Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 69 (1928)
- Issue
- Heft 26 (28.6.1928)
- Date
- 1928-06-28
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 Nr. 26 i r 3 0 r a e I t t 28. Juni ISA der Rückreise Don Palästina nach Amerika befanden, interniert haben. Die Verhafteten stammen zwar aus Osteuropa und haben ausländische Pässe, wohnen aber seit langer Zeit in den Vereinigten Staaten. Es wurde ihnen ausdrücklich gesagt, daß sie nur deshalb interniert werden, weil sie Juedn sind. Unter den Internierten befanden sich zwei hervorragende Gelehrte, der Professor am Jüdisch-Theologischen Seminar von Newyork, Leo Honor und der Professor an der Hebräischen Universität in Jerusalem, Kligler, sowie die Frau von Prof. Honor. Erst nach mehrtägiger Haft wurde der Gesellschaft die Weiterreise gestattet. Einigungsbestrebungen bei den amerikanischen Zionisten. Newyork, 22. Juni-. Das unter dem Vorsitz des Oberstrichters Lazansky tagende Gericht zur Prüfung der von der zionistischen Opposition gegen die offizielle Administration der amerikanischen Zionisten erhobenen Beschuldigungen hat ein Komitee aus neun Persönlichkeiten zur friedlichen Erledigung des Streitfalles eingesetzt. Es verlautet, das Ziel dieses Komitees sei die Erreichung eines freundschaftlichen Uebereinkommens auf der Grundlage der Bildung einer gemeinsamen Administration, in der die offizielle Partei und die Opposition vertreten sind und gewisse Persönlichkeiten, die nicht näher benannt sind, ausscheiden. Richter Lazansky referierte über die aus den Büchern der Administration hergeftellte Rechnungsaufnahme und faßte die von der Opposition vorgebrachten Beschuldigungen zusammen. Man erfuhr, daß dem Präsidenten der amerikanischen Organisation, Louis Lipsky, der Vorwurf gemacht wird, er habe aus den Mitteln der Organisation der Frau Lefkowitz, Schatzmeisterin der zionistischen Frauenorgamsation Hadassah, gegen Schuldschein eine Summe von 2000 Dollar zur Verfügung gestellt. Das Geld ist seitdem zurückgezahlt worden, diese 'Handlung wird aber dennoch von den Oppositionellen als ein Mißbrauch des Amtes angesehen. Lipsky erklärte, er glaubte, Frau Lefkowitz im Interesse der Organisation aus ihrer augenblicklichen finanziellen Notlage heraushelfen zu müssen. Die Opposition brachte weitere Tatsachen vor, die nach ihrer Meinung als Unregelmäßigkeiten der Geschäftsführung der Administration zu betrachten sind. Manche dieser Feststellungen beziehen sich auf die gegenwärtigen Wahlen der Delegierten zur bevorstehenden Konvention. Das Gericht bestimmte einen Rechnungsrevifor zur Prüfung der angeblichen Unregelmäßigkeiten. Die Administration erklärte sich damit einverstanden, forderte aber, daß die Untersuchung sich auch auf die Zeit erstreckt, in der Richter Julian Mack, Präsident der Organisation war. Hierauf vertagte das Gericht die Sitzung. Weitere harte Strafen in Palästina. Jerusalem, 20. Juni. Das Gericht in Tel-Awiw hat drei Kommunisten, die gegen die Prügelstrafe demonstrierten und der Polizei Widerstand leisteten, verurteilt, und zwar Lipsmann zu 25 Tagen Gefängnis und Landesverweisung, Holzman zu einem Monat, Rachel Jzevsky zu 10 Tagen Gefängnis. — Dem reichen brasilianischen Juden Joseph Almag, der in Palästina 600 Dunam Boden besitzt, und seiner Familie wurde der