstange zwischen den zwei Autos festgehalten, sofort dem angefchlossenen Auto zum Opfer fiel. Herr I. entstammte einer angesehenen Lehrersamilie in Tilsit und war in einem hiesigen Betrieb tätig. An seiner Bahre sprach Herr B. Rachelsohn. Von dem Verse p™ trwi Tin (Pf. 15,2) „er wandle in Ganzheit vor seinem Gotte und übe Gerechtigkeit im Leben" ausgehend, beleuchtete der Redner u. a. die hohe Bedeutung, die im Judentum der Pflichttreue im Beruf zukommt, indem er auf dem bekannten Fall von sas "Tn (m:a 24,1) hinwies, der als Feldarbeiter bei einem Anderen während seiner Arbeit nicht einmal den Gruß einer an ihn gesandten Delegation erwiderte, damit er nicht für einen Augenblick in seiner Arbeit gestört werde. Für Lacharbeiten empfiehlt sich (siehe Inserat) das Dachdeckergeschäft Wilhelm Hohl, Weberstr. 25, welches bekannt durch die Haltbarkeit der bereits ausgeführten Arbeiten, Referenzen erstklassiger Firmen und Privatleute stehen darüber gern zur Verfügung, auf Wunsch gern durch einen persönlichen Besuch kostenlos und unverbindlich Voranschläge macht. Heller Sonnenschein macht auch an Ihrem Hause alle äußeren Schönheitsfehler sichtbar, lassen sie es wieder im alten Glanz erstrahlen, indem Sie ihm durch den Maler- und Weißbindermeister R. Ammersbach, Rotlintstr. 34 ein neues Gewand verleihen lassen. U. a. besten Referenzen ist zu nennen die kürzlich ausgeführte Arbeit für die Firma Löwenstein u. Co., Fischerfeldstraße 3, Anstrich des Hauses daselbst. Voranschläge werden gerne unverbindlich gemacht. (S. Inserat.) Das Hotel-Restaurant Rheingauer Hof an der Bockenheimer Warte (Adalberstraße 16) ist jetzt während der heißen Saison mit seinem großen schattigen Garten der angenehmste Aufenthalt für Freunde eines guten Tropfens. Der Aepfelwein erster Güte mundet dort besonders gut. Das Hotel hat schöne geräumige Lokalitäten, die sich zu Vereinsfestlichkeiten trefflich eignen. Verantwortlich für den allgemeine« Teil und da» . Feutllerv« S. Schachnowitz, Frankfurt a. M.; Inserate t. B.: S. Schach» «owitz, ebenda. — Für die pädagogische Beilage: Lehrer 2. Kaufmann in Sprendlingen («r. Offenbach). — Verlag .Israelit", D.m.b.S., Frankfurt a.M. — Druck Sermon Verlag«» Aktiengesellschaft. Frankfurt a. M.

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