Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 26 (28.6.1928)
- Date
- 1928-06-28
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 Nr. 26 Der Israelit 28 Juni 1928 worden. Kaum sechszigjährig, mußte Jacob Hamburger, Seniorchef der angesehenen Firma I. Michel u. Co., Gattin und Kinder verlassen, an denen er mit schwärmerischer Liebe hing und in deren Mitte er, dem selten Erholung vom Pflichternst des Berufslebens gegönnt war, ein paar Stunden lang der spät aus Winterstarre erwachten sonnigen Gottesnatur sich erfreuen wollte. Der sinkende Sommertag sah ihn, den scheinbar Kerngesunden, am Bahnhof des Taunusstädtchens Homburg die Augen zum letzten Schlummer schließen. Einer guten bayrisch-jüdischen Familie entstammend, hatte der Heimgegangene in Frankfurt schon früh eine zweite Heimat gefunden. Sein von natürlicher, demutsvoller Frömmigkeit erfülltes Gemüt, das in die von Gott geschaffene Welt wie in einen Sommertag hineinblickte, fühlte sich harmonisch angezogen von dem, was er an religiösem Äben in den Gemeinden und Körperschaften des jüdischen Frankfurt aufblühen sah, und wo immer er einen Lichtstrahl von Gottesfurcht erblickte, war er ihm Bürgschaft und Gewähr für den dereinstigen vollen Triumph des Gottesgesetzes, dem er selbst seine Gesinnung und seine Tat rückhaltlos unterstellt hatte. Hier in Frankfurt war ihm das Glück beschieden, die im Geiste S. R. Hirschs erzogene, gleichstrebende Lebensgenossin zu finden, mit der er in nie getrübter Herzenseinheit mehr als ein Vierteljahrhundert tapfer durchs Leben schritt, die Grundlagen eines wahrhaft jüdischen Hauses schaffend, Kinder nach der Eltern Bilde zu erziehen und so über das vergängliche Einzelleben hinaus mit der eigenen Lebensleistung mitzuschaffen an dem Webstuhl der jüdischen Geschichte: ■pia’ a iet ty .-unr n rr pxa nr.v An der Bahre gaben die Herren Rabb. Dr. Jakob Horovitz, Jacob Nosenheim für die Familie, Rechtsanwalt Dr. Frank für Talmudthora-Berein und Naftali Fromm für die Loge dem Schmerze beredten und ergreifenden Ausdruck. vom Liwjath Chen. Diesen Sabbat wie an den folgenden jvmar während des Julimonats fallen die. Sabbatvorträge aus. Die Wiederaufnahme der Vorträge wird hier bekanntgegeben. Agudas Jisroel.Jugendgruppe. Am Dienstag den 3. Juli, abends 9 Uhr, findet in unfern Räumen Schwanenstraße 12 eine außerordentliche Generalversammlung statt. Auf der Tagesordnung stehen: 1. Bericht der Finanzkommission und Beschlußfassung; 2. Bericht der Statutenkommission und Beschlußfassung. Rothenfels. Besuche im E s r a h e i m Rothenfels können nur nach Anmeldung und bejahendem Bescheid des dortigen Heimleiters erfolgen. Sonst besteht die Gefahr, daß bei Abwesenheit der Jungens die Reife umsonst ist. Frankfurter Mutterschutz. Der Frankfurter Mutterschutz beabsichtigt für den Herbst die Errichtung einer öffentlichen kostenlosen Auskunftserteilung über sexuelle Fragen. Es ist vorgesehen, daß an dieser Stelle die Fragen öffentlich beantwortet werden, die schriftlich und.anonym in einem dafür vorgesehenen Zettelkasten niedergelegt worden sind. Diese Auskunftstelle ist für alle Kreise der Bevölkerung gedacht, da die Not in diesen Dingen bei allen Menschen die gleiche ist. Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes. Die Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Jüdischen Frauenbundes teilt uns mit, daß ihre nächste Arbeitssitzung am Donnerstag, den 26. Juli, vormittag 10,30 Uhr, Langestraße 30 stattfindet. Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung de? Tuberkulose unter den Juden, e. V. Von der Zentrale obiger Arbeitsgemeinschaft wird uns geschrieben: Die Ziehung unserer Wertlotteriö zur Errichtung einer deutschen Lungenheilstätte für jüdische Männer und Knaben wurde endgültig auf den 26. September hinausgeschoben. Wer ein Liebeswerk bedeutendster und dringlichster Art fördern und sich gleichzeitig die Möglichkeit von Gewinnen erlesenster und kostbarster Art sichern will, möge Lose bestellen, die erhältlich sind: in Frankfurt a. M., Holzgraben 2, 2.; in Berlin N. 24, Oranienburgerstraße 69, 2.; in Breslau, Wallstraße 7/9; in Köln, Ubierring 47; in Karlsruhe, Kronenstraße 15. Freiherr Maximilian v. Goldschmidt-Rothschild 85 Jahre. Freiherr Maximilian Benedikt von Goldschmidt- Rothschild in Frankfurt a. M. vollendete am 20. Juni sein 8 5. L e b e n s j a h r. Er Ist der jüngste der 7 Söhne des Großherzoglichen toscanischen Konsuls Benedikt Hayum Salomon Goldschmidt. Cr heiratete 1876 die jüngste Tochter des Baron Wilhelm v. Rothschild, Minka, die vor 20 Jahren verstorben ist. Der Ehe entstammen fünf Kinder. Zwei der drei Söhne, Freiherr Albert und Erich von Golds chm idt-Rothsch i ld, sind Mitinhaber des Berliner Bankhauses von Goldschmidt-Rothschild. Gesellschaft für jüdische Volksbildung. Zu der in jüngster Nummer gebrachten Mitteilung bezüglich des Nathan May'fchen Vortrags ist zu berichten, daß der Vortrag verschoben worden ist. Zeitpunkt wird noch angegeben. Ein berühmter Ehassidim-Rebbe »n Rad Ranheim. Wie uns mitgeteilt wird, befindet sich der bekannte Czerikower Rebbe, Rabbi Chanoch Saadja, zurzeit in Bad Nauheim zur Kur, wo er wahrscheinlich noch drei Wochen verbleiben wird. Er hat feine Wohnung in der Fürstenstraße 15. Der Czerikower Rebbe hat sich in Polen ungeheure Verdienste erworben mit feiner Sabbataktion in Lodz. Oeffentlicher Verkauf von antisemitischen Hetzblättern. Von einem Leser werden wir darauf aufmerksam gemacht, daß an der Hauptwache, am Allerheiligentor und an der Friedberger Anlage „Der Beobachter", das bekannte antisemitische Blatt, sowie andere Hetzblätter zum Verkauf aushängen. Nach den Beobachtungen des Einsenders leben die Zeitungsverkäufer in der Hauptsache von den Juden. Der Einsender, scheinbar kein Jude, empfiehlt, in unserm Blatt die Juden davor zu warnen, an solchen Ständen Zeitungen zu kaufen. Wir tun es zwar nicht, bringen jedoch die Mitteilung zur Kenntnis unserer Leser. Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwochs im Hörsaale Friedberger Anlage virr "tf. 874 Uhr vorm, (ebenso Samstag eine Stunde vor Nacht) im Vereinslokale, Gemoro. Herr JoaMm Sofer. — 91/4 Uhr vorm, (ebenso Dienstag nachm eine Stunde vor Mincho), Gemoro, Herr R. A. G. Posen. Montag morgen nach Schul (ebenso Donnerstag) im Hörfaole, Mischna, Mitgliederlernen. — Abends 1 Uhr (ebenso Mittwoch) im Vereinslokale, Gemoro, Herr Rabb. Dr. Joses Breuer. — Abends 874 Uhr (ebenso Donnerstag) im Vereinslokale, Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag moroen nach Schul (ebenso Freitag) im Hörsaale, Mischna, Herr Dr. E. Posen. Von Sonntag bis Donnerstag einschl., abends &U Uhr im Vereinslokale o^-Lernen, Herr Dr. E. Posen. mW, 1 Stunde vor Nacht. Herr Jos. Carlebach. Ja hrzeits-Stiftungen: Sonntag, 1. Juli. Adolf Dann-Stiftung. Dienstag, 3. Juli. Eva Friesländer ged. Straütz- ■ Stiftung. Mittwoch, 4. Juli. Max Munk-Stiftung. Donnerstag, 5. Juli. Lehmann Weil-Stiftung. Freitag, 6. Juli. Josef Köstrich-Stiftung. Aguda« Jisroel-Jugendgruppe. ri2V, 77« Uhr, Tfillas Schacharis. — ^lO—117» Herr Dr. I. Posen, Gemorob Kidduschin. Am Tiergarten 42, — SU11—3U12, Herr Louis Kahn, Kizzur Schulchan Oruch. — 3U11—3U12, Herr Lippmann Kurzweil, Gemoro Bowo Kamo. — 6—?7s, Herr Gerson Schnerb, Kizzur Schulchan Ornch. — 12—i, Herr Herz Halpern, Daf Jaumi. — 723—7-4. Herr Dr. W- Hofmann. Gemoro Bowo Kamo. — 3—47s. Herr Leo Schnerb. Gemoro Bezoh. — 4, Tfillas Mincho. — 47» —572, Herr R.-A. M. Katz, Sidrah mit Raschi. nat? von 3—4 Uhr. Montag und Dienstag von 729—10 Uhr Schiur des Herrn Emanuel Wolf. Minjan am nat? morgens pünktlich um 774 Uhr. Don Montag bis Freitag morgen im Sitzungszimmer der Jsr. Religionsgesellschaft, Gemoro, Herr Dr. Ehrmann. - Agudas Jisroel-Mädchengruppe. Sonntag, 7—8 abds., Herr Dr. A. Merzbach, Jefajah. Montag, 9—10, Herr S. Unna, Newiim, Uhlandstr. 68 Dienstag, 9—10, Herr Dr. S. Weger. Trei Osor Zobelstraßes. Mittwoch, 8-9, Herr Lehrer A. Hirschverg, Dinim, Samstag, 3/4ll—8/4l2, Herr Julius Lewin, Das Buch Samuel, — 4—5, Herr Lehrer A. Hirfchherg, Tauroh. 6"v man* .. Deshamidrasch, Ostendsiraße 18. trmi naoa. Herr Rabb. S. Weber. Don Sonntag-Donnerstag. abends l3k~lh 10. Jüdischer Turnerbund. ' 1 Im Ferienmonat Juli fallen unsere sämmtlichen Turn- und Uebungsstunden aus. Lediglich finden an Sonntagen Wanderungen und Sport statt. Nach den großen Schulferien, lassen wir unseren Mitgliedern Nachricht über den Wiederbeginn und über neu eingerichtete Kurse zukommen. Ostjüdischer Jugendbund. Vorläufiges Arbeitsprogramm: - 7122» den 30. 6. von 10—11.30 Uhr vorm.: , von 3 30-4.30 Uhr nachm. '"LP ay warn „ jaon 8-9 Uhr nachm.: (Mitgliederaussprache), anschließend rmiyö Sonntag von 6—7 Uhr nachm.: Hebräischer Sprachkurs. Esrakurnen. Unsere Turnabende finden unter der bewährten Leitung des Herrn Turnlehrers Friede regelmäßig wieder statt. Turnsaal der Samson Raphael Hirsch-Schule. Anmeldungen und Auskünfte Eli Ph. Posen. Fichtestratze 8 I.. sowie aus dem Turnboden. Gebelzette«.. T':T pb2 npn raff reitag Abend 