Aufenthalt in Palästina verboten, weil er nicht angegeben hat, welcher Kategorie von Einwanderern er zuzurechnen sei. (ITA.) Personalien. Palästina. Zur Stärkung der öffentlichen Sicherheit in ,,, Palästina. ' ii- Jerusalem, 18. Junü Muhamed Hussein Rizik, der zweite der beiden jungen Araber, die, weil sie in der Nacht vom. 8. Juni ein jüdisches Mädchen auf der Straße belästigten, in einen Streit mit jüdischen jungen Leuten verwickelt worden sind, ist heute an den Folgen der damals erlittenen Schußverletzung gestorben, so daß diese Schießerei zwei Menschenopfer gefordert hat. Hamburg, 20. Juni. (Verspätet eingegangen.) Ein Tag nach •'öivj y'b hatten wir durch das Hinscheiden des Lester Heymann einen schweren Verlust zu beklagen. Einer hochangesehenen, altehrwürdigen ostfriesischen (Auricher) Familie, in der jahrhundertelang Tauroh und Jirjoh vorherrschend waren, entstammend, kannte er nur das eine Ziel im Leben, diese köstlichen Ideale zu verwirklichen, rmx&a pipia war er gleichviel, ob um große oder kleine Mizwo es sich handelte. Ein o^.irr aor» da r\\% ein Mensch, der die höchste Aufgabe in Lösung der im Menschenkreise zur Uebung und Entfaltung kommenden Erkenntnis und Erfüllung sah. Der Grundzug seines Wesens war die Demut, die nav, die sich wahrhaft mit allem, was ihr ist, nur von Gott abhängig fühlte. Diese Anowoh erreichte bei dem Verstorbenen einen solchen Grad, daß er für sich nichts beanspruchte und nur für andere, nur für das Heil des ihn umgebenden Kreises der Welt lebtet Diese Anowoh zeigte sich noch in seinem Zwoh, in der er sich jeden Hesped verbat. Und nun, nachdem sich Kör per und Seele getrennt haben, weilt seine Seele im Gan Eden, da, wo die Zadikim sitzen mit ihren Kronen au' den Häuptern und sich vom Abglanz der Schechinoh ernähren. Diese Kronen hat sich der leider allzufrh Verblichene bei seinen Lebzeiten erworben durch die freudige und gewissenhafteste Ausübung aller Mizwaus. Obwohl Leefer Heymann Hsr erst kurze Zeit hier wohnte um seinen Lebensabend im Kreise seiner Kinder und Enkel zu verbringen, legte die große Beteiligung bei der Lewajoh beredtes Zeugnis für seine große Beliebtheit ab Möge seine nam uii Sun iipv sein und rrip.i den um ihn trauernden Angehörigen Trost spenden. rrimn Leer, 22. Juni. In diesen Tagen kann unser allverehrter Herr Lehrer a. D., B. Wolfs, sein 50jähriges Ortsjubiläum begehen. Am 28. Juni 1878 trat er, nachdem er drei Jahre in Neustadt a. Rbge. als Lehrer fungiert hatte, seinen manchmal mit harten Dornen gepflasterten Weg zur hiesigen Schule an. Was der Jubilar in den Jahren seiner Tätigkeit geleistet hat, davon zeugen seine Schüler, seine Stellung in der großen jübischen Welt. Daß der Schabbos hei uns'noch gehalten wird, .wie nirgendwo anders, das ist nur fein Verdienst Wenn der Jubilar auch nicht mehr im Amte ist, seine Raschi-Vorträge am Schabbos hält er nach wie vor mit jugendlichem Eifer und hat dabei von seiner Lehrtätigkeit nicht eingebüßt. Die Vorträge werden gut besucht. Möge uns allen, der Familie der Gemeinde und Kol Jsroel der Jubilar noch viele Jahre erhalten bleiben! Zürich, 24. Juni. Herr Kantor Hermann Lieber, seither bei der Israelitischen Religionsgesellschaft Zürich, wurde als Oberkantor an die Neue Dammtorsynagoge nach Hamburg gewählt. Köln, 23. Juni. In dem