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Der Israelit · 1928-06-28 · Heft 26 (28.6.1928) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 26 (28.6.1928)
Date
1928-06-28
Page
– (sequence 9)
Language
German
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srodit 9 28. Juni 1928 Ser 3 Nr. 26 Seite Aufenthalt, den die aus Ost und West bei ihrer Durchfahrt durch Berlin immer wieder mit großer Freude aussuchten. Da gab es keine Tages- und keine Nachtzeit, zu welcher diese großen Gäste nicht dort willkommen gewesen wären. Die Jahre abnehmender Körperkräfte waren für sie in ihrer Schaffensfreude und ihrem Mizwauseifer schmerzlich, und auch in diesen blieb sie ihrer alten Art treu. Bei ihrem Begräbnis sprachen Rabb. Dr. B. Cohn-Schönlanke als Schwiegersohn und Konsul Dr. I. Kahn-Jaffa als Fruend des Hauses Worte herzlichen Dankes und Abschiedes. In der- Schiwo, deren Besuch von der großen Beliebtheit der Verstorbenen in weitesten Kreisen zeugte, fand ein tief gefühlter und durchdachter Hesped des Rabb. Dr. Munk statt, sowie ein solcher des Befoiner Raw '"2, der u. a. aus'führte, daß Friedhofe am vergangenen Freitag eine Frau zu Grabe dies fein erster Hefped bei einer Frau sei. Den über See weilenden Söhnen war das Wiedersehen mit der hinsiechenden Mutter nicht mehr bei Lebzeiten vergönnt. Doch hat sie noch die Sechio gehabt, ihre letzten Tage und Stunden im Kreise ihrer übrigen Lieben und der ihr liebgewordenen Adaß Jisroel-Gemeinde zu erleben. Möge ihr mar ihren Kindern und Kindeskindern beistehen und ihrem gebeugten Gatten zum Tröste gereichen. rrrmrv vermischtes. Berlin, 6. Juni. Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums hielt anläßlich der im Rahmen der Presta veranstalteten jüdischen Kulturwoche ihre diesjährige Hauptversammlung im KöNgreßsaal des Ausstellungsgebäudes in Köln-Deutz ab. Nach Begrüßung gab der Schriftführer der Gesellschaft, Professor Dr. I. Elbogen-Berlin, eine Uebersicht über öte. Aufgaben und Leistungen der Gesellschaft. Den Festvortrag hielt Herr Dr. Fritz Bamberger-Berlin über das Thema: Die geistige Gestalt Moses Mendelssohns. Der Redner bemühte sich zu zeigen, daß das durch die populäre Tradition verbreitete Bild von Mendelssohns Richtung und Anschauung nicht ganz der Wahrheit entspräche. Daß Mendelssohn durchaus nicht jener einseitige Aufklärer war, als den fein Zeitgenosse Hamann ihn bekämpfte und die Nachwelt verehrte, sondern daß auch in Mendelssohn wie in jedem echten Menschen sich Widersprüche zeigen, daß er namentlich in seinen Schriften zur Aesthetik durchaus die Bedeutung des Irrationalen anerkannte, daß er zwar in seinen allgemeinen Anschauungen über Religion sich aus. dem Boden des Rationalismus hielt, aber sobald er auf Judentum zu sprechen kam, doch wieder jener Glauben an das Jenseitige und Geheimnisvolle durchbricht, der die Stärke aller echten Religion ausmacht. ' Landsberg (Warthe), 16. Juni. Die jüdische Synagogengemeinde in Landsberg (Warthe) hatte zu Sonntag den 10. Juni, vorm. 11.30 Uhr, zur Einweihung der neuerrichteten Friedhofshalle, die sich auf sanfter Höhe unmittelbar seitlich des Friedhofes selbst befindet,, eingeladen und viele Teilnehmer waren erschienen. Zunächst ergriff Bankier Reichmann das Wort, um im Namen der Verwaltung und der Baukommission als Vorsitzender dieser