7.45 amstag naaffrt 6.30 Lamstagmorgen 7.45 Tamstagnachmittaa 1 littb 5 — Samstagabend 9 40 Wochengottesdienft: Morgens 6.15 Nachmittags 7.15 Am 5. Juli nachmittag 8,15 Tefilin-Legen am Morgen 2.40 Heute möchten wir unsere Leser aufmerksam' machen auf die Firma Johann Georg Ried, welche (siche Inserat) Ausführung von Hoch- und Tiefbauten sowie Eisens beton übernimmt. Viele Bäuarbeiten der Israelitischen Religionsgesellschaft u. a. wurden von dieser Firma ausgeführt und sie wird allgemein wegen der guten Ausführung der ihr aufgetragenen Arbeiten gern wieder für Ausführung der in ihr Fach schlagenden Arbeiten heran-' gezogen, weswegen wir sie auchunfchn Lesern auf das Beste empfehlen können. ' \ „Wie auf sonnverbranntem Boden deine Feinde Häuser bauen". Und auf jene letzte Spitze läßt er den Gebieter treten, Fernes soll er dort erblicken mit dem Auge des Propheten. '7ernd schreitet er zur Stelle und die Pulse fühlt er 'chlagen — da wird's Meeresbrausen an sein Ohr herauf- "N. *\ schaut und staunet; was fein Auge nie ufend Wundern ist ihm plötzlich auf- "dehnet bis zu jenem falben aufsteigt aus dem Wüsten- : f- 'chte Menge sich ent- 'd des Friedens •+ als Bar- ./ und Ord- * ■ ,s Lagers lange ogt die Menge auf Wo der Schöpfung thät'ge Triebe auf dem öden Plan erschlaffen, Hat der Herr ein neues Leben sich so wunderbar geschaffen. Und erfüllt ist die Verheißung, die den Vätern einst ergangen, „Wie am Firmament die Sterne sollen eure Kinder prangen!" Und es fehn's die Beiden; mächtig fühlt der innern Drang zum Segen Schon zum dritten Mal der Zaubrer sich auf seiner Lippe regen. „Stolzer Fürst!" ruft er begeistert, „wolle nicht, den Herrn zu prüfen, „Der Beschwörung finstre Mächte wecken aus geheimen Tiefen! „Die im Tal da unten lagern kann kein Zauberwort vernichten, „Gott allein will feine Kinder, wenn sie sich versündigt, richten! „O wie schön sind diese Zelte, wie so freundlich, jede Schwelle, „Gleich dem blüthenreichen Garten an der silberklaren Quelle, „Und so stark und sturmesmuthig, wie der Zedern Krastel gestalten, „Wenn am feuchten Stromesrande ihre' Wurzeln sich entfalten, „Und du Tor vermeinst die SaatM,. die die Hände Gottes säten, „Mit dem gift'gen Tritt des Fußes 6ü>% m das Grab zu treten,? „Was du siehst sind keine Hütten, Schulen sind's und heil'ge Tempel, „Jeder Vater ist ein Priester, Jeder trägt der Weihe Stempel, „Priesterkinder sind die Söhne, die an den Altären wachen, „Jeden Funken' reinen Glaubens neu zur Flamme anzufachen; „Und so lang von diesem Volke nicht der letzte Mann begraben. „Wird die Welt noch einen Tempel, wird noch einen Priester habend Darum wird in jedem Jahre uns das Worb des' Schem- .7;, Propheten, Atit erneuter Kräft und Wahrheit wieder vor die Seele treten. - k Wenn im Westen: sinkt die Sonne, und der Prüfung letzte Stunden Eines ganzen Jahres Blüten uns zum Ehrenstrauß gebunden — Da ertönt's in unserm Kreise wie ein Ruf aus höh'ren Welten: „O wie schön in deinen,. Schulen, wie so Man in deinen Zelten!" '