engen Kreis der Synagogengemeinde Adaß Jeschurun ist eine fühlbar schmerzliche Lücke entstanden. Im blühenden Mannesalter von noch nicht 44 Jahren ist Möses Zucker, der noch soeben selbstbewußt und lebensfroh dahinschritt, ganz unerwartet in die vvpi abberufen worden. Sein Tod hat allenthalben, selbst in seinem weitesten Bekanntenkreise, wo man sein sympathisches Wesen zu schätzen, wußte, Bestürzung und Trauer hervorgerufen. Moses Zucker entstammte einem in altjüdischer Frömmigkeit aufgebaulen Hause zu Aub, einem kleinen Ort in der Nähe von Würzburg. Die Keime der na-ns» die er dort in sich aufnahm, blieben der Grundzug seines lauteren Charakrers, der sich so recht im kaufmännischen Leben entfaltete. Nur die, die ihn näher kannten, wissen, mit In Ansehung der Klagen über die sich häufenden nächtlichen Belästigungen jüdischer junger Mädchen hat welcher Ueberzeugungstreue er die kleinen und größeren, der Oberkommissar Feldmarschall Lord Plumer strenge .5^emt .draußen erstehen, bet seinen Instruktionen an die Polizei betreffend Stärkung der Mitglied des Repräsentantenkollegiums der Adaß Jeöffentlichen Sicherheit in den Straßen Jerusalems er-jschurun, wo sein kluges'Wort gern gehört wurde, war lassen. Die Polizeikräfte "sollen beträchtlich erhöht werden, er in der Tat ein n.-mjr. ma-s pe-« Der allgemeinen Trauer verlieh Herr Rabbiner Dr. Wolf an der Bahre beredten Ausdruck. Herr Julius Weil, zugleich ein intimer Freund des Verstorbenen, sprach im Namen des Vorstandes, Herr Leo Munk namens des Repräsentantenkollegiums der Adaß Jeschurun. Möge der trauernden Witwe und den drei im zartesten Alter hinterlassenen wmm eine rnv.p <i»rw senden. , rraxsn- Waldenburg (Schles.), 17. Juni. In dem plötzlich verstorbenen Stadtpfarrer, Erzpriester und Kanonikus Paul G a u s e verehrte auch die Synagogengemeinde Die Jeschiwah von Hebron nach Haifa. B e r l i n , 18. Juni. Von unterrichteter Seite wird uns mitgeteilt, daß die Uebersiedlung der in Hebron, Palästina, bestehenden Jeschiwa, einer Tochteranstalt der berühmten Jeschiwa zu Slobodka in Litauen, nach Haifa in Erwägung gezogen wird. Leiter der Hebron-Jeschiwa ist der Gaon Vertreter fast aller Behörden erschienen waren, dankte der Trauerredner, Herr Pfarrer Herde aus Nieder-Salzbrünn, allen Erschienenen und ganz besonders auch dev jüdischen Gemeinde, die durch Prediger Mieser vertreten: war. Mainz, 18. Juni. Zu seinem 70. Geburtstage wurden Herrn Oskar Lehmann mannigfache Ehrungen zuteil. Unter den Gratulanten befanden sich der Staatspräsident von Hessen, Adelung, der ihm als früherer Mitarbeiter seine Glückwünsche aussxrach, die Gutenberg- Gesellschaft und das Gutenbergmnfeum , durch Herrn Stadtbibliothekar Dr. Ruppel in - Anerkennung feiner Verdienste um diese Institutionen, die Jüdische Gemeinde für seine aufopfernde soziale Tätigkeit, der Israelitische Krankenverein für seine allsabbatlichen Vorträge^ in der Hoffnung, daß er bald in der Lage wäre, sie wieder auszunehmen, der Verlag I. .Kaufsmann-Frankfurt a. M. dem erfolgreichen Autor, u. v. a. m. Besonders erwähnt sei noch, daß Oskar Lehmann es seit 50 Jahren sich nicht hat nehmen lassen, als Bal köre tätig zu fein und allsabbatlich die Sidrah vorzuleinen, zuerst zehn Jahre in der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft, dann