Kommission die Erschienenen zu begrüßen. Er sprach zum Schluß insbesondere Herrn Redner Simon Schocken, der sich für den Friedhof sehr verdient gemacht hat, ^den Dank im Namen der jüdischen Gemeindeaus. Es erfolgte sodann der Einzug der Teilnehmer in die Friedhofshalle. In der Friedhöfshalle ergriff Herr Simon Schocken das Wort zu einer Ansprache, in der er eingehend von den jüdischen Baudenkmälern im allgemeinen und von diesem Bau im Besonderen sprach. Rabbiner Dr. Elsaß legte seinen Ausführungen den 90. Psalm zugrunde, wies in seinen Worten auf den Spruch: „Stärker wie der Tod ist die Liede" hin und knüpfte daran seine gedankenvollen Ausführungen. Erwähnt sei noch, daß die Zeichnungen zu diesem architektonisch interessanten Bau in dem Baubüro des Warenhauses Simon Schocken-Zwickau hergestellt wurden. Ausgeführt wurde er von der Firma Paul Wiedemann unter Leitung des Architekten Max.Huhn in Landsberg (Warthe). ~ Bruchsal, 10. Juni. Die Gemeinde Bruchsal hat die Notwendigkeit eingesehen, den nüchternen und wenig ansprechenden Synagogenräumen der Gründerzeit ein neues Gewand zu geben. Sie hatte in dem Maler Leo Kahn einen Meister gefunden, der es verstanden hat, dieser schwierigen Aufgabe, unter Berücksichtigung traditioneller Ideen, im Sinn der Gegenwart, gerecht zu werden. Der bekannte Bildhauer Benno Elkan hat Geländer und Leuchter der Vorlesungs-Estrade in bemerkenswerter und neuartiger Weise zu einem Schmuckstück der Synagoge gestaltet. Prof. Spannagel hat wirkungsvolle Beleuchtungskörper hinzugefügt und so repräsentiert sich das Gebäude der 80er Jahre dges vorigen Jahrhunderts im Gewände der Gegenwart und ihrer Errungenschaften. Waldenburg (Schl.), 17. Juni. Auf Veranlassung des jüdischen Lehrers stiftete der Zentral-Verein, Ortsgruppe Waldenburg, etwa 20 gebundene Bücher jüdischen Inhalts in die Stadtbibliothek, um Aufklärung über das Wesen des Judentums zu verbreiten und um der verderblichen Wirkung antisemitischer Lektüre entgegenzuarbeiten. Briefkasten. Kr. in O L. und Andere. Ans die Anfrage des Herrn P. in L. im „Israelit" Nr. 25 verweisen Sie mit Recht aus rritv pN zur Stelle, der das Dagasch mVn mssn^> gelten läßt. Ein alter Weinreifender. Aus die Anfrage in Nr. 23 des Israelit um Ratschläge zur Gründung von Existenzen weisen Sie daraus hin, daß sich in der Weinbranche (selbständig als Reisender oder Vertreter) eine Existenz gründen ließe. (Kein Koscherwein). Wir nehmen und geben diese Mitteilung mit Dank zur Kenntnis. A. S Frs. 45.— für Spende dankend erhalten Familiennachrichlen. . Geboren: Eine Tochter, Harry Katzenstein und Frau geb. Haudorff, Rotterdam, Westerstraat 13a. Barmizwo: Josef, Sohn des Herrn S. Kellermann» Frankfurt a. M., Tiergarten 30. Synagoge Friedberger Anlage, onrs nana «mp naP* Verlobte: Rabbinrr D. Ch. A. Gomer mit Channa Sack in Riga. Für die Einkochzeit g u t e u n d b i 1 1 i g e Wir sagen jeder Hausfrau, daß der transparente C a 1 m o n - R i n g der'Beste ist. Für alle Konserven-Gläser pass, zu haben Einkoch-Apparate, -Gläser, -Flaschen, -Krüge, und -Ringe beim Stiftstraße 8—10 Brönnerstraße 5—9 BAD NAUHEIM Hotel Flörslnelm Unter Aufsicht Seiner Ehrwürden des Herrn Rabbiner |Dr. Hirschfeld, Gießen Haus ersten Ranges in schöner Lage. Fließendes Wasser, Zentralheizung. 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