im Gotteshause des Israelitischen Krankenvereins, und daß er heute noch die gesamte Tauroh auswendig beherrscht. Burgkundsiadt (Oft.), 15. Juni. Vor kurzem st^rb in Amberg (Obs.) im Hause ihrer Tochter, wo sie Heilung von einem schweren Leiden suchte, im Witev von 73 Jahren, Frau Sophie Lang aus Burgkündstadt. Von frommen Eltern aus der Familie Freudenthal aus Tann v. d. Rhön abstammend, verpflanzte sie diese Tradition in ihre neue Heimat, wo sie an der Seite des ihr in die Ewigkeit vorausgegangenen gleichgesinnten Mannes ein. echt jüdisches Haus gründete und durch alle Tugenden einer Hn rpx dieses zu hoher Blüte brachte- Ihr gastliches Haus war nicht nur mm, war nicht nur mm, es stand nicht nur den Armen offen, es war auch D-mna lyima, bemt Rabbiner und Lehrer waren ihre Verehrer und ein ideales Verhältnis .verband sie mit ihnen. Sie war nicht nur lange Jahre Vorstandsmitglied der Frauenchewrah, noch bis in ihre letzten Monate beteiligte sie sich aktiv an der om» bv nr«s- Vier Kinder fand sie bei ihrer Ehe vor und vier Kinder konnte sie noch ihre eigenen nennen. Doch mit Liebe umhegte sie sie allesamt und mit Selbstverleugnung löste sie ihre schwere Aufgabe. Ein halbes Jahr vor ihrem Tode sah sie zu ihrem Leidwesen ihren ältesten Sohn, den bewährten und frommen Kultusvorstand, Karl Lang .einen vnn, in die Gruft sinken. Dieser Schicksalsschlag zehrte an ihrem Lebensmarke. Vor ihrer Ueberführung nach Nürn-. berg nahm ihr Schwiegersohn, Herr Lehrer Godlewsky in Amberg, in bewegten Worten Abschied von der teuren Verblichenen, und am Grabe in Nürnberg entwarf Herr Rabbiner Dr. Heilbronn — ein Freund ihres Vaterhauses — ein rührendes Bild von den Tugenden der Entschlafenen, worauf nochmals ihr Schwiegersohn ihre Vorzüge treffend hervorhob. Eine seltene Frau aus dev Vergangenheit ist mit ihr dahingegangen. ns-oV npis -at Berlin, 17. Juni. Hier wurde auf dem Adaß Jisroel- Friedhofe am vergagnenen Freitag eine Frau zu Grabe getragen, die in sich das Ideal einer altjüdischen Hi rr-rr zeitlebens verkörpert hatte: Frau Emma Mali na. Als ' Tochter des seinerzeit weithin als ~"m pt bekanntem R. Josef Jsaac zu Freystadt Wp. geboren, folgte sie in früher Jugend ihrem Gatten in ein schweres und doch von ms» erfülltes Leben. Sie kannte keinen größeren Ehrgeiz als das Haus ihres Gatten schon in den kleinen. Orten seiner Anfangstätigkeit als auch insbesondere später in Berlin zu einem a’iaan1? mn ma zu machen, einem A i nnoncen-Bürd Ju9ius Schrta 1 dt Frankfurt 3L Ltüftigesfr. 7 Tels:fon Hansa 4641 Posischcck-Konto Frankfurt am Main m:- 363 $ Mosche Mordechaj Eppstein, das frühere Oberhaupt der! einen Freund, der mehrmals Gelegenheit ge- Slobodkaer Jeschiwa. Rabbi Israel Hurwitz aus Polen j nommen hatte, sich öffentlich gegen den Antisemitismus beaibt lick demnäcküt rack Amerika inr Durckn'übruna ' auszusprechen und sich als Auhew Israel zu erklären, vegior m oemnayp nacy Erna zur Burcysuyrung Trauerfeier, ,die eine imposante Beteiligung aufiwies, und bei der fast 60 katholische Priester, sowie eienr Sammelaktion für die Jeschiwa. Einzige Snserafeo »Annahme für Frankfurter GeschäfCslnseraie des „IS ff AE LI T“ ®.;;:.. - ÄMsssfdam wj® vor' Unser«für sämtliche hiesige •■:»€* auswärtige s TageszolfoiWtffen., Wochönh. FäehhSüSfiorr zu Ori&ifialpreEsen